Heizen mit Öl- oder Holzofen?

23.10.2008



Hallo erstmal,
Ich habe eine schöne und vor allem sehr günstige Mietwohnung in Aussicht, die auch sofort beziehen würde, wenn ein Heizungssystem vorhanden wäre. Es handelt sich um eine 3-Zimmer-Wohnung mit 69qm in einem Mehrfamilienhaus, Baujahr ca 1950. Die Wärmedämmung wird daher schätze ich nicht die beste sein. Die Vormieter haben diese mit zwei Ölöfen beheizt, die wir auch übernehmen könnten. Lediglich ein Öltank müsste noch beschafft werden, da dieser bereits entfernt wurde.
Wir überlegen nun, ob wir in einem Zimmer einen Ölofen durch einen Holzofen ersetzen könnten, wo allerdings fraglich ist, ob es möglich ist, da ein gemeinsamer Schornstein für Öl- und Holzofen genutzt wird, die Anfrage liegt bereits beim Schornsteinfeger.
Da ich glaube, dass es eher nicht möglich ist, sind wir am überlegen, ob wir die Wohnung nicht komplett mit Holzöfen heizen. Meine Kenntnisse sind auf diesem Gebiet leider begrenzt, daher stellen sich folgende Fragen:
Was ist günstiger?
Wieviel Holz würde benötigt werden, wir haben nur ein kleines Kellerabteil und ich bezweifle, dass der Platz ausreichend für die Holzlagerung ist. Zudem müsste das Holz gebrauchsfertig (gespalten und abgelagert) eingekauft werden.
Bekomme ich die Wohnung besser mit Holz oder Öl warm?

Vielen Lieben Dank schonmal im Vorraus für Antworten!

Viele Grüße und frohes Schaffen,
Katja.



Holz zum Feuern lagert man ...



nicht im Keller. Das würde ich auf Dauer ausschließen. Dann würde ich den Kaminkehrer fragen was er zu der Nutzungsänderung des Kamins sagt. Da kann schnell auch ein Veto kommen.

Öl und Holz in einem Kamin nutzen geht nicht.

Grüße

Frank



Einzelöfen mit Öl und Holz...



...können m.E. durchaus gemeinsam an einem Zug betrieben werden.

Ich würde die Ölöfen aber trotzdem umgehend entfernen - falls Ihr nicht eine Vorliebe für einen latenten Heizölgeruch habt.

Trocknes Holz könnt Ihr begrenzt in einem trocknen Keller lagern - es ist aber ziemlich teuer. Handelt Euerem Vermieter ein Stück Freifläche zum Stapeln von Holz ab und besorgt Euch frisches Holz. 2 Jahre sollte es aber besser im gespaltenen Zustand trocknen dürfen...

Pelletöfen hätten den Vorteil, sparsamer zu sein, weil regelbar - denkt vielleicht 'mal in diese Richtung weiter.

Die billige Miete macht es nicht allein. Versucht 'mal über alles zu rechnen, ob sichs dann noch lohnt. Mit kleineren Kindern würde ich unbedingt eine Wohnung mit Heizung wählen.

Grüße

Thomas





Vielen Dank schonmal für die Antworten! Dieses Forum ist wirklich gut, habe schon viele Tips hier gefunden.

Die Wohnung ist wirlich schön, hat eine super Lage und ist vor allem im Vergleich mit anderen Wohnungen was die Kaltmiete betrifft unschlagbar günstig. Da wir beide noch Studenten sind,kommt es bei uns schon ziemlich aufs Geld an und der Wohnungsmarkt in Erlangen ist leider nicht wirklich was für den kleine Geldbeutel.

Die Vormieter hatten mit den beiden Ölöfen monatliche Kosten von 60 Euro, was eigentlich nicht so teuer ist für 70qm, oder? Der Nachteil ist eben ganz klar der Ölgeruch. Ist dieser wirklich so penetrant wie man überall hört? Die Vormieterin meinte, sie hätte spezielles Heizöl benutzt, das zwar etwas teurer, aber geruchsarm sei.
Ich gehe momentan davon aus, dass Öl momentan günstiger ist, was allein die Betriebskosten angeht, da wir wie gesagt nicht selbst Holz machen.

Holz ist aber denke ich von der Wärme schöner.

Die Holzöfen mit Pellets zu betreiben wäre die wahrscheinlich bessere Alternative zu Scheiteln, oder?
Hat jemand Erfahrungen, was die Brenndauer und Effizienz diesbezüglich betrifft? Ich habe gehört, man kann auch Kohlebriketts heizen, stimmt das?

Das mag jetzt vielleicht alles etwas naiv klingen, doch uns fehlt leider, auch aufgrund unseres Alters, die Erfahrung mit der Kostenkalkulation diesbezüglich. Das die Methoden zu heizen auch nicht gerade die komfortabelsten sind, ist mir auch klar. Macht uns aber, soweit nicht allzu mühevoll und arbeitsintensiv,auch nichts aus. uns geht es darum, mit einem kleinen budget effizient auszukommen.

Alles in allem gehts also darum, was am einfachsten und günstigsten ist.



Wichtig ist nur...



...unter "ferner liefen..." der Geruch des Heizöles, sondern besonders das Vorhandensein eines bunten Gemisches von Mineralöldämpfen im Zimmer. Auch wenn man's nicht riecht, Kopfschmerzen sind nicht das Schlimmste, was man sich davon einfangen kann.

Grüße

Thomas



Pelletofen im Angebot und gefördert



Hallo,
nur ein Hinweis, es gibt gerade bei Bauhaus, aber auch bei anderen Baumärkten, Pelletöfen, die von der Bundesregierung gefördert werden. Aber vorher erkundigen, ob dieser Ofen wirklich von der Bafa(?) gefördert wird.
Wenn ja, kostet der Ofen statt 1800 nur noch 400 Euro - wäre zu überlegen. Pellets kann man in kleineren Säcken auch im Keller lagern.

Trockenbrennstoffe dürfen in fast jedem Schornstein verbrannt werden - umgekehrt ist es mit Öl- und Gasheizungen, die sind anspruchsvoller wegen der Wasserbildung beim Verbrennen - aber wenn schon eine Ölheizung drin war gibt es da keine Probleme.

Die Dinger haben einen eigenen kleinen Pellet-Vorratsbehälter und eine Glasscheibe vorn. Auch eine elektronische Regelung ist dabei, also Heizbeginn und -ende, Thermostat u.s.w..

Ein paar Eckdaten:
Leistung 7-8 kw,
Brenndauer mit einer Pelletfüllung 36-48 Stunden

Wir wollen hier aufm Land keine Pellets, aber in der Stadt würde ich es mir überlegen ...

Viele Grüße,
Kai



Erfahrungswert:



Mein Erfahrungswert ist Folgender:
Entweder wenig Kosten aber arbeitsintensiv *1 - oder höhere Kosten und weniger Arbeit*2

*1: Holz holen, sägen, spalten, stapeln, sehr unterschiedliche Temperaturen, Holz verbrennt schneller, muss wieder neu angefacht werden, ihr werdet die Zeit damit verbringen, die Wohnung warm zu halten...
*2: teures Öl kaufen, Ofen einstellen, Öl erst nachfüllen, wenn Tank am Ofen leer ist, aber ihr hättet einen längeren Zeitraum die Wohnung warm und da Ihr Studenten seid, habt Ihr dadurch Zeit zum lernen

Überlegt es euch. Beide Möglichkeiten haben Vor- und Nachteile. Ich wünsche Euch alles Gute

Gruss Doris



Nicht mit Öl!



Ich würde die Ölöfen rauswerfen, den einen Schornstein mit einem Holzofen/Kamin ausstatten (für die behaglichen Stunden zu zweit), und im Übrigen die Wohnung mit einer Split-Klimaanlage heizen. Geringe Einbaukosten, und bei Bedarf auch wieder mitnehmbar.



Hallo Katja,



schmeisst den Öldreck raus. 720 € für 70m2 ist für mich teuer. Dafür habe ich zuletzt ca. 1300 l Öl getankt und das hat mein Haus (130 m2)fast ein Jahr geheizt (allerdings Zentralheizung). Die Ölöfen haben eine recht schlechten Wirkungsgrad und Alternativen (Pelletsofen ,Scheitholz und auch Klimasplit) wurden genannt. Da müsst ihr euch nur einig werden. Holz und Öl ist auch nicht richtig durchdacht, da ihr beide Brennstoffe lagern müsst. Dann kauft lieber einen förderfähigen Pelletofen, den kannst du dann auch wieder mitbehmen.

Gruß J. Simon

Gruß J. Simon



Danke!!!



..für die vielen Antworten. wenn ich das hier so lese tendier ich auch dazu, die Ölöfen rauszuhauen.
Die Pelletöfen werden aber nach meinen Infos erst ab einer Leistung von 8 o. 9 KW gefördert.
wir hatten uns das dann eigentlich so gedacht, das wir zwei Öfen anbringen. einer, der das kleine Zimmer und den Flur und Küche bisl mitheizt und einer , der im Wohnzimmer steht und das nebenan liegende Schlafzimmer etwas mitheizt.Nun brauch ich doch aber für das kleine Zimmer höchstens 3-4KW und für das große mit Schlafzimmer höchstens 6KW oder?
Weiß jemand wie es da mit der Gesetzeslage aussieht?

Abgesehn davon: Ist der Baumarkt der richtige Ansprechpartner? Nicht falsch verstehn, ich liebe Baumärkte, aber nur wenn ich genau weiß, was ich wofür haben will, bei der Beratung hab ich da eher schlechte Erfahrungen gemacht.

Vielen Dank!



Hallo Katja,





Hallo Katja (dritter Versuch)



für die Größe des Ofens brauchst du keine Rechtslage, die müssen ordnungsgemäß angeschlossen werden und der Schornsteinfeger muss sie abnehmen. Frag den mal, was da zu tun ist. Ob du "Baumarktware" kaufst, ist auch nicht entscheidend. Du kannst eine billigen Ofen, einen teureren oder einen ganz teuren kaufen, ich würde mich nicht für den billigsten und den teuersten entscheiden. Alternativ kannst du auch einen gebrauchten kaufen.

Wegen der Kw- Zahl gibt man als ganz grobe Faustformel (Experten steinigt mich bitte nicht) ca 1 Kw Nennleistung pro 10 m3 Rauminhalt an. Das musst du dir dann ausrechnen.

Bei 69 m2 mal 2, 5 m Höhe hast du ca. 175 m3 Raum, zieh die kälteren Stuben ab und du wirst mit 10 bis 13 kw Nennwärmeleistung der Öfen oder des Ofens sehr gut hinkommen, je nach dem, ob ihr es gerne sehr warm haben wollt oder es der Norwegerpullover auch mal tut.

Ich habe noch einen gebrauchten Ofen von Justus abzugeben mit 7 kw, der ist allerdings dreieckig für den Einbau in eine Raumecke. Weiß nicht, ob das für euch was wäre, ansonsten schaut mal bei ebay.

MfG J. Simon



auf jeden Fall Pelletofen



Die Preise für Heizöl sind nur temorär günstig. Auch wenn sie gegenärtig bei ca 7cent/kWh liegen, sind die Preise für Pellets mit 3,8 cent/kWh erheblich niedriger. Bei Pelletöfen gibt es auch wassergeführte Öfen für die Bereitung von Warmwasser oder weitere Räume. Richtig ist, dass bei der BAFA Öfen erst ab 8 kW gefördert werden. Bei der größe der Wohnung scheint es aber die richtige Größe zu sein. Hier ist es nicht verkehrt, eine Energieberater in einem vor Ort Gespräch zu kontaktieren, wird übrigens auch gefördert. Es sind auch viele gebrauchte Pelletöfen auf dem Markt. Diese sind auch recht preiswert. Dann bitte auf die Liste der geförderten Öfen schauen. Ist schließlich bares Geld.

mit heizenden Grüßen

lothar hunziger