alter Dielenboden - Lack oder Öl? - Zeitmangel




Hallo!
Wir haben uns eine kleine Eigentumswohnung gekauft, in der in allen Räumen (außer Küche, Bad) Dielenboden (ca. 1900) verlegt ist.
Er war vorher dick lackiert, nun haben wir ihn komplett abgeschliffen (bzw. sind noch dabei).
Nach vielem Stöbern, auch hier im Forum, ist mir klar, dass die Tendenz anschließend eindeutig zum Ölen geht. Aber wir haben zwischen dem Behandeln des Bodens und dem Einzug leider höchstens zwei Wochen, in denen eigentlich auch nocheinmal alle Wände gestrichen werden sollten. Daran ist auch nichts zu rütteln und ich möchte natürlich, dass der Boden am Tag des Einzuges schon wieder voll belastbar ist.
Bisher dachte ich, dass Lack nach zwei Tagen wieder gut begehbar ist, Öl hingegen mit den mehrmaligen Aufträgen mindestens zwei Wochen in Anspruch nimmt. Das scheint aber wohl doch nicht grundsätzlich so zu sein.
Vielleicht kann mir einfach jemand Tipps geben, bei welcher Behandlung wir den Boden am schnellsten wieder Belastungen aussetzen können und was auf die Dauer nicht viel Pfelgeaufwand bedarf bzw. robust ist (da sind wir einfach etwas Faul und ich möchte nicht ständig an meinen Boden denken müssen).
Herzlichen Dank und liebe Grüße!
Sandra



kann ich Empfehlen..



..Produkte von OSMO, benutze ich nur und bin sehr zufrieden damit (Innen u.Außenbereich). Sie kosten einen Euro mehr, aber dafür stimmt die Qualität. In Ihrem Fall würde ich meinerseits OSMO Hartwachsöl-Rapid empfehlen:
http://www.osmo.de/de/produkte/color/holz_im_innenbereich/hartwachsoel_rapid.php
MfG



Vielen Dank..



..schon mal für diesen Tipp!
Ich habe allerdings des Öfteren gelesen, dass Wachs/Öl-Produkte sich schneller ablaufen, also an den beanspruchteren Stellen deutlich erkennbar.
Wie ist da Ihre Erfahrung über längere Zeit?
LG!



Öl als non plus ultra ?



ich will hier nicht wieder einen Glaubenskrieg anfangen aber ich persönlich mag keine geölten Fussböden. Meine Erfahrungen mit Hartwachsöl sind im Prinzip gut. Die behandelten Fussböden (Kinderzimmer und Flur Dachgeschoss)lassen noch keine "Laufstrassen" erkennen, jedoch ein paar Kratzer, was ja nicht unüblich ist. Kratzer auf geölten Böden fallen meines erachtens jedoch mehr auf. Ehrlicherweise muss ich noch darauf hinweisen das der Grossteil der Familie "Strumpfsöck" läuft, wir keinen Hund haben, was na klar auch weniger "Spuren" hinterlässt.
Positiv wurde hier schon oft Junckers Rustiköl erwähnt, ich habe damit jedoch keine Erfarung.
MfG



Hartwachsöl..



ist dann also etwas robuster? Oder wo liegen die eindeutigen Unterschiede zwischen den beiden?
Obwohl ich gestehen muss..von dem Gedanken an lackieren bin ich noch nicht ganz weg. Als gänzlich Unerfahrene auf diesem Gebiet stelle ich mir das einfach viel unkomplizierter und auch unempfindlicher vor..
LG!



Heißöl von Natural.



Das ist für mich hier erste Wahl. Meiner Meinung nach gut zu verarbeiten, robust, Du kannst nach dem Thermopadauftrag relativ zeitnah wieder mit Socken drüber laufen, wieder voll belastbar nach ca. 2 Wochen, (daran konnten wir uns aber nicht ganz halten, war aber auch kein Problem), Einfach nachbehandelbar, Naturfarbenstandart...
Das zu lösende Problem ist nur die Beschaffung der Maschine, dafür musst Du etwas suchen, aber die gibts bei euch bestimmt irgendwo zu leihen.
Dann mal ein frohes Schaffen.

Grüße aus dem Bergischen

Stefan Bahr



Öl - Hartwachsöl - Lack und der Pflegeaufwand



Hallo Frau Traub,

warum haben Sie denn den alten, lackierten Boden abgeschliffen? - Bestimmt weil er nicht mehr gefallen hat. Vielleicht können Sie sich noch an ein paar Details erinnern.

Ich kenne im Moment Ihr Holz noch nicht - aber bestimmt war es so, dass einzelene Stellen abgelaufen waren und an manchen Stellen die Lackschicht durchbrochen war und an diesen Stellen es zu schwarzgrauen Verschmutzungen kam, die man nicht mehr reinigen konnte.

Lack
sieht im ersten Moment sehr gut aus. Sie sehen noch Holz jedoch erfahren Sie Kunststoff. Sie machen aus dem Naturprodukt Holz ein Verbundprodukt. Das läßt sich im ersten Moment eher bequem pflegen - langfristig mehren sich jedoch die Probleme. Eine punktuelle Sanierung ist nicht möglich. Die Oberfläche ist zu - d.h. das Holz kann keine Luftfeuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben.

Hartwachsöl
ist ein ein Öl mit schichtbildendem Wachs auf der Oberfläche. Im Grunde genommen die "bequeme" Art von Ölen und Wachsen, was man sonst in mehreren Arbeitsgängen leistet. Das Wachs ist ein weicher Schutzfilm in dem mit der Zeit sich Schmutz einarbeitet. Dann muss man entwachsen und Wachs wieder neu aufziehen. Das Wachs ermöglicht eine seidenglänzende Oberfläche - der Pflegeaufwand ist jedoch hoch.

Öl
sättigt die Holzfaser und bildet keine Schicht auf der Oberfläche. Der Boden wirkt eher stumpf - ohne Glanz. Parkettöl hat noch Naturharze die etwas die Poren schließen. Wenn man 24 Stunden nach dem eigentlichen Ölen noch einmal Öl dünn aufpoliert, dann kann man sogar einen geringen Glanz erreichen. Die Oberfläche läßt sich mit einem nachölenden Reiniger pflegen. Je nach Beanspruchung kann man flächig oder punktuell nachölen, bzw. sanieren.
Das Holz bleibt ein Naturprodukt mit allen Vorteilen für die Umwelt und dem Bewohner.

Naturöl und Naturharze benötigen ca. 14 Tage bis sie gänzlich durch Luftoxidation ausgehärtet sind. Eine vorsichtige Belastung ist bereits nach 24 Stunden möglich.

Wenn Sie sich für ein Öl entscheiden, dann lassen Sie sich bitte die Volldeklaration geben und prüfen Sie kritisch die Inhalte.

Natürlich völlig subjektiv bin ich der Meinung, dass ein Laie mit Öl eher klarkommt als mit Lack.

Herzliche Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



hallo auch ich empfehle osmo



den osmo hat den unschlagbaren vorteil, dass er jederzeit ohne anzuschleifen usw (klar sauber usw muss schon sein) auf die alte schicht aufgetragen werden kann.wenn man osmo auftrágt und das 4 mal hat man ca 5-6 jahre ruhe je nach beanspruchung.trockunubgsziet iun der regel bei ca 2o grad 12 std. viel spass



Vielen Dank



für die schnellen Rückmeldungen! Vorallem Frank für die kurze Auflistung der Unterschiede (das hat sehr geholfen!).

Ich versuche einmal, zwei Fotos des Bodens vorher und nach dem Abschleifen zu zeigen.
Wir haben die Wohnung vor kurzem gekauft und es wurde seit Ewigkeiten nichts mehr an dem Boden gemacht.

Grundsätzlich vom Bauchgefühl her, möchten wir eigentlich schon lieber das Gefühl "von Holz unter den Füßen" als einer Lackschicht.
Aber auf der anderen Seite habe ich doch wirklich Angst, wenn zum Beispiel einmal etwas verschüttet wird (vielleicht sogar Rotwein o.ä.) und man es nicht sofort bemerkt. Oder wenn man Hausschuhe mit schwarzer Sohle hat, die dann ständig ein bisschen abfärben. o.ä.
Ich habe einfach nicht die Zeit und Geduld ständig irgendwo nachzuarbeiten.

Für uns als Laien ist es total schwer einzuschätzen, wie sich die Unterschiede in Pflege und Empfindlichkeit dann im täglichen Gebrauch tatsächlich bemerkbar machen. Jeder hat da ja auch ein anderes Empfinden..

Liebe Grüße aus München!
Sandra



Hier noch ein Foto nach dem Abschleifen





Weichholzboden und Lack ist nicht zu empfehlen



Hallo Sandra,

danke für die Fotos.

Ihr habt einen Nadelholzboden (vermutlich Fichte) der trotz seines Alters recht weich ist. Wenn Ihr nun Lack aufbringt wird dieser bei spitzer Punktbelastung aufbrechen und an diesen Stellen von Schmutz unterwandert werden.

Auch wenn mein Rat von einer sehr subjektiven "Ölseite" her kommt: Für mich wäre nur Ölen die richtige Lösung.

Mit welchem Korn habt Ihr denn geschliffen?

Grüße

Frank



Na, das ist mal eine definitive Aussage..



Wir tasten uns langsam vorwärts :-)

D.h. ich habe jetzt die Wahl zwischen Hartwachsöl, Heißöl, nur Öl oder Öl und danach noch Wachs?

Dass sich bei Hartwachsöl bzw. Öl mit Wachs Schmutz in der Schutzschicht absetzt, leuchtet mir ein. Aber habe ich diesen Effekt nicht auch wenn ich nur Öl verwende? Nur halt dann nicht sozusagen auf dem Holz sondern direkt im Holz?

Und was wäre der Vorteil von Heißöl gegenüber normalem?

Geschliffen haben wir zuerst mit einer großen, schweren Maschine, dann mit der Flex und dann mit zwei kleineren Handgeräten. Der letzte Schliff war mit einem 60er Schleifpapier.

Liebe Grüße!



Schleifaufbau und Ölen



Hallo Sandra - hier mal die wichtigsten Punkte:

1. guter Schleifaufbau
also keine zu hohen Sprünge in der Körnung und am Ende wenigstens ein 180er Schliff. In Deinem Fall: Einscheibenpoliermaschine ausleihen und mit 60er / 80er / 120er Schleifgitter die Oberfläche noch verfeinern. Das 120er Schleifgitter entspricht einer 180er Körnung Schleifpapier.

2. Holz mit Öl sättigen
mehrfach in ca. 30-Mituten Abständen so lange Öl aufgeben, bis das Holz kein Öl mehr in sich aufnimmt und es glänzend auf der Oberfläche bleibt.

3. Überstand abnehmen
30 Minuten nach dem letzten Auftrag alles - wirklich alles - was da auf der Oberfläche glänzt mit gut saugenden Lappen abwischen - so, wie wenn man den Boden abtrocknen wollte.

4. Lappen im Freien ausgebreitet trocknen lassen - Gefahr der Selbstentzündung

5. Nach 24 Stunden kann man noch einmal Öl dünn aufpolieren

6. Nach 24 Stunden ist der Boden bedingt belastbar - ohne Schuhwerk oder nur mit Abdeckung nutzen und dann diese Abdeckung wieder abnehmen damit das Öl weiter durch Luftoxidation trocknen kann.

7. Nach 14 Tagen ist das Öl gänzlich ausgetrocknet und man kann auch nebelfeucht wischen und normal belasten.

Wenn du so die Fasern mit Öl gesättigt hast, dann hat auch der Rotwein keine Chance. Es sei denn Du läßt die Lache über Stunden stehen. Wenn Dir der Boden zu stumpf wirkt, dann kannst Du immer noch mal Wachs aufbringen. Ich würde aber bei der rein geölten Oberfläche bleiben und diese immer wieder mal mit Öl nachbehandeln.

Grüße auf Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Frank, der Retter in der Not..



Das klingt doch sehr gut und auch gar nicht so kompliziert, wie ich mir das vorgestellt hatte.

Aber ein paar Fragen bleiben doch noch :-)

Mit wievielen Aufträgen muss man denn ca. rechnen, bis das Holz gesättigt sein wird?
Und müßte ich dann erstmal einen Raum komplett fertig machen bevor ich mich dem nächsten widmen kann? Oder kann man den 30 Minuten eingezogenen Boden vorsichtig betreten (um ins Schlafzimmer zu gelangen müßte ich durchs Wohnzimmer und dafür durch den Flur) um den nächsten Auftrag vorzunehmen?

Du hattest ja bereits erwähnt, dass unser Boden relativ weich sein wird. Diesen Eindruck hatte ich bis jetzt auch.
Wenn ich jetzt nur öle, gibt es ja nichts, was den Boden vor Stößen o.ä. schützen könnte.
Wie empfindlich muss ich mir denn das ganze dann vorstellen? Ich denke da z.B. an mich wenn ich fröhlich mit dem Staubsauger durch die Wohnung flitze oder meinem Mann ständig beim nach Hause kommen der Schlüssel herunter fällt.
(mir ist klar, dass man auf einem Holzboden immer "Gebrausspuren" sehen wird und das mag ich ja auch aber nur, dass ich mal eine ungefähre Vorstellung habe)

Und noch etwas anderes:
Das Holz ist ja sehr hell. Sicher wird es, auch durch das Öl, noch nachdunkeln.
Aber bestünde die Möglichkeit, es grundsätzlich vorab noch etwas dunkler zu machen?

So viele Fragen.. entschuldige, dass ich immer noch keine Ruhe gebe und vielen Dank für Deine Geduld! Aber wie Du siehst habe ich wirklich überhaupt keine Ahnung..

Liebe Grüße aus München!
Sandra



Ein paar Antworten zu den paar Fragen...



Mit wievielen Aufträgen muss man denn ca. rechnen, bis das Holz gesättigt sein wird?
--> Bei der Fichte schätze ich maximal mit drei Aufträgen.

Und müßte ich dann erstmal einen Raum komplett fertig machen bevor ich mich dem nächsten widmen kann?
--> Ich würde da bei einem Raum bleiben, sonst verzettelt man sich zuviel. Am besten dann im Schlafzimmer anfangen.

Wenn ich jetzt nur öle, gibt es ja nichts, was den Boden vor Stößen o.ä. schützen könnte. Wie empfindlich muss ich mir denn das ganze dann vorstellen?
--> Ein ganz klein wenig wird die Oberfläche durch das ausgehärtete Harz widerstandsfähiger als im Rohzustand. Sonst bekommt der Boden das Leben der Bewohner ab ;-)


Aber bestünde die Möglichkeit, es grundsätzlich vorab noch etwas dunkler zu machen?
--> die gibt es - aber ich würde es nicht tun. Einmal feuert das Öl an und dann wird das frisch geschliffene Holz mit der Zeit eh dunkler. Alles was da künstlich nachhilft macht Probleme.

Ich nehme gerade erst richtig wahr, dass Du aus München grüßt - über Dein Mail habe ich da noch eine Besichtigungsmöglichkeit.

Grüße

Frank



Ich hab's geahnt..



..dieses Thema wird immer wieder gerne kontrovers diskutiert, aber das macht ja auch nichts. Schön das die Geschmäcker verschieden sind. Ich hab hier noch einen interessanten Link über Holzfussböden (Ölen oder Lackieren) Eine Videoanleitung bzgl. Dielenbodenbearbeitung ist dort auch, viel Spaß.
http://www.doit-tv.de/renovieren_waende_und_boeden/holzfussboden/oelen_und_lackieren.html
Mfg



Hallo Sandra,



Erfahrungen beim Heißöl:
Schleifen mit der Thermopad mit 120 Gitter als Abschlußschliff.
Öl dünn mit Spachtel oder Rolle auftragen, dann mit Thermopad "Heizung" einmassieren.
Nach einer Stunde nochmal. Dann eventuell nochmal.
Normalerweise ist der Boden dann so trocken, dass Du mit Socken drüber kannst. Besser aber über Nacht stehen lassen.
Wichtig ist, dass kein Öl, auch keine Spritzer zurückbleiben.
Heißölen hat den Vorteil, dass das Öl tiefer eindringen kann.



Der Link



war sehr informativ. Vielen Dank!

Dort wird ein Naturharz-Ölsiegel erwähnt. Könnte dazu jemand noch etwas näheres sagen?

Das Heißöl fand ich sehr interessant. Aber ich glaube, in der Kürze der Zeit ist es mir doch zu umständlich mit der besonderen Maschine usw.

Lieber Herr Hagge (oder auch andere Erfahrene :-), gerade weil ich merke, dass das Thema diskutiert wird, wollte ich eben Erfahrungsberichte einholen.
Was ist denn für Sie der Vorteil von Hartwachsöl gegenüber nur Öl außer der etwas anderen Optik? Gerade im Hinblick auf Pflege und tägliche Beanspruchung, meine ich.

Wie der Boden dann später gepflegt werden muß - im Vergleich Hartwachsöl & Öl - habe ich auch noch nicht so richtig rausfinden können..

Liebe Grüße!



Naturharz-Ölsiegel und Bodenpflege



hallo Sandra,

Ein Naturharz-Ölsiegel ist vergleichbar mit dem Finish-Öl von Natural. Es ist ein dickflüssigeres, gut aushärtendes Naturöl mit viel Naturharzen und dient als Oberflächenfinish. Der Boden muss vorher mit einem normalen Parkettöl eingelassen sein. Dies gibt einen zusätzlichen Oberflächenschutz - darf aber nicht zu dick aufgetragen werden.

Für die laufende Pflege gibt es spezielle Reiniger mit sehr wenig Seifenanteil und viel nachpflegenden Ölen. Bei uns ist das der Spezialreiniger. Er wird ins Wischwasser gegeben und es wird nebelfeucht damit gereinigt.

Grüße auf Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Das heißt..



..ich würde das Öl, wie Du bereits erklärt hast, mehrmals auftragen, nachwischen und nach 24h Polieren und dann das Naturharz-Ölsiegel auftragen?
Würde ich dann wirklich einen Unterschied merken oder ist das nur gering? Und inwiefern unterscheidet es sich von einem Wachs-Finish?

Ich habe in meiner aktuellen (Miet-)Wohnung einen Parkett, den ich, muss ich zugeben, fast gar nicht wische.
Leuchtet mir aber ein, dass mir meine Dielen sicher dankbar sein werden, wenn Pflege im Wasser enthalten ist und ich das immer wieder mal mache. Aber wie oft sollte das Minimum sein? Einmal in der Woche, im Monat..?

Und sollte ich mich darauf einstellen, jedes halbe Jahr (oder so) den kompletten Raum wieder neu zu ölen?
Oder ist das dann einfach Geschmackssache, wenn einem die Gebrauchsspuren überhand nehmen und man dann nochmal einen leichten Anschliff macht?

Die Fragen gehen mir noch nicht aus ;-)
Liebe Grüße!
Sandra



Lack...


Lack auf Fichte, 5 Jahre danach

...sieht nach ein paar Jahren so aus:



oder auch...



...so:

Sie Schleifen dann wieder. Auch bei Naturharzlacken.

Hartwachsöle trocknen schlechter und sind mehr schichtbildend, Wachse binden Schmutz (Laufspuren), härtende Öle nicht.

Harzreichere Öle sollten maximal für das Finish verwendet werden.

Eine Heißölmaschine sollte sich ja wohl in München auftreiben lassen? Googeln Sie nach der "Columbus Thermopad E430"

Grüße

Thomas



Das ist ja schon bald ein chat :-)



Spaß beiseite,der Vorteil von Lack oder Hartwachsöl liegt für mich(uns)in seiner Pflegeleichtigkeit. Ich Renoviere momentan mein Dachgeschoss und verarbeite gerade ein paar Gipskartonplatten welche natürlich gespachtelt werden müssen. Dem Boden tut es absolut nicht weh wenn da mal ein "Löffel"Gips auf denselbigen klatscht oder die Kinder ihren aufgeweichten Tuschkasten runterfallen lassen etc..Der Boden kann nass gewischt werden, ist halt gegen solche Einflüsse widerstandsfähiger. Im Wohnzimmer habe ich Peach Pine mit L10 Aqua Clou Treppen und Parkettversiegelungslack gestrichen. Der ist 15 Jahre alt,wird ständig beansprucht und sieht nicht so aus als hätte er es nötig renoviert zu werden.Ich habe keine Lust mit Seifenflocken oder Spezialreinigern den Fussboden zu reinigen, geschweige denn alle Nase lang nachzuölen. Sicherlich hat Öl auch seine Reize (bessere Atmung,sieht wärmer aus) aber das muss jeder für sich selbst abwägen.Selbst wenn die Dielung in ein paar Jahren unansehnlich wirkt, kann ich Sie wieder Schleifen (lassen) und neu behandeln. Ein geölter Boden ist auch kein Garant dafür das er niemals geschliffen werden muss.Ich möchte es ganz einfach nur Pflegeleicht und mal unter uns Klosterschülern,wenn's nicht gefällt kann man nach dem nächsten schleifen ja immer noch Ölen oder wie auch immer.
Wie gesagt,jeder hat seine (auch zutreffenden) Argumente, eine andere Einstellung oder anderen Geschmack und das ist auch gut so.
Und, Öl trinke ich lieber, nämlich in Dänemark (grins)
Liebe Grüße

..Ich kann nicht behaupten das dass von mir verwendete Osmo Hartwachsöl schlecht getrocknet ist, geschweige denn Schmutz bindet (heißt ja auch Hart-und nicht Weichwachs).



Bitte kein Lack ...



Hallo, Sandra ...
also, der Frank Lipfert/Natural Farben Shop, der spricht mir
echt aus dem Herzen, und das ist mir schon öfter aufgefallen,
hier im Forum ... so wie es aussieht, haben wir die gleiche
"Holzschutz-Denke". Lackschichten - und bei Fußböden schon mal sowieso - sind immer Stilbruch am Holz.
Nimm Dir "Seins" und "Meins" zu Herzen.

LG Christine



Niemals...



...gibt es nicht am Bau. Ob man aber einen geölten Boden zu Lebzeiten wieder Schleifen muß, hat man halt selbst in der Hand (Ausnahme: Größere Hunde, Krokodile.... Aber die ruinieren Lack noch schneller). Die Pflege ist nicht komplizierter als beim Parkett, man kippt nur etwas anderes in das Wischwasser und vermeidet Microfasertücher.

Auffrischen der geölten Fläche mit Refresher oder Nachölen ist in Größenordnungen unaufwendiger als Schleifen (kein Dreck, die geliebte Schrankwand kann stehen bleiben...)

Wer also am Anfang minderfleißig ist (und am besten gar nicht Pflegen will), hat hinterher viel Arbeit.

Hartwachsöl: Es gab auch hier im Forum einige Probleme mit dem OSMO-Produkt. Und eine natürliche Farbe ist es überhaupt nicht, da haben fast nur die Raffinerien daran verdient.

Grüße


Thomas



... wenn Du wirklich ein Finish willst...



dann brauchst Du nach dem Ölen nicht mehr Öl aufpolieren. Sondern nach den 24 Stunden wird dann das Finish-Öl dünn augezogen.

Der Pflegeaufwand richtet sich nach dem wie intensiv die Räume genutzt werden. Im Schlafzimmer wirst Du kaum so oft wischen wie im Eingangsflur.

Hier in unseren Büros - Belastung mit Straßenschuhen, Zugang zur Lagerhalle (Teerdecke) reinigen wir 1 x die Woche nebelfeucht und 2 x im Jahr mit Intensivreiniger und Nachölen. Zuhause habe ich nach ca. 8 Jahren das erste mal nachgeölt - das war sicherlich ein wenig spät ;-)

Es macht auch einiges aus, ob der Boden mit Straßenschuhen belastet wird oder nicht.

@J.hagge
so wie Du schreibst, scheint Dir der rationelle Nutzen sehr wichtig zu sein. Dadurch entscheidest Du Dich für Mittel, die sich bereits sehr weit von einer natürlichen Oberfläche entfernt haben. Wachs aus der Petrochemie, Kunstharze, Butylglykol, N-Methyl-2-pyrrolidon, Ammoniaklösung, etc.

Mein Ansatz ist mehr, dass wir mit natürlichen Mitteln einen optimalen Gebrauchsschutz für das Holz erzielen.

Grüße

Frank



Also vom Lack



hat uns Frank schon erfolgreich abgebracht :-)
Auf den kam ich eigentlich nur, weil ich dachte, die Zeit zum Ölen reiche nicht mehr aus und es gäbe einen immensen Unterschied im Pfelgeaufwand.
Wenn ich schon einen Holzboden habe, möchte ich den ungern "zukleistern".

Mir ging es jetzt eben noch um die Entscheidung Öl oder Hartwachsöl.
Da tendierte ich erst auf Grund des Pfelgeaufwandes zu Hartwachsöl.
Aber ob ich jetzt nass wische oder nebelfeucht und noch einen Zusatz ins Wasser gebe, ist nun eigentlich doch nicht so gravierend. Und einmal im Jahr nachölen würde sogar ich schaffen :-)
Bei der Empfindlichkeit scheint der Unterschied zwischen Hartwachsöl und Öl nicht sooo groß zu sein, hatte ich zumindest den Eindruck?

"... wenn Du wirklich ein Finish willst..." Das klingt so, als würdest Du mir nicht unbedingt dazu raten :-)
Hat das Finish denn irgendwelche Vor- bzw. Nachteile?

Und noch grundsätzlich zum Öl: Woran merke ich denn, was ein gutes Produkt ist? Auf was sollte ich achten?

Liebe Grüße!
Sandra



Ich sagte ja bereits...



jeder wie er will und möchte Herr Böhme.Man kann vielleicht auch mal akzeptieren das jemand mit einem Produkt zufrieden ist und dieses (anscheinend im Gegensatz zu Ihnen) auch noch selber ausprobiert hat.Und wenn Sie ein Öl kaufen werden sicherlich auch andere daran verdienen.Ich wage auch zu behaupten das die meisten Öle auch nicht "naturrein" sind.Aber Sie dürfen sich gerne bei mir persönlich (von unserem,wie sie sagen ungepflegten Dielenboden)überzeugen.
Ich habe nicht behauptet das ich gegen das Ölen bin !



@Sandra



Die Pflege von Ölwachsböden und Ölböden sollte gleich sein. Der Zusatz von einen die Oberfläche nährenden Spezialreiniger somit auch.

Wachsfrei und harzarm geölte Böden sind robuster als Ölwachs-Flächen, weil das wachsfreie Öl besser und tiefer eindringt. Außerdem schmutzen Sie garantiert nicht an, weil sie keine Schicht bilden können. Nachölen? Mein eher schlampig gepflegtes und stark belastetes Küchenparkett zeigt nach 2 Jahren konsequenten Ignorierens noch keine Schäden in der Fläche. Frühestens nächstes Jahr also, oder übernächstes?

Welches Produkt? Von mir hören Sie als erstes Natural, damit arbeite ich seit Jahren nahezu ausschließlich und vertreibe es auch. Weitere gute Naturfarbenhersteller sind im Fußbodenbereich insbesondere Naturhaus und Livos. Kreidezeit hat noch (etwas althergebracht) Terpentin mit an bord, bei Auro hatte ich schon Trocknungsverzögerungen.

@ J.Hagge

Ich finde es wunderbar, daß Sie glücklich sind. Deshalb muß ich Ihren Standpunkt ja nicht teilen. Ich habe verschiedene Ölwachse und Wachsöle ausprobiert und war nicht zufrieden. Das Produkt von OSMO werde ich nicht ausprobieren, weil es ein synthetisches Produkt mit alibihaften Spuren natürlicher Substanzen ist: 7% Höchst Wax C, weniger als 1% Bienenwachs, und weniger als 0,1% Carnaubawachs. Die Verdünnungsmittel kommen vermutlich alle aus der Raffinerie. Sowas zahle ich (notgedrungen) nur an der Tanke, im Wohnraum hat das nichts zu suchen.

Die Öle der oben aufgeführten Hersteller sind naturrein, mit 2 Ausnahmen: Trockenstoffe im o,2- o,4% - Bereich auf Calcium und - Zirkoniumbasis sind für Fußbodenöle unerlässlich, wenn es halbwegs schnell gehen soll. Puristen nehmen reine Standöle.
Manche kalt zu verarbeitende Öle ersetzen teilweise Orangenschalenöl durch Isoparaffine als Verdünnung. Ich vermeide diese Produkte.

Grüße

Thomas



Hi.



"Vielleicht kann mir einfach jemand Tipps geben, bei welcher Behandlung wir den Boden am schnellsten wieder Belastungen aussetzen können und was auf die Dauer nicht viel Pfelgeaufwand bedarf bzw. robust ist (da sind wir einfach etwas Faul und ich möchte nicht ständig an meinen Boden denken müssen)."

Sowohl Öl- als auch Lackoberflächen sollten in den ersten Wochen geschont werden. Leider wirst Du bei allen Flächen und gerade auch bei geölten Flächen nicht ohne Pflegeaufwand und je nach Beanspruchung auch nicht ohne einer Nachbehandlung auskommen. Generell finde ich auch geölte Flächen angenehmer und natürlicher. Aber entscheident ist nicht meine Meinung, sondern die spätere Nutzung und auch die Einstellung des Nutzers zu diesen Produkten. Es gibt heute sehr gute Produkte im Öl- und im Lackbereich für Holzböden.

Schade hier, dass immer nur "(s)ein Produkt" das Wahre sein soll...


Ohne Produktwerbung,
Peter



@ Peter



"Leider wirst Du bei allen Flächen und gerade auch bei geölten Flächen nicht ohne Pflegeaufwand und je nach Beanspruchung auch nicht ohne einer Nachbehandlung auskommen."

Und genau das ist der größte Vorteil der geölten Fläche - da heißt es Nachbehandlung, also Nachölen nach 3 oder 5 Jahren. Beim "Lack" wäre die "Nachbehandlung" das Schleifen und Neulackieren. Der größere Aufwand liegt eindeutig beim Lack (auch wenn's vielleicht erst nach 10 Jahren dran ist). Warum rate ich also, trotzdem ich ja beim Schleifen und Lackieren in Größenordnungen mehr verdiene, wie ein Endlosband immer wieder zum Öl? Weil ich fest davon überzeugt bin, daß ein guter Ölauftrag in allen Situationen im privaten Wohnbereich die bessere und preiswertere Lösung ist, und weil ich es mir leisten will, statt der (für mich)profitabelsten die beste Lösung zu empfehlen.

"Schade hier, dass immer nur "(s)ein Produkt" das Wahre sein soll..."

Schade hier, daß Du nicht alles lesen willst. Ich habe da 3 Naturfarbenhersteller uneingeschränkt empfohlen (habe mir gar noch verkniffen, daß mir das gängige Bodenöl von Livos zu viel Harzanteile hat).

Deren Produkte und auch die der 2 anderen Hersteller habe ich angewendet und bin überwiegend bei Natural gelandet, weil mich Qualität und Preis überzeugt haben, ferner das Heißverfahren von Natural eine Alleinstellung in vielen Punkten hat. Warum sollte ich darüber nicht schreiben?

Ohne konkrete Produkte und somit auch ein gutes Stück inhaltsloser mag anderswo gefordert sein. Hier ist das ausdrücklich nicht so und dieses Forum funktioniert anders. Der Fragesteller hätte gerne eine Handlungsempfehlung oder Entscheidungshilfen. Mit einem Standard"rat" wie: "Wenden Sie sich an einen örtlichen Parkettleger" (oft gelesen) oder "Nehmen Sie einen guten Lack" ist nur warme Luft entstanden, nix weiter.

Grüße

Thomas



Hi Thomas,



ich dachte auch "hier" sollte man in erster Linie die Frage beantworten... -darauf bezog sich meine Antwort!

Schönes Restwochenende gewünscht,
Peter



Schönen Wochenanfang allerseits.



@ Peter

Da waren halt mehrere Fragen, zum Beispiel nach einem empfehlenswerten Öl.

@ Sandra

In Sachen frühzeitiger Belastbarkeit habe ich beste Erfahrungen mit Heißöl gemacht, die mit Abstrichen auch auf kalt eingepaddete Pure-Solid-Öle übertragbar sind.

Das extremste Szenario war folgendes: Unter Zeitdruck wurde von mir eine Eichendielung an 2 Tagen dreifach heiss geölt, gegen 22 Uhr an einem Sonnabend letztmalig. Da beim richtigen Ölen Überstände vollständig entfernt werden und somit nur das Öl IM Holz stehen bleibt, konnte ich nach 45 Minuten im Laufbereich eine Rohfilzpappe auslegen, auf die ich schön rot geschrieben hatte "Bitte nicht entfernen".

Der Einbauort war aber das Treppenpodest vor der Katholischen Kapelle im Schloß Pillnitz. Pünktlich um 9 am Sonntag hat denn der Pfarrer Ordnung gemacht, und den grauen Kram entfernt. Trotzdem die Fläche somit ca. 12h nach dem Ölen reichlich betreten wurde, gab es keine Schäden.

Das sehr stark frequentierte Podest wird von mir ca. alle 2 Jahre mit einem Refresher nachgeölt. Die Besucher und Mitarbeiter von Kapelle und Schloßdirektion kommen aus dem Park und bringen von der geschlämmten Lehm/Sand-Decke reichlich Steinchen mit. Ein Lack wäre dort schon lange gestorben. Soviel zur Haltbarkeit des ganzen.

Zu Euerem Zeitplan: Der ist ohne Probleme einzuhalten. Bewährt hat sich, Spachtelarbeiten, ggf. Tapezieren und den ersten Anstrich vor dem Ölen zu bringen. Fläche dazu vollflächig abdecken und Wassereintrag vermeiden. Danach erfolgt ein Reinigungsschliff mit 120er Gitter (und mit der selben Maschine, die Ihr auch zum Ölen braucht). Danach bringt Ihr dem kompletten Ölauftrag in mehreren Gängen. Bei einer alten Nadelholzdielung sollten es wenigstens drei sein. Wenn's schnell gehen soll, hat sich als letzter (sehr dünner) Auftrag auch ein Finish-Öl bewährt, ist aber nicht zwingend erforderlich. Jetzt lasst die Fläche ca. 3 Tage aushärten und deckt zum 2. Anstrich der Wände sauber ab. Folien sollten nur kurz auf der Fläche liegen, das Öl härtet noch weiter aus.

Danach könnt Ihr vorsichtig einräumen. Rohfilzpappe auf den Laufwegen ist sinnvoll.

Zu beachten sind also weniger als beim Lack mechanische Belastungen. Sehr wichtig ist aber die Vermeidung von Wasser, Reinigungsmitteln etc. in den ersten 14 Tagen nach dem Ölen.

Auch danach sollte nur mit einem Pflegereiniger für Ölböden gewischt werden, bei Natural heißt das "Spezialreiniger". Konventionelle und auch basische Reiniger sowie Microfasertücher sollten nicht verwendet werden.

Grüße

Thomas





Hallo, Sandra ...
nach Deinen Fragen bezüglich des Holzbodens ist ja hier ein echter "Empfehlungskrieg" ausgebrochen. Über allem, was Du
dann auch immer anwenden wirst, steht die nachhaltige Pflege.
Die müßte bei geölten Böden (was ich nach wie vor und erfahrungsgemäß für die beste Konservierung halte)folgender-
maße aussehen. Hin und wieder mal ein Schuß Leinölseife ins
Wischwasser,nebelfeucht über den Boden gehn, sodass immer mal wieder leichte Ölsubstanzen - ohne dass es fettet - ans Holz abgegeben wird.
Es ist halt wie mit allem Anderen, wenn man aufgrund von Bequemlichkeit was verschludern lässt, vergammelt es irgendwann.
Ganz ehrlich ... mich würden die vielen Antworten hier total verrückt machen.
Du solltest auch ein wenig auf Dein eigenes Bauchgefühl hören und die für Dich plausibelste Variante herauspicken.

LG Christine



@ Christine Siebert



Ist diese Seife neutral oder gar stärker alkalisch?

Grüße

Thomas







Zur Info...



von J.Hagge
"06.10.08 - Mit der bitte um Löschung meines Profils in Fachwerk.de
Vielen Dank
MfG"