Zentralheizung statt Gasöfen

28.03.2005



Hallo, wir interessieren uns für den Erwerb eines Wohnhauses von 1920, welches als "einfaches" Denkmal gilt.

Das Haus wird noch mit Gasöfen beheizt, die 1. nicht mehr gut heizen und 2. nicht einmal in jedem Raum vorhanden sind (beispielsweise gar nicht in der Wohnküche).
Wir möchten gern in das Haus Zentralheizungen einbauen.

Gibt es irgendwelche Einschränkungen, die man beachten muß ?
Weiß jemand, mit welchen Kosten mindestens zu rechnen ist ?
Im Umkreis von ca. 500m gibt es vermutlich kein Haus, welches zentral beheizt wird, spielt dies bei den Kosten eine große Rolle ?

Danke im Voraus
Wiebke (völlig ahnungslos)



hallo wiebke,



da es mit gasöfen beheizt wird, ist also ein Gasanschluß da - für die preiswerteste möglichkeit (von den investitionskosten her) - gasbrennwerttherme mit konventionellen heizkörpern stehen die zeichen dann schon mal auf grün. in meinen unterlagen ist das ca. mit 10.000 euro kalkuliert - allerdings hängt das von sehr vielen faktoren ab: primärenergiebedarf, größe des hauses etc. pp., ob der anschluß erneuert werden muss - also wirklich nur ein ganz ganz grober richtwert. von da ab nach oben offen haben sie alle möglichkeiten - solare unterstützung, wärmepumpe... genauso wie in der ausformung: fbh, wandheizung.
oder sie weichen auf einen anderen enrgieträger aus: Pelletheizung oder holz.
nur das wird alles teurer, zumindest von der investitionssumme her; aber so ar ihre frage wohl auch zu verstehen?
die unterhaltskosten und die frage, ob man von einem fossilen enrgieträger wie gas abhängig sein möchte, stehen auf einem anderen blatt.
zu bedenken gebe ich auch, dass in einer hütte, die mit gasöfen beheizt wird, zu vermuten steht, dass auch noch nie etwas zur senkung des primärenergiebdarfs unternommen wurde: wärmedämmung, verglasungen der Fenster etc. pp. beziehen sie dies in ihre entscheidung ein, falls dem so ist. und das kostet bei weitem mehr als die neue heizung.





moin wiebke

zentralheizung einbauen geht fast überall

die frage ist nur welcher Brennstoff wird verwendet

ich bevorzuge regenerative brennstoffe aus verschiedenen gründen

1. brennstoffkosten
holz ca 2 cent/kwh
holzpellet ca 3,6 cent/kWh
heizöl ca 4,5 cent/kwh
erdgas ca 4,7 cent/kwh
flüssiggas ca 6 cent/kwh
2. versorgungssicherheit
holz bekommt man im nächsten wald
der rest ist abhängig von der laune der usa/russland und der multis
3. arbeitsplätze schaffen
regenerative energieträger führen zu regionaler wertschöpfung, regionale wertschöpfung führt zu arbeitsplätzen hier

und nicht zu vergessen der umweltschutz

kosten
rohrleitung und heizkörper ca 4.000
warmwasserleitungen ca 2.000
Ölheizung
kessel mit zubehör und öltank 8.000 euro
holzpellet
kessel mit zubehör und pelletlager 14.000 euro
holz-hackschnitzel
kessel mit zubehör und holzlager 14.000 euro

zur deiner letzten frage
sofern du auf einen erdgasanschluss bestehst und keine Leitung in unmittelbarer nähe liegt schon, ansonsten kein einfluss

gern helfe ich weiter

gruss aus dem münsterland





die frage, die ich mir allerdings immer stelle: wie ökologisch sinnvoll sind Holz und pellets, wenn sie JEDER hätte?
wo wäre genug holz dafür da? in den wäldern sibiriens? wie positiv wäre die bilanz dann noch? und was würde der spass dann kosten?
ich denke nicht, dass holz eine zukunft hat. wenn, wird es die brennstoffzelle sein.
by the way, der wald um meine ecke liefert gerade genug holz für ein paar kaminfeuerchen - der rest ist hochwertig und für die möbelproduktion oder bleibt wo er ist - im steten kreislauf von werden und vergehen - das nennt man naturnahe wälder. fichten-kz's gibt es bei uns nicht.



eingebaut vor ca2 jahren



Hallo,
vor ca. zwei J. habe ich mein zweifam.haus mit einer Wolf 24KW Brenwerttherme bestückt. Wohnfläche. ca. 170m² mit 12 Heizkörpern und ein 200 L Warmwasserspeicher.
Kostenpunkt: ca.10000 € nur Material.

Vieleicht erleichtert es Dir diese Info bei deiner Sache.





moin bettina

wie ökologisch sinnvoll es ist, wenn wir so weitermachen wie bisher solltest du dir auch mal überlegen

ich empfehle dir wärmstens die seiten von www.wald-zentrum.de
um mal sinnvolle argumente für die argumentation bei der diskussion um Nutzung von holz als energieträger zu finden

viel spass bei der lektüre

gruss aus dem münsterland



ich finde



es immer prima, wenn beiträge so genau gelesen werden.
holz kann und wird immer nur nischenlösung sein - wobei ich noch verstehen kann, wenn man sich einen Grundofen baut - weil es angenehm ist und schön. ich werde auch einen haben. allerdings nur als zusatzheizung, weil ich mehr als die hälfte meines lebens in ofenbeheizten wohnungen verbracht habe und auch die nachteile kenne. (auch wenn grundofen heute nicht mit Kachelofen damals vergleichbar ist)
eine praktikable lösung für alle ist das nicht.
und zum thema abhängigkeiten: in zukunft wird man abhängig sein von den ländern in äquatornähe - weil nur sie wirklich primärenergie im überfluss haben.



Große und kleine Nischen



Hallo miteinander,

wann hört eine Nische auf, eine Nische zu sein???
Operieren wir doch lieber mal mit Zahlen statt mit Meinungen:

"Danach lassen sich bis zu 10% des derzeitigen Primärenergiebedarfs (=> also nicht nur Heizen) in Deutschland aus Biomasse decken und die entsprechende Menge an Öl, Erdgas oder Kohle einsparen. Genutzt werden von dieser verfügbaren Menge aber bislang lediglich 0,8%. "

Wenn also 10 % eine Nische sind, dann ist auch Mercedes in Deutschland im Automobilbau ein Nischenhersteller.

Es leben die Nischen

Bernd





mittag bettina

ich habe den eindruck du weisst nicht genau wie ein holzpelletkessel oder eine hackschnitzelheizung funktionieren.
im komfort stehen die vollautomatisch beschickten anlagen einer erdgas oder heizölheizung in nichts nach.

und weil z.b. in nrw im augenblick pro jahr 2 mio festmeter holz mehr nachwachsen als genutzt wird und dieses holz dann ungenutzt und unter abgabe von co2 verrottet, sollten viel mehr leute auf holzheizungen umsteigen, schon der brennstoffkosten wegen.

2 mio festmeter reichen aus für mindestens 200.00 einfamilienhäuser in nrw

das nicht jedes Gebäude geeignet für Holzheizung ist weil eben ein entsprechend grosser lagerraum verfügbar sein muss versteht sich von selbst.

also nutzen was nutzbar ist und nicht jammern anfangen und den ökologischen sinn von holzheizung ins lächerliche ziehen durch absurde vergleiche

gruss aus dem münsterland



Verordnete Nicht-Eignung



Hallo,

hier wäre wohl noch anzufügen, daß einige Gemeinden in den Bebauungsplänen bereits eine bestimmte Energie-Versorgung vorschreiben, i.d.R. Gas oder Fernwärme - also Energiearten von Lieferanten, an denen die Kommune beteiligt ist.

Also: eine völlig legale Schaffung von Gebietsmonopolen.
Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Gruß

Bernd



wow!



200.000 einfamilienhäuser: macht guten willens gerechnet 1. million einwohner - von 16 millionen.
und dass das holz böse verrottet (ganz böse, aber für den kreislauf des lebens leider unabdingabr) liegt nicht etwa daran, dass es holz in polen billiger gibt? na wenigstens haben die dann kein verrottungsproblem. dafür schöne aufgeräumte forste, in denen man sich richtig wohlfühlt und die den borkenkäfer glücklich machen. wen schert's - ist doch bloß polen
noch eine kleine rechnung: deutschland, dass damals nicht so hieß, hatte vor 1000 jahren intakte urwälder fast über die gesamte fläche und 4 mill. einwohner. 400 jahre später war davon fast nix übrig, allerdings waren es dann auch knapp 12 mill. und fast alles für den heizbedarf - auch wenn man mitrechnen muss, dass der wirkungsgrad einer offenen feuerstelle sicher bescheiden war. demgegenüber steht aber auch der bescheidene wärmeanspruch früherer zeiten und ein bis ins 14. jh. hinein wärmeres Klima als heute. in logischer konsequenz ist man danach auf die fossilen energieträger ausgewichen.
die sind nun bald erschöpft, das wissen wir alle - mit letzlich rückwärtsgerichteten technologien wird man dem nicht beikommen können.
ein grundofen ist eine nette spilerei für den, ders gerne heimelig mag und sichs leisten kann - und als solches unbenommen, über pelletsheizungen spricht in 20 jahren kein mensch mehr, ganz sicher.





schönen guten abend liebe bettina

interessanter vortrag über unsere vorgeschichte

willst du da wieder hin?

kann sein das keiner mehr in 20 jahren über pelletheizungen spricht

kann auch nicht sein

eins aber ist sicher

mit pelletheizung werde ich in 20 jahren mehr geld in der tasche haben als meine unbelehrbaren freunde aus der fossilienecke

schönen abend aus dem münsterland





"Düsseldorf, 01.02.05

Staatssekretär Dr. Thomas Griese: Bundeswehr nimmt in der Sportschule Warendorf die erste Holzheizanlage in Betrieb

Die Sportschule Warendorf hat als erste Liegenschaft der Bundeswehr heute eine Holzheizanlage in Betrieb genommen. Mit einer Wärmeleistung von zwei Megawatt wird durch die Verbrennung so genannter Holzhackschnitzel nun das komplette Gelände der Sportschule inklusive Reit-, Sport- und Schwimmhalle beheizt.

Staatssekretär Dr. Thomas Griese: "Angesichts steigender Öl- und Gaspreise ist der Umstieg auf den umweltschonenden Energieträger Holz mit deutlichen und vor allem langfristigen Kosteneinsparungen verbunden. Wie günstig eine Holzheizung ist, zeigt sich immer dann, wenn wie in diesem Fall Aufträge öffentlich ausgeschrieben werden. Das von der Energieagentur Lippe eingereichte Angebot über die heute eingeweihte Holzhackschnitzelanlage hat die Anbieter von Öl- und Gasheizungen schlicht auf die hinteren Ränge verwiesen. Doch nicht nur der Etat der Bundeswehr wird so entlastet. Da Holz klimaneutral verbrennt, entlasten die nun eingesparten rund 850.000 Liter Heizöl pro Jahr die Umwelt um 3.300 Tonnen schädlicher Klimagase."

Das Heizen mit Holz wird vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert, inzwischen gingen über 2.600 Anlagen mit dem umweltfreundlichen Energielieferanten Holz in Betrieb, davon 500 Hackschnitzelanlagen Für den Einbau der Anlage in der Sportschule Warendorf wurden der Energieagentur Lippe, die eine Tochtergesellschaft der Stadtwerke Aachen ist, 189.000 Euro bewilligt. Bei dem verfeuerten Holz handelt es sich um Holz, das aus Sägewerken und der Wald- und Landschaftspflege stammt. "

originaltext siehe link:
http://www.munlv.nrw.de/sites/presse/pressemitteilungen/ue050201.htm

Gruss aus dem Münsterland





"Der neue Marktführer für Holzpellets gibt umfassende Entscheidungshilfen für Holzheizungen – 1.700 Holzpelletheizungen laufen mittlerweile in NRW"

link:

http://www.munlv.nrw.de/sites/presse/pressemitteilungen/ue041112.htm



Heizen mit Holz



Moin,moin,
interessante Standpunkte die hier vertreten werden. Ich finde es schon erstaunlich, die ökologische Sinnhaftigkeit einer Holzheizung in Frage zu stellen.

unter
www.fnr-server.de/pdf/literatur/ pdf_117scheitholz_2004.pdf

kann man (und frau) ein paar Infos über Stückholzheizungen einholen. Vieleicht hilft das ja bei der Meinungsbildung. Besonders in der Einleitung wird auf die Vor- und Nachteile eingegangen.

Grüße
Martin Wittwar

PS: für die sinnvolle Brennholznutzung sind übrigens keine "Fichten-KZ´s" notwendig.



Danke



Danke für die Antworten auf meine Fragen, ich werde natürlich versuchen, im Falle des Erwerbs unserer "Hütte" so ökölogisch wie nötig zu heizen, wobei ich vermute, dass es in knapp 80qm wenig Möglichkeiten gibt, Holz zu lagern.
Gruss
Wiebke