Holzkunde - Kiefernharz, flüchtige Anteile?

29.04.2008 FH



Auch wenn es nicht ganz hierher gehört, aber wenn nicht hier, wo dann...?

Habe im Backofen bei etwa 100°C eine Darrprobe von sehr harzhaltigem Kiefernholz gemacht, da ich mehrere Brettertüren nach altem Vorbild herstellen möchte und sicher gehen will, das sie sich nicht allzusehr verziehen...

Dem Geruch im gesamten Hause nach zu urteilen ist jedoch nicht nur Wasser verdunstet. Jetzt stellt sich die Frage: Wie hoch sind die Gewichtsanteile der flüchtigen Bestandteile des Harzes bei Kiefer... Habe noch nichts dazu finden können, wäre für Hinweise dankbar.

Gruß Frank



Holz-Extraktstoffe



Hallo Frank,
ich habe da auf die Schnelle auch nur eine Zahl gefunden, die zudem alle Extraktstoffe zusammenfasst. Hierzu gehören Fette, Fettsäuren, Stärken, Terpene, Harzsäuren, Phenole und Pflanzenhormone. Für die Holzart Kiefer, also Pinus silvestris wird ein Extraktgehalt von 2,5-4,8% angegeben.
Nun gilt es also auch noch die starken Schwankungen zu berücksichtigen die innerhalb der gleichen Holzart auftreten und selbst innerhalb desselben Baumes durch Bodenbeschaffenheit, Jahreszeit und Erbanlagen des Baumes auftreten können.
Aber grenzen wir doch mal aus:
Wir haben 2,4-4,8% Holzextraktstoffe, davon x% Schutzmittel, davon x% Harze, davon x% flüchtige Bestandteile des Harzes.
Meine Vermutung ist ja, dass Du das gewichtsmäßig vernachlässigen kannst, sich aber das Harz in seiner flüchtigen Form olfaktorisch ganz schön wichtig gemacht hat. ;-)
Grüße
Martin Malangeri



Die Darrprobe...



...bringt bei Kiefer oft keine wirklich brauchbaren Resultate. Da wäre denn doch ein übliches HF-Messgerät, selbst in billigerer Ausführung genauer. Da das Material sehr heterogen sein kann, aus wenigstens 10 Messungen von verschiedenen Stellen einen Mittelwert bilden.

So das Ganze außen verbaut werden soll, sollte gut lufttrockenes Holz den Anforderungen genügen. Bläueschutz nicht vergessen - Kiefernsplint stirbt schnell.

Und innen? Am besten die Holzfeuchte schon vorhandener Bauteile messen, das wäre denn auch für die neuen Türen ideal. Untertrocknetes Holz bringt ähnliche Probleme wie zu nasses.

Gutes Gelingen wünscht

Thomas



Gemessen...



... habe ich natürlich, unzählige Male mit Einschlagelektrode (Gann), Anzahl der Messungen gewichtet nach Splint- und Kernanteil, jeweils an Oberfläche und Kern, ergab gemittelt so etwa 16,0%. Errechnet nach Darrprobe vom selben Stück ergab 14,4%...

Kleine Rechnung: sagen wir 4% Holzinhaltsstoffe, davon 2/3 Harz, davon 1/5 flüchtig, macht 0,5%... da wird der Meßfehler wohl wirklich größer sein, zumal sicher nicht alle flüchtigen auch wirklich den Weg in die Wohnung gefunden haben dürften.

Danke für eure Mühe, Gruß Frank

p.s.: Würd ja gerne überall messen, darf aber nicht... meine Frau!





Kaufe die Bretter jetzt, schneide sie grob zu, bringe sie in den Raum wo die Tür hin soll und baue die Türen ein Jahr später. Hat auch den Vorteil, dass man buchsige und drehwüchsige Ware erkennen und ausscheiden kann.