Holzfäulnis und Methangewinnung

15.12.2003



hallo,
ich hätte eine frage zum verfaulungsprozess bei holz: wenn Holz lange zeit wasser ausgesetzt ist beginnt es ja zu faulen und methan entsteht - unter anderem - oder?ein verfaulungsprozess entsteht jedoch nur unter anaeroben bedingungen - heißt das, dass aufgrund der dichte an holz an der wasseroberfläche Licht nicht mehr an den gewässergrund kommt, somit die pflanzen absterben, wobei dieser zersetzungsprozess der pflanzen mehr sauersoff benötigt als vorhanden und daher ein anaerobes milieu geschaffen wird und holz verfaulen lässt;kann man sich einen verfaulungsprozess von holz bei Lagerung in wasser so vorstellen, oder liege ich hier ganz falsch in der annahme?

vielleicht kann mir ja zu diesem thema wer auskünfte geben,
liebe grüße,
tabea





Fäulnis ist ein koplexer Prozess, bei dem neben Feuchtigkeit und Luftabschluss (anaerobe Bedingungen) auch zahlreiche Mikroorganismen eine Rolle spielen (nicht aber das Tageslicht). Es gibt auch Beispiele von Lagerung im feuchten und sauerstoffarmen Milieu, die konservierend wirken - denken Sie mal an Moorleichen oder Mooreichen. Wer es gneau wissen will, muss sich aber schon sehr tief in die Biologie oder Biochemie vertiefen.
Gruß gf



Sie liegen falsch



Guten Tag,
Holzfäulnis bedeutet immer einen Pilzbefall. Pilze sind Lebewesen, die Substrat (Holz) durch enzymatische Vorgänge abbauen. Ihr Stoffwechsel funktioniert auf basis von Sauerstoff-Atmung OHNE Photosynthese. Deshalb ist es Pilzen egal ob Licht da ist oder nicht. (Einzelne Pilze brauchen zum Optimalwachstum zB. Dämmerlicht, das hat aber hauptsächlich mit der Chanche auf Sporenverbreitung zu tun.) Die anaeroben Bedingungen unter Wasser, die Sie ansprechen sind für einige Bakterien Voraussetzung zur Aktivität. Lange in Wasser gelagertes Holz kann auch von Bakterien geschädigt werden. Die Fachleute benutzen hier aber nicht den Begriff "Fäulnis". Nach vielen Jahrzehnten kann ein Bakterienbefall in Wassergelagertem Holz, (z. B. Pfahlgründungen oder Archäologisches Gut wie Schiffswracks) die Festigkeit herabsetzen. In den kurzen Zeiträumen von Wasserlagerungen nach Fortskalamitäten oder in Bespränkelungspoltern kann Bakterienbefall noch keine Festigkeitsverluste hervorrufen, es ist aber möglich, dass es zu lokalen Überaufnahmen und "Wegschlagen" von Anstrichen und Imprägnierungen kommt. Aus dem zu Anfang gesagten gilt, dass Pilze = Fäulniserreger Sauerstoff und eine gewisse Holzfeuchte brauchen, jedoch eine Lagerung unter Wasser aufgrund von Sauerstoffmangel Pilzbefall verhindert. Als Konservierung wird deshalb die Wasserlagerung, dauerhafte Bespränkelung und seit einiger Zeit auch die Lagerung unter Luftdichter Silofolie angewendet. Bei der Folienlagerung geschieht folgendes: Die vorhandenen Organismen, wie Pilze, Insekten und Sauerstoffveratmende Bakterien brauchen in kürzester Zeit den Sauerstoff unter der Folie auf und sterben ab. Solange nicht ein Spaziergänger mit Taschenmesser und schädlicher Neugirde kommmt ist das Holz geschützt.
Zum Klima im Biotop See bei Holzlagerung (Schatten durch das eingelagerte Holz) kann ich wenig sagen, möglicherweise wird manchen Pflanzen dadurch benötigtes Licht verschattet. Allerdings wird immer noch ein wenig Licht in das Wasser eindringen, wenn sich schädliche Auswirkungen auf das Biotop ergeben würden, wäre die Wasserlagerung verboten. Wasserlagerung in Teichen und Seen bedarf übrigens immer einer Genhmigung durch die zuständige Umweltbehörde.
Zusammengefast: Wasserlagerung führt nicht zu Fäulnis sondern zu Konservierung.
Das war das wichtigste in Kürze, bei weiterem Klärungsbedarf nehmen Sie kontakt mit mir auf www.bauplanungsbuero-arnold.de
mfG. Ulrich Arnold



herzlichen..



..Dank auch von mir Herr Arnold, die Infos werde ich speichern...





Vielen Dank für die Infos und die Richtigstellung!Hat mir sehr weitergeholfen!
mfg, Tabea