Holzkonstruktion gebraucht kaufen

30.10.2010



Hallo,

ich meiner näheren Nachbarschaft wurde ein Fachwerkhaus abgerissen. Da ich an meinem Haus über kurz oder lang bestimmte Teile der Konstruktion austauschen muss, stell ich mir die Frage ob es Sinn macht dieses Haus gebraucht zu kaufen bzw. Teile davon.
Wie ist gebrauchtes Holz zu bewerten, auf was muss man achten?

Danke im vorraus!
Gruß Mario



Preis- und Umständefrage



Bewertung:
a) Holzart
b) Zustand und Qualität (Pilz, Wurm, Drehwuchs, Nägel, Zapfenlöcher usw.)
c) Abmessungen und Querschnitte (wenige lange Balken sind besser als viele kurze)

Man sollte die Ware auch lagern können. Die Stapel werden oft viel älter als man ursprünglich gedacht hat. Mindestanforderung ist, dass das Holz nicht direkt auf dem Erdboden liegt und dass es regengeschützt ist. Das geht am besten unter Wellblech oder in einer Scheune. Was man oft sieht, nämlich ein Stapel gebrauchten Bauholzes unter irgend einer billigen Blache, ist meist weggeworfenens Geld. Undichte Blachen sind schlimmer als gar keine.
Rechnen Sie auch damit, dass man das Holz meist nicht sauber ausnageln kann, was die Verarbeitung nicht einfacher macht.

Also erst mal nachschauen, ob etwas für Sie konkret brauchbares darunter ist.



Altes Bauholz



bietet schon ein paar Vorteile, schrumpfen und verdrehen sind lange abgeschlossen. Damit lässt es sich gut in bestehende Konstruktionen integrieren. Wichtig ist hier nur, dass es trocken bleibt. Also überdachte Lagerung und allseitig von Luft umspült. Lagerleisten zwischen die Balken und nicht dicht nebeneinander legen.
MfG
dasMaurer



Moin Boiler,



in den 70ern wurde altes Holz auch gern mal mit diversen "Holzschutzmitteln" nachbehandelt, die allesamt gesundheitsschädlich sind. Mal dran schnuppern bzw. ein Stück abschleifen, auch die Flammenfarbe im Ofen kann Hinweise geben.

Gruss, Boris



Ergebnis



Hallo nochmal,

ich hab jetzt endlich die Tage mal die Zeit gefunden um Fotos zu machen. Das ganze Stück hab ich für 20€ bekommen und misst 480x23x23cm. Jetzt bin ich mal gespannt ob das ein guter Kauf war?

Gruß Mario



Also, --



--- 4,8 m x 0,23 m x 0,23 m = 0,25392 Kubikmeter -
mal 20 Eur = 5,0784 Eur / pro Kubikmeter = ein Super Schnäppchen ! - Wenn die Qualität noch stimmt, ist es ein Super - Turbo - Schnäppchen.





Ich weiss nicht, wie Tischler das rechnen, aber ich käme bei 20 Euro für das Stück mit 0.25 Kubik auf rund 80 Euro pro Kubikmeter.
Ist wohl immer noch ein guter Preis (etwa Brennholzpreis), falls man nicht noch einige Werkzeuge durch Nägel und dergleichen ruiniert.



Na,



da hat sich der Meister im Schnäppchenrausch wohl etwas verhauen in der Kalkulation, dennoch, die 80 Euris/m³ sind ein guter Preis, WENN die Querschnitte (Veränderungen lohnen sich hier oft nicht) und Längen passen UND die Qualität stimmt. Der Hinweis bezüglich Holzschutzmittel sollte ernst genommen werden, sonst ist es Sondermüll. Soweit die Balken rundherum ursprünglich umbaut waren (mit Deckenschalung und Dielung) ist die Wahrscheinlichkeit des Holzschutzmitteleinsatzes eher gering, sollte aber immer geprüft werden.

Frohes Schaffen

Thomas



Hätte ich...



...auch gekauft ;-) (gute Qualität vorausgesetzt).

Wenn ich mich recht erinnere, habe ich für die letzten neuen Eichen-Balken die gekauft habe, ca. 600 Euro /Kubikmeter gezahlt (drei Jahre abgelagert), was immer noch ein guter Preis ist.

Letztendlich kommt es auch darauf an, was du damit machen willst.

Ich habe mal gelesen, dass alte Eichenbalken für den Verbau im Außenbereich nicht allzu gut geeignet sind, da der Gerbsäureanteil sehr viel geringer ist und somit eben auch die Dauerhaftigkeit. Ob es stimmt, weiß ich nicht.

Guten Rutsch und Grüße
Martin



Hallo Martin,



wenn die Eichebalken innen verbaut waren, wird die Gerbsäure wohl noch da sein. Im Außenbereich kann es oberflächlich natürlich zu Ausspühlungen kommen, je nach Oberflächenbehandlung.

Grüße

Thomas



Oh jeh ! ---



--- stimmt @ Jens, da hat sich der alte Lehrjunge
schon etwas vertan - 78,76 Eu wär der Preis gewesen !-
Dennoch ein guter Preis für ein solch gutes Stück !
-- Allerdings würde ich NIEMALS meinen Maschinen und Werkzeugen Altholz zum Fraß vorwerfen ---- schüttel !



Da...



...sollen doch keine Fenster draus gebaut werden:-)

Th.



Natürlich nicht ---



--- Die Holzwelt besteht ja nicht nur aus Fenstern, - auch
wenn es in meinen Beiträgen manchmal so erscheinen mag ;o) -
-- Allerdings möchten Millings einen kleinen Beitrag zur
Erhaltung der Baukultur leisten - Bedeutet : Anfertigung von Fenstern und Türen in strenger Anlehnung an historischen
Vorbildern bezüglich der Rahmenholzabmessungen und den
Profilierungen. Natürlich auch mit entsprechenden Beschlägen.
Moderne Dreh/Kippbeschläge haben an einem historisierenden
Fenster NICHTS zu suchen ! -
- Freilich verwenden wir auch Dichtungen in den Flügeln ---
weil unsere Fräsgarnituren nun einmal nach unserem Willen
angefertigt wurden und eben die Dichtungsnut beim Umfräsen mit entsteht.
-
Der Bauherr, der es ein wenig "luftiger" möchte, kann
die Dichtung am oberen waagerechten Flügelstück ja gerne
herausrupfen.
-
NEIN ! --- Altholz mit all seinen "Zutaten" bekommen meine
Maschinen nicht und niemals angeboten !
- Beste Grüße vom alten Holzer.



Also,



soweit ich die Altholzzimmerei verstanden habe, sollten die Querschnitte passend beschafft werden, die Teile werden abgelängt, Verbindungen angearbeitet, und dann eingebaut. Das tut keiner Maschine weh.

Im Übrigen kann die tischlerische Aufarbeitung und Wiederverarbeitung historischer Hölzer sehr anspruchsvoll sein und die Schärfkosten problemlos wieder einspielen.

Th.



Also,



soweit ich die Altholzzimmerei verstanden habe, sollten die Querschnitte passend beschafft werden, die Teile werden abgelängt, Verbindungen angearbeitet, und dann eingebaut. Das tut keiner Maschine weh.

Im Übrigen kann die Aufarbeitung historischer Hölzer sehr anspruchsvoll sein und die Schärfkosten ganz nebenbei wieder einspielen.

Th.



Ja, Ja, ---



--- lieber Thomas, ---- BITTE aufhören !!!!!!!!!!
--- NICHT hören will !!