Holzzaun

07.05.2006



Guten Tag,
wir möchten unser Grundstück mit einem Rancherzaun (wegen Nutztierhaltung), den Garten mit einem Lattenzaun umgeben. Es erhebt sich für uns nun die Frage : sollen wir das verwendete Holz (Kiefer und Fichte) imprägnieren oder einfach "in Ehren ergrauen" lassen ? Gibt es zu diesem Thema Erfahrungen oder gar Untersuchungsberichte bezüglich der "Lebensdauer" von Holz welches mit biologischen Mitteln oder mit chemischen Mitteln behandelt oder ganz einfach "naturbelassen" wurde ?

Für Informationen und Tipps wäre ich sehr dankbar

mit freundlichen Grüßen

Karl Prutscher



Holzzaun



Fichte ,unbehandelt,8 Jahre jung



es betrifft ein ganzes fachgebeit



Guten Tag,
es gibt Untersuchungen usw. Wie lange genau ein Holz ohne oder mit chemschem Schutz hält lasst sich natürlich nicht exakt sagen, sondern nur ein Rahmen geben. Die natürliche Dauerhaftigkeit ohne zusätzlichen chemischen Schutz ist abhängig von der Holzart. Stieleiche und Robinie halten von den einheimischen Hölzern am längsten. Ergänzt werden muss noch, dass das Splintholz ALLER Holzarten nicht widerstandsfähig ist und in kurzer Zeit zerstört wird. Man sollte also bei Verzicht auf chemische Maßnahmen möglichst kein Splintholz verwenden. Die Dauerhaftigkeit nach Norm wird im Erdkontakt geprüft, das ist die höchste Belastung, die ein Holz aushalten muss, für Zaunpfähle aber durchaus zutreffend. Wenn das Holz nur gelegentlich feucht ist und nicht in der Erde, hängt viel von den Einbausituationen ab. Kann es schnell wieder abtrocknen, nachdem es feucht wurde hält es wesentlich länger. Besonders gefährdet sind waagerecht liegende Hölzer mit Trockenrissen an der Oberseite und Pressstöße an Montagefugen.
Sie schreiben, dass es um einen Weidezaun geht, hier sollte mit in die Überlegung einfließen, ob de Tiere möglicherweise am Holz knabbern, das spricht dann gegen eine chemische Behandlung und für kürzere Austauschintervalle. Auch unbehandeltes Holz selbst kann für einige Tiere schädlich sein. Bitte schauen Sie doch noch einmal bei den Kollegen Rüpke/Dr. Kürsten auf die Internetseite holzfragen.de, dort ist etwas zum Thema zu finden. Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold



Holzzaun



Sehr geehrter Herr Arnold,
recht herzlichen Dank für Ihre detailierte und ausführliche Antwort. Wir haben uns entschieden, die etwas aufwändig konfektionierten Zaunpfosten (Eingelassener Nut zum anschrauben an ein einbetoniertes T-Eisen mit abgeschrägtem Dächchen) mit biologischem Imprägniermittel zu behandeln. Den Rest des Zaunes werden wir "ergrauen" lassen.
Vielleicht können Sie uns noch ein Fabrikat von biologischen Imprägniermittel nennen.

Im voraus vielen Dank

mfg

Karl Prutscher




Sehr geehrter Herr Lingl,
auch Ihnen ein recht herzliches Dankeschön für Ihr Bild mit dem Zaun > sieht echt gut aus !

mfg.
K.Prutscher



Ich würde nichts aufsteichen



Guten Tag ich würde nichts aufsteichen wenn es mein Zaun wäre.
Direkt empfehlen kann ich auch kein "biologisches" Mittel. (Was soll das überhaupt sein, der Begriff geht mir genauso quer runter wie Baubiologie)
Ich vermute Sie meinen ein Mittel, das aus reinen Naturstoffen hergestellt wurde. Manche Leute schwören auf Farberwaid oder ähnliche Dinge. Es wird bestimmmt schnell ausgewaschen und ist schwer und teuer zu besorgen. Holzimprägnierungen auf Basis von Wassergläsern sind meines Erachtens auch zu teuer für die Anwendung an einem Zaun, desweiteren glaube ich nicht, dass die Lebendauer wesentlich verlägert wird. Anstriche auf Basis natürlicher Pflanzenöle wie Leinöl sind etwas preisgündtiger, jedoch immer noch nicht billig. Sie können einerseits die Feuchteaufnahme etwas reduzieren, andererseits aber Futter für unschöne Schimmelpilze werden. Auch diese Anstriche müssen in bestimmmten Intervallen nachgestrichen werden. KifernKERNholz und Fichtenholz nehmen von sich aus relativ langsam Feuchtigkeit auf. Wenn sie belüftet sind, können sie schnell wieder trocknen. Kiefernsplintholz verhält sich da etwas schlechter.
Mein Fazit: Wenn es mein Zaun wäre, würde ich versuchen einen guten konstruktiven Holzschutz zu bauen und auf Anstriche ganz verzichten.
Zur Verträglichkeit wenn das Weidevieh daran knabbert habe ich ja schon auf die Seite holzfragen.de verwiesen.
Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold