Hausbock aktiv nach 70 Jahren?




Hallo liebe Forumsmitglieder,

ich bin seit kurzem stolzer Besitzer eines alten Hauses von 1936. Leider habe ich im Dach einen kleinen Hausfreund entdeckt: den Hausbock (erkenne ich eindeutig an den Fressgängen, Kot und den ungelaublichen Appetit). Der hatte meine Fichtendiehle zum Fressen gern und hat sich dann noch an den Sparren gütlich getan. Das ganze habe ich nun großflächig entfernt, entsorgt und erneuert. Weitere Balken scheinen nach "abklopfen" mit dem Hammer nicht befallen zu sein.
Wie groß ist die Gefahr, dass der Käfer ausgeschwärmt und nun in weiter abgelegenen Balken oder Diehlen noch aktiv ist? Die Hölzer sind wie gesagt schon über 70 Jahre alt. Ich habe gelesen, dass es dann nicht mehr attraktiv genung ist - stimmt das?

Viele Grüße

Jan Peter Bredehöft



Moderne Legendenbildungen bei Holzschutzfragen


Hausbock (Hylotrupes bajulus)  hier die Larve

Bei der Beurteilung der Gefährdung von Holz durch Insektenbefall wird häufig die Meinung geäußert, daß 60- bis 80-jährige Nadelhölzer von Insekten nicht mehr befallen werden können.
Man geht davon aus, daß sich essentielle Reservestoffe im Holz mit der Zeit derart verändern, daß sie für die Insektenlarven nicht mehr bioverfügbar sind und daß auf diesem Wege ein insektenvorbeugender Schutz erreicht wird.
Da dieser Meinung umfangreiche Praxiserfahrungen entgegenstanden, untersuchte A. Körting 1961 die Entwicklung von Hausbockkäferlarven in Hölzern unterschiedlichen Alters.

Die von den Autoren erarbeiteten Ergebnisse stellen sich wie folgt dar :

- Die Hausbockkäferlarven zeigten in 5 bis 360 Jahre alten Hölzern Gewichtszunahmen; eine erfolgreiche Entwicklung ist also in allen Altersklassen möglich. Mit zunehmendem Holzalter nimmt der Nährwert des Holzes ab, allerdings nicht soweit, daß eine Larvenentwicklung unmöglich würde. Die Larven kompensieren die Abnahme des Nährwertes durch eine Erhöhung der gefressenen Holzmenge.

- Wenn älteres Holz befallen wird, dann ist der Schadfraß in 60 Jahre alten Hölzern etwa doppelt so hoch, in 100 Jahre alten Hölzer 3-fach gesteigert und in Hölzern über 350 Jahren etwa 5 bis 6 mal so stark wie in frischem Holz.

- Der rückläufige Neubefall von älterem Holz ist vor allem auf eine altersbedingte Abnahme der Attraktivität durch den Verlust von flüchtigen Holzinhaltsstoffen zurückzuführen. Jüngere Hölzer werden bei der Eiablage deutlich bevorzugt; bei hohem Befallsdruck werden aber auch sehr alte Hölzer belegt, die ihre Attraktivität bereits weitgehend eingebüßt haben.
Der Nährwert des Holzes wird von den Elterntieren nicht geprüft und ist kein Auswahlkriterium bei der Eiablage.

Text von Dr. Michael Pallaske

Zugrundeliegende Untersuchung:
Körting A. 1961 : Zur Entwicklung und Schadtätigkeit des Hausbockkäfers (Hylotrupes bajulus L.) in Dachstühlen verschiedenen Alters. Anz. Schädlingskunde, 34/10, 150-153



Hausbock in altem Holz



endlich eine vernünftige Aussage zu dieser Legende durch Lutz Parisek. Auch auf die Versuche in der BAM (Bundesanstalt für Materialprüfung) mit altem Holz hat er hier im Forum schon hingewiesen.
Übrings werden pro Weibchen bis zu 300 Eier abgelegt; ein Hausbock kommt selten alleine.....
Viele Grüße
Joachim Wießner



Großflächiger Neubefall?



Vielen Dank erstmal für die ausführliche Antwort! Da ich mich wohl noch nicht in Sicherheit wiegen darf: wie groß ist in etwas der Radius, in dem man mit neuem Befall rechnen muss? Ich habe wie gesagt das gesamte befallene Holz entfernt (plus ca. 50 cm der Sparren rund um den Befall herum - die Querschnitte sind nun Gangfrei).
Wie weit fliegt der Hausbock, und wie weit entfernt werden die bis zu 300 Eier gelegt?

Viele Grüße

Jan Peter Bredehöft

Jan





und was tun wenn der Käfer im 100 jahre alten Holz sitzt?

und das teil leider nicht in die Sauna passt?

und auf gift verzichtet werden soll?





habe es mal mit Petroleum versucht

stinkt ziemlich aber bislang habe ich kein neues holzmehl/löcher entdecken können

gestank hat mittlerweile aufgehört

gruss aus münster



Petroleum



scheint demnach wohl nicht so gesundheitsschädlich eingeschätzt zu werden wie die als Bekämpfungsmittel geprüften bauaufsichtlich zugelassenen Pyretroide oder auch das alternative Naturphyrethrum.
Na dann laßt es mal ordentlich duften und wenn die Kopfschmerzen zu groß werden - eine kleine Zigarette - und schon haben wir vielleicht gleich noch eine sichere Heißluftbehandlung oder thermische Entsorgung der Hölzer.
Erstaunt über die vielfältigen Einfälle mit denen man aus einem Schaden gleich noch Folgeschäden produzieren kann.

Holger Schmidt-Schuchardt





ja stimmt

wegen der geruchsbelästigung und den kopfschmerzen:

es ist eine KELLERTÜR

und rauchen tut hier keiner

gruss aus münster



petroleum



muss hier immer etwas lächeln ....
es gibt doch viele spezios hier ..
petroleum wird schon eh und jeh zur Bekämpfung einegesetzt.
aber die lobby der Chemie ist doch schon groß .. und so werden alte bewährte rezepte einfach vergessen .
selbst habe ich dieses mittel schon in großen mengen eingesetzt und jedesmal erfolg gehabt ..
muss doch was dran sein ..
und Petroleum ist ja nicht zu vergleichen mit den keulen die sonst eingesetzt werden.
habe damit nur positive Erfahrung gemacht .. ob bei Möbel oder bei Balken und Holz ..
( selbst besitzer von zwei fachwerkhäusern 350 jahre alt )
in diesem sinne ...
weiter so !!!





muss hier immer etwas lächeln ....
es gibt doch viele spezios hier ..

Hab ich mir grad über dich auch gedacht ! :-) :-) :-)



Hoffentlich ---



--- gibt es möglichst wenige Fachwerkhäuser mit zuviel
Petroleum in der " Blutbahn " . - Speziolisten gibt es leider schon mehr als genug ! -
Hallo " fachwerkspezi " , hattu schon einmal darüber nachgedacht, daß Spezialisten vom Umwelt - Fachamt Deine
" heißen Tipps " die Du hier weltweit verbreitest auch lesen können ? --- Es hat sich schon so manche kluge Henne
in das eigene Nest geschissen.



Aromatische Kohlenwasserstoffe



vernebeln das Gehirn. Sie sind heute für die Anwendung in Holzschutzmittel verboten. Vermutlich wegen der Nebenwirkung wird dieses Mittel hier empfohlen, vor allen Dingen, es hat keinen vorbeugenden Schutz gegen den Hausbock.
Die Bekämpfung funktioniert mit Hitze durch Heißluft oder Mikrowelle, je nach Größe des Holzes und Umfang des Befalls.

Wo kriegt man jetzt noch das klassische Petroleum her, also kein Heizöl?
Gruß Jochen Wießner



Formulierung!



Herr Milling,

seien Sie bloß vorsichtig mit Ihrer Formulierung:
„Es hat sich schon so manche kluge Henne in das eigene Nest geschissen.“

Wenn Sie sich erinnern: Der Schuss mit dieser Formulierung ging in meinem Fall gehörig nach hinten los! Der Hahn, gell, Herr Milling, hat sich damals selbst ins Nest geschi..en, und enschuldigt hat er sich auch noch, was mich gefreut hat :). Soll ich den Thread nochmal nennen, damit es jeder nachlesen kann?

Aber mir fällt gerade ein, es könnte sich auch um eine Formulierung handeln, die Sie halt gerne verwenden. Gut, Ihre Sache! Aber Vorsicht, nicht daß Sie sich wieder entschuldigen müssen.

Marita Kerr



Jahrmarkt



Und auf diesen kleinen Moment haben sie jetzt wochenlang hingelebt und gelauert ?
Unglaublich !
Und auch noch ohne Verweis auf K.F. ?
Absolut unglaublich !



Evangelisch



soweit ich weiß, können evangelische Gläubige nicht beichten. Sie müssen alles behalten. Sie tragen solche Erlebnisse immer mit sich mit, sozusagen immer nach.......
Nicht wundern, nur lächeln.
Gruß und Mitgefühl
Jochen Wießner



Wer ist K F ?



Na ja, man muß ja nicht bei jeder Gelegenheit auf seine informativen, noch dazu kostenlosen Seiten zu allen Themen rund ums Bauen, hinweisen:

www.konrad-fischer-info.de

Ich hoffe, Sie haben dafür Verständnis, daß ich nicht immer gleich und sofort einen Verweis auf Fischers Seiten hier hereinschreibe. Danke!

Marita Kerr



Wie...



...erweckt man (und Frau) einen 3 1/2 Jahre alten Beitrag zum Leben??

Dieser Thread ist ein gutes Beispiel dafür!

Aber trotzdem amüsant (sehr sogar)!! ;-))

Grüße
Martin

P.S. Na Frau Kerr, verkneifen konnten Sie es sich beim zweiten "Anlauf" ja dann doch nicht!



Schön, daß sich jemand freut!



Herr Wittwar, ich weiß nicht, was Sie sagen wollen. Falls Sie mich verdächtigen, ich hätte den „Threat“ wiedererweckt, da irren Sie sich. Ich wollte eigentlich nur den Herrn Milling warnen, denn mit seiner Formulierung „Es hat sich schon so manche kluge Henne in das eigene Nest geschissen.“ ist er halt schon mal gehörig auf die Schnauze gefallen. Ich wollte nicht, daß ihm das nochmal passiert!

Aber, wo wir doch grade mal dabei sind: Schauen Sie sich doch mal um bei...
www.konrad-fischer-info.de
...um! Schaden tut es bestimmt nicht, eher nützen!
Marita Kerr



"Und...



...ewig grüßt das Murmeltier!!"



oh!



ooops, das "um!" nach dem "konrad-fischer-info"-link nehme ich dankend zurück.



Das...



...war wohl eher das "kleinere Übel"!

Ich geh jetzt!



Murmeltier :)



"Und...
...ewig grüßt das Murmeltier!!"

Wie Sie meinen, Herr Wittwar ;-).

Grüße
Marita Kerr