Wandinnenverkleidung mit Echtholzprofilen

22.08.2009



Hallo Zusammen,
wir haben in der Eifel, ein kleines 130 Jahre altes Fachwerkhäuschen (Sichtfachwerk, an der Wetterseite Stülpschalung), mit Original Lehm Ausfachung gekauft. Da wir beim Renovieren sind, stöbern wir hier im Forum und sind dankbar für Tipps und Ratschläge. Leider haben wir noch keinen Beitrag gefunden der unsere frage beantworten würde. Wir möchte die Innenwände, nicht zu Dämm zwecken, mit unbehandeltem Echtholzprofilen verkleiden. D.h. 25mm Waagerechte Lattung mit Senkrechten Profilen. Wir würden gerne wissen, womit wir den entstehen Hohlraum füllen können. Ein bekannte Schreiner der im Innenausbau tätig ist, schlug uns Glaswolle vor. Dieser hat aber keine Erfahrung mit Fachwerk. Nachdem was wir hier alles gelesen haben, haben wir kein gutes Gefühl beim Thema Glaswolle.

Ich freue mich auf Anregungen.
Vielen Dank im voraus und viele Grüße
Peter



Holzverkleidung



Hallo Peter,
vielleicht überlegt Ihr es Euch nochmal mit dieser Art Wandgestaltung.

Das diese unsägliche Mode der 70-ger und 80-ger Jahre noch nicht abgehakt ist, erstaunt mich etwas.
Unabhängig vom Zeitgeschmack, über den man bekanntlich trefflich streiten kann, verweise ich auf eine Menge an Problemen, die eine solche Verkleidung beim nachträglichen Einbau bringt:

- Raumverlust, bei den oft krummen Wänden mehr als 10 cm,
- vorhandene Türfutter passen nicht mehr,
- Fußleisten müssen erneuert werden,
- Fensterlaibungen anschließen ist ein Problem,
- Steckdosen und Schalter müssen versetzt werden,
- an den Außenwänden kann es zu Kondensatbildungen im
Zwischenraum kommen,
- unbehandeltes Holz dunkelt im Laufe der Zeit nach, bei
niedrigen Deckenhöhen mutieren die Zimmer mit der Zeit zu
dunklen Höhlen.

Eine 25 mm Leiste als Traglattung mag im Neubau bei geraden Wänden angehen, nicht im Altbau.
Auf solchen Leistchen hält nichts, höchstens dünne Profilbrettchen aus dem Baumarkt.
Solche Leistchen sind von vornherein überwiegend krumm und verdreht und ihnen fehlt es an Steifigkeit.
Damit ein ebenes Traggerüst bauen zu wollen ist ein Geduldsspiel.

Viele Grüße



Wandinnenverkleidung



Hallo,

ich kann das vom Kollegen Böttcher geschriebene nur unterstreichen.
Wenn es aber unbedingt Echtholz sein soll, warum nicht in der Art einer Bohlenstube:
Sie verzichten auf das Spalierholz ("Traglatte)und befestigen dicke Bretter horizontal auf den Stielen.
Man kann darunter durchaus noch eine Wärmedämmung, z.B. aus Holzweichfaserplatten, anbringen.
Merke: Im Fachwerkhaus dürfen es schon mal die dickeren Brocken sein.
Platzverlust bleibt damit natürlich verbunden.

Grüße vom Niederrhein



Vielen Dank



Hallo,
danke für die Anregungen. Klar, man kann über Geschmack streiten :-). Uns geht es halt um eine geeignete Füllung der Hohlräume um Kondensatbildung entgegenzuwirken. Wir haben von vielen verschiedene Materialien gelesen aber was sich bei einer Holzverkleidung eignet?
Der Rat zur Holzweichfaserplatten hört sich prima an, dem wir folgen.

Vielen Dank für Ratschläge und Anregungen

Gruß Peter



Ich hab meine Hohlräume mit Hanfmatten ausgefüllt,



allerdings nur an der Innenwand und Decke. Ist vergleichsweise günstig und angenehm zu verarbeiten.
Eure Konstruktion halte ich nicht für soo verkehrt wie mein Vorschreiber - wenn mans mag....
Wenn die Dachlatten (24x48mm) gut verdübelt sind bzw. sauber mit dem Konstruktionsholz verschraubt hält das bombig. Das wurde früher ja oft einfach halbhoch gemacht, damit man nicht direkt an der kalten Aussenwand sitzt. Wenn das über die Jahre zu dunkel wird kann man mit etwas weisser Lasur drüber. Einfach neben den alten Fenster- und Türöffnungen abschliessen löst auch dieses Problem. In Küche und Bad zieht euch allerdings mit Sicherheit der Dampf rein und mit Pech schimmelt euch dann der Dämmstoff oder die Wand dahinter. (Habt ihr mal hier unter dem Schlagwort "Innendämmung" geschaut?)

Glaswolle ist jedenfalls ein Scheißzeug und wiederlich zu Verarbeiten (Hautjucken, Atembeschwerden). Ich würde nochmal einen (Öko-)Zimmermann fragen, die kennen sich heutzutage mit den Dämmgeschichten recht gut aus.

Viel Spaß noch, Boris



Hanfmatten



Hallo,

in Küche, Wohnzimmer und Flur (UG) soll die Holzverkleidung halb hoch bis unterkante Fenster angebracht werden. Im Bad, was noch in Planung ist, soll kein Holz. Im OG sollen die Wände bis unter die Decke Verkleidet werden. Es gibt im Holzfachhandel, für unseren Geschmack, sehr viel Auswahl (wir sind nicht allein, allein allein :-)) an Profilen. Alles was wir über Innendämmung gelesen haben, hörte sich nicht wirklich gut an. Allerdings hat da auch niemand (also doch, allein allein :-(), mit Echtholz die Wand gestaltet (meist Glaswolle und Gipskarton). Wobei sich die frage stellt, entstehen Schäden wegen der Glaswolle oder dem Gipskarton bzw. die Kombination aus beidem?. Wir wollen weniger Dämmen, sonder vielmehr das die Wände weiter "Atmen" können. Wir wollen das nicht mit falschem Füllmaterial behindern. Eine Natur oder Angestrichene Lehm-/ Kalkputzwand ist nicht unser Ding. Holz strahlt für uns Wärme und Gemütlichkeit aus. Wir wollen eine Diffusionsoffene Wandgestaltung. Glaswolle ist Diffusionsoffen aber dann haben wir etwas über die Wichtigkeit des Sorptionsverhalten gelesen. In unserer Verunsicherung, sind wir hier gelandet. Holzweichfaserplatten und Hanfmatten hören und Google´n sich gut an.

Danke für Tipps und Anregungen

Gruß Peter



Gipskarton



ist, wie der Name schon sagt, Gips zwischen zwei Kartonlagen. Wenns irgenwo feucht wird weicht der Karton auf und schimmelt gern. Bei Fermacell z.B tritt das Problem so nicht auf. Glaswolle atmet zwar meines Wissens nicht schlecht, kann aber nicht so gut Wasser speichern und wieder abgeben wie echte Wolle und andere Naturdämmstoffe = es bleibt feucht hinter der Innenverkleidung, Dämmwirkung = 0. Ebenso entehen über die Jahre bei Holzprofilen durch die Trocknung Spalten, wo der Glaswollstaub in den Wohnraum eindringen kann. Also besser Luftdicht verpacken = keine Atmung. Das Zeug ist mittlerweile auch nicht mehr wirklich billig im Vergleich zu z.B. Dämmhanf (30mm 2,99/qm +Versand,problemlos online bestellbar, falls ihr den nicht über euren Händler kriegt).

Ihr könnt vor der Renovierung natürlich am besten sehen obs in eurem Haus irgendwo "feuchtelt" (Putz/Farbe fällt runter)und die Ursache beheben, dann dürfte es eigentlich keinen Katzenjammer geben.

Gruss, Boris