Fachwerkabdichtung

14.09.2003



Vor 2 Jahren bauten wir ein Fachwerkhaus (Eiche)
Das Fachwerk ist 18 cm dick und wurde mit Porenbeton ausgemauert.Zur Hinterlüftung wurde ca 4 cm Luft gelassen, es folgte eine Isolierung mit 4 cm Dämmstoff und eine 18 cm Hinternmauerung mit Porenbeton.Guputzt wurde mit einem Kalk-Zementmörtel.Mit der Zeit bildeten sich Fugen zwischen Fachwerk & Ausfachung.Da mein Haus direkt mit dem Giebel der Wetterseite zugewand ist drückt das Wasser bei Schlagregen in diese Fugen ein. Meine Baufirma sagte mir das dies jedoch kein Problem darstelle ,da durch die Hinterlüftung die Feuchtigkeit wieder trockne "überschüssiges" Wasser kann durch einen Lüftungsschlitz zwischen Bodenplatte und dem ersten Querbalken abfließen.
Nun abe ich ernsthafte Bedenken das diese Feuchtigkeit dem Holz auf Dauer schadet.Ist Porenbeton der "bessere" Baustoff. Mir wurde gesagt er nehme die Feuchtigkeit besser auf und würde sie auch besser abgeben und Eiche wäre auch ein Holz was nicht stockt bzw. faulen kann.
Sind diese Aussagen korrekt und was gibt es für Alternativlösungen der eindringenden Feuchtigkeit Herr zu werden.



Re



Sclimm schlimm. Die bei Ihnen verwendeten Baustoffe sind überhaupt nicht die Richtigen für eine Holzkonstruktion. Dies liegt an der Grundfeuchtigekeit und am kapilaren Feuchtigkeitstransportvermögen und an der nicht vorhandenen Elastizität der Materialien . Lassen Sie doch mal die Feuchtigkeit im Balken messen. Liegt diese über 20% steht ein größerer Bauschaden ins Haus. Viele Grüße Gerd Meurer



Eiche kann sehr wohl faulen ...



Bei uns waren auch Eichebalken verfault, einer hatte Kernfäule (innen war ein Loch in Armesdicke), andere waren nur so durch stehendes und eindringendes Wasser verfault. Porenbeton ist nicht für Fachwerk geeignet. Er zieht die Feuchtigkeit und hält sie fest wie einen Schwamm. Deshalb ist es wichtig, die Neubauten aus Porenbeton gleich zu verputzen. Sie können es ja gerne selber testen. Einen Porenbetonstein in Wasser tauchen und dann mal sehen, wie lange er braucht, bis er wieder trocken ist... Am besten, Sie nehmen sich vielleicht einen Gutachter, der auf Bauschäden spezialisiert ist, denn Ihr Haus ist ja erst 2 Jahre alt. Vielleicht haben Sie noch eine Chance, das Haus zu retten, bevor es Ihnen "unterm Hintern wegfault" (sorry für meine Ausdrucksweise ;-). - Außerdem ist es nicht gesund, in einem ständig feuchten Haus zu leben (wo soll denn die Feuchtigkeit auch hin?). Grüße Annette





Hallo, Beton und Holz "beißen" sich, und die Fugen/Risse sind die natürliche Folge. Zum zweiten: Vermutlich wurden großformatige Steine (Plansteine) verwendet? Das beißt sich wiederum mit dem Fachwerk-Grundgedanken, wonach das Fachwerk das Haus trägt, die Ausmauerung aber keine statische Funktion haben soll, sondern die Bewegung des Holzes aufnehmen muss. Deswegen hat man früher Lehm oder kleinformatige Steine verwendet. In Ihrem Fall gibt es zur Verhinderung größerer Schäden wohl nur zwei Möglichkeiten: Neue Ausmauerung oder vorgeblendete Fassade aus Holz, Schiefer o. ä.
Im Prizip haben Sie recht mit der Unzerstörbarkeit von Eichenholz. Mein Eichen-Fachwerkhaus steht seit 200 Jahren ohne größere Schäden. Vor 10, 15 Jahren hat aber unser Vorbesitzer einige "kalte" Wände mit Styropor/Heraklit-Platten "saniert". Das Ergebnis nach dieser kurzen Zeit: Die meisten Balken in diesen Wänden waren nur noch Schnupftabak.
Holz muss atmen!
Gruß Günter Flegel, Wagenhäuschen





Hallo Herr Reichelt,

sie haben vor Zwei Jahren das Haus gebaut. Meine Frage richtet sich als erstes auf den Vertrag und den vereinbarten Gewährleistungszeitraum. Dieses sollte schnellstens nachgeschaut werden. ---------- Die Aussagen, die sie von der Baufirma erhalten haben ist grundsätzlich falsch. Es gibt hierzu allgemeinbekannte Baustoffeigenschaften die dies wiederlegen. Gasbeton (Porenbeton) nimmt schnell das Wasser auf und hält es sehr lange in den Poren gefangen. Schon allein aus diesem Sachverhalt heraus ist dieser Baustoff zur Ausfachung ein völlig ungeeignet. Das Holz wird keine Freude haben. Fragen Sie die Firma nach gebauten Häusern, die ggf. schon 10 Jahre und länger stehen und schauen sie sich diese an. Gedanke wurde ich mir wegen der Gewährleistung machen, dort sollten sie reagieren. Das das Wasser erst irgendwo einfließen soll und sicher in Zwischenschichten abgeleitet werden kann ist doch ein Hohn gegen Baukunst und Bauqualität. Das wasser muss natürlich vor der Fassade bleiben. Um die Schäden zu beheben würde ich ihnen raten sich anwaltlich ordentlich beraten zu lassen und zuvor einen guten Gutachter zu konsultieren. Doch nicht alle Gutachtet sind wirklich gut, es gibt leider auch hier viele Sachunkundige die Gutachten wollen und nur Mist erzählen. Also vorher testen und dann wählen. ------------- Ratschläge zu Behebung könnten jetzt massenhaft aufgelistet werden, jedoch stellt sich hier die Frage der Bezahlerei. Die Firma muss ran, das kostet Zeit und gute Nerven. Ich drücke Ihnen die Daumen. Sie müssen schnellstens reagieren, denn ggf. tut es das Holz bereits. Wenn sie möchten können Sie gerne zurückrufen. Viele Grüße, Michael reisinger