Glasscheiben-Fenster im Fachwerk

20.05.2007



Ich habe eine Fachwerkwand (3mx13m), mit 24 Fächern vom Zimmermann errichten lassen und nun sollen die Fächer mit normalem Glas verglast werden. Da der Raum nicht geheizt und isoliert wird, dürfte sich auch fast kein Kondenswasser bilden. Ich hatte geplant, daß ich eine 1/4 Rundstableiste einklebe, Silikon dahinter spritze, das Glas dahinter setze, mit Silikon wieder abdichte und dann wieder eine Rundstableiste einsetzte- fertig. Das Holz müßte vorher, gegen Wasser und Feuchtigkeit mit Holzschutzmittel imprägniert werden - was ist dafür besonders geeignet und gibt es eine Imprägnierung die sich auch später mit Ölfarbe überstreichen läßt?
Während die einen sagen, daß das geht, sagen andere, daß das Regenwasser, trotz Silikon, von der Scheibe zwischen die Leiste rinnen und irgendwann das Holz faulen würde. Deshalb solle ich auf der unteren Seite keine Leiste, sondern ein Blech unter das Glas machen, und das Blech zur Außenseite über die Fachwerkkante führen,mit einem schrägen Abfluß.
Andere sagen, das Glas muß außen auf dem Fachwerkbalken befestigt und durch eine ca. 5-7 cm breiten Aluminiumschiene (mit Dichtungsgummi) befestigt werden, wovon es verschiedene Fabrikate gibt und die auch beim Gewächshausbau verwendet werden. Ganz davon abgesehen, daß das Material nicht sehr gut aussieht bez. sehr technisch und klinisch aussieht, scheint das auch beträchtlich teuer zu sei.

Nun komme ich wieder auf meine einfache Leiste zurück- hat jemand Erfahrung mit Glas, Leisten, Silikonabdichtung und Holzschutz gegen Feuchtigkeit in Fachwerkfächern?



Fensterscheiben



Hallo Otfried
Ein Vorschlag zur Diskusion, was hälst du von Fensterkitt.
Fenstekitt von aussen, dann Glas und dann als gegenlage eine Holzleiste. Kitt kan man gut anpassen und ist Wasserabweisend. Vieleicht hat ja jemand längere Erfahrungen damit. Meine sind erst 4 Wochen alt. Aber ich denke es müste gehen.
Gruß Juergen



Regenwasser



Hallo

wegen dem Regenwasser: Ich seh nicht so ganz den Unterschied zu einem normalen Fenster: Dort regnet es auch drauf, und Holz, Kitt, Scheibe werden nass. Wichtig ist meiner Meinung nach, dass die Holzleiste nach unten abgeschrägt ist, so dass das Wasser nach aussen wegläuft. Im übrigen habe ich ein paar Einglasscheibenfenster, und dort kommt es massiv zu Tauwasseranfall, wenn es im Winter kalt ist. Die Fenster faulen auch nicht (bis jetzt). Sind natürlich gut gestrichen und werden immer wieder trocken. Ich nehme übrigens auch Fensterkitt, und nicht Silikon.

Fazit: ich glaube, es geht.

Viel Glück
stt



Glasscheibenfenster im Fachwerk



1. Eine Wandscheibe von 13 x 3 m aus Fachwerk wird sich zumindest in der ersten Zeit erheblich verformen, bis das Holz seine Gleichgewichtsfeuchte erreicht hat.

2. Es treten temperaturbedingte Verformungen auf.

3. Je nach Einspannung/Auflagerung der Wandscheibe oben, unten und an den Seiten können Zwängungen auftreten, die ebenfalls zu Verformungen führen.

4. Auf eine so große Wandscheibe können erhebliche Windkräfte wirken.

Spätestens wenn sich einige dieser Verformungen überlagern, kann es zum Bruch von einzelnen Scheiben kommen, da die vorgeschlagene Passung wenig Spiel bietet.

Zur Passung selber:
Soll die Scheibe mittig in die Felder oder außen möglichst bündig gesetzt werden?
Silikon halte ich in diesem Fall für die schlechteste Wahl als Dichtungsmittel.

Die Idee mit der rahmenlosen Verglasung ist nach meiner Meinung nur befriedigend lösbar, wenn durch einen genügend großen Dachüberstand und einen entsprechenden Sockel Schlagregen und Spritzwasser von der Fassade ferngehalten werden.

Viele Grüße
Georg Böttcher



Leimholz



Für die Antworten möchte ich mich bedanken!
Ja, es stimmt mit dem Vergleich mit den normalen Fenstern schon, denn ich habe im Erdgeschoß Fenster mit einfacher Verglasung und die dürften über 50 Jahre alt sein und die halten immer noch.
Ich ging davon aus, daß es mit der Silikonspritze einfacher ist, d.h. ich hätte hinter die Holzleiste eine dünne Silikowurst aufgetragen und die Glasscheibe drangepresst.
Den Fensterkitt muß man erst mit den Händen herumkneten und dann in dünne Streifen schneiden oder rollen. Ist da Silikon (oder etwas ähnliches)nicht einfacher?

Das Holz das verwendet wurde, ist Leimholz, also Balken aus zusammengeleimten Holzstücken, die sich nur wenig verziehen dürften.
Es handelt sich bei dem Projekt um eine einseitig offene Tenne, die durch die Fachwerkwand zu einem geschlossenen Raum umgstaltet wird.
Die Wand teilt sich in verschieden große Felder auf, die 9 und 12 Fächer enthalten, der Rest ist Tor und Tür. Die Balken sind im Feld ca. 6-7 cm stark und die werden wieder von Stützbalken außen gehalten die ca. 20 cm stark sind.
Ich würde bei dem Glas oben und an der Seite schon 1cm Spiel lassen, falls sich das Holz bewegt.
Die einzelnen Scheiben sind ca. 80 x 80 cm groß.
Ich wollte hier ein Bild von der Wand zeigen, weiß aber nicht, wie ich das auf die Seite lade.



Georgs Bedenken



kann ich nur bestätigen.

Zu den Bildern: Einstellen von Bildern geht nach anmelden im Forum (kost nix, geht schnell)

Grüße

Thomas