Fachwerkschäden

09.09.2003



Hallo,

an unserer Westseite (Wetterseite) müssen wir das Fachwerk überarbeiten. Leider sind in der ersten Etage einige Stiehle und der Rähm stark angegriffen. (Im Rähm ist ein Loch von 20 cm Länge und fast komplett in die Tiefe). Jetzt war unser Zimmermann da und hatte folgenden Vorschlag. Ausstemmen der schadhaften Stellen und einsetzen von neuem Eichenholz. Ich als Laie finde die Lösung natürlich sehr kostengünstig, aber ist sie auch wirklich sinnvoll oder hole ich mir über die hierdurch entstehenden Fugen von Neuholz zu Altholz nicht den nächsten Nässeschaden ins Fachwerk ????

Viele Grüße

Inga





hallo, die technik ist gängig und wurde auch an meinem haus so praktiziert. möglichst viel altes Holz sollte erhalten bleiben. ich warne allerdings vor der verwendung von neuem eichenholz zur ausbesserung. das gibt mit sicherheit schwundrisse. versuchen sie, altes, trocken gelagertes holz aufzutreiben. die verbidungen werden dann verzapft und verdübelt und mit einem wasserfesten Leim bombenfest gemacht.
gruß gf



Fachwerkschäden



Ich halte diese lösung für gut, wenn sie statisch unbedenklich ist. Das neue Holz wird normalerweise "passgenau" eingesetz und mit Pu-Leim (Schaumleim) und Schrauben fixiert. Die Zwischenräume sind somit geschlossen. Ein kompletttausch des Balken würde erheblich mehr Schaden und Kosten verursachen, aber die statische Funktion des Balkens sollte gewährleistet sein.



Ursache und Wirkung



Der Schaden hat ´ne Ursache! Ist die beseitigt? Ein Balken vergammelt nicht einfach so! War es ein Pilz- oder ein Insektenschädling? Bei Ersterem muß der auszutauschende Bereich mind. 0,3 m in jede Richtung auch das augenscheinlich gesunde Holz umfassen (aktive Pilzsporen können bereits in den Holzzellen sitzen, ohne das äußerlich was zu erkennen ist). Ist über die Statik des Anschlußes nachgedacht worden? Das Holz erreicht nach Reparatur u. U. nicht mehr seine vorherige Tragfähigkeit! PU-Leim würde ich allerdings nicht ohne weiteres verwenden. Grüße aus Leipzig von





Hallo Inga, achten Sie darauf, dass der Zimmermann die Holzbalken wieder richtig verzapft und dann mit Holznägeln verkeilt, bzw. mit langen Schrauben, die hinten mit einer Mutter gekontert werden und das Loch dann mit einem Holzstopfen verschlossen wird. Er darf keinesfalls mit Winkeln arbeiten und muss alles verzapfen (sonst können Sie in 10 Jahren nochmals investieren). Unser Zimmermann hat gebrauchtes Eichenholz von alten Fachwerkhäusern verwendet. Grüße Annette



Fachwerkschäden



Niemand wird Ihnen eine klare Antwort auf Ihre Frage geben können, was passiert, wenn man neues Holz mit schon sehr altem Holz zu verbinden versucht.
Natürlich gibt es gewisse Erfahrungswerte über das Quell-u.Schwindverhalten von speziell jungem Holz.---
Wie aber sich ein Balken oder ein Ständer verdrehen wird, der schon viele Jahre eingebaut ist, -- wird Ihnen niemand vorraussagen können.
- eigentlich warte ich noch immer auf Fotos von
Ihnen, um ein Angebot erstellen zu können.
-
Liebe Grüsse von
Andreas Milling





Die Lösung ist richtig. Weisen sie den Zimmermann darauf hin, dass er lang abgelagertes Holz bzw. Altholz einbauen soll. Bei guter genauer Arbeit brauchen sie keine befürchtungen zu haben.
Wie Herr Martin Malangeri aber bereits schrieb, ist die Ursache der Schädigung zu ergründen und zu beseitigen.