Neubau mit Eiche oder Weichholz

02.10.2004



Hallo, wir spielen mit dem Gedanken ein Fachwerkhaus neu zu bauen. Die verschiedenen Anbieter schreiben von Fichte/Lärche/ Eiche oder Leimbinder. Welches Holz nimmt man am besten für die Balken. Wie sind die Preisunterschiede und was ist am besten bezüglich der Festigkeit?
Hoffe auf baldige Antwort

mfg Matthias



Festigkeit



Lieber Matthias

Drei Fragen stehen im Raum:

1. Welches Holz nimmt man am besten?
Eine sehr allgemeine Frage, deren Antwort nur nach Abklären der genauen Wünsche des Bauherren gefunden werden kann.

2. Die Preisunterschiede?
Nachdem die Stundenlöhne heutzutage meist das Teuerste beim Bauen sind, lohnt sich das Sparen am Material oft nicht. Natürlich ist Eiche viel teurer als Fichte, der Mehrpreis kann sich aber auch lohnen. Meist ist auch so, dass die Holzart sinnvollerweise funktionsabhängig eingesetzt wird (z.B. Eiche für Schwellen und Ständer)

3. Festigkeit?
Ein bisschen schwammiger Begriff. Jedes Teil des Fachwerks hat eine spezielle Funktion zu erfüllen und ist unterschiedlichen Belastungen ausgesetzt, die auch spezielle Eigenschaften des Materials erfordern. Dabei ist "Festigkeit" oder "Härte" nur eine von vielen zu beachtenden Kriterien.

Lass dich bitte von einem im Fachwerkbau erfahrenen und "ehrlichen" Zimmermann beraten. Achte auch hier genau auf Schaumschläger, Schwätzer, Ignoranten, Betrüger und sortiere genau aus.

Mit besten Grüßen

Lutz Parisek



empfehle Eichenholz



Hallo,
Das Laubholz Eichenholz
hat sich über die Jahrzehnte / Jahrhunderte bewährt und kommt ohne weiteren Holzschutz / Witterungsschutz aus. Es ist für den Fachwerkbau und andere Konstruktionen im Außenbereich die erste Wahl unter den heimischen Hölzern.

Fichtenholz
ist definitiv nicht genug witterungsbeständig und bräuchte einen Schutzanstrich, der regelmäßig geprüft und erneuert werden müßte. Konstruktiv schlecht gelöste Details führen hier sehr schnell zu Schäden (Schwellenbereich, andere nicht von außen sichtbarte und überprüfbare Bereiche).

Lärchenholz
ist schon wesentlich witterungsbeständiger, kommt aber an das Eichenholz nicht heran.

Douglasienholz
ist vergleichbar mit Lärchenholz.

Leimbinder (BrettSchichtHolz = BSH)
sind lamellenartig verleimte Hölzer (meist aus Fichte) und nur wegen der verminderten Rißbildung besser zu bewerten als das Fichtenvollholz. Leimbinder sind aber noch teurer als Eichenholz.
Es gibr auch Leimbinder aus Lärche/Douglasie, diese liegen aber preislich beim etwa doppelten bis dreifachen Preis des BSH-Fichtenholzes.

Eichenfachwerkhäuser sind nicht unerschwinglich allein wegen der Holzwahl.
Der Preis wird vor allem durch die gewählten Details bestimmt (also der Menge Arbeit, die das Fachwerk macht = Stundeneinsatz/Lohn).

Bitte schauen Sie mal unter www.fuhrberger.de nach einigen Beispielen und Preisen.

Viele Grüße, Christian Zeymer



EICHE



Hallo,

kann nur empfehlen sich beim Förster zu erkundigen was ein LOS Eiche pro m³ kostet.
Dieses dann ruhig noch ein Jahr liegen lassen.
Im Sägewerk schneiden lassen und geschnitten entsprechend der Konstrultion das Fachwerk anfertigen lassen bzw. selber machen.
Unerschwinglich ist diese Vorgehensweise nicht und je nachdem wie groß das LOS ist bleiben noch genügend Bretter bzw. Bohlen (je nach Holzliste) für den restlichen Bau übrig.
Platz wird natürlich reichlich benötigt, weil die Bretter irgendwo aufgestapelt werden müssen.

Wie auch die anderen Mitschreiber schon geschrieben haben, würde ich nicht unbedingt beim Material sparen.

Gruß
Tanja



ich hab fertig!



... Fachwerkhaus neu gebaut und trotz umfangreicher Vorbereitung nur fast alles richtig gemacht ;-) Ich schließe mich den bisherigen Zuschriften an: Beim Hausbau an Material 2000 Euro zu sparen bereut man später.
Kurzempfehlung: Eiche für Schwelle und alle Wände, Lärche für Deckenbalken und Sparren (Eiche neigt zum krummwerden). Statt Lärche kann man auch Fichte oder Douglasie nehmen, der Statiker macht da meist keine Unterschiede. Kriterium ist nicht die Festigkeit, sondern Schädlingsresistenz - ob dabei Douglasie wie oft behauptet gleich gut wie Lärche ist bezweifle ich. Für BSH habe ich selbst keinen Bedarf; ich finde selbst einen Sichtbalken mit Riß schöner als BSH mit dem angeschnittenen Faserverlauf.
Kommt nächste Woche die Frage: Welche Holzverbindungen?
Auf Wunsch weitere Tips per Email.



@Lutz



Jep.
Haben wir genau so gemacht. Wird sich hoffentlich in den nächsten Jahren zeigen. Die Lärechen für den Dachstuhl waren leider sehr nass und harzig....viele Harzgallen, aber auch daran gewöhnt man sich. Dann bekommen sie halt nen Pflaster.

Mit Archi gab es bisher auch keine Schwierigkeiten.
Gruß
Tanja



preis eiche



Halloechen,

kann leider nur Preise aus dem südlichen Frankreich (Nähe Pyrenäen) mitteilen: habe hier einen kleinen Wald Eiche gekauft,
der Bruttokubikmeter (also inkl Splint und Rinde) lag bei
knapp 80 Euro, Lieferung inklusive. Sägewerk (vom Bauern
nebenan) ca 40 Euro pro Bruttokubikmeter, alle Abfälle hat er
mir als Heizholz noch dazu geliefert. War mit Sicherheit die allerbeste Lösung. Beim Profi-Sägewerk wird hier der gesägte
Kubikmeter bei ca 5O0-600 Euro gehandelt, Faktor 3 teurer
(da ca 30% Abfall)! Ich habe das Holz ca 3 Jahre nach dem Fällen, ca 1.5 Jahre nach dem Sägen noch recht grün eingebaut (Eiche soll im hiesigen Klima ca 1 cm pro Jahr (Dicke) trocknen...). Früher haben Väter Holz für ihre Kinder gekauft...
Eiche ist für MICH das einzige Holz. Eventuell noch Kastanie.

Gruss
Torsten