Auflatten eines verwitterten Fachwerbalken

12.08.2005



Zwei horizontal liegende Balken sind durch Wetter und (inzwischen mit Arbezol Bohrinjektion bekämpften)Hausbock leidlich zum Ansehen.
Wir denken diese um ca 2cm runterzufräsen um anschliessen mit Holzbretter aufzulatten.

Hat uns jemand gute Tipps allgemein dazu?
Dachte an meine Oberfräse? (Habe aber noch wenig Erfahrung!)
Vernageln? Aufleimen? die Oberfläche des runtergefrästen Holzes bleibt uneben wegen Wurmfrass -> ausspachteln? Oder lieber nicht wegen Wassereinschluss? Oder lieber alles Aus Kunstholz? Lehm?

Merci sagen Silly & Bernhard aus Halten



Aufdoppeln von Fachwerkhölzern



Hallo erst einmal,
so, wie sich die Situation anhört, handelt es sich ja um eingebautes Holz. Je nach der zu bearbeitenden Fläche dürfte es eine sehr abendfüllende Tätigkeit sein mit der Oberfräse einen Untergrund herzustellen, der eben genug ist, um eine Bohle aufbringen zu können. Je nach Situation würde ich mit der Handkreissäge gleichmäßig tiefe Schnitte vornehmen und die stehenden Bereiche dann mit einem Dechsel Raustemmen. Das aufzubringende Holz kann dann unproblematisch mit einem Wasserfesten Leim auf den alten Balken aufgeleimt werden. Dazu sollten Zulageklötze (Spannklötze) alle 20 bis 30 cm mittels einer Schraube bis in das alte Holz befestigt werden. Nach dem Abbinden des Leims können selbige dann wieder entfernt werden. Häufig wird empfohlen, eine entsprechende Verstärkung einfach mit Schlüsselschrauben oder Nägeln zu befestigen oder einen PU Kleber zu verwenden. Davon rate ich persönlich ab. Bei den Eisenteilen kommt es immer wieder zu Schädigungen durch ausdiffundierend es Wasser. Bei dem PU Kleber kann, je nach Wandaufbau ein ähnliches Problem auftreten.
Von "Kunstholz kann ich nur raten, die Finger zu lassen. viele Fachwerkfassaden, die in früheren Jahren mit diesem System "Restauriert wurden, werden heute wieder repariert. Im Innenbereich sind diese Systeme anwendbar, aber wer brauch das schon. Grundsätzlich würde ich versuchen, alle Kunststoffe od. äh. in der Fassade zu vermeiden.
FG
Ralf Femmer

FG
Ralf Femmer



zu dünn



Guten Tag,
2 cm sind für eine Aufbohlung zu dünn, das schüsselt und verzieht sich, vielleicht reißt es sogar. Besser etwa die doppelte Dicke. Ich denke mit Eichendübelstangen, die leicht schräg eingebohrt werden, kann man die Bohle auch befestigen, Wichtig ist, die Wasserführung der Fassade zu erhalten, d. h. keine vorstehenden Kanten bauen, an denen herunterlaufendes Regenwasser verstärkt in die Fugen eindringt. Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold



Handkreissäge & zu dünn



Ich hatte eine grosse Freude als heute nach meiner Nachtwache im Spital bereits Antworten warteten...

Die Idee mit der Handkreissäge klingt sinnvoll und mir graust schon weniger vor der Arbeit.

Von wegen zu dünn. Da habe ich nur bedenken wegen der Statik des Gebäudes. Kann ich es wagen 4 cm raus zu "fräsen"?
Das mit dem verziehen der Lattung klingt hingegen nachvollziehbar.
Hingegn Die Holzwahl? Eiche zu Tanne? So von wegen Gerbsäure?

Grüsse aus der Schweiz, benne & silly



4 cm ausarbeiten



Da hat Herr oder Frau Arnold natürlich recht. 2cm sind zu wenig.
Im Regelfall dürfte bei 4 cm nichts passieren, da der Ständer oder Riegel immer noch mit der hinteren Zapfenbrust aufsteht. Für die Dauer der Reparatur sollte das genügen. Wenn das zu kritisch sein sollte, genügt eine LAgesicherrung de Zapfen z.b. mit einer Brettlasche.
Wegen eventueller Gerbsäure würde ich mir keine Sorge machen. Allerdings sollte für das Aufdoppeln nach Möglichkeit wieder Kiefer (am besten Kernholz) genommen werden.
Ralf Femmer



Fachwerkaufdopplungen



sollten - wenn überhaupt - mindestens 5 bis besser 6 cm dick sein.
Risiko ist der fehlende Verbund der beiden Materialien und eine Hohlkammerbildung dazwischen - die einen latentes Feuchtigkeitsreservoir darstellen kann. hier kommen dann auch gerne Leime zum tragen die ihr übriges dazu beitragen.
Am besten das Holz so lassen, wie es ist oder ganz ersetzten - viel halte ich auch nicht von der Bohrlochinjektion, Ausspachtelungen -
Sie erahnen es schon richtig: Wassereinschluß.

mfG

Florian Kurz



@



Hallo,

ich schließe mich den Empfehlungen der Herren Femmer und Arnold an.

Zunächst würde ich jedoch prüfen, ob diese Reparatur wirklich notwenig ist. Jede Aussetzung ist eine potentielle neue Schadstelle (wie beim Zahnarzt!).

Mitunter reicht es, das angegangene Holz etwas abzubeilen und zu bürsten. Dies gilt insbesondere, wenn nur die Oberfläche geschädigt ist. Derartige "Reparaturen" sind in der Regel auch optisch kein Problem, zumal sie einen schonenden Umgang mit dem Fachwerk dokumentieren.

Viel Erfolg, Rudolph Koehler