Dielen farbig ölen?

05.09.2005



Hallo, ich möchte einen alten, gut erhaltenen Weichholz-Dielenboden farbig ölen/wachsen. Das Endergebnis sollte nach Möglichkeit einem dunklen Naturholz ähneln, also noch die Maserung durchscheinen lassen oder wenigstens eine Maserung "imitieren" (sprich: nicht deckend, sondern etwas ungleichmäßig wirken). Ist es sinnvoll/praktikabel, den Boden zuerst zu beizen und erst dann mit Öl oder Wachs zu arbeiten oder sollte man ein farbiges Öl verwenden? Muss man vorher Grundieren und hinterher einen transparenten Schlussanstrich aufbringen? Welche Hersteller empfehlen sich (Osmo, Trip Trap..)? Vielen Dank im Voraus!



Ergänzung...



Hab ich vergessen: Unsere Türrahmen sind mit Bierfarbe in einem sehr schönen Mahagoni-Ton gestrichen. Es wäre toll, wenn der Boden farblich dazu passen würde.



Das ist alles nicht sooo einfach



Hallo Julia,
es ist nicht ganz ohne, per Beize genau das gewünschte Ergebenis im Farbton hinzubekommen. Ich wollte nur unsere nagelneuen, schneeweißen Fußleisten passend zu den zig Jahre alten abgeschliffenen Dielen beizen und habe mir dazu extra ein "Gebräu" bei einem Tischler anmischen lassen, der vom Restaurieren alter Möbel lebt. Das Ergebnis war ein leuchtendes Orange, weit weg vom antiken, verschlissenen Braun der Dielen. Daher der Tip: nicht viel Fragen, sondern an Muster- oder Reststücken solange herumprobieren, bis es Dir gefällt. Farbiges Öl kenne ich nicht, ich würde beizen und dann ölen. Was das Öl angeht, sind die von Dir genannten Hersteller bestimmt gut. Ich kenne das so, daß es ein eigenes Grundieröl und ein anderes Öl für den Schlussanstrich gibt. Wir haben das Öl von Aglaia (das uns wärmstens von Fachleuten empfohlen wurde)und mussten sehr schnell feststellen, daß ein geölter Fußboden bei weitem nicht so widerstandsfähig ist wie z. B. lackiertes Parkett. Jaja, ich weiß: "Öl ist aber Öko...", nur: wenn man nicht mal einen Umzugskarton ein Stück weiterschieben kann ohne Kratzer zu hinterlassen, macht das irgendwie auch keinen Spaß. Man hat ja vorher lange genug am Boden herumgeschliffen...



Probieren !



Hallo !

Ich stehe momentan vor der Frage wie ich meine neuen Dielen farbig Öle. Musterflächen beim Händler und Abbildungen bringen einen nicht weiter, auch hier gilt ausprobieren. Bei Trip-Trap kann man die farbigen Öle für kleines Geld als Proben bestellen, wurde auch prompt geliefert. Das hat mich weitergebracht.

Beizen kenne ich nur von Möbeln und fand es an diesen kleinen Flächen schon nicht ganz einfach, weiß nicht ob man das als ungeübter bei einem Fußdoden gleichmäßig hinbekommt.

Viele Grüße,
Karsten



Wie wärs mit



einer selbstgemachten Mischung aus
Leinölfirnis und braunen Pigmenten?

Dann könnt Ihr Euch zusammenmischen, wie ihr es am liebsten hättet. Und ökologisch isses auch.

Ich hab für meine Wandlasur auch (farbige) Pigmente bekommen. Guckt mal bei www.deffner-johann.de - dort kriegt man fast alles, was man zum Restaurieren braucht, alles außer Lehm...

Nett sind die auch und liefern tun die schnell.



Strapazierfähig?



Leinölfirnis hörst sich erstmal gut an. Aber ist das auch strapazierfähig? Wir haben zwei Kinder, zwei Hunde und eine Katze, den Garten mit direktem Zugang zum Wohnzimmer (Gartenerde schmirgelt hervorragend...). Und wir hätten gerne eine leicht glänzende Oberfläche. Geht das damit oder bietet sich dann doch etwas anderes an?



aber klar bietet sich was andres an...



... Fliesen ;-)

Holz ist nunmal empfindlich und es wird nie eine intakte saubere seidenmatt glänzende Oberfläche haben. Doch, am ersten Tag...

soviel dazu...

Wir haben übrigens auch n Hund. Wir hätten ihn Dreckpfote nennen sollen *grins*. Ob Gartendreck oder keiner - bremsende Hundepfoten oder besser -krallen (dem Ball hinterhersaus und dann plötzlich bremsentu) sieht man immer... Weichholz heißt nicht umsonst Weichholz.

Aber sobald mal alles gleichmäßig verschrammelt ist, siehts schon wieder gut aus. Wir wohnen jetzt 2 Jahre da und die Leute fragen uns oft, ob der Wohnzimmerboden auch aus alten Dielen besteht... (nö, der war mal neu vor 2 Jahren...). Ich wollt aber nicht tauschen, Holz ist super. Aber wer sich dran stört (meine Schwester hat hochglänzende hellgraue Feinsteinzeugfliesen - DIE wollt ich nicht haben!), der sollte sich das mit dem Holz lieber nochmal überlegen. Dann vielleicht eher Kork.

Soviel ich weiß, härtet Leinölfirnis etwas aus, das kann aber Wochen dauern. Aber da wissen andre besser Bscheid, wir haben Hartwachsöl von Osmo genommen.



Annette hat recht,



ein geölter Holzfußboden zeigt sehr schnell Gebrauchsspuren. Hatte ich mir auch nicht so vorgestellt, das Öl nennt sich schließlich "FußbodenHARTöl" und da dachte ich es wird schon was aushalten. Pustekuchen. Unseres ist matt und daher kann wenigstens der Glanz nicht leiden, weil es gar keinen gibt. Übrigens: in der vorigen Wohnung hatten wir Buchen-Echtholz-Klickparkett, das zwei Kinder, zwei Katzen und einen Hund ausgehalten hat (die Tiere waren allerdings alle mehr draußen im Freien). Das Zeug kann wirklich eine Menge vertragen, aber es ist optisch nicht von Plastiklaminat zu unterscheiden, weil die werksseitige Lackschicht so dick ist. Also was wollt ihr: strapazierfähige, stets einwandfreie Oberfläche oder Echtholzoptik und -haptik, wozu eben auch Verschleiß gehört...
Gruß,
Uwe



Gebrauchsspuren



Hallo miteinander,
da muß ich meinen Senf dazugeben.
Einerseits werden Möbel künstlich "auf Antik getrimmt" und andererseits soll ein Fußboden auf ewig die Oberfläche eines polierten Möbelstückes haben.:-(
Mal ganz ehrlich gefragt: sind die Leute eigentlich noch ganz dicht???
Einen Fußboden tritt man mit Füßen, an einem Möbel wird mit allerhand Zaubermitteln herumpoliert.
Wie kann man von einem Weichholzboden, egal mit welchem "Hartöl" behandelt, verlangen, daß dieser vom Weichholz zum Hartholz mutiert?
Wer einen Holzboden möchte, was ich nur begrüße, der sollte sich auch auf die Eigenheiten des Werkstoffes Holz einlassen und nicht meinen, daß die Errungenschaften der Chemie daraus einen glasharten, ewig jungen und haltbaren Zauberbelag machen.
Den "unkaputtbaren" Bodenbelag habe ich noch nicht kennengelernt.
Das Entscheidende ist der tägliche Umgang mit dem Boden und die persönlichen Ansprüche, welche aber bei der Auswahl des Bodens bedacht werden sollten.
Gruüße Lukas
PS Ich möchte darum bitten, daß sich niemand persönlich angegriffen fühlt. Das war nicht meine Absicht. Ich mußte das nur mal so, und zwar so deutlich, loswerden.





@Lukas

kommt immer drauf an, wie (oft) man den Fußboden pflegt...

Früher wurde der wöchentlich gewienert *aufdemfußbodenrumrutsch*, schon deshalb sah er einigermaßen gut aus...

Ich persönlich hab auf meiner Baustelle andere Sachen zu tun als täglich den Fußboden zu saugen. So sieht er "leider" nun auch aus ;-). Kleine Dreckkrümel (an Schnuffis Pfoten) schmirgeln ganz schön (und momentan haben wir 15 Tonnen Sand vor dem Haus um den Hof zu pflastern - das macht das ganze nicht einfacher...)...

Trotz allem würd ich nie meinen Fußbodenbelag tauschen wollen... Aber ich kann auch verstehen, wenn es Leute gibt, die es einfach "schön" und "glänzend" haben wollen...

Ich denke mal, wenn man zumindest täglich den Boden saugt, dann entstehen nicht soooooooo übermäßig viele Kratzerchen. Gebrauchsspuren wird aber IMMER geben.

Grüße Annette



Es geht mir nicht um den Glanz oder um perfekte Oberflächen...



Kratzer, Riefen, Abnutzung etc. finde ich sehr charmant. Ich habe nur Bedenken, das bei einer dunklen Oberfläche eventuell bei jeder Macke sofort das helle Holz durchkommt. Ich habe auch nichts dagegen, jede Woche etwas Zeit in die Pflege des Bodens zu investieren, vor allem an den beanspruchten Stellen. Deswegen halte ich ja auch Öl bzw. Wachs für sinnvoll. Es wäre nur blöd, wenn wir den Boden nach wenigen Jahren komplett Abschleifen müssten, denn leider sind die Dielen nicht allzu dick. Unser Haus ist Baujahr 1927 und es sind noch sehr viele Original-Elemente (Türgriffe, Türrahmen, Wandfliesen etc.) erhalten. Auch dazu soll der Boden natürlich passen, und Dielen mit ungewollt rustikaler Landhaus-Optik tun das für meinen Geschmack nicht.





alte Dielen schlürfen so das Zeugs ein, mit dem man es streicht... Wir haben schon kein Hartwachsöl mehr drauf...

Von daher denk ich, wenn Ihr mit Pigmenten ölen wollt, dringen die tief ein. Ihr könntet dann ein bisschen "Pigmentöl" aufbewahren und 1 x im Jahr erneut auftragen, dann sieht man auch das helle Holz nicht durchkommen.



Verwirrung komplett



vielen Dank erstmal für die vielen Wortmeldungen. Wir haben uns jetzt im Fachhandel umgesehen, es gibt ja unglaublich viele Systeme und dann noch in den Systemen verschiedene Varianten.

Wir wollen jetzt auf jeden Fall farbig ölen, aber was kommt vorher/nachher?
Sollte man das farbige Öl zuerst nehmen, damit es möglichst tief einzieht, oder mit einem Grundieröl vorarbeiten?
Und was kommt oben drauf, Öl oder Wachs? Kann man Öl tatsächlich aufpolieren, wie es uns von Trip Trap gesagt wurde?

Was ist eigentlich der Nachteil beim Wachsen?