wie bekommt man Kieferndielen leicht gräulich?

12.07.2011



Hallo, unser Sommerbungalow bekommt einen unbehandelten Kiefernboden. Im Preis ist nun jede Form der Behandlung des Bodens beinhaltet. Wir wollten am liebsten, dass er recht weiß wird und dann matt lackiert wird. Das hat man uns auch als Farbbeispiel gezeigt.
Nun sagte der Bauleiter, dass er dies auf keinen Fall machen würde, da man wirklich alles sieht und er viel zu empfindlich ist. (Kinder, alle laufen mit Grasfüßen rein etc.).
Da wir aber einen Eicheesstisch und Eichestühle darin haben, finde ich einen normal geölten oder lackierten Kiefernboden nicht geeignet. Zu gelb, nicht harmonisch. Ich habe häufiger Kieferndielen gesehen, die leicht gräulich waren, nicht zu dunkel, dass sah auch sehr schick aus und machte einen robusten Eindruck.
Können sie mir sagen, wie man das schön hinbekommt? Welche Vorgehensweise und Materialien würden sie empfehlen, so dass er auch recht robust wird?
Der Boden ist nämlich auch im Küchenbereich, oder ein Rotweinglas wird mal umgekippt, all so etwas sollte er aushalten, man sollte nicht jeden Krümel sehen und trotzdem schön aussehen und nicht zu gelb sein. Durch ein Öl, durch wachsen, durch laugen, beizen? Danach lackieren?
Für einen Vorschlag wären wir sehr dankbar. Mit herzlichen Grüßen, M. Müller



Kein Lack -



-dann müsst Ihr auch nicht später schleifen, wenn die dünne Kunststoffschicht auf dem Holz verbraucht ist und das Wischwasser graue Streifen im darunter liegenden ungeschützen Holz produziert.

Ein weiß pigmentiertes Bodenöl reduziert die Vergilbung und gibt eine robuste Fläche. Wenn Ihr die Rotweinflecken nicht eintrocknen lasst, gibt's kein Nachspiel. Und alle Pflanzenfarbstoffe verschwinden sowieso wieder vom Boden, weil nicht lichtecht.

Komischer, aber sehr verbreiteter Zustand: Ein hartes Holz für die Möbel, ein weiches Holz für den Boden. Warum nehmt Ihr für die paar m² keine Eiche oder Esche?

Grüße

Thomas



vergrautes Holz



Hallo Maya, Holz vergraut recht schnell und natürlich unter dem Einfluß von Sonnenlicht. Einige Tage bis mehrere Wochen reichen aus um die Oberfläche vergrauen zu lassen. Wichtig wäre dann noch die Holzfeuchte. Die Dielen sollten vor dem Einbau etwa 10-12% Holzfeuchte haben.Ein Harttrockenöl ein bis zweimal aufgetragen löst auch das Behandlungsproblem. Auf das Harttrockenöl einmal Hartwachs, wahlweise Flüssigwachs dünn!! auftragen und der Fußboden wird perfekt.


Grüße aus Berlin Altglienicke

Werner Gensky



Nein,



Holz vergraut unter dem Einfluß von Sonnenlicht (wir reden hier von einem Holzboden im Innenbereich!) ganz und gar nicht. Was für ein Märchen.

Holz gilbt, wenige Holzarten werden heller, die meisten dunkler, nie grau. Wer's nicht glauben will, Leiste sich "33 Farbtafeln Parkett, Nadel-, Laub-, Exotenhölzer vor und nach UV-Bestrahlung" von Walter Pitt.

Da ich im Frühjahr in Köpenick eine Esche verlegt habe, die immer noch nicht grau ist, bin ich mir felsenfest sicher, daß auch in Berlin, wo fast alles anders ist als im Rest des Landes, dieses zumindest nicht aus der Reihe tanzt.

Im Übrigen gilt für Parkett wie für Dielung eine Einbaufeuchte von 9% als regelrecht.

Grüße

Thomas



Kieferdielen robust machen...



... zur Vollständigkeit auch hier die Antwort:

Kiefer ist erst mal ein weiches Nadelholz. Das lässt sich kaum ertüchtigen - besonders wenn die Kinder vom Garten kommen oder gar noch eine Katze oder ein Hund die Pfoten wetzt oder der Eichenstuhl ungeschützt verschoben oder gekippelt wird.

Und damit wird jedes Pigment das Ihr auftragen werdet an solchen Stellen auch wieder abgearbeitet. Und jede Nachbehandlung wird die entstandenen Farbunterschiede verstärken.

Wenn das für Euch in Ordnung ist, dann könnt Ihr ein Pigmentöl nehmen und mit Finish-Öl endbehandeln.

Bei Lack kann die Schicht auf Kiefer recht schnell aufbrechen.

Ich würde das Holz eher mit normalen Parkettöl - Fußbodenöl behandeln und mich an dem Anblick gewöhnen. Holz passt eigentlich immer zu Holz und eine Eiche kann man sehr wohl zu einer Kiefer sehen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



lauge ist meine top-alternative zu lack auf holz



ich weiss ja nicht, ob das was für euch ist, aber ich schwöre auf holzbehandlung mit lauge. das ist sehr kostengünstig und die holzfarben sind gedeckt und matt (hellgraubräunlich bei kiefer). das laugen ist eine mittelalterliche holzbehandlungstechnik, die in skandinavien immer noch angewendet wird. der holzfussboden wird verlegt und danach mit der Lauge abgeschrubbt - und fertig. die lauge löst die holzharze, die das haften des schmutzes am holz bewirken. wenn die harze weg sind, ist das holz wesentlich glatter und schmutzabweisender - ohne lack, Beize o.ä.
je nach geldbeutel kann man die lauge aus selbst gesiebter holzasche und wasser bereiten, aus haushaltssoda, manche nehmen auch rohrreiniger (natriumhydroxid, danach aber bitte mit essig neutralisieren) oder auro holzseife (inhaltsstoffe: Wasser, Kaliseifen, Alkohol, Sonnenblumenöl, Palmkernöl, Kokosfett, Sojaöl, Glycerin, Citrate, Pottasche, Rizinusöl, Rapsöl). ich habe meinen schlafzimmerfussboden damit behandelt und sämtliche alte türen im haus - bin sehr zufrieden. festhaftendem schmutz rückt man immer wieder mit der lauge zu leibe. man wiederholt sozusagen die holzbehandlung mit jeder bodenreinigung.
am besten gefällt mir dabei die unaufdringliche Farbe und oberfläche. für mich ist es DIE alternative zu klarlack, dessen erscheinungsbild und farbspektrum mich total annervt.



@alice:



Hättest du Fotos?

Würde mich echt interessieren, wie das rauskommt.

Gruss, Boris



Naja,



das Laugen ist ursprünglich wohl eher eine Reinigungstechnik, als eine abschließende Oberglächenbehandlung. Fakt ist, daß gelaugte Böden fleckanfälliger und pflegeintensiver sind. Die Wasseraufnahme des Holzes wird kaum gebremst.

Wer seine Böden hell haben will, kann aber durchaus zu einer weiß pigmentierten Lauge greifen. Für mich ist das aber nur eine Vorbehandlung. Danach sollte ein weiß pigmentiertes Fußbodenhartöl mehrfach aufgetragen werden. Die Böden sind somit weitaus besser geschützt.

Die mehr an der Oberfläche verbleibenden farbintensiveren Pigmentöle mit höherem Harzanteil würde ich nur eingeschränkt da verwenden, wo weniger Abnutzung gegeben ist, und eine regelmäßige gründliche Pflege gegeben ist.

"holzharze, die das haften des schmutzes am holz bewirken. wenn die harze weg sind, ist das holz wesentlich glatter und schmutzabweisender"

Das halte ich für einen Irrtum. Außer bei stark kieniger Kiefer (die sowieso im Dielenbereich nichts verloren hat), konnte ich weder bei Kiefer noch bei anderen Holzarten, unbehandelt oder unter Öl, eine Schmutzbindung beobachten, die mit unausgewaschenen Oberflächenharzen zu tun hat. Im Gegenteil, Harze schützen das Holz. Die Glätte des Holzes hat mit vorhandenen oder abwesenden Harzen nichts zu tun.

Grüße

Thomas





@ boris,
im moment kann ich keine fotos machen, bin gerade nicht zu hause. aber in einer woche schon.