"Buchenholz im Außenbereich"

29.12.2008



In der heutigen Ausgabe unserer Tagezeitung (Göttinger Tageblatt) war in der Rubrik "Wissenschaft & Wetter" (heißt wirklich so ;-)) ein Bericht mit folgender Überschrift zu lesen:

"Buchenholz für den Außeneinsatz fit gemacht"

Als Einleitung:

"Feuchtigkeit und Fäulnis greifen viele Holzarten an. Forscher von der Abteilung Holzbiologie und Holzprodukte der Universität Göttingen haben Verfahren entwickelt, die Holzarten witterungsbeständiger machen."

Und weiter:

Ein Hintergrund dieser Forschung ist, "...einen Beitrag zum Schutz der Tropenhölzer zu leisten und die nachhaltige Waldwirtschaft in Deutschland zu fördern."

Da der Außeneinsatz von Hölzern auch hier immer ein Thema ist, könnte das möglicherweise für geneigte Holzwürmer unter der Leserschaft interessant sein.

Mehr dazu unter:

Buchenholzmodifizierung



Gruß
Martin





Das ist aber nicht neu...
da geht es um die thermische Behandlung von Hölzern...
böse Zungen behaupten,- das Holz wird dadurch abgetötet... :-)

Ich mag das Zeug nicht... :-) ...es riecht Anfangs sehr unangenehm, ist spröde und verliert durch die Behandlung auch an Festigkeit...

Grüße,
Peter



Buchenholzmodifizierung



Das scheint sich hier NICHT um eine thermisches Verfahren zu handeln:
(aus http://www.buchenholzmodifizierung.de/holzmodifikation.html)
[...]
Vorangegangene Untersuchungen an Kiefernsplintholz haben gezeigt,
dass eine chemische Holzmodifizierung mit N-Methylol-Verbindungen
den Abbau durch holzabbauende Pilzen sowie die
Dimensionsstabilität des Holzes erheblich verbessert.
In ausgewählten Laborversuchen wurde im Rahmen des laufenden Projektes überprüft,
in wie weit Ergebnisse aus Untersuchungen an Kiefern auf Buchenholz übertragbar sind.
Buchenholz wird aufgrund veränderter waldbaulicher Ziele in Zukunft in deutlich höheren Mengen anfallen,
kann jedoch aufgrund seiner äußerst geringen Dauerhaftigkeit und ungenügenden weiteren Holzeigenschaften
für Außenanwendungen nicht eingesetzt werden.
Zur Überprüfung der Anwendbarkeit des Holzmodifizierungsverfahrens „Holzvernetzung“ auf Buche
wurden die Lösungsmittelaufnahme sowie die Menge und der Fixierungsgrad der Lösung im Buchenholz untersucht
und die Zunahme der Dauerhaftigkeit und der Dimensionsstabilität quantifiziert.

Das Vernetzungsmittel wird bei dem Verfahren im Wechsel von Vakuum und Druck
in herkömmlichen Behandlungsanlagen eingebracht und anschließend in Heißdampftrocknern
zur Reaktion mit der Holzzellwand gebracht.

Die Ergebnisse zeigen, dass eine Holzvernetzung mit Buche grundsätzlich möglich ist.
Insbesondere werden eine deutliche Verbesserung der Dimensionsstabilisierung
und eine Erhöhung der Dauerhaftigkeit gegen holzabbauende Pilze durch die Holzvernetzung erreicht.
Das erheblich reduzierte Quell-Schwindvermögen des modifizierten Buchenholzes
führt im Verlaufe der Außenbewitterung zu einer deutlichen Abnahme von Rissen im Holz.
Hierdurch wird die Oberflächenhaftung von Lack- und Beschichtungssystemen erhöht
und Niederschlagswasser kann weniger stark ins Holz eindringen,
was zu einer verbraucherfreundlichen Verlängerung von Pflege- und Wartungsintervallen führt.
Darüber hinaus führt das im gesamten Holzinneren vorhandene Holzmodifizierungsmittel zu einer Vernetzung
und Blockierung der für eine Anlagerung von Regenwasser geeigneten Reaktionsstellen im Holz,
so dass das Holz auch nach längeren Feuchtperioden trockener bleibt
und so die Lebensbedingungen für holzabbauende Pilze deutlich herabgesetzt werden.
[...]

Viele Grüße,
Philipp Kawalek





>in Heißdampftrocknern
zur Reaktion mit der Holzzellwand gebracht.<

Ist das nicht thermisch?

Grüße,
Peter





Dann ist der Holzstaplel in der Sonne auch thermisch behandelt.

Aus wiki zusammengebastelt:

Bei der Acetylierung werden die Hydroxylgruppen der Cellulose und der Hemicellulose mit Essigsäureanhydrid acetyliert
und dadurch die Bindung von Wasser in der Zellwand weitgehend verhindert.
Die Reaktion vollzieht sich mehrstufig unter erhöhten Temperaturen und hohem Druck.
Schließlich wird das Holz mit Dampf gewaschen und anschließend getrocknet.
Acteyliertes Holz kommt vor allem im Außenbereich zur Anwendung.

Bei der thermischen Modifizierung wird das Lignin denaturiert.
Chemisch handelt es sich bei TMT um das Ergebnis einer Teilpyrolyse in sauerstoffarmer Atmosphäre.
Es werden für etwa 24-48 Stunden Temperaturen von 170°C bis 250°C eingesetzt.
Ein wichtiger Nachteil der Thermobehandlung ist die Abnahme der Biegefestigkeit
und damit eine Verringerung der Tragfähigkeit des Holzes.

Glaube schon,
daß daß das einen Unterschied macht,
Sauerbraten vs Karamellbonbon.

Viele Grüße,
Philipp Kawalek



Ein interessantes Verfahren.



Schaun wir 'mal, was daraus wird.

Grüße

Thomas