Hausbockbefall in altem Bauernhaus in Brandenburg




Hallo, wir interessieren uns für ein altes Bauernhaus, das offenbar Hausbockbefall im Dachboden aufweist. Kann uns jemand eine Empfehlung für einen guten Spezialisten im südlichen Land Brandenburg geben? Sollte man den Schaden von einem Zimmerer oder aber erst von einer Schädlingsbekämpfungsfirma einschätzen lassen? Leider hängt ja unsere Kaufentscheidung davon ab ... und daher ist richtiger Rat hier sicher teuer :-( und sollte auch wirklich "ins Schwarze treffen". In anderen Regionen werden auch kostenfreie Begutachtungen angeboten, weiß vielleicht jemand, ob es dies in dieser Region auch gibt?
Vielen dank für jede Antwort! Thomas





Hallo,
der Hausbockbefall ist nicht ohne. Zumeist sieht man von außen dar nichts, da der Hausbock seine Gänge nur bis ganz knapp unter die Oberfläche des Holzes frißt. Er läßt eine dünne Außenschicht stehen. Deshalb sollten die Blken auf jeden Fall abgebeilt werden um zu sehen wie tief der Befall in den Balken eingedrungen ist. Reicht er tief in´s Holz (mehr als 1/3 der Holzdicke), ist die Statik unter Umständen nicht mehr ausreichend und es hilft nur eine Erneuerung des Dachstuhles. Ist er nur oberflächlich, kann eine Schädlingsbekämpfung (mit Heißluft oder Chemie) helfen. Ich hatte vor 15 Jahren mit diesem Problem zu tun und habe 5 Fachfirmen gefragt und von jeder eine andere Antwort bekommen. Da ich keine Kinder habe (und das Haus nicht vererben werde) und da der Befall nur ein paar cm in die Tiefe ging und von irgendeinem Vorbesitzer eine Behandlung erfolgt war (Bohrlöcher zum tränken mit Giftstoffen sichtbar), entschied ich mich gegen eine Dachstuhlerneuerung. Bis heute ohne Probleme - toi,toi,toi



Den Bock zum Gärtner machen


Hausbockkäfer 5

Hallo Thomas

Der erste Schritt wäre festzustellen ob der Hausbock noch aktiv ist. Wirklich differenzierte Aussagen wirst du nur von einem Holzschutzsachverständigen bekommen.

Ohne die Fähigkeiten der Zimmerleute schmälern zu wollen, sind diese mit der Frage oft überfordert.
Bei einer Fachfirma ist die Aussage zwar meist gratis, aber eventuell von Geschäftsinteressen geprägt. Diese kostenfreien Begutachtungen haben daher u.U. auch so eine Schattenseite. Also, dies mußt du dann selbst abwägen.

Wenn du einen Holzschutzsachverständigen aus der Region brauchst, solltest du mir die genaue Postleitzahl nennen, dann kann ich in den Listen einen Spezialisten raussuchen.

Gruß

L. Parisek



In der Fachliteratur wird angegeben, daß der Holzbock altes Holz selten bis nicht befällt,



und aus meiner Praxis kann ich das bestätigen. Also Befallstellen etwas Freilegen und nach Befall suchen.

Entscheidend ist eben die Frage, ob der vorhandene (Alt?-)Befall die Tragfähigkeit wesentlich eingeschränkt hat (gibt es darauf Hinweise wie gelöste Holzverbindungen, Durchbiegungen, Brüche) oder nur ein bißchen Splintholz am Rand angeknabbert. Daraus können dann konstruktive Maßnahmen oder eben keine abgeleitet werden.



Der "gebildete Käferfreund"



Als erfahrener Holzschutzspezialist und "gebildeter Käferfreund" muß der Herr Architekt K. Fischer in disem Fall aber darauf hinweisen, dass bei einer solchen Untersuchung die Gefahr einer Infektion mit "Lyme-Borreliose" bzw. "Frühsommer-Meningoenzephalitis" besteht. Denn der Holzbock Ixodes ricinus ist einfach nicht zu unterschätzen.

Was dies allerdings mit dem Befallsspuren des Hausbocks zu tun hat, bleibt mir vollkommen verborgen. Auch nach intensiver Suche in der zitierten "Fachliteratur", konnte ich keinen Hinweis darauf finden, dass der Holzbock Konstruktionsholz befällt.

Das Problem bei altem, vom Hausbock befallenen Holz ist einfach, dass der arme Kerl einfach nichts anderes zu fressen hat. Ernährung und Fortpflanzung ist nach allen bisher vorliegenden Untersuchungen grundsätzlich möglich. Aber es ist natürlich grundsätzlich richtig:
Neues Holz wird bevorzugt

Ich war am Samstag früh gerade erst an einem Untersuchungsobjekt, ein wunderschönes, im Jahre 1996, saniertes altes Haus mit sehr alten Hölzern. An den Balken wurde damals kein Befall festgestellt. Nun nach dem Einbau neuer Hölzer und der Fertigstellung sind in den neuen Holzbauteilen die an den alten Balken anliegend, deutliche Fraßgeräusche zu hören. Die Situation ist natürlich eine mittlere Katastrophe für die Leute, denn an die Hölzer kommt man inzwischen nicht mehr heran. So weit zur Einschätzung der Gefährlichkeit eines "geringen" Befalls in alten Hölzern.

Also lieber Thomas, mach keine Experimente. Bei einem Fehlschlag mußt du selber zahlen und nicht die Ratgeber.

Gruß

L. Parisek



Schade, dass der Hausbock



keine Fachliteratur liest. Dann würde er wissen, dass er altes Holz nicht befallen darf. So finden wir ihn - als Neubefall - in 50, 80 und 100 Jahre altem Holz.

Wenn er nicht liest, vielleicht erzählt es ihm einmal jemand!?



Hat doch noch keiner probiert...



... Verbotschilder für Holzschädlinge aufzstellen :-) vielleicht sind sie ja klüger als wir denken.
Dann gibt es noch doie Mär vom tickenen Wecker der im Gebälk aufgestellt die Viecher so rammdösig machen soll, das sie vor Verzweiflung das Fressen vergessen sollen um dan elendlich zu Verhungern :-)
Hat das mal wer probiert? Bei nem Verbockten Schrank habe ich es mal gemacht. Wecker drauf, Ruhe war, wie Lange weis ich nicht, habe den Schrank ohne Wecker verschenkt. Ich vermute mal eher das die Viecher dann im Weckertakt fressen und man sie dadurch nicht mehr hört.
Ach so der Schrank war auch rund 200 Jahre alt, und meine begeisterung über den verbotenen Bockbefall hielt sich in Grenzen.
Gruß
Hartmut





Schädling ist nicht gleich Schädling

Leute, Leute, ihr verwechselt Kuchen backen mit Pobacken. Es gibt diverse Holzschädlinge (mehr als man denkt). Hier ein kleiner Überblick:

Der Hausbock - durch seine Größe und Gefräßigkeit der gefährlichste Schädling im Haus. Die Larven sind beim Schlüpfen ca. 2 mm lang, im ausgewachsenen Zustand ca. 2 - 3 cm. Die Fraßgänge sind ähnlich groß wie bei der Holzwespe. Die Insekten befallen nur Nadelholz. Die Weibchen legen bis zu 400 Eier in Holzrisse ab. Gefährdet ist in erster Linie der Splint des für Dachstühle, Fachwerk, Fußböden und Türen verwendeten Holzes. Teile mit kleinerem Querschnitt werden nur ausnahmsweise befallen. Die Entwicklung dauert 3 - 6 (manchmal bis zu 10) Jahre und in dieser Zeit frißt er tägich bis zu 50 mg Holz.Er bevorzugt trockenes Bau- und Konstruktionsholz mit größerem Durchmesser.

Der GEWÖHNLICHE Nagekäfer - wir auch Klopf- oder Pochkäfer (früher auch Totenuhr, in der Umgangssprache als Holzwurm bekannt) genannt. Auch er schreckt vor trockenem, sogar recht altem Holz nicht zurück. Bei ihm geht die Holzzerstörung langsamer als beim Hausbock. Er legt seine 20 - 40 Eier in Holzteile aus Nadel- und Laubholz. Die Fraßgänge sind klein, meist ca. 1 mm breit. Dieses bis zu 5 mm lange und dunkel gefärbte Insekt kommt häufig in Möbeln, Treppen, Holzverkleidungen, Kunstwerden und Holzgeräten vor, selten im Dachgebälk.

Der SPLINTHOLZKÄFER, auch Parkettkäfer genannt ist 3 - 6 mm lang. Er befällt vorrangig die Splintholzteile von Laubholz. Die Larven stellen sehr geringe Ansprüche an die Feuchtigkeit und entwickeln sich schon ab 7 % Holzfeuchte (Möbelholz hat eine Feuchte von ca. 10 - 12 %). Die Fraßgänge verlaufen meist in Fasserrichtung, das Frühholz wird vollständig zerstört. Die Entwicklungsdauer beträgt 1 - 3 Jahre. Ein Befall wird häufig erst mehrere Jahre nach der Fertigstellung der Holzbauteile sichtbar.

Die Holzwespe - wird mit frischem Bauholz (Nadelholz) in´s Haus gebracht. Die 4 cm langen Wespen können mit dem Holz verbundene Stoffe wie Folien, Teppiche, sogar Bleiabdekungen durchnagen. Die Fluglöcher sind rund, ihr Durchmesser ca. 4 - 7 mm. Auch sie schlüpfen erst nach mehreren Jahren und das Holz ist dann oft unerreichbar eingebaut.



Vielen Dank



für die ausführlichen Antworten - besonders die Beschreibung des neuen Befalls von inzwischen nicht mehr zuggänglichen Bereichen hat meine ärgsten Befürchtungen bestätigt; ich hoffe, davon bleiben wir verschont.

Also doch besser schon jetzt einen Holzschutzfachmann mit ins Boot nehmen? Uff, wenn wir dann aufgrund der eingeholten Meinungen NICHT kaufen, wird das finanziell wahrscheinlich hart, aber, naja, besser vor dem Schaden klug sein als danach, das stimmt schon.

@ L. Parisek: Das Haus steht in der Nähe von Golssen, PLZ 15938. Ich würde mich freuen, wenn Sie mir jemanden aus Ihrer Liste nennen könnten!

VG, Thomas



Begriffsklärung: Hylotrupes bajulus -



"Hausbockkäfer, Hausbock, "Holzbock"" [D. Grosser: Pflanzliche und tierische Bau- und Werkholz-Schädlinge, Nr. 4.1.3.1 Trockenholzinsekten, S. 96ff]. ... "Von praktischer Bedeutung ist die Feststellung, daß altes Holz wohl nur in Ausnahmefällen befallen wird. ... Während die Befallswahrscheinlichkeit in etwa 10 bis 30 Jahre alten Häusern und entsprechend alten Dachverbandhölzern am größten ist, wird sie bei 160 bis 180 Jahre alten Gebäuden praktisch gleich Null. Umfangreiche Erhebungen in Dänemark ... ergaben, daß bereits über 100 Jahre altes Bauholz in der Regel nicht mehr als Nahrungsgrundlage für die Hausbocklarven geeignet ist und daß ein Befall rasch wieder erlischt, wenn derartiges Holz dennoch befallen wird. Durchschnittlich kann bei 50- bis 60jährigem Holz mi einem beginnenden Absterben der Hausbockbefalls gerechnet werden. ..." usw.usf.

Betr. Parkettkäfern stelle ich mir die Frage, ob der überhaupt ein typischer Dachbodenbewohner sein kann - im Grosser lese ich das anders und selbst habe ich ihn dort noch nie gefunden - im Eichenparkett jedoch schon.

Fazit: Bin mal gespannt, ob sich wirklich lebende Larven von was auch immer auffinden. Daß eine fachmännische Untersuchung gut ist, steht ja nicht zur Debatte.



Details



@ gebildeten Käferfreund & Architekten K. Fischer

Schon bemerkt das der "Holzbock" bei Prof. Grosser in Anführungszeichen steht ?

Erklärung laut Aussage Prof. Grosser:
In der Liste als Pseudosynonym aufgeführt, weil "Laien" im Gegensatz zu Entomologen, Holzschutzspezialisten und "gebildeten Käferfreunden" dies oft verwechseln.


Ich empfehle dem "gebildeten Käferfreund" des weiteren die aktuellen DIN Kommentare (Beuth Kommentare "Holzschutz" Berlin 1998 S 95ff)zu lesen. Darin werden die von ihm zitierten Angaben schon wieder relativiert.

Auch sind die Angaben insofern sehr genau zu lesen, als es hier um den "vorbeugenden" Schutz "alter" Hölzer geht. Dies bedeutet, dass der Befall im alten Holz natürlich auch zu bekämpfen ist. Zusätzlich sind neu einzubauende Konstruktionshölzer natürlich entsprechend ihrer Gefährdung zu schützen.

Aber was erzähle ich dies einem versierten Sanierungsfachmann und gebildeten Käferfreund wie Herrn Fischer. Dies ist ihm bestimmt bereits bekannt, genauso wie der grundlegende Unterschied zwischen einem "Holzbock" und einem "Hausbock".

Gruß

L. Parisek



Ist das jetzt "Ignorieren"?



Einen kleinen Verbesserungtip habe ich auch auf Lager:

Wo steht das?:

"Unser versierter Fachbetrieb hilft Ihnen
bei allen Problemen des Holzschädlings
befalls weiter.

Sei es ein Befall Ihres Dachstuhls mit
dem Hausbock (hylotrubes bajulus),
Ein massiver Befall durch den Echten
Hausschwamm(serpula lacrimans) in
der Deckenkonstruktion oder anderen
Problembereichen."

Was würde der Lateinprofi hier anders schreiben? Auf die anderen Rechtschreibkorrekturen wollen wir hier verzichten.

PS. Darf ich hier nicht im Volkston jargonieren? Mal nachschlagen bei "Beckmesserei"! Und auf http://www.fachwerk.de/sitemap/Holzbock.html



Rechthaberei



Das Ausmaß männlicher Rechthaberei (mit Klugscheisserei beschönigend umschrieben) nimmt hier ein unerträgliches Ausmaß an. Warum fällt es eigentlich so schwer mal zu sagen: "sorry, mein Fehler"? Umgekehrt denke ich auch, dass es unnötig ist aus einer sprachlichen Ungenauigkeit einen riesigen Akt zu machen - aber irgendwer fühlt sich halt immer provoziert.
Schade dass es immer weniger um Inhalte geht.



Äußerlichkeiten


DHBV Sachverständige

@ Lateinprofi K. Fischer

Mögen mir zwar immer wieder Form- und Rechtschreibfehler unterlaufen, so lege ich doch sehr erheblichen Wert darauf, dass meine Inhalte nährende Substanz haben.
Entsprechende "Verbesserungstips" in die Gegenrichtung verkneife ich mir daher.



Ansonsten zurück zu den Inhalten der Frage:

@Thomas
Ruf doch einmal folgenden Sachverständigen mit den besten Grüßen von mir an:

Name:
Flohr
Vorname:
Ekkehard
Titel:
Dipl.-Ing.
Firma:
Flohr, Ekkehard Ing.-Büro GmbH
Adresse:
An der Hohen Lache 6
PLZ 06846
Stadt Dessau
Telefon:
0340-6611884
Telefax:
0340-6611885
Qualifikationen:
- Sachkundennachweis bekämpfender Holzschutz
- Zertifikat Bauwerksabdichtung mit TÜV-Prüfung
- KMB-Schein (Qualifikationsnachweis Abdichten mit
kunststoffmodifizierten Bitumendickbeschichtungen)
- Zertifikat Injektionstechnik mit TÜV-Prüfung
- öffentlich bestellter u. vereidigter Sachverständiger
- DHBV-Sachverständigenkreis

Ansonsten kannst du auch im rechts angezeigten Fachverband (mit der Maus darüber fahren) nachfragen.

Gruß

L. Parisek



Danke für die Hilfe



das werde ich gern tun!



Sind in der gleichen Situation!!!



Wir stehen auch kurz vorm Kauf (Notartermin steht bereits, Ende nächster Woche) eines alten Hauses (v. 1912) mit Holzbock-Problem. Lt. einem Zimmermann (vom Makler beauftragt) sei dies kein größeres Problem, bedarf aber einer Behandlung (Gift??): KV von 780 Euro. Dies war der Architektin zu vage und ungewiss (zum Glück). Sie hat einen Sachverständigen zu Rate gezogen. Besichtung war heute! Resultat: aktiver Holzbock im Dachstuhl der mit der Heizmethode bekämpft werden muß. Kosten ca. 7-8T Euro.....!!!!!
Allerdings ist die Statik OK. (Statiker kommt aber morgen noch).
Kosten übrigens für den Sachverständigen 230 Euro - aber das war es uns wert!!! Wir werden jetzt versuchen den KP entsprechend runterzuhandeln, da Holzbockbefall doch einen groben Mangel darstellt. MfG, Nadja



Sachverständige



Hat der Sachverständige auch eine Sanierungsfirma, oder war es ein unabhängiger?
Die Kosten erscheinen mir extrem hoch, aber vielleicht ist es auch ein riesiger Dachstuhl?
Wurden andere Möglichkeiten erörtert, wie z.B. eine Vollsparrendämmung mit Zellulose, die verhindert, dass der Bock nach dem Schlüpfen zur Paarung und Eiablage kommt.



Unabhängiger Sachverständiger



Danke Herr Stasch für ihre Antwort, die mir den Tag doch erträglicher macht, nach der Aussage heute morgen. Nein, es wurden keine Alternativen vorgeschlagen (aber gut zu wissen, auch daß die Kosten zu hoch sind). Es handelt sich hierbei um 2 Dachstühle: 1 x Stall/ Scheune (ca. 60 qm) in dem die Balken alle frei liegen, sowie das Wohnhaus, welches kernsaniert wird, somit der komplette Dachstuhl freigelegt (ca. 75 qm), und dadurch ebenso gut zugänglich wird.
Nichts destotrotz war die Aussage vom Sachverständigen erstmal gar nicht so verkehrt, als Ansatz für die Kaufpreisverhandlungen. Wenn wir dann weit unter dem veranschlagten Preis für die Behandlung liegen - umso besser. MfG und Danke!



Kosten


Hausbock (Hylotrupes bajulus)  hier die Larve

@ Hallo lieber Rainer

Ich verstehe nicht ganz, warum du die Kostenrechnung des Sachverständigen ohne weitere Überprüfung als "extrem hoch" einstufst.
Meine Gutachten haben eine ungefähre Spanne von 250 - 3500 Euro.
Du siehst, Gutachtenkosten sind sehr relativ. Mein Stundensatz von 65 Euro orientiert sich z.B. an die Honorargruppe 4 nach §9 JVEG. Es fragt sich einfach, was für eine Leistung dahinter steckt. Die pauschale Aussage "extrem hoch" halte ich daher für wenig dienlich, da sie hier nur verunsichert.


Deinen guten Vorschlag der Vollsparrendämmung mit Zellulose gebe ich auch immer wieder gerne. Meiner Ansicht nach, ist dies allerdings nur eine ergänzende Maßnahme für kritische Bereiche und ersetzt keine sachgerechte Bekämpfung.

Gruß

L. Parisek



Holzbock, Holzwurm



Guten Tag

Ich habe gerade diese Seite entdeckt. Wir wohnen in einem alten Bauernhaus, in der Schweiz. Gestern habe ich einen für meinen Geschmack grossen Käfer unterhalb des Fenstersimms an der Fassade gesehen. Mir kam dieses Vieh grausig vor und ich suchte mal im Internet. Als ich anhand der Bilder sah, dass es sich um solch einen Holzbock handelte, ahnte ich schlimmes.
Nun muss ich sagen, was ich hier schon alles gelesen habe bringt mich zur Verzweiflung. Heute Morgen als ich dann aufstand, hand ich insgesamt 5 Käfer in verschiedenen Zimmern, die nach der Beschreibung auch Holzböcke sein könnten. Unser Haus (wir sind bloss in Miete) hat sehr viele Holzwurmlöcher und auch alte Balken mit Rissen. Bitte bitte helft mir was soll ich tun.

Gruss aus der Schweiz
Piroschka



Panik



Keine Panik Piroschka !

Erst sollten wir uns vergewissern ob dies wirklich der Hausbock ist.
Also: Ein flächenfüllendes Foto vom Käfer machen und hier in das Forum oder irgendwo ins Netz reinstellen. (Verstehe meine Vorsicht bitte nicht falsch, aber man kann den Kerl doch mit einigen anderen Bockkäferarten verwechseln.)
Dann können wir bestimmen, ob es sich tatsächlich um den Hausbock handelt und gemeinsam weitere Schritte überlegen.

L. Parisek



Kosten @ Herrn Parisek



Hallo Herr Parisek, ich denke Herr Stasch bezog sich auf die Kosten für die Heißluftbehandlung des Dachstuhls. Die wurden uns mit 7-8T Euro vom Sachverständigen genannt. Sehen Sie das ähnlich? Ca. 60 & 75 qm - Dachstuhl - freigelegt.
Bzgl. des Gutachten-Honorares gibt es sicherlich Unterschiede. Wir hatten in unserem jetzigen Haus einen Gutachter für 50 Euro, der Gestrige für den Altbau stellt 230 Euro in Rechnung - für die gleiche Leistung (30 min. Begutachtung mit Schraubenzieher, wobei er vorher eigentlich eine Zeitspanne von 2 Std angegeben hatte).

MfG
Nadja





Hallo nochmal

Also den grossen "Käfer" den ich gestern sah, kann ich natürlich nicht mehr vor die Linse kriegen, der ist weg. Ich muss aber sagen er sah wirklich so aus wie auf deinem Foto. Ich hatte Ihn lange angesehen, weil es aussah als habe er hinten einen Stachel. Die kleinen die ich heute fand, da muss ich erst auf meinen Mann warten denn ich kann bei meinem Computer keinen Cam oder Cards anhängen,reinstecken.

Gruss
Piroschka



Kosten


Heißluft in der Anwendung

@Nadja

Die Kosten der Heißluftbehandlung erscheinen auch mir sehr hoch.
Nachdem wir auch wir diese Verfahrenstechnik anbieten, zeigt unsere Erfahrung aber auch, dass es hier erhebliche Qualitäts- und Preisunterschiede gibt.
Hier müssen die Angebote genau geprüft werden. Vielleicht hat sich der Sachverständige aber einfach in den Kosten verschätzt.

Gruß

L. Parisek



@L. Parisek



das war ein Misverständnis Herr Parisek! Ich meinte die Sanierungskosten, und die Fragerin hat es auch so verstanden.
Nebenbei: Eine Gutachten für 250 Euro erscheint mir echt billig, wenn ich bedenke: An-/ Abfahrt, Vor Ort, Recherche, Auswertung, Gutachten verfassen, Fotos bearbeiten, Kopien, Porto, Binden des Gutachtens etc. pp.



Holzbock, Holzwurm



Ich schon wieder

Also, ich kann zwar immernoch keine Fotos raufladen aber ich habe einen Käfer in einem Glas gefangen und bin zu meinem Mann gefahren. Der kennt sich sehr gut aus mit so sachen und er meint, dass es sich wirklich um den Holzbock handle. Ich werde natürlich unserem Vermieter bescheid sagen und sehen, dass ich einen Schädlingsbekämpfer in der nähe hab. Was ratet Ihr mir.

Gruss Piroschka



Schweizer Böcke



Liebe Piroschka

Lass dich doch erst einmal von einem örtlichen Schädlingsbekämpfer beraten und berichte uns dann. Wir können uns dann über die Aussagen und Empfehlungen hier im Forum weiter Gedanken machen.

Gruß
L. Parisek





hallo piroschka,
du hast geschrieben, das du in verschiedenen Zimmer Käfer gefunden hast. nur im Obergeschoss oder auch im untergeschoss. dann könnten die larven auch in den Deckenbalken sein.
bei der schädlingsbekämpfung gibt es eigentlich zwei unterschiedliche verfahren.
einmal mit heissluft: vorteil - keine giftigen (auch für menschen schädliche) ausgasungen aus dem holz. nachteil - das Holz kann wieder befallen werden. der nachteil kann durch einen vorbeugenden und giftfreien Anstrich der hölzer behoben werden.
zum anderen mit einer "druckbetankung" der hölzer mit gift: Vorteil - billiger als heissluft und nie wieder holzschädlinge. nachteil - gesundheitliches risiko für die menschlichen bewohner des hauses.
wenn die deckenbalken befallen sind wird es richtig "spassig". Da ihr jedoch nur Mieter seid ist das eigentlich nicht euer problem - oder hängt ihr sehr an dem haus?
ich hoffe euch etwas weiter geholfen zu haben. die entscheidung liegt letztendlich bei euch bzw. dem vermieter.





Hallo Odermann

Ich habe diese Käfer im ersten, zweiten und dritten Stock gefunden und finde sie weiterhin. Vorwiegend wenn es draussen über 25 Grad hat. Sobald es kühler wird, werden die Käfer auch weniger. Wo die Käfer genau herraus fallen (Wände, Decke, Deckenbalken) weiss ich nicht man hört es aber wenn man gerade in der nähe steht. Ist es eigendlich normal, dass dies Käfer wenn sie dann drausen, also aus dem Holz sind ziemlich schnell sterben? Ich habe im zweiten Stock drei Ovale Löcher, eines grösser als das andere gefunden. Das dritte ist allerdings wieder geschlossen worden mit Holzstaub. Diese Löcher sind in einer tragenden Zimmerwand mit den Originalen Balken. Im Keller ist ein stütz Balken durch den Deckenbalken durch und bei dem Deckenbalken könnte man mit dem Daumen ein Loch rein drücken.
Ob wir an dem Haus hängen? Gute Frage, wir sind erst im April eingezogen und eigendlich haben wir uns super eingelebt. Wir wussten von Anfang an, dass dies und das gemacht werden muss, bloss mit dem haben wir nicht gerechnet. Und der Vermieter ist leider in allem was das finanzielle angeht nicht gut zu sprechen.

Gruss Piroschka





Hallo Piroschka,
das hört sich nicht gut an.
Den Vermieter würde ich auf jeden Fall über die Käfer informieren, da es sich um ein grundlegendes Problem zur Erhaltung des Hauses und zur Sicherheit der Bewohner des Hauses handelt. Egal ob er etwas unternimmt oder nicht.
Für sie (als Bewohner) wäre es ratsam einen Fachmann zu fragen wie tragfähig die Balken noch sind. Rein aus Sicherheitsgründen, denn ein starker Hausbockbefall kann richtig Schaden anrichten und ein Haus baufällig fressen. Er frisst oft einen großen Teil der Balken weg, ohne das die Oberfläche beschädigt wird. Man sieht nur die (meist ovalen und recht großen) Ausfluglöcher. Wie sie schon bemerkt haben, kann man in den Balken dann mit dem Finger Löcher reindrücken - das heisst die Statik des Balkens ist, durch den verminderten Querschnitt, verändert.
Ob es normal ist das die Käfer nach dem Ausfliegen sterben weiß ich nicht. Eigentlich paaren und vermehren sie sich vorher noch, in dem das Weibchen die Eier in Ritzen des Holzes ablegt. Wie schnell sie das tun? Keine Ahnung. Ich bin kein Käferspezialist.
Mehr über die Tragweite des Befalles kann ihnen nur ein Fachmann sagen, der die Balken abbeilt und somit die Größe des gesunden Holzes benennen kann.
Ich drücke ihnen die Daumen.





Hallo Obermann

Es wird mir ehrlich gesagt immer mulmiger, je mehr ich über diese Käfer erfahre. Den Vermieter hab ich schon informiert und habe auch dazu geschrieben, dass diese Käfer durchaus in der Lage wären, wenn man nichts unternimmt das Haus früher oder später zum Einsturz zu bringen.
Auf jedenfall bin ich froh, dass ich diese Seite gefunden habe. Hier bei uns ist es nicht so einfach, gleich auf die schnelle solche hilfen zu finden.

Gruss und schönen Abend
Piroschka



Liebestot



Zur Frage des schnellen Sterbens des Hausbockkäfers:

Wenn es sich um den Hausbock (hylotrupes bajulus) handelt, so muß man hier mit einer Lebenszeit von ca. 4 - 6 Wochen rechnen. In dieser Zeit geht es nur um SEX.
Es wird nicht einmal gefressen.
Nach der Kopulation und der Eiablage sterben die Käfer und der metamorphosiche Zyklus setzt sich im Innern des Holzes fort.

Gruß

L. Parisek





Also ich hab ja den Vermieter informiert, dass wir starken Holzwurm Befall haben und ich solch einen Holzbock gesehen habe. Der meinte ganz cool: die Fensterbänke seien seit 10 Jahren schon durch gefressen und wahrscheinliche werden sie diese ersetzen. Die Fassade müsse abgeschindelt werden, dann alles geimpft und wieder ne Fassade doch. Wenn es drinn auch Holzwurm Löcher hätte müsse man halt schauen, was man machen müsse.
Zum sterben der Käfer. Ich hab einen mal genau beobachtet, sie sterben nicht sofort. Sie liegen auf dem Rücken und zappeln umher, ich nehm mal an sie leiden vor sich hin. Ach ja, den einen den ich immer noch gefangen halte im Glas, der lebt immer noch. Dort hatte ich insgesammt drei drinn, jetzt sind es nur noch zwei. Wenn sie also am verhungern sind fressen sie sich gegenseitig?
Wieso findet man keine Bilder des Männchens im Netz? Ich bin mir nun langsam nicht mehr sicher ob es wirklich der Holzbock ist, aber ganz sicher ist es ein Holzschädling.

Gruss Piroschka



Hallo Fachleute



ich baue gerade den alten Teil unseres Daches aus. Und die Balken sind, wie uns schon lange bekannt ist, vom Holzbock gezeichnet. Also die Frage ist ob und wie man feststellen kann ob der Holzbock noch aktiv ist? Ich habe an einigen Balken die Oberfläche abgebeilt bis ich auf eine härtere Schicht stieß. In dem anfallenden Holzmehl und Holz sind keine Larven auch finde ich keine Käfer oder ähnliches. Holzmehl als solches konnte auf dem im letzten Jahr eingezogenen Spanplattenboden nicht gefunden werden. Mehrere einfache Dachleute haben den Dachstuhl gesehen und kein Problem darin gesehen. Aber irgendwie weiß ich nicht so richtig ob, nachdem ich also von einer präventiven Behandlung ausgehen muss, ich die Balken mit Holzschutz nach DIN zur Vorbeugung Streichen soll oder nicht? Achso, der Dachstuhl ist schätzungsweise 120 Jahre alt. Vielen Dank für die Hilfe.

Mit freundlichen Grüßen
Wilm Thiere



Hausbock



Hallo,
ich hatte mich ja letztes Jahr an Euch gewandt. Mittlerweile ist es so, dass wir dieses Jahr ausziehen. Es handelt sich nach Fachmann absolut um den Hausbock. Bin wieder am sammeln und bin froh wenn wir weg sind. Der Vermieter ist immer noch der Meinung, es sei alles nicht so schlimm. Ja, ich wurde sogar als Dep hingestellt. Ein Baubiologe meinte sogar selber, " Ja, dass sei halt ein altes Haus und da müsse man schon mit sowas rechnen. Man müss halt mal schauen was man machen kann".
Irgendwie ist es anscheinend in der Schweiz nicht so ganz einfach den richtigen Mann dafür zu finden. Das tragische an dem ganzen ist, das Haus ist schon wieder weiter vermietet. Also, kaum sind wir raus ist der neue Mieter drinn. Eigendlich müsste ich mich desshalb nicht mehr aufregen, tue es aber trotzdem. Ich find sowas eine Bodenlose frechheit und fahrlässigkeit.

Freundliche Grüsse
Piroschka Widmer