Hausbockbefall im 70er Jahre Haus




Moin moin,
ich stehe kurz vor dem notariellen Abschluß eines Kaufvertrages für ein Haus, dessen Dach den Hausbock hat. Zwei Zimmerleute, darunter ein Gutachter, und zwei Schädlingsbekämpfer (einer mit Thermo-Verfahren) haben sich die Situation angeschaut und sind einhellig zu der Meinung gekommen: super Haus, der Befall ist nicht schlimm. Die Anwendung des Thermo-Verfahrens reicht völlig aus. Ich möchte nun gerne von jemandem wissen, der dieses Verfahren bei Befall angewendet hat, welche Erfahrungen er damit gemacht hat. Die Firma gibt übrigens eine Garantie von 10 Jahren.
Danke für jede schnelle Meldung.
Joachim Vogt




Meine Wenigkeit im Büro  1   (der junge Kerl)

Hallo lieber Joachim

Wenn du willst können wir dir mit fachlichen Auskünften weiterhelfen. Wir wenden das Heißluftverfahren selber seit 20 Jahren an und können dir daher fundierte Auskünfte geben.
Da wir für das Objekt zu weit entfernt sind brauchst du keine Angst davor haben, dass wir nur Eigenwerbung betreiben.

Rückfragen unter 0179 3953590

Gruß

L. Parisek





Hatte auch das Problem mit dem Hausbock.
Bin von der Heissluftmethode abgetreten , weil zu teuer fuer mich.
bei mir lag die Sanierung bei rund 3500 euro ,wobei in meinen verbauten Dachschraegen das Vefahren angeblich nicht hätte funktioniert . An stellen wo die Hitze nicht hinkommt hätte man dann das Injektionsverfahren machen müssen .
Habe dann das Injektionsverfahren am ganzen Dachs
tuhl machen lassen .
Jeder Balken wurde in Abständen von 25-30 cm mit Borsalz behandelt . Unter Druck wurde es in den Balken gebracht . Bei dieser Methode "kann " es aber möglich sein , das du noch einige Zeit 1 2 oder sogar 3 Jahre deine Freunde hören wirst , weil Sie erst auf ein "Nest" mit Borsalz kommen müssen.
Danach wurde der kompl. Dachstuhl von aussen 3x mit Borsalz im Spruehverfahren behandelt , was auch bei einer Heissluftbehandlung gemacht werden muss , da ohne diese Behandlung kein Schutz des Holzes vor Neubefall garantiert ist.
Kosten bei meinem recht grossen Haus lagen bei 1710 Euro .

Aber jeder wie er es gerne mag.

Schoenen Tag





@Michael

Die Tücke liegt hier ein wenig im Detail.

Die in deinem Fall gewählte Behandlungsmethodik hat abgesehen von dem sonderbaren "Behandlungsabstand" von 25-30 cm, einige Grenzen und zu erwähnende Lücken die über die von dir bereits geschilderten Einschränkungen hinausgehen. Aber ich vermute, dass du darüber bereits ausreichend informiert wurdest.

Wir behandeln natürlich auch immer wieder Holzschädlingsbefall im Druckinjektions oder Bohrlochtränkverfahren klären jedoch grundsätzlich sehr genau über die Hintergründe und Risiken auf. Bei einer intensiven Beratung und Falldikussion zeigen sich dann sehr schnell die fachlich wirklich notwendigen Maßnahmen.

Ich denke es geht hier nicht nach dem Motto: "Aber jeder wie er es gerne mag" sondern nach den problemzentrierten Erfordernissen der speziellen Situation.

Beste Grüße zum Weihnachtsfest

L. Parisek





Hallo
das ist schon richtig was du schreibst , aber ich habe auch schon gelesen , dass nachtraeglich unbehandeltes Holz nach einem Heissluftverfahren gerade dann Insekten anzieht.
Was ist an diesem Punkt dran ?
Danke

PS:Ich hatte geschrieben das es mir ueberwiegend auch um den Preis einer solchen Behandlung geht.Nicht jeder hat das Geld so locker sitzen.Und die Behandlung mit Injektionen hat mich auch von seiner Wirksamkeit her mehr ueberzeugt , als die der Heissluftbehandlung. Auch dort geibt es schwarze Schafe die meinen mit Ihren Temperaturfühlern zu manipulieren . Alles schon gelesen.

Auch Dir schoene Feiertage ..
Gruß
Michael





Lieber Michael

Der Einfluß von Heißluftbehandlungen (im Temperaturbereich von bis zu ~ 120°C) auf die Fraßatraktivität des Holzes wurde bereits 1941 durch G. Becker und 1956 durch W. Behrenz und G. Teschnau durch umfangreiche Untersuchungen in das Reich der Mythen und Legenden verwiesen.

Das die Behandlung mit Injektionen dich auch von seiner Wirksamkeit her mehr ueberzeugt, will ich dir wirklich nicht nehmen. Meine langjährige fachliche Erfahrung mit vielen Bekämpfungstechniken spricht allerdings eine andere Sprache.

Was mich jedoch brennend interessiert, ist das mit den "von schwarzen Schafen manipulierten Temperaturfühlern". Du schreibst: "...Alles schon gelesen." , sei so lieb und gib mir bitte dringend die Quelle an, wo du dies gelesen hast.

Gruß

L. Parisek





Hallo nochmal
Habe soeben hier und im holzwurmforum mal die beitraege ueberflogen , muss aber heute abend nochmal nachschauen.
es war ein beitrag , indem eine Behandlung mit heissluft gemacht wurde , aber leider zu wenig tempfuehler und an falscher stelle angebracht wurden.ausserdem kam dem betroffenden die behandlungszeit sehr knapp vor.
ich glaube er hat nicht mal einen behandlungsnachweis bekommen.
auf jedenfall hat er nach laengerer zeit erneut frassgeraeusche wargenommen.
kannst du dich an den beitrag noch erinnern ?

was ich sagen will.
wenn man als unerfahrender keine ahnung von der methode hat ist es schwer dem bekämpfer nicht zu glauben .
der haengt die fuehler an einer stelle , wo die hitze schnell hinkommt und schwupps steht die temp auf dem ausdruck , obwohl in den schraegen garnicht die temp erreicht wurde.

gruss





und zu dem punkt , dass behandeltes Holz insekten schneller anzieht kann ich dir den beitrag heute abend schicken. den habe ich auf meinem desktop zu hause liegen .

gruss



meld, meld, meld!



Hallo Michael,
bist Du bitte so freundlich und schickst mir den Artikel auch!
Würde mich sehr interessieren!
Wenns klappt, besten Dank und
ein frohes Fest
Martin Malangeri
(info@martin-malangeri.de)



Danke für die regen Antworten



Allen Interessenten und Sich-Angesprochen-Gefühlten, die mir auf meine Frage geantwortet haben, danke ich recht herzlich. Ich habe mich entschieden, die Thermo-Behandlung durchzuführen, zumal anschließend auch noch 10 Jahre Garantie gegeben werden. Vom Verfahren her leuchtet mir alles ein.
Ich wünsche allen Fachwerkern ein schädlingsfreies Neues Jahr und eine Gesegnete Weihnacht



Off Topic: @ Lutz



Hi Lutz, das müssen wir doch jetzt nicht wirklich ernst nehmen mit dem "schädlingsfreien Jahr", oder? *grübelüberdaswegbleibenvonaufträgenin2006* ;-))
Angenehme Festtage und immer eine Handbreit Aufträge auf dem Tisch, heisst das!
@Joachim: Nix für Ungut! *grins*
Grüße
Martin Malangeri

P.S.: Bild zeigt einen Mitarbeiter von Lutz beim transportieren der bereits eingegangenen Aufträge für das erste Quartal 06





Hallo
SOOO nun kommt ein Beitrag , den ich mal aufgetrieben habe . Wenn man es unter google nochmal einlaedt muesste man auch sicher noch finden , wer ihn mal geschrieben hat.

etwas lang , also vorsichtig . beim lesen wird auch der punkt auftauchen , das gerade mit heissluft behandeltes Holz den Hausbock zur eiablage anziehen.


Bekämpfung von holzzerstörenden Insekten

1 Einleitung

Die Sanierung von Holzschadinsekten ist in den letzten Jahren sehr heiß diskutiert worden. Dabei wurden die unterschiedlichen Sanierungsmethoden gegeneinander gestellt, und es bildeten sich Gruppen, die jeweils eine Methode für alle Varianten bevorzugten. Es soll hier dargestellt werden, welche Methode wo angewendet werden kann.

Im Hinblick auf die Vielfalt der möglichen Vorkommen und der damit verbundenen Sanierungsmöglichkeiten erhebt die folgende Zusammenstellung keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Daher wurde dieses Thema wieder auf Wohngebäude beschränkt. Mit etwas Fantasie lassen sich aber auch die Probleme auf andere Gebäude übertragen. Grundlage dieser Betrachtung sind die persönlichen Erfahrungen des Verfassers, die entsprechenden gesetzlichen Grundlagen und die Forderung der heutigen Zeit, eine Sanierung möglichst schadstoffarm durchzuführen.

2 Untersuchung vor Ort

Wo und wie man Insektenschäden in Wohngebäuden findet, ist vielfach von persönlichen Erfahrungen abhängig. Es gibt eigentlich keine echte "Faustformel", wo man Schäden grundsätzlich findet. Vielmehr sind die Schäden von der Nutzung des Gebäudes, äußerlichen Einflüssen (z.B. Kriegsschäden) und vom Standort abhängig. Daraus wird in der Fachliteratur immer wieder versucht, allgemein gültige Regeln abzuleiten. Das führt aber leider zu einem Schemadenken, das dem weniger Erfahrenen nicht die gedankliche Freiheit gibt, sich in die Lage der Insekten zu versetzen, um den Befall zu orten.

Für den Hausbock sind z.B. in der Literatur grundsätzlich wärmere Holzzonen als hauptsächlicher Aufenthaltsort
der Larven angegeben. Aber Ausnahmen sind häufig. Auch auf der Nordseite von Dachkonstruktionen wurde schon Hausbockbefall festgestellt, während in den südlichen Bereichen des gleichen Dachstuhles kein Befall vorlag.
Auch Deckenbalken innerhalb von Wohnräumen, die gemäß DIN 68 800 Blatt 3, Ausgabe 1990 normalerweise nicht befallen sein sollten, zeigen oft Befall durch Hausbock. Die hier angesprochene DIN mit einem Praxiskommentar (Beuth-Verlag) gibt für Holzbalkendecken an, daß ein Insektenbefall unwahrscheinlich ist, wenn die Insekten nicht zufliegen und zur Eiablage kommen können. Leider stellt man beim Öffnen von Decken häufiger fest, daß dennoch, besonders in Gebäuden mit einer Fertigstellungszeit zwischen 1900 und 1940, Hausbockbefall in den "nicht zugänglichen" Balken vorliegt. Ob der Befall durch Übergreifen der Insekten von der befallenen Dielung oder durch direkte Eiablage der Käfer in dieses Holz kam, kann hier nicht geklärt werden. Nachweislich wurde jedoch die Decke oben und unten direkt
bei der Erstellung abgedeckt. Letztendlich zählt nur die Tatsache, daß Befall vorliegt, wo gemäß der oben zitierten DIN ein Befall unwahrscheinlich ist.

Auch die Angabe der Holzfeuchte in der DIN 68 800 Blatt 3, Ausgabe 1990, ist nicht unbedingt in der Praxis greifend. Bei einer durchschnittlichen relativen Holzfeuchte von weniger als 10 % soll ein aktiver (lebender) Insektenbefall nicht mehr möglich sein. Wurde ein Dachboden z.B. erst Jahre nach der Erstellung eines Gebäudes ausgebaut, dann ist es sehr häufig, daß die Schäden durch Insekten (meist nur geringe) nicht erkannt wurden und das befallene Holz
beibehalten wurde. Bei einer späteren Untersuchung wird der Befall festgestellt. Der Befall muß gemäß vorgefundenem Schadensbild sehr umfangreich gewesen sein. In dieser Form hätte den Schaden jeder Zimmermann bei dem Ausbau sehen müssen.

Da in vielen Gebäuden die Schlafräume in den ausgebauten Dachböden eingerichtet wurden, sind wegen der fehlenden durchgehenden Heizung dann andere Holzfeuchten möglich. Wenn zudem der Boden noch mit einem Linoleum-Belag (Dampfbremse zu den darunterliegenden, geheizten Räumen) abgedeckt wurde, herrschen hier vorübergehend genau die Bedingungen, die die Hausbocklarve für eine gute Entwicklung
braucht.

Es ist dann auch weniger ausschlaggebend, ob etwa 20 Jahre vor der Untersuchung eine Zentralheizung eingebaut wurde, der Befall war bereits vorhanden und ist dann nach und nach abgestorben. Im vorliegenden Fall werden aber in der Heizperiode Holzfeuchten von unter 10 % gemessen, im Sommer nur knapp darüber.

Daraus ist zu erkennen, daß man sich über das zu untersuchende Objekt genau informieren muß. Vielfach sind diese Möglichkeiten jedoch nicht gegeben, und dann beginnt die Suche nach der früheren Nutzung des Gebäudes.

Ähnlich verhält es sich mit dem Gewöhnlichen Nagekäfer. Aktiven Befall erkennt man sehr sicher an den hellen Fraßmehlhäufchen, die die Larven aus den Fraßgängen schieben. Schwieriger wird es, wenn ein lebender Befall in Holzteilen vorliegt, die keine waagerechte Fläche aufweisen. In diesem Fall sieht man vielleicht nur Rieselspuren, an senkrechten Flächen noch nicht mal diese.
Liegt das befallene Holzteil, z. B. eine Mittelpfette, mehrere Meter über dem (Dach)boden, dann kann man unter diesem Bauteil kein helles Fraßmehlhäufchen finden. Lebender Befall liegt aber vor.

Deshalb ist es wichtig, auf Hinweise eines lebenden Befalles zu achten. Das ist gleichzeitig die schwierigste
Aufgabe, die ein Sachverständiger lösen muß. Bei einem Anobienbefall (Gewöhnlicher Nagekäfer, Anobium punctatum de Geer) sind vielfach helle Ausfuglöcher im Holz der einzige Anhaltspunkt, der gefunden wird. Liegen in der näheren Umgebung auch dunklere (ältere) Ausfluglöcher vor, so spricht hier vieles für aktiven Befall, auch wenn keine
Fraßmehlhäufchen zu finden sind.

Vielfach wird die Untersuchung auch durch das Verhalten der Bewohner des Gebäudes beeinträchtigt. Nach dem Motto: Der Sachverständige soll einen sauberen Dachboden vorfinden, trifft man bei der Untersuchung einen frisch gekehrten Dachboden an. Helle Ausfluglöcher sind dann durch Staubablagerung dunkel. In diesem Fall muß man bei der Untersuchung möglichst im Umfeld häufiger Ausfluglöcher die Dielung öffnen, vielleicht findet man entsprechende Hinweise unter der Dielung.

Bei Möbeln und Gewöhnlichem Nagekäfer gibt es desöfteren Probleme mit dem rieselnden Fraßmehl. Wurde ein alter Schrank nach langer Standzeit in einem ungeheizten Raum in einer normal temperierten Wohnung aufgestellt, dann findet man zuweilen neues rieselndes Mehl. Vorher waren zwar Ausfluglöcher, aber keine hellen Fraßmehlhäufchen zu finden.
Oft liegt hier ein physikalisches Phänomen vor. Durch die trockene Wohnraumluft trocknet das Holz. Das feuchtegeladene Fraßmehl trocknet auch und verliert den Zusammenhalt. Es kommt zum Rieseln dieses alten Mehles. Trotzdem liegt kein lebender Befall vor. Noch schwieriger ist die Suche nach einem lebendem Hausbockbefall. Es gibt hier keine Fraßmehlhäufchen und somit auch kein weithin sichtbares Indiz. Hier bleibt nur die Überprüfung der Holzoberfläche nach hellen Ausfluglöchern, die keine Staubablagerung aufweisen. Bei einem Dachstuhl mit einer Firsthöhe von ca. 10 m ist die Untersuchung eines Sparrens über die gesamte Länge sehr aufwendig. Herr Dr. Grosser gab 1991 in Berlin einen Überblick über die Anforderungen an Holzschutz-Sachverständige. Nach seiner Auffasssung muß ein Sachverständiger in der Lage sein, einen lebenden von einem
toten Befall zu unterscheiden. Diese Forderung läßt sich nach Auffassung des Verfassers so ohne weiteres nicht aufrechterhalten. Dazu noch ein

Beispiel: Wird nur dort eine Bekämpfung eingesetzt, wo tatsächlich lebender Befall vorhanden ist, bedeutet dies für einen Dachstuhl, daß jedes einzelne Bauteil überprüft werden muß. Es ist leicht auszurechnen, daß bei einer Grundfläche des Daches von 10 x 8 m sehr viele Arbeitsstunden für die Überprüfung der einzelnen Bauteile notwendig sind. Im Hinblick auf die Kosten des Sachverständigen stellt sich hier sehr leicht die Frage nach der Wirtschaftlichkeit. Da in den meisten Dächern nicht alle Holzteile zugänglich sind, kann in den seltensten Fällen eine vollständige Untersuchung aller Bauteile durchgeführt werden. Damit bleibt die Untersuchung zwangsläufig unvollständig.

Geht man dann der Forderung der DIN 68 800 Blatt 4 nach, die nicht zugänglichen Teile bei der Untersuchung zugänglich zu machen, z.B. durch Öffnen des Daches, Abnehmen von Verkleidungen etc., hat dies wiederum Einfluß auf die Nutzung des Gebäudes. Daher müssen solche Forderungen auf ein Gebäude übertragen werden. Wie weiter unten zu lesen ist, sind bestimmte Vorarbeiten zur Bekämpfung eines Befalls bzw. der Prüfung des vorhandenen Querschnittes der Holzbauteile notwendig. Bei einem denkmalgeschütztem Dachstuhl sind aus Sicht des Verfassers
durchaus sehr umfassende Untersuchungen zum Erhalt der historischen Bausubstanz notwendig.

Bei einem Dachstuhl eines Einfamilienhauses, wo die Untersuchung im Rahmen des später geplanten Ausbaues des Dachgeschosses stattfindet, braucht dagegen ein solcher Aufwand nicht betrieben zu werden. Je nach Alter des Holzes und Aufbau der Dachhaut, ist dort ein Nachschutz gemäß DIN 68 800 Blatt 3 erforderlich.

Daher genügt es hier, durch Untersuchung der zugänglichen Teile auf Hinweise eines aktiven Befalles zu achten. Keinesfalls muß hier eine punktuelle Bekämpfung eingeleitet werden, wie in einem Vortrag von Herrn Radovic, FMPA Stuttgart, gefordert wird, denn der Holzschutz muß bei gefährdeten Hölzern von Zeit zu Zeit nachgebessert werden.
Auch bezüglich des Alters von Holz und der Befallswahrscheinlichkeit dieser Hölzer gibt es mittlerweile
sehr kontroverse Aussagen. In älterer Fachliteratur wird angegeben, daß ein lebender Hausbockbefall in Hölzern, die älter als 80 Jahre sind, sehr unwahrscheinlich ist. Dennoch gibt es hier genügend Ausnahmen, wie jeder Bekämpfer belegen kann. Völlig an den Tatsachen vorbei geht jedoch die Aussage, daß ein lebender Befall in Hölzern, die älter als 30 Jahre im Gebäude verbaut sind, durch den Hausbock sehr unwahrscheinlich sei.

Die Konsequenz ist also, daß je nach Anforderung der Untersuchung ein lebender Befall nachzuweisen ist. Die sicherste Methode ist, das Holz solange abzuspanen, bis eine lebende Larve gefunden wird. Das Ergebnis einer solchen Untersuchung ist jedem einleuchtend, der Dachstuhl wird dadurch zerstört. Also bleibt letztendlich nur die Suche nach Indizien und somit die persönlichen Erfahrungen des Untersuchenden übrig.

Bei pilzbefallenem Holz sind häufig Nagekäfer vorzufinden, die auf pilzbefallenes Holz in ihrer Entwicklung angewiesen sind. Zum Beispiel der Gescheckte Nagekäfer (Xestobium rufovillosum) ist vielfach im Umfeld eines, meist verdeckten, Pilzbefalls zu finden. Man erkennt den Befall des Insektes an den runden Ausfluglöchern mit einem Durchmesser von ca. 2 bis 4 mm (manchmal läßt er sich aufgrund des Durchmessers der Ausfluglöcher nicht vom Gewöhnlichen Nagekäfer unterscheiden. Hier bleibt
letztendlich nur die Kotuntersuchung im Fraßmehl). Eine Bekämpfung dieses Befalls, bzw. die Untersuchung auf lebenden Befall kann sehr oft unterbleiben, da im Rahmen der Sanierung pilzbefallener Hölzer ein Austausch notwendig ist. Nur bei sehr leichtem Pilzbefall in z.B. einem historischen Gebäude, wo im Rahmen der Umnutzung eine weitere Feuchtigkeitseinwirkung ausgeschlossen werden kann, ist dann eine Sanierung eines solchen Befalles notwendig. Eine solche Fragestellung ist jedoch vor der Untersuchung bereits bekannt, und hier muß dann entsprechend den hier angegebenen Hinweisen vorgegangen werden.

Mit dem Hausbock werden die Scheibenböcke oft verwechselt. Zur Unterscheidung benötigt man eine Büroklammer. In das ovale Ausflugloch eingeführt, wird die Tiefe des Loches gemessen. Beim Hausbock sind meist Tiefen von 0,5 - 1,0 cm vorhanden, wogegen bei den Scheibenböcken je nach Art 2,0 - 4,0 cm Tiefe vorzufinden sind. Scheibenböcke legen Hakengänge an, während der Hausbock sich direkt unter der Holzoberfläche verpuppt. Scheibenböcke benötigen für ihre Entwicklung unbedingt Rinde, der Hausbock nicht. Befinden sich also an der Baumkante eines Sparrens flache Fraßgänge, dann spricht hier vieles für Scheibenböcke. Sind bei ovalen Ausfluglöchern keine Baumkanten zu finden, dann muß man die Tiefe messen. In Zweifelsfällen sind wiederum nur Kotuntersuchungen erfolgreich zur Unterscheidung der Befallsursache.

Scheibenböcke müssen nicht bekämpft werden, es genügt, wenn die Rinde vollständig entfernt wird. Damit wird die Lebensgrundlage entzogen und der Befall stirbt ab. Schon oft waren Scheibenböcke der Anlaß für eine umfangreiche Sanierung gegen Hausbock. Wo Nadelholz für Fachwerk verwendet wurde, liegt auch häufig Hausbockbefall vor. Es ist letztendlich gleich, ob der Befall lebend oder abgestorben ist. Ein Abbeilen der Hölzer ist schlecht möglich, da das Holz im Fachwerkgerüst optisch stark beeinträchtigt wird. Ein Austausch der befallenen Hölzer ist sinnvoller.

3 Wertung der Untersuchungsergebnisse

Dies ist ein wichtiges Stadium in der Planung der notwendigen Sanierungsmaßnahmen. Wurde z.B. ein
alter Hausbockbefall unter der Dielung eines ausgebauten Dachgeschosses festgestellt, entscheidet der
Umfang der Zerstörung des Holzes über den Aufwand der Sanierung. Es liegen zwar keine lebenden Larven (mit einiger Sicherheit, siehe oben) mehr im Holz vor, jedoch ist
das Holz durch den Insektenbefall bereits soweit geschwächt, daß ein statischer Nachweis erforderlich wird. Das hat zur Folge, daß wiederum die Balken frei zugänglich sein müssen, um die stärkste Schwächung pro Balken zu erkennen.

Es gibt Hilfsgeräte, um eine solche Bestimmung auch ohne Öffnung der Balken durchzuführen. Wird ein Bohrer durch Holz getrieben, dann braucht der Motor Strom, um den Bohrer einzutreiben. Bei festem Holz wird mehr Strom, bei befallenem Holz wird weniger Strom benötigt. Dieser Stromverbrauch ist ein Maß für die Dichte des Holzes, also auch für die Festigkeit. Die Bohrwiderstandsmessung ermöglicht eine exakte Ermittlung des inneren Zustandes der untersuchten Hölzer. Diese Erkenntnisse gelten dabei nur für den untersuchten Bereich. Wie bei allen bohrenden und
besonders bei den herkömmlichen visuellen Untersuchungsmethoden, kann grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden, daß versteckte Schäden übersehen werden, z.B. weil sie nicht zugänglich sind.

Wie oben angegeben, ist bei der Auswertung nicht nur der vorhandene Zustand, sondern auch die spätere Nutzung zu berücksichtigen. Bleiben Hölzer sichtbar, und ist ein lebender Befall nicht zu erkennen, dann sind u.U. keine Sanierungsmaßnahmen notwendig. Man kann diese ja auch dann durchführen, wenn ein lebender Befall (z.B. neue Ausfluglöcher) sich zeigt. Vielfach sind jedoch die notwendigen, begleitenden Maßnahmen (z.B. statische Prüfung, erforderliche Verstärkungen, nutzungsbedingte Veränderungen) so umfangreich, daß eine Erneuerung des Holzschutzes notwendig ist. Dann entscheidet die Wahl des Holzschutzmittels, abgestimmt auf die Nutzung des Gebäudes, die notwendigen Maßnahmen.

Liegt aber in einem alten Dachstuhl kein lebender Befall vor, und bleiben die Hölzer weiter zugänglich, dann muß auch keine Bekämpfung oder Holzschutzbehandlung durchgeführt werden. Auch hier entscheidet die spätere Nutzung. Allerdings ist die Tragfähigkeit der Bauteile zu prüfen.

4 Sanierung des Insektenbefalles

4.1 Gesetzliche Grundlagen

Die Grundlage für die Sanierung von tierischen oder pflanzlichen Schädlingen am und im Holz sowie in der Wand ist die DIN 68 800 Teil 4, Ausgabe November 1992. Dieser Teil der Norm läßt die Möglichkeit zu, bei bestimmten Voraussetzungen auch keine Schwammsanierung oder Insektenbekämpfung durchzuführen (z. B. Abs. 4.3.4). Zudem sollte immer lebender Befall nachgewiesen sein. Daher ist der Wortlaut der DIN 68 800 Teil 4 heute zu interpretieren, was durch den ergänzenden Kommentar aus dem Beuth-Verlag möglich ist. Zudem hat der Verfasser eine Reihe eigener Ideen mit Sanierern entwickelt. Deshalb wird hier vom üblichen DIN-Schema teilweise abgewichen.

Bei allen Holzschutzarbeiten sind das jeweilige Merkblatt des Herstellers, die Gebindetexte und das Sicherheitsdatenblatt für die Produkte zu beachten. Weiterhin sind die Angaben im Merkblatt für den Umgang mit Holzschutzmittel und die jeweiligen techn. Vorschriften der Berufsgenossenschaften und der Unfallverhütung zu beachten.
Für die Bekämpfung von Schädlingen in tragenden Holzbauteilen und in der Wand (Insekten- und Pilzbefall)
sind nur solche Produkte zu verwenden, die eine bauaufsichtliche Zulassung durch das „Deutsche Institut für Bautechnik“ (DIBt) besitzen oder die Zustimmung im Einzelfall durch das gleiche Institut. Für den Übergangszeitraum gelten auch noch die Prüfbescheide dieser Mittel.

Für nicht tragende Bauteile können auch RAL-Holzschutzmittel verwendet werden. Generell ist aber zu
berücksichtigen, daß möglichst wenig Holzschutzmittel angewendet werden und gerade bei Sanierungen im Innenbereich (Wohnräume, Büros, Lagerräume, Dachräume) der vorhandene Befall durch Austausch des Bauteiles beseitigt wird, sofern sich diese Maßnahme wirtschaftlich darstellen läßt.

Die Bekämpfungsmaßnahmen erfordern grundlegende Kenntnisse und Erfahrungen. Seit dem 01.11.1995 dürfen solche Holzschutzmittel, die selbst giftig oder mindergiftig sind oder aber Stoffe enthalten, die in der Gefahrstoff-Verordnung namentlich benannt sind, nur noch von geprüften Schädlingsbekämpfern durchgeführt werden, die über die erforderliche Ausrüstung verfügen. Alle anderen Berufsgruppen, wie z. B. Zimmerleute, dürfen seit diesem Zeitpunkt nur noch solche Produkte verwenden, die nicht nach der Gefahrstoffverordnung als giftig oder mindergiftig zu kennzeichnen sind (z. B. Flüssigborate).

In den einzelnen Bundesländern gelten unterschiedliche Ausnahmeregelungen. Daher sollte der Auftraggeber bei Ausschreibungen die Forderung stellen, daß der Bieter für jeden seiner am Bau tätigen Mitarbeiter die Prüfungszeugnisse der Schädlingsbekämpfer-Ausbildung oder der vergleichbaren und zugelassenen Ausbildung vorlegt.
Da auch nach DIN 68 800 Teil 4 nur Sachkundige die Bekämpfungsmaßnahmen durchführen sollen, kann diese Regelung auch auf die Verwendung von Flüssigboraten angewendet werden. Allerdings ist die DIN 68 800 Teil 4 bisher nicht bauaufsichtlich eingeführt und kann daher nur als Stand der Technik betrachtet werden. Trotzdem wird geraten, bei der Ausschreibung die Ausbildungsnachweise zu verlangen.

4.2 Chemische Methode

Wenn sicher ist, daß lebender Befall vorliegt, dann ist eine Bekämpfung erforderlich. Nach DIN 68 800 Blatt 4, müssen alle Hölzer mit zwei Kontrollschlägen pro lfd.m, seitlich versetzt über die Kanten ausgeführt, auf Befall geprüft werden. Sofern Befall vorliegt, ist nur das vermulmte Holz zu entfernen. Dabei darf mit dem Beil nur soviel entfernt werden, daß die Standsicherheit des jeweiligen Bauteils gewährleistet ist. Sind stärkere Schäden vorhanden, dann ist ein Austausch erforderlich.
Anschließend müssen die Fraßgänge gereinigt werden. In die Reinigung ist das gesamte Holz einzubeziehen. Durch Beseitigung von Staub und Schmutz wird die Saugfähigkeit und Aufnahmefähigkeit des Holzes an Holzschutzmittel erhöht.
Danach sind alle erreichbaren Holzoberflächen im Sprühverfahren mindestens zweimal zu imprägnieren. Dafür sind bekämpfend wirkende Holzschutzmittel mit bauaufsichtlicher Zulassung zu verwenden. Diese Mittel sind auf Lösemittelbasis mit organischen Wirkstoffen oder auf Borsalzbasis hergestellt.

Für den Fall, daß ein direkter Kontakt einer befallenen Holzbalkendecke zu bewohnten Räumen vorhanden ist, kann alternativ auch auf Flüssigborpräparate zurückgegriffen werden. Der Vorteil dieser Flüssigborpräparate besteht darin, daß sie keine Lösemittel an die Raumluft abgeben und später, auch bei Tränkung der Deckenuntersicht, nicht zu Geruchsbelästigungen führen. Eventuell durchschlagende Holzschutzmittel sind wesentlich leichter zu sanieren, wenn keine Lösemittel vorhanden sind. Je nach Angabe des Herstellers über die Mindesteinbringmenge des Holzschutzmittels muß so lange imprägniert werden,
bis die erforderliche Menge auf dem Holz aufgebracht ist. Dachsparren müssen dabei so behandelt werden, daß der Sprühstrahl auch zwischen Dacheindeckung und Sparren gelangt. Dann ist eine allseitige Behandlung gewährleistet.
Hölzer, die nicht von allen Seiten gleichmäßig behandelt werden können, müssen im Bohrlochtränkverfahren
imprägniert werden. Dazu werden Bohrlöcher in das Holz eingebracht. Die Einbohrtiefe beträgt 2/3 des Holzquerschnittes. Der Abstand der Bohrlöcher untereinander sollte nicht mehr als 20 cm betragen, der Durchmesser 10 - 14 mm. Diese Bohrlöcher werden insgesamt dreimal verfüllt. Dabei ist zu berücksichtigen, daß vor der weiteren
Befüllung das eingebrachte Tränkmaterial im Holz aufgenommen wurde. Deshalb können die Bohrlöcher
erfahrungsgemäß nicht mehr als zweimal pro Tag befüllt werden. Nicht zugängliche Sparrenteile, wie z.B. im Bereich der Ausbauten, müssen durch Aufnehmen der Dachfläche
von außen zugänglich gemacht werden. Dämmstoffe sind weitestgehend zu entfernen. Beim Sprühen gelangen sonst größere Mengen Holzschutzmittel in die Dämmstoffe und können, je nach Art des Mittels, auch an die Innenräume abgegeben werden. Außerdem sind Verfärbungen durch die Lösemittel zu erwarten. Die Fußpfette und die Lagerhölzer sind am Traufpunkt in die Behandlung mit einzubeziehen.
Um die Balken des (Dach)Bodens zu erreichen, ist die Dielung zu entfernen. Ein Durchbohren der Bohrlöcher durch die Dielung zum Befüllen der darunterliegenden Deckenbalken ist nicht statthaft. Hier besteht die Gefahr, daß es durch die Trockenrisse im Holz zum Austreten der Holzschutzflüssigkeit kommt und somit zu Schäden an der darunterliegenden, sichtbaren Decke führt.

Anzumerken ist, daß eine vollständige Abtötung der Insekten nicht geprüft wird. Bei der Zulassung des
Holzschutzmittels müssen gemäß DIN EN 22 85 % der lebenden Hausbocklarven innerhalb einer bestimmten Zeit abgetötet sein. Die Folge ist, daß bei ordnungsgemäßer Durchführung der Insektenbekämpfung einige Larven im Holz überleben können. Diese können sich bis zur Oberflächenzone durchnagen und nehmen dann die Holzschutzwirkstoffe
auf. Das führt dennoch zur Abtötung, jedoch nicht direkt.
Daher sind viele Bekämpfer bemüht, möglichst viel Holz mit Fraßgängen abzubeilen. Der Nachteil besteht darin, daß mehr Holz entfernt wird, als unbedingt nötig. Zuweilen wird auch durch übermäßiges Abbeilen die Standsicherheit der Konstruktion gefährdet.

Deshalb ist zu prüfen, ob bei lebendem Befall der Ersatz des Holzes durch neues nicht wirtschaftlicher ist. Zudem ist die Einbringung von Holzschutzwirkstoffen in ein Gebäude geringer. Daß bei Gebäuden mit Denkmalschutz andere Maßstäbe anzusetzen sind, versteht sich von selbst. Bei historischen Holzkonstruktionen stören vielfach schon die Kontrollschläge an den Kanten. Hier kann und muß man andere Verfahren anwenden.

In Absatz 5.2.2 (DIN 68 800 Teil 4) wird für altes Holz (länger als 60 Jahre im Gebäude) kein Holzschutz
mehr zwingend vorgeschrieben. Vielmehr kann nach Prüfung der Gefährdung auch auf Holzschutzmittel
verzichtet werden.

4.3 Heißluftbehandlung

Die Methode beruht auf der Denaturierung des tierischen Eiweißes durch Hitze. Um die Larven zu erreichen, muß die Wärme im Holz gleichmäßig verteilt sein. Man erreicht dies, indem warme Luft mit ca 105 bis 120 °C das Holz umspült. Die Abtötung ist vollzogen, wenn im Kern des Holzes eine Temperatur von 55 °C für eine Stunde erreicht ist. Dabei dürfen als Meßpunkte nur thermisch ungünstig positionierte Hölzer verwendet werden. Warme Luft steigt nach oben. Also müssen die Meßpunkte möglichst niedrig liegen. Zudem sollten die Thermometer vor Beginn der Beheizung gesetzt werden. Wird ein Thermometer während der Beheizung von
Meßpunkt zu Meßpunkt getragen, ist das Ergebnis klar.
Hölzer, die nicht von mindestens drei Seiten durch die Heißluft umspült werden, müssen zusätzlich durch
die chem. Methode behandelt werden. Bevorzugt wird hier die Bohrlochimprägnierung eingesetzt. Vor der Beheizung ist die Tragfähigkeit zu prüfen. Im entsprechenden WTA-Merkblatt wird dafür die Endoskopie, das Abbeilen und das Anbohren angegeben. Richtig eingesetzt, sind alle Methoden geeignet.
Beim Abbeilen an den besonders geschädigten Bauteilen sind die gleichen Bedingungen wie o.g. zu erfüllen.

Nach der Heißluftbehandlung bleibt das Holz weiterhin gefährdet, da ein vorbeugender Schutz nicht erreicht
wird. Zwar versuchen einige Firmen auf dem Markt mit entsprechenden Bescheinigungen zu beweisen, daß ein Hausbockbefall nach der Heißluftbehandlung über Jahre nicht mehr aufgetreten ist, jedoch wurde bei einem Wahlversuch in der BAM Berlin festgestellt, daß die Hausbockweibchen gerade
das heißluftbehandelte Holz für die Eiablage bevorzugten.
Diese Untersuchung wurde von der chemischen Industrie in Auftrag gegeben. Allein die Fragestellung seinerzeit ergab eine gewisse Tendenz, jedoch das Ergebnis war an sich eindeutig.

Daher sind nach der Heißluftbehandlung alle Holzoberflächen vorbeugend zu imprägnieren. Bevorzugt werden dafür Borsalze oder Flüssigborsalze eingesetzt. Ohne eine nachträgliche Behandlung mit Wasser bleiben diese Produkte an der Oberfläche (kaum Eindringung), da die Hölzer in der warmen Luft ausgetrocknet sind. Man kann aber auch auf den chem. Holzschutz verzichten, muß aber dann regelmäßig die Hölzer auf neuen Befall überprüfen.

Mit der Heißluftbehandlung wird ein rein physikalisches Verfahren angewendet, das besonders schadstoffarm
ist (Blauer Engel). Die warme Luft kann auch Zerstörungen hervorrufen. Deshalb ist vor der Erhitzung eine sorgfältige Prüfung notwendig. Wegen der erforderlichen Freilegung im Rahmen der sachverständigen Prüfung kann daher schon hier die Entscheidung für das geeignete Verfahren getroffen werden. Zu große Räume lassen sich nur mit mehreren Geräten gleichzeitig oder mit wenigen Geräten in Etappen
erhitzen. Das hängt von der Leistungsfähigkeit des Betriebes ab. Vielfach wird das Verfahren als zerstörungsfreie Bekämpfung angegeben. Das trifft nicht zu. Die Hölzer müssen kontrolliert werden, also auch freigelegt werden (Lehmeinschübe in Decken etc.) Auch bei
denkmalgeschützten Gebäuden ist Vorsicht geboten, da je nach Holzart mehr oder weniger Harzläufer an der Holzoberfläche zu erwarten sind. Besonders geeignet ist das Verfahren zur Bekämpfung des Gewöhnlichen Nagekäfers oder zur Bekämpfung in Futtermittellagern und Tierställen. Bei normalem oder geringem Befall ist das Holz nicht abzubeilen.
Mittels Heißluftbehandlung werden die Larven abgetötet.
Hausbockbefall dagegen macht fast immer ein Abbeilen zur Prüfung der Statik erforderlich. Bei starkem Befall ist auch mit Auswechselungen zu rechnen. Daher sollte die Beheizung nach Vervollständigen der Holzkonstruktion durchgeführt werden.

Es gibt sicher das eine oder andere Objekt, wo die Heißluftbehandlung die einzig mögliche Methode zur
Sanierung darstellt. Vielfach läßt sich aber auch die chem. Methode einsetzen, die normalerweise kostengünstiger
ist. Dennoch ist regionsweise eine wahre Heißlufthysterie ausgebrochen, die zudem durch teilweise unsachliche
Berichterstattung unterstützt wird. Andererseits ist die Heißluftbehandlung nicht mit dem "Heiß Abreißen" gleichzusetzen. Auch hier gibt es Sensationsberichte. Daher kann man die Heißluftbehandlung im Hinblick auf die Forderung eines umweltgerechten Holzschutzes nicht ignorieren.

4.4 Begasung

Dieses komplexe Thema soll hier nur angeschnitten werden. Bei der Begasung wird das Holz von Giftgas durchdrungen und somit wird alles tierische Leben im Holz abgetötet. Bei Anwendung in oder an einem Gebäude sind alle zu behandelnden Teile gegen die Außenluft abzudichten. Diese Dichtigkeit wird vor dem Einbringen des Gases überprüft. Daß das Einpacken eines Gebäudes nicht gerade kostengünstig ist, kann man sich leicht vorstellen.

Schwierig wird es immer dann, wenn trotz vorher eingeholtem Wetterbericht plötzlich Wind aufkommt. Das kann zum Abbruch der Begasung führen. Es gibt verschiedene Gase (z.B. Methylbromid, Blausäure, Kohlendioxid, Stickstoff etc.), die wieder unterschiedlich je nach Anforderung eingesetzt werden können. Vorher ist das Gebäude aber auf unverträgliche Materialien zu prüfen. Je nach Gas kann z.B. Leder oder eine Vergoldung (eines Altares) zerstört
oder negativ verändert werden. Die Begasung wird dann eingesetzt, wenn mit den vorher genannten Verfahren kein Erfolg zu erwarten ist. Der Kreis der berechtigten Begaser ist sehr klein. Hauptsächlich wird das Verfahren bei Schiffsladungen und in Getreidemühlen eingesetzt.

4.5 Alternative zur Insektenbekämpfung

Bei Insektenbefall im Holz ist die Prüfung der Ausbreitung durch Abbeilen durchzuführen. Diese Abbeilspuren sind und bleiben am Holz sichtbar. Zudem sind im stark vermulmten Bereich, wo die Statik des Bauteils gefährdet ist, entsprechende Verstärkungen aufzubringen. Weiterhin sind meist einige Änderungen am Gebäude im Dachbereich notwendig.
Aus der Summe dieser Umbaumaßnahmen, die im Rahmen der Insektenbekämpfung ausgeführt werden müssen, ergibt sich oft ein sehr erheblicher Aufwand, dessen Kosten nur mit einiger Unsicherheit zu schätzen sind (Probleme des Planers).

Dabei muß berücksichtigt werden, daß ein ausgebesserter Dachstuhl zwar wieder funktionsfähig ist, aber im wesentlichen immer noch ein ausgebesserter Dachstuhl bleibt. Wird z.B. beim Wiederverkauf eines Gebäudes bei der Besichtigung durch den Käufer die Ausbesserung festgestellt, führt dies in aller Regel zur Kaufpreisminderung (merkantiler Minderwert).
Daher ist zu überlegen, ob es nicht wirtschaftlicher ist, bei sehr starken Ausbesserungsarbeiten den Dachstuhl komplett zu erneuern. Neben der einfacheren Preisgestaltung, da hier nach Festpreis abgerechnet
werden kann, sind im wesentlichen die Vorteile auch in dem höheren Wert des neuen Dachstuhls zu sehen, der sich selbstverständlich auch auf den Gesamtwert des Gebäudes positiv auswirkt.

Selbst unter der Voraussetzung, daß die Sanierung eines Dachstuhls ca. 30 % günstiger als die Errichtung
eines neuen Dachstuhles ist, sind die oben aufgeführten Kriterien durchaus so gewichtig, daß man aus
wirtschaftlichen Gründen einer Erneuerung zustimmen kann.
Zwar sprechen denkmalschützerische Aspekte vielfach gegen den Austausch von altem Holz, jedoch ist
diese Maßnahme fraglich, wenn von der alten Dachkonstruktion, aufgrund des Ausbaus des Daches,
nichts mehr sichtbar ist. Wenn zudem noch statische Probleme, die bei der Erstellung des ursprünglichen
Dachstuhls nicht berücksichtigt wurden, jetzt zu lösen sind, ist sehr schnell die Frage nach dem Erhaltenswert
eines Daches offen.

Die Beantwortung dieser Frage liegt meistens nicht im Ermessensbereich des Sachverständigen. Dennoch sollten hier Hinweise für den Auftraggeber gegeben werden, aufgrund der Abwägung aller notwendigen Sanierungsmaßnahmen, auch die Neuerstellung eines Dachstuhls zu berücksichtigen. Es ist nicht damit getan, nur die reinen Kosten der Sanierung den Kosten einer Neuerstellung gegenüber zu stellen. Ist aufgrund des schnellen Baufortschritts ein Austrocknen der Hölzer nicht zu erwarten, so sollten grundsätzlich trogtränkimprägnierte Hölzer eingesetzt werden.

4.6 Neu einzubauende Hölzer

Wie bereits in den einzelnen Sanierungsmethoden dargestellt, sind neu einzubauende Hölzer aufgrund ihrer
Exposition im Gebäude unterschiedlich zu betrachten. Werden Hölzer in einer Decke eingebaut, wo die darüber- und darunterliegenden Räume ständig geheizt werden, entsteht im Holz aufgrund der ständigen Heizung eine Ausgleichsfeuchte von unter 10 %. In diesem Fall kann die Gefährdungsklasse 0 nach DIN 68 800 Blatt 3 angewendet werden.

Wesentliche Aussage dieser Gefährdungsklasse 0 ist, daß in einem solchen Fall in gedeckten Gebäuden auf Holzschutz verzichtet werden kann, wenn die Hölzer bei der niedrigen zu erwartenden Ausgleichsfeuchte kontrollierbar bleiben oder durch mechanische Vorrichtung soweit verdeckt sind, daß ein Zuflug von Insekten nicht möglich ist. Lediglich im Außenwandbereich sind in den Balkenauflagern andere Gefährdungsklassen anzuwenden. Dafür eignet sich die Bohrlochimprägnierung. Für neu einzubauendes Holz ist die Bohrlochimprägnierung auch bereits vor dem Einbau durchführbar. Anzuwenden sind im wesentlichen Flüssigborsalze, um die Hölzer gegen einen Pilzbefall und Insektenbefall vorbeugend zu schützen.

Flüssigborsalze werden von verschiedenen Anbietern auf dem bundesdeutschen Markt vertrieben. Wichtig ist, daß sie eine Zulassung von Institut für Bautechnik besitzen und die Prüfprädikate P und Iv beinhalten.

Bei der Anwendung sind die vom Hersteller angegebenen Anwendungsmengen zu berücksichtigen. Alles übrige Bauholz sollte vorbeugend mit einem wässrigen Schutzmittel behandelt werden. Dafür eignen sich schwermetallfreie Holzschutzpasten. Diese Produkte sind in den meisten Tränkanlagen enthalten und haben den Vorteil, daß sie auf dem Holz im eingebrachten Zustand keine Gase an die Raumluft
abgeben.

Alternativ können die Hölzer auch mit reinen Borsalzpräparaten geschützt werden. Vorteil dieser Salzgruppe ist ebenfalls, daß sie nach Einbau im Gebäude und Abtrocknung keine Gase mehr an die Raumluft abgeben. Hierin unterscheiden sich beide genannten Gruppen sehr stark von den fluorhaltigen Mitteln, die nicht mehr in gedeckten Bauten eingesetzt werden sollen.

Nachteil von Borimprägnierungen ist, daß sie im Holz nicht fest verankern und ständig durch Regen ausgewaschen
werden können. Werden reine Borpräparate eingesetzt, so ist es durchaus zweckmäßig, das Bauholz nach dem Einbau zu imprägnieren. Andernfalls muß sichergestellt sein, daß die Hölzer beim Transport abgedeckt sind und nicht dem Regen ausgesetzt werden. Bei den in Trogtränkanlagen vorhandenen Schutzmitteln sind sog. Fixierungszeiten zu berücksichtigen.
Das ist die Zeit, die das lösliche Holzschutzmittel benötigt, sich in eine schwer auslaugbare Verbindung
umzulagern.

Diese Zeit muß bei der Ausschreibung berücksichtigt werden. Der Unternehmer muß genügend Zeit haben, das Holz vor Einbau zu lagern. Andernfalls werden tropfnasse Hölzer angeliefert, und es kommt zu einer unnötigen Umweltgefährdung durch Holzschutzmittel.
Weiterhin ist zu berücksichtigen, daß bei Hölzern ein Nachschutz der Trockenrisse erforderlich ist. Dies ist in der DIN 68 800 Blatt 3 klar geregelt. Daher sind die Hölzer möglichst trocken einzubauen. Das bedeutet, daß die Holzschutzmaßnahme früh genug geplant sein muß, um auch nach der Fixierung der Salze eine ausreichende Trocknung zu erhalten. Daher kann es u. U. günstig sein, Kammergetrocknetes, also mit Trockenrissen versehenes Holz zu imprägnieren. Bei den schwermetallfreien Salzen ist dies bei der Forderung von zu imprägnierenden Hölzern mit weniger als 20 % Holzfeuchte bereits berücksichtigt.

5 Zusammenfassung

Aus der Vielzahl der hier gegebenen Informationen ist zu erkennen, daß die Sanierung von holzzerstörenden Insekten ein hohes Maß an Kenntnissen vom Verarbeiter und dem untersuchenden Sachverständigen verlangt.

Im Hinblick auf die Forderung, Holzschutzmittel in gedeckten Bauten so wenig wie möglich einzusetzen,
ergeben sich vielfach große Probleme. Einige Lösungsansätze sind hier aufgeführt.

Es ist aber auch zu erkennen, daß neben den Kenntnissen der Lebensgewohnheiten der Schädlinge Informationen über die auf dem Markt befindlichen Holzschutzmittel und über die Feinheiten der möglichen Verfahren vorliegen müssen. Auch die Wirtschaftlichkeit ist zu berücksichtigen, ebenso die spätere Nutzung eines Gebäudes. Diese Forderungen können nicht mit einer einzigen Allheilmethode gelöst werden. Das bedeutet aber auch, daß anstehende Untersuchungen möglichst von neutralen Personen durchzuführen sind. Verarbeiter scheiden in den meisten Fällen aus. Erst wenn die Untersuchung abgeschlossen ist und mit dem Auftraggeber
die Nutzung geklärt ist, kann der Verarbeiter im Hinblick auf seine Haftung das vorgeschlagene Verfahren nochmals überprüfen.

6 Literaturangaben

1. „Pflanzliche und tierische Bau- und Werkholzschädlinge“ von Dr. D. Grosser, DRW-Verlag
2. „Holzschädlinge an Kulturgütern erkennen und bekämpfen“ von Dr. H.P. Sutter, Haupt-Verlag
3. „Handbuch der Mikroskopie in der Technik“, Band V 1 + 2 von Dr. H. Freund, Umschau-Verlag
4. „DIN-Taschenbuch Holzschutz 1992“ Beuth-Verlag
5. „Holzschutzmittelverzeichnis“, Stand August 1997, Erich Schmidt Verlag, Berlin
6. „Merkblatt Baulicher Holzschutz“ Entwurf von 1991, Wissenschaftlich-Technischer Arbeitskreis für
Denkmalpflege und Bauwerksanierung e.V.
7. „Probleme und Perspektiven eines umweltverträglichen Holzschutzes“, von Bringezu/Schenke, Erich
Schmidt Verlag 1992
8. „Schäden an Holzkonstruktionen“, von Willi Mönck, VEB Verlag für Bauwesen in Leipzig
9. „Der Holzbau“, von Hans Issels, Reprint nach der Originalausgabevon 1900, Verlag Th. Schäfer
10. „Die Konstruktionen in Holz“, von Dr. Otto Warth, Nachdruck der Ausgabe von 1900, aus dem TH.
Schäfer Verlag, 9. Nachdruckauflage von 1994
11. „Bauen und Sanieren mit Holz“, von Willi Mönck, Deutsche Verlagsanstalt in Stuttgart
12. „Fachwerk“ von Manfred Gerner, Deutsche Verlags Anstalt,



Danke Michael!



Irgendwoher kenne ich das, aber ich hab es in meinen Unterlagen noch nicht gefunden. Ich werde es über die freien Tage mal suchen und vielleicht mein Ordnungssystem überdenken.
Erstmal Danke und frohes Fest
Grüße
Martin Malangeri





Bitteschoen und auch euch ein frohes fest und guten rutsch , auch wenn man sich sicher noch schreiben wird.
nur frage ich mich , warum derjenige das schreibt ? muss er ja auch wo herhaben ! naja mal schauen was ihr holzwuermer dazu sagen koennt.
gruss





Hallo Michael, hallo Martin

Der Artikel stammt von Joachim Wiessner. Er ist zu finden unter:"http://www.jochenwiessner.de/download/insekten.pdf"

Nun ich denke, Joachim Wiessner hat hier einen Kukucksei gelegt mit der Formulierung: ".... jedoch wurde bei einem Wahlversuch in der BAM Berlin festgestellt, daß die Hausbockweibchen gerade das heißluftbehandelte Holz für die Eiablage bevorzugten...."

Ich denke nicht, das er damit sagen will, dass nach einer Heißluftbehandlung die Hausbockweibchen zur Eiablage Schlange stehen. Der Satz ist genauso unglücklich wie seine Einleitung: "....Die Sanierung von Holzschadinsekten....."

Ich werde ihn einmal um eine kurze Stellungnahme bitten.

Gruß

Lutz Parisek



Kuckucksei und die Heißluft



Tach zusammen,
da klopft es doch an meine Tür, und Lutz Parisek steht dafür.... oder so ähnlich

Ich bin über 30 Jahre im Holzschutz tätig. Und ich habe ein funktionierendes Gedächtnis. Herr Weißbrodt aus Borgholzhausen hat Ende der 70er Jahre behauptet, dass die Heißluftmethode einen vorbeugenden Schutz erzielt. Das war gegen die chem. Industrie gerichtet. Diese hat dann ein Forschungsvorhaben in Auftrag gegeben, dass zu prüfen ist, ob die Behauptung von Weißbrodt stimmt. (Ich ging immer davon aus, dass dieser Wahlversuch nicht ganz ehrlich zugegangen ist, aber ich habe keine Beweise. Ganz im Gegenteil...)
Das Ergebnis war, dass die Hausbockweibchen ihre Eier bevorzugt in dem Heißluft-behandelten Holz abgelegt haben. Die hatten also die Möglichkeit, entweder unbehandeltes Holz oder erhitztes Holz. Die Weibchen waren trächtig, die mussten eier ablegen.
Da ist was dran, wie ich heute weiß. Auf meiner Website ist der Download "Moderne Legenden im Holzschutz" von Dr. Pallaske, damals noch Mitarbeiter der Remmers Chemie(!!). Bitte mal sorgfältig lesen auf Seite 2 oben. Da steht die Erklärung warum.
Für mich gilt: Die Heißluft tötet zuverlässig die Insekten 100 % ab, wenn sie sachgerecht angewendet wird. Die chem. Methode kann das nicht, zumindest nicht bei der Anwendung nach DIN 68 800 Teil 4. Anschließend ist bei der Heißluftmethode ein vorbeugender Holzschutz erforderlich. Wo das nicht gewünscht wird, sollte ein Wartungsvertrag zur Kontrolle des Dachstuhls abgeschlossen werden. Alle 3 bis 5 Jahre ist zu kontrollieren.
Übrigens, wieso wird eine Bohrlochtränkung gegen den Hausbock durchgeführt? Der lebt doch unter der Oberfläche!! Oder habe ich da was nicht verstanden?
Viele Grüße
Joachim Wießner





Hallo
Da haben sie wohl etwas nicht verstanden .
Gruß



Nachhilfe



Hallo Michael,
ich denke, Sie meinen mich. Was habe ich nicht verstanden? Bitte klären Sie mich auf.
Gruß Joachim Wießner





Hallo
Sie haben geschrieben :

Übrigens, wieso wird eine Bohrlochtränkung gegen den Hausbock durchgeführt? Der lebt doch unter der Oberfläche!! Oder habe ich da was nicht verstanden?
Viele Grüße

Und da ich lesen kann , dass sie ein sachverstaendigenbuero fuer Holzschutz sind finde ich schreiben zu duerfen , das sie da was nicht verstanden haben !





PS nur unter der oberflaeche ist gut ! :-)
sie koennen sich gern in meiner nachbarschaft einen fall anschauen , bei dem er wirklich nur den nackten kern belassen hat . so als wenn sie einen blutigen finger ins piranjabecken halten und nur der knochen ueberig bleibt.
was ich auch schon gesehen habe . ein zerfressen einer Dachlatte ohne kern . 4x5cm kompl. durch .
gruss





Hallo Michael

Ich denke du hast weder den Fragesatz von Joachimm Wiessner verstanden, noch seine zweite angehängte Frage beantwortet.
Mir ist klar auf was Joachim Wiessner hinaus will, aber das wird erst klar wenn man seine Frage zu beantworten versucht.

Joachim Wiessner ist ein hochqualifizierter und bekannter Holzschutzsachverständiger mit manchmal auch ein wenig provokanten Thesen. Ich bin zwar auch nicht über alle Aktionen und Thesen von Joachim Wiessner glücklich, muß mich hier aber vor den Kollegen stellen, denn ich halte deinen zuletzt angeschlagenen Ton für nicht angebracht.

Gruß

L. Parisek

@ Martin
Fatalerweise ist der Mitarbeiter auf dem Foto bis heute nicht eingetroffen.

@Joachim
Achte bitte auf eine qualitativ hochwertige Ausführung. Es wäre unschön wenn Michael mit seinen Bedenken recht bekommen würde.





Huch wer wird denn da .

welcher ton war denn falsch ?
wenn jemand schreibt , dass jemand etwas nicht verstanden habe und ich ihm zustimme ?
komisch ! Ausserdem habe ich seine frage beantwortet .
Der Hausbock lebt nicht nur direkt unter der oberflaeche.
dafuer brauche ich kein grosses wissen

finde deine letzte aeusserung genauso unschön.
Warum wäre es unschön wenn ich recht bekommen wuerde .
wuerde es euer geschaeft beeinflussen ?



Hausbock und Bekämpfung



@ Lutz
vielen Dank für Dein Verständnis zu den provokanten Thesen. Die sind nach meiner Meinung notwendig, um wieder Bewegung in diese Thematik zu bringen.
Als Heißluft-Anwender wird Dich sicher interessieren, dass Borsalze gegenüber dem Nagekäfer auch nach 5 Jahren versagt haben. Flurox hat auch Probleme ohne Ende.

@ Michael
Wenn vom Sparren nur noch das Reifholz oder das Kernholz stehen geblieben ist, nutzt weder eine Oberflächenbehandlung noch eine Bohrlochtränkung etwas gegen diese Schäden. Der Sparren muss erneuert werden. Selbst beim Verstärken muss soviel abgebeilt werden, und dann von beiden Seiten etwas angebracht werden, dass es sehr häufig wirtschaftlicher ist, diesen Sparren zu erneuern.
Wenn der Hausbock in der 2. oder 3. Generation im Holz ist, dann lebt der Befall bis max. 2 cm Tiefe im Splintholz. So was ist ohne großen Aufwand zu sanieren. Da ist in meinen Augen bei einer Deckenbalkenlage zum Beispiel die Chemie schwierig einzusetzen, weil die Balkenunterseite nicht erreichbar ist. Da hilft auch keine Bohrlochtränkung, denn die geht beim Hausbock völlig am Befallsherd vorbei.
Weiter oben steht, dass sich sie Larven dann in die Wirkstoffdepots einfressen. Tja, das ist was zum Glauben. Wir wissen mittlerweile, dass die Larven des Hausbocks Fraßgiften ausweichen, weil sie diese schmecken. In der von mir im Jahr 2003 angegriffenen Versuchsanordnungen zum Testen der Wirksamkeit gegenüber Hausbocklarven (DIN EN 1390 V)haben die 6 Larven in einem Probeholz keine Möglichkeit auszuweichen. Die müssen das Gift fressen.
Im normalen Holz sieht das anders aus. Flurox funktioniert nicht schnell genug, bei Borsalz bleibt der Befall manchmal 5 Jahre aktiv und bei den Nervengiften Permethrin und Deltamethrin sind häufig Bedenken bezüglich der Nebenwirkungen.
Da bin ich schon für die Heißluftmethode, oder auch die geregelte Heißluft. Nur wie hier zu lesen ist, haben die Mitglieder des Forums so ihre Infos und Erfahrungen gesammelt. Was ich daraus lese ist, dass es schon schwarze Schafe gibt, die sowohl mit der einen oder auch mit der anderen unvollständig ausgeführten Behandlungsart den unwissenden Eigenheimbesitzer über den Tisch ziehen.
Ich wollte nur zum Nachdenken anregen. Weil jede Methode Vor- und Nachteile hat. Zuerst gilt die Standfestigkeit. Denn die läßt sich weder mit der Heißluft noch mit der chem. Methode wiederherstellen. Da kann nur der Zimmermann helfen. Und der darf die wirksamen Fraßgifte in der Regel wegen fehlender gesetzlicher Ausbildung über den Umgang mit Gefahrstoffen nicht ausführen.
Ich kann gut damit leben, dass ich was nicht verstanden habe.
Schöne Grüße
Joachim Wießner

P.S. @ Michael
Sie haben ja recht mit dem tiefen Befall, der lebt aber bestimmt schon 20 oder 30 Jahre im Holz. Der Befall geht immer tiefer, weil die Oberfläche nichts mehr hergibt. Sie finden aber nur vereinzelt tiefgehende Fraßgänge bei jungem Befall. Ich gehe von jungem Befall aus, so bis 10 Jahre. Das was Sie beschreiben, ist nicht mehr sanierbar mit Chemie oder Heißluft. Dann muss ich mir bei so einem Holz andere Gedanken machen.



Ergänzung zu Insektenbefall an Hitzebeh. Holz



Guten Tag,
meiner Auffassung nach ist es richtig, dass nach Hitzebehandlung (auch technische Trocknung) abgewägt werden muss, ob ein vorbeugender Insektenschutz erforderlich ist. Aufgrund von Umwelt- und Gesundheitschutzaspekten sollte nach einer Heißluftbehandlung im Gebäude, wenn es nach Bewertung des Einzelfalls zu vertreten ist, die vorbeugende Behandlung durch Kontrollen kompensiert werden. Die "insektenunzugängliche Bekleidung" nach DIN halte ich bei vielen Bauten auch für problematisch. Dort ist auf jeden Fall viel "Gehirnschmalz" in Anschlussdetails zu stecken.
Die Veröffentlichung von Hr. Pallaske ist auch mit in Konzepten zu berücksichtigen. Ich sehe die Kernaussage darin, dass die Fraßmenge der Larven gesteigert wird, weil weniger Nährstoffe im Holz verblieben sind. Wenn nach Hitzebehandlung also ein Befall eintritt, wird das Holz eher schneller zernagt.
Die etwas einseitige Werbung für technisch getrocknetes Holz vereinfacht die Sachverhalte meiner Meinung nach (besónders, wenn man sich nicht die Mühe macht, das Kleingedruckte in Veröffentlicheungen entsprechender Interessenvertreter zu lesen.) Hr. Radovic wird das anders sehen, aber ich denke hier muss noch weiter geforscht und wissenschaftlich belegt werden.
Überigens hat die Außenstelle der BAM in Eberswalde Hausbock-Eilarven an technisch getrocknetes, teilweise so hoch erhitztes Holz, dass man von "Thermowood" sprechen kann angesetzt. Die Larven haben sich eingefressen und sind gewachsen. Hier gilt natürlich, das von Kollegen Wiessner in seiner Veröffentlichung zu EN-Prüfungen der HSM Wirksamkeit gesagte genauso: Die Larven hatten keine Möglichkeit auf anderes Holz auszuweichen und jeder will überleben. Es muss also noch z. B. die Eiablage, die Häutung von Larven, die Verpuppung, usw. geprüft werden.
Holz erhitzen als vorbeugenden Insektenschutz halte ich als nur sehr gering geeignet, deshalb muss man aber nicht nach jeder Heißluftbehandlung nachschützen, sondern muss den Einzelfall werten.
Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold