Holzbalken in der Decke freilegen




Nochmals Hallo,

ich habe die selben Fragen schon mal unter Allgemein gestellt aber leider bisher keine Antwort erhalten, deshalb Stelle ich sie in dieser Rubrik erneut:



Ich habe begonnen ein ca.100 Jahre altes Teilfachwerkhaus zu renovieren. Warum Teilfachwerk?! Nunja, vor ca.40 bis 50 Jahren haben die Vorbesitzer gemeint, das Fachwerk im unteren Bereich, d.h. Erdgeschoss und 1.Obergeschoss, durch eine für meine Verhältnisse abenteuerliche Methode durch gemauerte Außenwände sowie Innenwände und gegossenen Betondecken zu ersetzen. Hierzu wurde ab Decke 1.Obergeschoß eine Teleskopkonstruktion herangezogen um das Haus im oberen Bereich abzustützen und weiter die Zimmer im Obergeschoß bewohnen zu können. Weiter wurde auch noch das Dach der angebauten Scheune um 90 Grad gedreht und der Giebel in Wohnhausgiebelrichtung ausgerichtet. Bausünde über Bausünde!!!
Nun meine Fragen:
1. Ich habe die Decke im 1.OG abgeschlagen und das alte Dämm-Material (einstiger Bauschutt mit Schlacke) entsorgt. Die Balken liegen nun frei. Diese sind in den Außenwandbereichen äußerlich, d.h. im schlimmsten Fall ca. 2cm Tief vom Hausbock ab/ausgefresse. Ich bin mir ziemlich sicher das der Hausbok tot ist, aber sollte ich die Balken nicht dennoch mit ?Chemie? oder Hitze behandeln?
2. Nachdem das unbrauchbare Holz abgebeilt und abgebürstet ist, womit kann ich im Wohnraumbereich das Holz nachbehandeln bzw. versiegeln damit es nachher optisch ansprechend ausschaut und dennoch nicht brandgefährdet ist (Leinöl, Baumarkt-Holzkonservierer, Wachs)? Es soll nähmlich im selben Raum ein Kaminofen aufgestellt werden mit 9kW Leistung. Vom Schornsteinfegen habe ich nur die Auflagen bekommen die die Ofenrohrdurchführung im Mauerwerk betreffen. Ansonsten hat er mir freie Hand gelassen, bzw insgesamt bis 6 Feuerstellen für mein Haus zugelassen.





Hallo,

lassen Sie doch prüfen, ob der Hausbock (ist es überhaupt sicher, dass es ein Hausbock ist/war?) noch "lebt". Dann würd ich auch keine Chemie benutzen, denn das schadet jeder Gesundheit im Haus...

Holz kann man nicht abdichten, so dass es nicht brandgefährdet ist. Holz ist Holz und kann immer brennen. Streichen können Sie es, wie es Ihnen am besten gefällt (am besten mit nichts, was das Holz zukleistert, sondern dass es noch atmen kann).

"Rund um" den Kaminofen müssen Platten angebracht werden, die nicht gleich brennen können (fragen Sie mal im Baumarkt oder schauen Sie in der Montage- und Bedienungsanleitung des Kaminofens, da muss das nämlich auch drinstehen), wenn der Kaminofen nahe an der Wand steht (was er in der Regel auch tut). Fragen Sie hierzu im Zweifelsfall nochmal den Schornsteinefeger, der muss das ganze später nämlich auch noch abnicken.

Grüße Annette



@ Annette



Danke für die schnelle Antwort

vom Kaminfeger kam nur die Auflage in der Wand über dem Ofenrohr eine Promatek-Platte einzubringen und den Rest mit Backsteinen Auszumauern.

Der Nachbar, der ebenfalls mit einigen Tipps mir zur Seite stand und scheinbar früher Altbausanierungen selbstständig profesionell durchgeführt hat gab mir den Rat die Balken mit Dieselöl oder Heizöl einzustreichen und sie anschließend zu versiegeln. Mir kam das alles sehr spanisch vor, ich kann doch nicht im Wohnbereich mit cancerogenen Substanzen wie Dieselöl arbeiten wenn ich anschließend dort meine Kinder grossziehen will.

Er meinte auch meine Balken seien Eiche, aber ich dachte der Hausbock geht nur in Nadelhözer... Ist mein bisheriger Berater seriös oder eher nicht... ich ahbe da inzwischen Zweifel?!

Jochen





Hi,

ich würd dann auf den Kaminfeger hören. Solche Leute, die fürher sowas professionell gemacht haben, die kenne ich auch mittlerweile. Nun ja, muss jeder selber wissen, was er sich und seinem Haus antut :-).

Soooo, also moment mal *blätterblätter*. Hier:
In meiner Bedienungsanleitung steht:
"Halten Sie bei der Aufstellung des Kaminofens unbedingt folgende Sicherheitsabstände ein... hinten 20 cm, seitlich 30 cm, nach vorne 100 cm (kann aber, je nach Kaminofen natürlich differieren)". Bei Holzboden usw. evtl. Funkenschutzplatte benutzen oder fliesen, also eine nicht brennbare Unterlage benutzen. Wenn diese Sicherheitsabstände (also Bedienungsanleitung lesen!) eingehalten werden, kann nix passieren.

Es ist ja auch nur ein Strahlenschutzbereich, in der Regel wird ja auch nur das Abgasrohr heiß, der Kaminofen ist ja äußerlich normalerweise nicht so sehr heiß, dass da was anschmort.

Wenn Holz feucht wird, können sich schon "Tiere" oder Pilze niederlassen. Das hat mit der Holzart nix zu tun. Holz ist immer lecker ;-). Wir behandeln unser Holz nicht mit Holzschutz, wir lasieren nur, der Farbe wegen. Und wenn Feuchtigkeit wieder ungehindert austreten kann, dann macht das dem Holz eh nix. Also nicht zukleistern, immer schön offenporig lassen (ist wie mit der Haut). Leinölfirniß ist auch ok. Nur keine Schadstoffe unnötig ins Haus holen!

Holen Sie sich lieber hier Rat ein, solche wie Ihren Bekannten kennen hier alle allzu gut. Und wenn man sich dann erst die Mühe gemacht hat, alles so zu machen, wie der das gesagt hat und hat hinterher Schäden, dann sollte man's gleich lieber richtig machen.

Grüße Annette



@ Annette



vielen lieben Danke Annette,

dieses Forum lob ich mir,

Mit den Abständen stimmt das ungefähr damit überein was der Schornsteinfeger gesagt hat, aber eben zusätzlich noch zur Sicherheit die Brandschutzplatte (Promatek) miteinmauern.

Danke Jürgen,

sollten noch mehr Leute einen Praktischen Rat haben bin gerne dafür offen, denn noch ist das Haus in der Bauphase



Wenn es ...



... der Hausbock ist, so müssen ca. 5-10 mm große ovale Ausflugöffnungen zu sehen sein. Da das Haus ca. 100 Jahre alt ist, kann man einen Lebendbefall eigentlich zu 90% ausschließen. Beim Abbeilen darauf achten, ob noch Larven zu finden sind. Foto in einem der Forumbeiträge zum Hausbock in Südkorea. Chemie setzt man nur ein, wenn ein aktiver Befall bekämpft werden muß!
Alles andere hat Annette schon gesagt.
Verschneite Grüße aus Thüringen von

Günter Wilmanns



@Günter Wilmanns



Ihrer Beschreibung nach zu urteilen, handelt es sich eindeutig um den Hausbock. Larven..sind uns keine aufgefallen. Das Holz ist zum Kern hin auch sehr gesund (eigene Beurteilung, und Beurteilung vom Nachbar "Jürgen").
Beim Abklopfen hört sich das Holz auch der Stabil an, keine Dumpfer hohler klang. Wenn man sich im Zimmer darüber befindet und springt, dann ist im unterem Zimmer auch kein Schwingen der Balken oder ähnliches zu erkennen. Das wurde per Teleskopstange (ehemaliger Zeigestock/abgebrochene Antenne) überprüft. Die massive Holztreppe dagegen schwingt um ca. 2mm. Aber auch das ist laut meinem "Sachverständigen" (Nachbar) in bester Ordnung. Um auf die Dimension der Balken zu kommen, es handelt sich hierbei um ´20x20cm (meiner Meinung nach Fichte) Eiche (laut der Meinung meines Nachbarn "Jürgen").
Beim Abbeilen wurde das Holz mehr und mehr rötlich gelb und hell... Eiche oder Fichte?

Auch bei uns schneit es fürchterlich, es sieht zwar schön aus, aber es verlängert den Heimweg von der Arbeit.


Vielen Dank



Holzart



dürfte Eiche sein, wenn Ihr vorher scharfes Beil jetzt so gut wie stumpf ist, Sie praktisch nichts an Holz abbekommen haben und den Eindruck hatten, auf Stein zu schlagen.
Sonst ist es was anderes.
Harzgeruch nach dem Abbeilen spricht für Nadelholz, rötliche Farbe auch.

Die Balken lassen sich mit Naturharzöllasur und Pigmentzusätzen farblich vereinheitlichen. Dazu berät Sie jeder Bio-Laden.
Leinöl ist als Basis geeignet, ich persönlich mag den Geruch nicht (die Lausitzer bitte ich um Verzeihung).

Das Dieselöl gehört in den Tank des Treckers.
Was würde wohl ein zufällig anwesender Zeuge sagen, stellen wir uns mal vor es wäre der Dorfpolizist, wenn Sie ihre Balken mit einem Brandbeschleuniger Streichen ?

Viel Erfolg



@ Dieter Beckmann



Vielen Dank für den Holztipp, damit ist für mich klar dass es sich hierbei um Nadelholz handelt, aber tatsächlich habe ich einen Balken entdeckt, eher Säule (steht senkrecht und stützt einen Deckenbalken auf dem zusätzlich eine Trennwand lastet), der auf die Beschreibung Eiche passt. Das Holz ist eher graubraun und extrem hart. Dieser Balken ist auch nicht mit irgendwelchen bohr/fraß-löchern versehen sondern völlig intakt.

Danke für den Tipp mit dem Bioladen. Es ist einer im Nachbarort und ich hoffe die werden mir mit dem Öl zur Lasur weiterhelfen

Besten Dank

Jochen



Nicht so schnell !



Hallo Jochen !
Wenn man renoviert oder restauriert muß man schon einige Grundkentnisse besitzen daß das, was man macht nicht zu einer allgemeinen Gefahr wird . Nichts gegen "Selbermacher" aber wenn man mit einem Zimmermann die Sanierung bespricht und vor Ort anschaut und Lösungen erarbeitet die fachlich sinnvoll sind ist es für Dich billiger Du hörst auf fachlichen Rat und arbeitest an Deinem Haus als Du Dich im Forum schlau fragen mußt wegen grundsächlichen Dingen .Kann Jürgen Dich nicht leiden oder warum gibt er Dir den Rat mit dem Brandbeschleuniger ? Oder meinte er Du sollst das Zeug im EG verkippen und eine Fackel hineinwerfen ? In diesem Fall: Bleifrei ! Sonst haste die Grünen mit Jürgen (Trittin) am Hals .
Also erst mal einen ehrlichen Rat einholen , ist am billigsten . LG Jens



@Jens Beier



Hallo Jens

Ich habe ja scheinbar auf meinen "Fachmann" Jürgen gehört, aber der ist ja nur eine Fachmann in Anführungszeichen. Anfangs hat sich ja alles ganz toll angehört, aber als der dann mit etwas merkwürdigen preisgünstigen Tipps kam (Dieselöl zu Hausbockbekämpfung), habe ich mir gedacht dass da was Faul ist. Daher sollte man sich viele Meinungen einholen und sich dann ein Bild machen. Das mit dem Zimmermann ist schon in Ordnung, der war inzwischen ja auch da, konnte mir aber auch nichts neues Sagen, denn all diese Fragen und Antworten decken sich mit denen hier im Forum, daher kann ich das Forum nur loben und werde mir weiterhin hier meine ersten Ratschläge holen. Ein Fachmann will sofort Anfahrtkosten erstattet haben, "die Schwaben", und hier auf dem Land sind die wege ganz schön "weit" (mindestens 5km, wenn nicht gar 5,5km).

45€ pro Anfahrt kann ich mir pro Besichtigung sparen. Die würden zwar wieder zurückerstattet werden wenn ich ihm den Auftrag gebe, aber ich will´s ja selber machen. Dinge an die ich mich nicht herantraue habe ich auch, wie z.B. Elektrik, aber das ist auch etwas sehr gefährlich ohne Abnahme vor Inbetriebnahme. Ich lege die Kabel zwar selbst aber verdrahten und Anschliessen tut mir das ein bekannter Elektrikermeister.

Mit Holz arbeite ich schon von klein auf, von Statik verstehe auch etwas (Physikgrundstudium), nur die Holzsanierung und die Erhaltung bzw die Wiederherstellung von mit Schädlingen befallenen Bauteilen ist so ´ne Sache wo man sich einen oder viele Ratschläge einholt und dann selber etwas unternimmt.

Hätte hier im Forum jemand gesagt: vergiss es lieber und hol dir den Kammerjäger oder mache eine umfangreiche Hitzebehandlung bzw räuchere das Haus aus, dann wäre ich zum Fachmann gegangen und hätte mir eine weitere Meinung geholt. Momentan ist die Situation so, dass die Tipps in Ordnung sind und auch umsetzbar, mit der weiteren Meinung des Zimmermanns übereinstimmen und daher möchte ich meinen, dass es kein Fehler ist sich hier im Forum zu beraten.

Ich werde es daher mit meinen weiteren Fragen, sollten welche auftauchen, ebenfalls so handhaben und die Fachmänner/frauen (@Annette ;-)) hier im Forum um Rat bitten.


Liebe Grüsse

Jochen



Auch angebliche Fachmänner erzählen manchmal viel Quatsch...



... unser erster Architekt wollte, dass wir die Gefache mit Yton ausmauern...

Wie auch immer, viele Ratschläge sind manchmal besser... auch wenn sie manchmal verwirren *hihi*.

Es gibt einige, die sich Fachmänner schimpfen und dann nur "Müll" machen. Die kenne ich auch zu genüüügend. Im Forum hier wird zwar manchmal heiß diskutiert, aber alle haben zumindest Erfahrung und wollen nur das Beste für ihr Haus... Ich find das Forum klasse (man bekommt meistens tolle Antworten und Ideen von anderen), man muss ja auch nicht immer alles selber machen...

Grüße Annette