HILFE - Holzwürmer im Balken (Hausinneren)

30.01.2013



Hallo zusammen,

jetzt haben wir unsere grosse Hausmodernisierung und Umbau abgeschlossen, doch leider haben wir dabei die ungebetenen Gäste übersehen - Holzwürmer.

Es betrifft fünf alte Balken, die jetzt zum Wohnhaus gehören und früher Stall waren. Die Balken waren nicht behandelt und wurden von uns im Zuge des Umbau schwarz gestrichen. Erst dieser Anstrich machte uns auf die unliebsamen Mitbewohner aufmerksam.

Bisher habe ich im sichtbaren Bereich ca. 20 Auswurflöcher.

Ich haben überlegt im ersten Schritt mit "Xyladecor - Innen - gegen Holzwürmer" anzuwenden.

Hat schon jemand damit Erfahrungen gesammelt?
Was ist wirksam und was hilft wirklich - was kann bedenkenlos im Innenraum anwenden?

Vielen Dank für eure Hilfe im Voraus
TT



Die kleinen Tierchen



Hallo Namenloser,

erstmal ist aufgrund Deines Textes nicht klar, ob in den Gängen überhaupt noch jemand wohnt. Das solltest Du prüfen.

Dann ist zu bedenken, dass ein paar Würmer ein Fachwerk nicht übermorgen zum Einsturz bringen werden. Ein befreundeter Zimmermann erklärte mir dazu, dass die Tierchen — so denn tatsächlich welche nagen — erstens meist im weichen Splintholz sitzen (das für die Stablität eine eher untergeordnete Rolle spielt) und sie zweitens nach einiger Zeit ausfliegen.

Wichtig ist es also, für ein Klima zu sorgen, das den unerwünschten Bewohnern unangenehm is und sie nicht wiederkehren: Trocken muss es sein.

Dann gibt's noch die Meinung, dass die kleinen Kerle geöltes Holz nicht so sehr mögen. Also könntest Du besser ein Naturprodukt wie Leinöl ausprobieren (darüber findest Du im Forum eine Menge), anstatt auf die glänzenden Versprechungen der chemischen Industrie hereinzufallen und Dir etwas ins Haus zu holen, das Du später vielleicht bereust.

Problem: Du hast die Balken schwarz gestrichen (womit?).

-Frank



Schließe mich an



Hallo TT,

es gehört zum guten Ton, sich mit einem menschlich klingenden Namen ansprechbar zu machen und nicht unbedingt mit dem kürzlich einer bayerischen "Sardinendose" auf 4 Rädern aufzutreten.

Die Anubien werden dein Haus nicht auffuttern in absehbarer Zeit, mach denen das Leben unangenehm, so das sie nicht mehr ihre bevorzugten Lebensbedingungen vorfinden, dann ziehen sie von alleine aus´, d.h. in bewohnten und beheizten Wohnräumen halten sie sich nicht lange, weil das Holz zu trocken ist, um 10% Holzfeuchte ist zu wenig für die Insekten und der Befall wird zurückgehen.
Problemstellen sind welche mit regelmäßigem Feuchteeintrag, z.b. Rohrschäden , Kondensation, Wischwasser etc. wo das Holz über einen längeren Zeitraum auffeuchten kann.
Selbst mit Giften wird der Befall noch über Jahre weitergehen, weil nie alle Larven erwischt werden können, Der Zyklus kann bis zu 10 Jahre betragen. Nur ist das Gift einmal im Haus macht es auch vor anderen Bewohnern nicht halt und "unschädlich", "abbaubar" etc. was auch immer auf den Giftflaschen steht, heißt nicht harmlos.

Gute Infos finden sich hierzu auf holzfragen.de

Gruß
Selle



Falsch:



"Dann gibt's noch die Meinung, dass die kleinen Kerle geöltes Holz nicht so sehr mögen. Also könntest Du besser ein Naturprodukt wie Leinöl ausprobieren (darüber findest Du im Forum eine Menge)"

Diese Meinung ist eine falsche Meinung. Ich verkaufe Ihnen gern ein Öl, aber dafür ist keines der in der Oberflächenbehandlung üblichen Öle geeignet, weder bekämpfend noch vorbeugend.

Ich gehe davon aus, daß die Balken gut zugängig sind, und statische Bedenken nicht bestehen. Es gibt Firmen, die mit mobilen Mikrowellenmodulen arbeiten, da sollten Sie 'mal Bautenschützer Ihrer Umgebung fragen.

Ansonsten: Ich, der ich oft mit Holz arbeite und neugierig bin, würde Bohrlochinjektagen mit Pistal, einem natürlichen Insektizid das sich in kurzer Zeit abbaut, probieren. Der Befall scheint gering und Gefahr nicht im Verzug, es wäre also Gelegenheit, ein wenig zu probieren. Sparsam verwenden, und hinterher in den Urlaub fahren, es riecht zunächst etwas, was sensible Gemüter stören könnte.

Xyladekor? "In Innenräumen nicht großflächig anwenden (max. 2 - 3 m²)." Da hat offenbar schon der Hersteller Bedenken. All die neuerfundenen Holzschutzmittel werden immer am Kunden getestet, und dann vom Markt genommen, wenn's Probleme gibt (Xylamon aus dem selben Hause z.B., mit PCP und Lindan). In meinem Haus würde ich da sehr vorsichtig sein.

Daß die Tierchen im Wohnumfeld von alleine ausziehen, ist nicht zuverlässig belegbar. Ein Neubefall ist bei wohnüblichen Holzfeuchten wenig wahrscheinlich, aber ob die "faulen" von den Anobien nicht doch im Holz bleiben und sich lieber mit einer miesen Umgebung bzw. Holzfeuchte abfinden als mit einer ungewissen Zukunft? Menschen wählen zu 99% die erstere Variante :-)))

Grüße

Thomas