Holz, Balken, Blech, ölen, sehe

22.11.2011



Hi,
Ich möchte meine Eichenbalken von obenher vor Nässe schützen.
Hab da an Bitumen oä. gedacht. Oder was wäre besser?
Das Fachwerk ist von 1820, war in einer Scheune verbaut und wurde nun umfunktioniert als Ferienhaus. Die Hölzer sind nun schon einige Jahre der Witterung ausgesetzt. Ich denke auf Dauer schwächelt selbst deutsche Eiche.

Jochen





Blechabdeckung mit abgefalzter Tropfkante links und rechts





Geh zum Dachdecker oder Klempner, der soll dir da ne Abdeckung draufmachen. Fertig.

Zink, Kupfer, Alu



Nachfrage



Ich habe bei mir auch einige freiliegende Altholzbalken im Terrassenbereich/Schuppenverkleidung. Die freiliegenden Holzteile trocknen unproblematisch immer wieder auf, wenn sie nass geworden sind. Probleme gibt es immer dort, wo Anschlüsse an Dach/Wand mit Teerpappe gefertigt wurden.
Es bildet sich immer Feuchtigkeit, die schlecht ablüften kann - Folge geschwächtes Holz, Schadstellen...

Ist dieses Problem bei Zinkabdeckungen nicht zu erwarten, oder wie löst man dort das Problem mit der immer wieder eindringenden Feuchtigkeit ? Abstandshalter damit das Holz frei liegt ?

L.G.
lernbegierige anna



Blech auf Holz



...ist direkt aufgebracht wegen Kondenswasserbildung nicht zu empfehlen. Der Dachdecker meines Vertrauens trennt diese Verbindung immer mittels Dachpappschicht. Außerdem bauen wir immer ein "Opferbrett" aus Lärche/Douglasie ein, so wird die eigentliche Konstruktion geschont. Wir machen das bei Fensterbankabdeckungen aus Zinkblech bei Fachwerkhäusern.
Ob man einen Blechdeckelhut auf einer Pergola haben will, ist, genau wie bei Fensterbänken, Geschmackssache.

Das Holz, auch Eiche, ungeschützt verbaut, irgendwann dem Zahn des Wetters erliegt, ist wohl unstrittig. Es werden sich auf der Oberseite Risse bilden, in denen die Feuchtigkeit länger verweilen kann, es folgt Moosansatz...etcpp. Auch die Knotenpunkte unterliegen diesem Prozeß.

Eine Möglichkeit des konstruktiven Holzschutz besteht im beidseitigen Abgraten der Oberseite der Hölzer. Das verringert die Standzeit des Regens auf der am meisten beanspruchten Balkenfläche. Wenn beim Verlegen des Gebälks darauf geachtet wird, das vorhandene Risse an den Seiten nur maximal waagrecht und besser nach unten offen sind, ist schon viel getan.
Ansonsten hilft auch ölen,ölen,ölen, in regelmäßigen Zeitabständen.

Mit handwerklichen Grüßen
ollerich



Hallo Jochen



Sieht ja sehr gelungen aus die Terrasse.

Ganz ehrlich sehe ich die bisher gemachten Vorschläge alle sehr kritisch. Die ersten Problem werden meiner Meinung nach weniger bei den von oben beregneten Balken auftauchen sondern bei den eigentlich im inneren gelegenen Zapfenverbindungen, die jetzt frei liegen und mit flüssigem Wasser belastet werden. Das sich dort in den Zapfenlöchern Wasser sammelt, das nicht abtrocknet ist absehbar und wird schneller zu Schaden führen als die Deckenbalken.

Klar kann man die Deckenbalken mit konstruktivem Holzschutz und Öl oder Chemie ein längeres "Leben" im statischen Sinne schenken. Den offen liegenden Holzverbindungen hilft das alles wenig.
Bitte nur mal oben auf die Metall-Säule schauen oder alle Holzverbindungen auf der linken Seite des Bildes. Sieht das nur so aus, oder hat der Teil-Schwelbalken dort Bodenkontakt ?

Ehrlich gesagt glaube ich weder Blech, erst recht kein Bitumen oder Öl hilft da auf Dauer. Entweder massiver Einsatz von Holzschutzmitteln oder akzeptieren, das auch Eiche vergänglich ist.



Wenn...



...die Zinkabdeckung richtig ausgeführt wurde, gibt es kein (von oben) eindringendes Wasser. Ich kann mir nicht vorstellen, wie Abstandshalter bei einem Blech von 1mm Stärke (oder gar dünner?) funktionieren sollen (sie müssten flächig sein, vielleicht eine Drain-Matte, wie sie im Terrassenboden eingebaut werden kann?), und halte sie auch für nicht erforderlich - das Holz ist ja von 3 Seiten belüftet.

Alternative: breitere Opferbretter mit Tropfnasen beidseitig.

Anstriche aller Art bringen hier nichts, durch die Risse auf der Oberseite wird immer Wasser eindringen.

Grüße

Thomas





Ich würde es so lassen,wir haben hier Eichenzaunpfähle die zwanzig Jahre und länger in der Erde stecken und wenn die Faul sind dann eher der Teil der kurz übern Boden rauskuckt.
Kritisch sehe ich das Taxusgedöns ,wenn die mit den Jahren wachsen(Sichtschutz)wird das abtrockenen der Ständer wesentlich verlangsamt,auch das Holz beranken zulassen ,halte ich für keine gute Idee.
Aber interessant das ganze,macht was her!

Grüße Martin

Ps:die Baustahlmatte ist eher hin ,wie s Holz.



vielen Dank für die raschen Antworten!



An blech hab ich auch schon gedacht, allerdings gibts momentan das Budget nicht her. Zum Großteil sind die Balken noch so hart, dass man nur mit Mühe ein Loch bohren konnte (Aufhängung der Baustahlmatten)Aber oben bleibt teilweise schon Wasser stehen. ein Schwachpunkt sind auch die waagerechten Riegel, da diese eine mittige Vertiefung haben.
dort ist das Holz schon teilweise morsch. gut ist allerdings, dass über die Felder meist eine schöne Brise darüber bläst. Ja, die unteren waagerechten Balken sind leider ohne Abstand, jedoch auf einer Teerpappe (machts noch schlimmer) auf dem Betonsockel geschraubt.
Ich denke zunächst werd ichs mal gründlich ölen. Denke mit dem Pinsel wäre es besser, allerdings wenn ich die Menge Holz sehe,wirds mir übel , möglicherweise hol ich doch meine Spritzpistole raus. Hier nochmal ein Bild ,wie ichs vom vorbesitzer übernommen habe.



Noch ein Bild



Hier das Haus von vorne!
werd euch noch ein paar einstellen, weil wir sind ganz schön stolz auf unser "Castellchen" (Das Haus steht im Weinort Castell )



Jetzt wird's ...



...purer Blödsinn: Öl sollten Sie ganz gewiss nicht spritzen.

Öle trägt man dünn und mehrfach auf, Überstände wischt man ab.

Grüße

Thomas



Opferholz



Hier jetzt mal ein völlig laienhafter Vorschlag (ja, steinigt mich ruhig dafür!) - Auf die Balken ein abgerundetes Opferholz, gut gegen Witterung behandelt und evtl. dunkel gestrichen (damit es nicht so auffällt).
Opferholz deswegen weil das hoffentlich nicht so viele Risse bildet wie die Balken schon haben und abgerundet, damit kein Wasser darauf liegen bleiben kann - und es fällt von der Seite weniger auf.
Gleiches kann man mit den waagerechten Hölzern mit der Vertiefung für die Staken machen - hier würde ich aber auch versuchen in die Vertiefung ein passendes Stück Holz einfügen.

So, und nun steinigt mich!



Da hab ich ja wieder was angerichtet



Wenn Dir der Pinsel schon zu viel Arbeit ist, vergiß das mit dem Ölen. Denn eigentlich solltest Du Deine Balken vorher noch bürsten. Und auch wenn die Balken einen dicken Ölauftrag innerhalb von Nullkommanix wegsaufen (so wie die aussehen, gesund aber durstig): Gespritzt wird Chemie, Öl wird gepinselt.

Wenn das Budget für Blech fehlt, nimm doch den Vorschlag von T. Böhme mit dem Opferbrett, breiter als die Balken, aus Lärche/Douglasie, Kernseite nach oben. Die könntest Du auch ohne viel Aufwand vorher mehrfach ölen und selbst ohne sollten die mal 20 Jahre überstehen.

Dein größeres Problem, da hat M. Mattonet vollkommen Recht, liegt im Bereich der Wand mit dem schönen Torbogen und auch auf der anderen Seite.

Bei den Riegelzapfen kann eindringendes Wasser zwar auch noch wieder raus, aber auch da dürfte es auf Dauer zu feucht sein, zumal das Wasser durch die Stakenrillen auch noch in die Zapfenlöcher geleitet wird.

Die Schwellen, vor allem rechts, liegen zu nahe am Erdreich: Andauernder Feuchteeintrag durch Spritzwasser bei Regen und prinzipiell feuchtes Erdreich und Bewuchs.

Die untergelegte Dachpappe steht außen über (wenn ich es richtg sehe) und sollte als Minimalmaßnahme sofort mit einem Pappmesser mittels Schrägschnitt von unten nach oben innen hinter Vorderkante Schwelle entfernt werden, um so was ähnliches wie einen Hinterschnitt und Tropfkante zu erreichen.

Innen steht der Beton über (wenn ich es richtig sehe), auch nicht toll.

Die größte Gefahr geht von den Zapfenlöchern in der Schwelle aus. Dort eindringendes Wasser bleibt drin stehen und die Schwelle fault von innen und auch die Pfosten haben nasse Füße.
Da kann mit sehr genauer Passung und beidseitigem Absetzen des Zapfens minimiert werden. Ob das bei Dir geschehen ist, mußt Du selber mal nachgucken.
Manche versuchen auch mittels anbohren der Zapfenlöcher, schräg von unten nach oben, der Problematik im Bestand zu begegnen. Da sich ein zu großes Zapfenloch aber mit der Zeit mit allerlei Staub und Dreck anfüllt, zweifle ich am Erfolg dieser Maßnahme.

Geh mal davon aus, das Du die Schwellen eher austauschen mußt, als ungeölte Opferbretter oder auch gänzlich ungeschützte Längs- und Querbalken oben. Aber das ist halt einfach so, wenn das Holz so frei (aber schön) im Wetter steht und keine Akazie oder gar tropischer Abstammung ist.

Mit handwerklichen Grüßen
ollerich