Fäulnis am Fundamentbalken Holzwintergarten

03.06.2010



Hallo,

ich habe am Fundamentbalken meines Holzwintergartens Fäulnis an den unteren Balken festgestellt. Nach Freilegen des Sockelbereich wurde das Ausmaß erst richtig deutlich. Der Wintergarten wurde damals zum Höhenausgleich für des Estrich auf ein Kantholz aufgebaut. Dabei wurde das Kantholz scheinbar ohne Feuchtigkeitssperre direkt auf das Fundament aufgebracht.
Nun muss ich den Faulen Balken ersetzen und hoffe auf eure fachkundigen Tipps.
Ich hatte mir gedacht, dass ich den Balken Stückchens weise (ca. 0,5m) ausstemme, das Fundament mit einer Feuchtigkeitssperre streiche (z.B. MEM Bauchemie Water Stop) und die Lücke mit einem Wasserdichten Beton ausgieße. Anschließend würde ich den neuen Betonsockel ebenfalls mit einer Feuchtesperre Streichen und zusätzlich ein Alublech darüber anbringen.
Was haltet ihr davon oder was würdet ihr mir Empfehlen?

Gruß

Holger





Hier noch ein Bild meiner geplanten Sanierung.



Fäulnis Schwelle



Hallo,

ich sehe dreierlei Wege, die das nass in Ihre Schwelle zurückgelegt haben könnte
1. durch direkte Bewitterung
2. von oben, durch Putz und Stein gesickert und hier gespeichert
3. kapillar von unten aufgesaugt.

Gegen drei hilft eine Horizontalsperre z.B. aus Schweißbahn.
Gegen eins hilft ein Abtropfblech
Bei zwei gibts Probleme: Wasser, das sich auf der Schweißbahn staut !

Also besser ist die Lösung, bei der auf der Schweißbahn noch ein Kalkmörtelbett liegt.

Mit keramischen Dichtungen des Betons würde ich mich bei dieser Einbausituation nicht plagen wollen.
Den komplizierten Betoneinabu können Sie aber durch punktuellen Einbau von Stahl ersetzen, macht weniger Arbeit.
Auf keinen Fall kann man das Blech so einbauen, wie von Ihnen skizziert ! Dann läuft Wasser von oben in die Fuge.
Grüße vom Niederrhein





Hallo und Danke für die Antwort.

Oben an dem Blech soll natürlich noch eine Silikon-Raupe gezogen werden damit kein Wasser eindringt.

Den Vorschlag mit dem punktuellen Einbau von Stahl verstehe ich nicht so ganz, könnten Sie mir diese Idee bitte noch etwas nähre erläutern.

Zitat:
Also besser ist die Lösung, bei der auf der Schweißbahn noch ein Kalkmörtelbett liegt.

Das verstehe ich so: den unteren Balken entfernen, eine Schweißbahn drunter schieben, eine Lage Kalkmörtel darauf.
Was soll oberhalb des Kalkmörtelbett ?
Wenn ich den Balken raus stemme entsteht eine Lücke von 7cm die gefüllt werden und die Last von oben abfangen muss.

Da das Fundament breiter als der Wintergarten ist muss ich auch eventuell ein seitliches Eindringen der Näße verhindern, daher die Idee mit dem Anstrich und Blech.

Gruß

Holger





Hallo,

Stahl = z.B. Trägerstücke, bei geringen Höhendifferenzen Stahlkeile.
Mörtelbett: Das haben Sie richtig verstanden, der Holzbalken würde also dem Mörtel aufliegen.

Lücke 7 cm: 2-3 cm verschwinden durch das Mörtelbett, atatt 5 cm Stahl können Sie auch eine Bohle aus Hartholz unterschieben etwa 5 cm dick.

Grüße





Zum besseren Verständnis die Seitenansicht des W-Garte.



Wasser, Wasser, Wasser



Hallo Holger

Auf den Fotos ist deine Konstruktion nur schlecht zu erkennen. Soweit ich dies nachvollziehen kann, bestehen hier einige grundsätzliche Mängel:

+ Grundsätzlich hat ein Schwellholz auf Außengeländeniveau nichts zu suchen.
+ Im bodennahen Bereich ist ein witterungsunempfindlicher Sockel z.B. aus Stein oder Beton notwendig.
+ Nadelholz ist in dieser Gefährdungsklasse als Schwellholz ungeeignet.
+ Das Holz sollte hier mindestens 15 cm über Geländeniveau sitzen. Ansonsten liegt es bei Niederschlag im Spritzwasser- und bei Schnee und Rückstau im Tauwasserbereich.
+ Leider sieht man nicht wie die Verglasungen bei dir genau ausgebildet sind, aber grundsätzlich ist ein richtig konstruierter Wetterschenkel schon mal hilfreich. Allerdings ist der untere Bereich der Verglasungsrahmung extrem witterungsbelastet und sollte daher in durchdachter Form geschützt werden. Grundsätzlich erscheint es mir aus diversen Gründen auch ein wenig heikel wenn die tragende Gebäudekonstruktion gleichzeitig auch den Rahmen der Verglasung darstellt.
+ Von Abdichtungen und Isolierungen eingepacktes Holz wird irgendwann zwangsläufig verrotten da irgendwo immer einmal Wasser eindringt und dann nie mehr entweichen kann.
+ Bleche auf Holz sollten in so einem Fall mit Distanz befestigt werden um dem Holz ein ablüften von Feuchte zu erlauben.
+ Dauerelastische Dichtmassen mögen zwar dauerelstisch bleiben, lösen sich aber mit der Zeit stellenweise vom Untergrund und führen daher zum Versagen der Konstruktion . Der alte Merksatz lautet: "Dichtfugen sind Wartungsfugen!"

Ich habe eine kurze Skizze angefertigt die u.U. der örtlichen Situation nicht gerecht wird, aber bei der mageren Vorinformation provisorisch das Grundprinzip verdeutlichen soll.

Gruß

Lutz





Hallo Lutz,

Danke für die Antworten. Dieses hätte der deletantische Schreiner eigendlich bei der Erbauung vor 14 Jahren wissen müssen. Das hilft mir aber jetzt nicht weiter, ich muss nun versuchen den Schaden zu beheben und für die Zukunft zu vermeiden. Anbei nochmals eine Skizze von dem Aufbau des betroffenen bereiches und anschließend meine Idee zur Sanierung.
Ich bitte um zahlreiche Ideen wie ich den Schaden mit geringsten finanziellen Mitteln beheben kann.

Gruß

Holger





Idee zur Sanierung:
- Ausstemmen des Schwellenholz
- Aufbringen einer streichbaren Feuchtesperre auf das Betonfundament
- Bitumenbahn als Feuchtesperre anbringen
- Lücke des ausgestemmten Schwellenholz durch Wasserundurchlässigen Beton füllen
- auf neues Fundament streichbaren Feuchtesperre anbringen
- abschließend eine Alu-Abkantung vorsetzen





So, habe den Fundamentbalken entfernt (siehe Bild).
Es handelt sich um eine 6x8cm Fichten-Kantholz auf dem der Rahmen 10x12cm des Wintergartens drauf sitzt.
Wie man sieht fehlte auch die Horizontale Feuchtesperre.
Ich hoffe noch auf einen Vorschlag wie ich die Lücke dauerhaft schließen kann.
Bin für jeden Tipp dankbar !

Gruß

Holger





Ich habe ein ähnliches Problem mal so gelöst.

Grüße aus Schönebeck

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Kein VA in Eiche.
Keine Feuchtigkeitssperre.
Überstehenden Sockel.
Zementmörtel an Eichenholz.
Das kann man als abschreckendes Beispiel benutzen.
Danke für das Bild.
Gruß Jürgen





Lieber Jürgen,

---"Kein VA in Eiche"---

Falsch!
Der Stahl ist nicht in, sondern an den Eichenstielen!

---"Keine Feuchtigkeitssperre"---

Falsch!
Eine Feuchtigkeitssperre ist vor dem schalen auf die Rollschicht aufgelegt wurden!

---"Überstehenden Sockel."---

Falsch!
Der Giebel wurde noch mit einer 60mm Dämmung versehen bevor an diesen ein neues Haus gebaut wurde!


---"Zementmörtel an Eichenholz."---

Falsch!
Kein Mörtel sondern WU-Beton!

Mann kann derartige Kommentare auch als abschreckend betrachten.

Grüße aus Schönebeck



So hab ich's gemacht



Nach langer Überlegung habe ich es so saniert:
Kompletter Fundamentbalken stückchenweise raus gestemmt, eine horizontale Wassersperre auf das Fundament angebracht und die Lücke mit WU-Beton gestopft.



So hab ich's gemacht (2)



Den Beton habe ich noch überlappend (zum Balken) mit einer streichbare Feuchtesperre gestrichen und zum Abschluss ein Alu-Blech vorgesetzt.

Und do sieht's fertig aus !



Sockelausbildung



Wenn Sie Spritzwasser und Treibschnee von diesem Konstrukt fernhalten wird es wohl halten. Aber wehe wenn nicht!
Der Betonsockel und das Blech sind prima Kühlrippen.
Das funktioniert nur, wenn der Wintergarten auch wirklich als Wintergarten genutzt wird und im Winter thermisch vom Wohnraum getrennt ist.
Sonst gibt Kondenswasser.

Viele Grüße