Die klassische Baumarktdiele




Es kommt nicht so häufig vor, aber im Dezember stand seit langem wieder mal die Verlegung von bauseits gestellter Dielung an.

Verlegt wurde eine OSMO Fichtendiele 21mm stark. Wer genau hinschaut, sieht die Jahresringe. Der Baum war kaum breiter als die "stattliche" 14cm breite Dielung, also klassisches Durchforstungsholz, höchstens 30 Jahre alt, ältere Weihnachtsbäume, rund 50 Jahre vor der frühesten Hiebreife der Fichte.

Das Holz ist sehr weich und hat eine geringere Dichte als reifes Holz. 2 Wochen nach dem Auspacken sieht ein Dielenrest bei konstant 55% Luftfeuchte so aus. Ein reichlicher Millimeter Schüsselung.

Es gibt bessere Dielen jenseits der Baumärkte. Das Holz wird von reifen Bäumen zum richtigen Zeitpunkt geschlagen, zunächst luft-, dann schonend kammergetrocket.

Grüße

Thomas



Ach..



..wär das doch ein Weihnachtsbaum geworden .. :-(
Dabei gibts zum wahrscheinlich ähnlichen Preis ganz ordentliches Material !!
Gruß Jürgen Kube



Mir weint das Herz



Das kommt daher, dass auf STandorten, wo eigentlich Laubholz wachsen würde, Fichten angepflanzt wurden - und sich heute teils "natürlich" verjüngen. Dann wachsen die Bäumchen, die eigentlich gebirgliches Klima gewohnt und gewünscht wären, zu schnell. Und auch die Bäume, die mit 80 Jahren schon so ziemlich stattlich sind (25m Höhe, 50cm Durchmesser), sind genau so breitjährig, und das Holz genauso sch...

Das kommt daher, dass die Bäume zu viel Licht hatten. Das überschnelle Wachstum nach den Durchforstungen ist vielmehr ein Ausdruck von krebsartiger Wucherung denn von Gesundheit.

Das kommt daher, dass immer grössere Maschinen im Wald rumwüten. Ruckzuckzackzack und raus mit dem lukrativsten Holz. Und rein in die Mega-Sägerei und raus aus der Turbo-24h-Trocknungskammer. Rein ins Ikea- und Baumarktregal. Und schon bald auf'n Schrott. Und nächstes Holz daher...

Und wir ollen Hogerseppen kraxeln da zwischen den Bergfichten rum, und verkauft wird das Holz zum selben Preis wie die Krebs-schnellwachsbäume aus dem Unterland. Nur dass sie bei denselben Dimensionen das drei- und vierfache Alter haben. Und sich eben nicht gleich kringeln würden. Und auch stabiler wären. Und es auch eine Freude wäre, sie zu verlegen. Und und und.

Da weint mir doch das Herz.



Und weil die Maschinen so doll sind...





Und gleich noch eins auf's Auge





Und damit's auch schön prktisch ist



sehen die Wälder dann so aus:


Dieselben Bäume könnten locker 700 Jahre alt und 2 Meter im Druchmesser werden. Nur passen sie dann nicht mehr in den Greifer.


Und die Waldarbeiter werden dann auch mit 29 Jahren "gefällt". Das Bild stammt aus einer Feuerwehrmeldung; bei einem Arbeitsunfall kam ein Waldarbeiter ums Leben. Und es ist nicht der einzige. Und nicht der letzte.
Und die Holzmöbel ab der Stange florieren weiter.

Und die ganze Sache wird immer "verreckter" und verrückter.



Und: Ja, ich bin stinkesauer.

Und mit diesem und mach ich jetzt Schluss.







ja,



die zunehmende Geschwindigkeit mit der immer mehr Müll produziert wird, macht mir Angst.

Die Qualitätsunterschiede sind offenkundig, selbst bei der eher weichen Fichte. Wir Verarbeiten zur Zeit eine Fichte aus den Thüringer Wald, ca.700m hoch geerntet. 180 Jahre alte Stämme mindestens 10m nahezu astfrei. Dieses alte und reife Holz wurde zudem gegen Neumond gefällt. Was sofort auffällt, es kommt schon aus dem Wald mit weniger Holzfeuchte, um 18%, und es trocknet an der Luft schnell und wesentlich spannungsärmer. Auch jenseits der Mondholzdiskussion ist es einfach schon als reifes Holz ein wunderbarer Werkstoff.

Mein subjektiver Eindruck ist außerdem, daß es härter ist, als die Baumarktfichte, und viel elastischer. Wieviel es arbeitet, wird sich zeigen. Ich glaube, daß in dieser Hinsicht sehr wenig passieren wird.

Grüße

Thomas



Die gute alte "ZEIT"...



hat dazu letztens wieder einmal etwas sehr Gescheites gedruckt:
http://www.zeit.de/2007/52/weihnachtshektik
http://www.zeit.de/2007/52/Interview-Rosa
Lesen und weiterempfehlen.
Beste Grüße von
franz