Holbalkendecke Balkenschuhe

28.04.2017 Roman



Hallo

Ich möchte Mein Bad im 1 OG am umsetzten und vergrößern.
Deshalb wird ein Zimmer grade entkernt.

Das Fachwerkhaus wurde 2001 komplett saniert.
Beim der Entkernung habe ich festgestellt das ziemlich neu 4,2m Holzbalken 100x180 mit einem Abstand von 600mm zueinander auf Balkenschuhe liegen.

Jetzt die Frage wie Tragfähig sind die Balken und die Schuhe, Denn ich möchte in eine Ecke eine Eckbadewanne hin bauen (Soweit der Plan) die auf 2 1/2 Balken stehen würde mit passenden Bodenaufbau.

Mein Bekannter ist ein wenig Skeptisch das die Balken und Balkenschuhe das Gewicht einer Badewanne + Wasser + 2 Personen aushalten.

mfg



Holzbalkendecke



Bei einer Sanierung 2001 sollte man davon ausgehen das die neue Decke statisch bemessen und nachgewiesen wurde, einschließlich der Balkenschuhe und deren Verbindungselemente. Dazu muss es Unterlagen geben. Wenn die Decke nur nach Gefühl dimensioniert wurde haben Sie ein Problem.
Bei einer überschläglichen Bemessung (Tragfähigkeitstafeln Holzbau im Wienerberger Taschenkalender) kommt bei der angegebenen Spannweite und dem Achsabstand ein Profil von 10/20 heraus, bei einer angenommenen Verkehrslast von 2 kN/m². Bei einer Verkehrslast von 2,75 kN/m² wie sie bei zusätzlichen leichten Trennwänden angesetzt wird ist ein Profil von 12/20 erforderlich.
Das bedeutet das Widerstandsmoment Ihrer Deckenbalken ist mindestens um ein Viertel niedriger als erforderlich. Das erforderliche minimale Widerstandsmoment liegt bei knapp 670 cm³, das vorhandene bei 540 cm³.
Damit stürzt die Decke nicht ein aber die Durchbiegung wird größer als zulässig sein und die Decke wird stärker schwingen. Bei einem Badfußboden sollte das unbedingt vermieden werden.
Da Ihre Badewanne nicht in der Mitte steht spielt deren Gewicht bei einer statisch ausreichend bemessenen Decke keine große Rolle was die Durchbiegung betrifft, sehr wohl aber bei den Querkräften die am Auflager am höchsten sind.
Und da habe ich Probleme beim Verständnis der Auflager:
Balkenschuhe verwende ich an einem deckengleichen Unterzug bzw. Auflager das ebenfalls aus einem Balken besteht wie bei einem Wechsel. Hier bei dieser Länge eine tragfähige Befestigung herzustellen halte ich für problematisch. Wenn die Last der Decke über die Balkenschuhe in einen Rähm oder eine Schwelle übertragen wird dann entsteht durch die einseitige bzw. einschnittige Verbindung ein Fehlhebel der ein Drehmoment in das Profil einträgt. Das kann zu Verformungen des Fachwerkes führen.
Üblich wäre hier ein bzw. zwei Joche die vor die Wand gestellt und auf deren Querbalken die Deckenbalken aufgekämmt werden wenn nicht auf den Rähm direkt aufgelagert werden kann.
Meine ganze Schreiberei wird hinfällig wenn die 4,2 m NICHT die Spannweite sind weil z.b. mittig ein Unterzug als Auflager vorhanden ist.