Hohlschicht zwischen altem Klinker und Rohmauerwerk schliessen?

08.02.2010



Hallöchen!

Mir stellt sich in Kürze die Aufgabe,im Zuge der energetischen Sanierung eine Klinkerfassade zu erstellen.
Da ich mich scheue,den alten Klinker abzureißen,setze ich die neue Fassade vor die alte. Eine Luft/Wärmepumpe soll (hoffentlich) für wohlige Wärme sorgen.
Jetzt stellt sich mir die Frage,welche Auswirkung die ALTE,nach oben offene Hohlschicht hat.Denn die Dämmung ist ja erst NACH der Hohlschicht (in warm->kalt-Richtung gedacht)! Logischerweise blase ich meine Energie damit raus?!
Was mach ich also,um die Luftschicht zu "beruhigen"?

Für hilfreiche Tipps bin ich jetzt schon dankbar!



Klinkerfassade



Was gefällt Ihnen an der alten Fassade nicht?
Was verstehen Sie unter Verklinkern?
Was ist der Grund für die zugegeben sehr seltsame Idee?

Viele Grüße





Ganz einfach!
Das Haus ist aus dem Jahr 1957 und dementsprechend in einem Wärmedämmzustand,der quasi gar nicht da ist!
Ich MUSS lt. EnEv das Haus nach bestimmten Vorgaben dämmen!!!!
"Verklinkern" heisst,eine neue Fassade in Form von Steinen vor den vorhandenen Klinker zu mauern. Die entsprechende Dämmung ist dann zwischen neuer und alter Wand.



Zwischenraum mit Perlite verfüllen



der alte sowie der neue Hohlraum, könnte mit Perlite z.B. Thermofill im Einblasverfahren verfüllt werden.

Wobei man hier den Wandaufbau mit den zwei Dämmebenen (zwischen alt und alt, und zwischen Alt und Neu) nochmals berechen sollte.

Grüsse Thomas





Die "alte" Hohlschicht wird nicht 100%ig verfüllt werden können. Sie ist ca. 5cm stark und mit Sicherheit voller Mörtelreste etc. Es würden also wiederum Hohlräume entstehen,die nicht verfüllt sind. Davon abgesehen würde das den finanziellen Rahmen enorm sprengen!!!





Hallo,

haben Sie bei diesem Vorhaben auch mal an den Dachüberstand, die Fenster- und Türlaibungen, die Kellertreppe usw. gedacht?

Grüße aus Schönebeck



Ob ein hermetisches



abriegeln der alten Hohlschicht überhaupt möglich ist, kann man aus der Ferne nicht beurteilen.
Wenn Sie nun die alte Hohlschicht mit als Dämmebene nutzen, bringt das unter Umständen den Vorteil, dass die neue Dämmebene etwas schlanker ausfallen könnte.
In wie weit die Luftschicht zwischen Klinkerfassade und Mauerwerk verschutzt ist lässt sich mit einer Endokopkamera feststellen.

Grüsse Thomas





@ Oliver Struve:

Sicher hab ich daran gedacht! Da Dach,Fenster und Türen auch neu werden,setze ich alles an den neuen Klinker!

(P.S.: aus Schönebeck/Elbe?)

@ Thomas:

Eine 400qm Fassade zu endoskopieren ist ne Lebensaufgabe! ;-)
Die Kosten für die Zwischenwanddämmung sind im Gegensatz zum Ausfüllen der vorhandenen Hohlschicht überschaubar!





@elektrixxer

genau das Schönebeck.

Grüße



Klinkerfassade



Ich weigere mich daran zu glauben, das dies die einzige machbare Lösung sein soll.
Ich weigere mich daran zu glauben, das die Einhaltung der ENEV das erfordert.
Ich weigere mich daran zu glauben, das dies eine nennenswerte Verbesserung des Heizungsverbrauches an dem Gebäude bewirken wird, sowohl rechnerisch als auch praktisch.
Ich weigere mich daran zu glauben das das Vorhaben technisch, finanziell und gestalterisch befriedigend so zu lösen ist.

Viele Grüße





@ Georg:

Nix für Ungut,aber ich bin seit über einem Jahr damit beschäftigt,Angebote einzuholen,"Experten" (Ingeneurbüros)damit zu beauftragen,die Berechnungen für die Einhaltungen der EnEV zu machen (sind nötig,um entsprechende KfW-Programme zu beantragen).Daß das alles nicht für Umsonst ist,muss ich nicht betonen?! Den Energiepass hab ich,und der ist nicht auf dem Flohmarkt erstanden!
Nur zu dem Umstand,daß die Luft in der alten Hohlschicht zirkulieren kann (befürchte ICH zumindest)und damit die abgegebene Wärmeenergie gar nicht erst bis an die Dämmung kommt,will sich keiner verbindlich äussern. Hab so gesehen noch keinen konstruktiven Vorschlag,wie ich dem vorbeugen könnte!

@ Oliver:

sagt Dir der Name KOSSACK etwas?



Verklinkerung



Anscheinend sind Sie von dem Gefühl besessen, Bauings, Architekten und Energieberater sind Halbgötter, an deren Aussagen nicht zu zweifeln ist und die eine Art ultima ratio absondern.
Nicht der Kunde und Auftraggeber muß dem Dienstleister (und das ist ein Bauing, Planer, Energieberater...) sagen wie ein Problem zu lösen ist.
Dann braucht er keinen solchen.
Verlangen Sie von den Spezln, eine gangbare Lösung aufzuzeigen, die bezahlbar und machbar ist.
Eine Verfahrensbeschreibung oder ein Leistungsverzeichnis gehört m.E. zu einer solchen Berechnung dazu.
Immerhin kriegen die Ihr Geld dafür.

Wie wärs mit folgenden Varianten:
- Hohlraum prüfen, ausblasen (erzählen Sie mir nicht, das eine Endoskopie einen Haufen Geld extra kostet),
- Klinkervormauerung abbrechen, neue Dämmung, neue Verklinkerung,
- Klinkervormauerung abbrechen, Thermohaut,
- Innendämmung,
- alles so lassen wie es ist und die Einsparung anderweitig reinholen, falls die Mindestkriterien der Wand erbracht sind,
- Raumaufteilung innen ändern, untergeordnete Räume außen plazieren.
Dann gibt es garantiert noch andere, die sich aus der genauen Kenntnis des Bestandes und der Sanierungsaufgabe ergeben werden.

Die ersten 4 Varianten sind garantiert billiger als Ihre.
Wie haben sich Ihre Fachleute zu diesen Varianten geäußert? Warum wurden Sie verworfen?
Gab es einen Kostenvergleich?


Viele Grüße



Endoskopie



Von seriösen Fachbetrieben wird die Endoskopie für ein Angebot normalerweise kostenlos vorgenommen. Falls sich zu viele Mörtelreste in der Hohlschicht befinden, durch die Kältebrücken entstehen, ist eine Dämmung (mit welchem Material auch immer) problematisch. Aus unserer Erfahrung und Messwerten bringt die ordnungsgemäße Hohlschichtdämmung bis zu 30% Energieeinsparung. Der Preis liegt zwischen 2.500 und 3.000 € für ein "normales" Einfamilienhaus. Von der Dämmung mit Schäumen ist wegen der geringen Dampfdurchlässigkeit und den Schadstoffen abzuraten - lassen Sie sich eine Kopie der bautechnischen Zulassung geben, bevor Sie Material in die Hohlschicht bringen, das Sie evtl. nie wieder entfernen können. Beachten sie auch, dass einige Materialien Wasser aufnehmen können - was ebenfalls kritisch zu bewerten ist.
Die Dämmwirkung einer Hohlschicht, in der Luft zirkulieren kann, die also nicht verfüllt oder gedämmt ist, wirkt wie eine defekte Thermosflasche - also gar nicht.
Ein Vakuum oder eine gute Dämmung ist also die Lösung.
Derzeit kann aus unserer Sicht lediglich Perlite oder Polysterol-Partikel-Granulat empfohlen werden.
Fachbetriebe können Ihnen auch sagen, wohin sich der Taupunkt verschieben wird - die ist wichtig, um Schimmelbildung vorzubeugen.