hohlraum in decke

29.06.2015



hallo!
ich lasse gerade einen neuen Aufbau auf einer alten Holzbalkendecke machen.
die Decke besteht z.t. aus zwei versetten balkenlagen, wobei an der unteren die decke des eg hängt, während die obere (jetzt neue) den Fußboden des 1. og trägt.
da der gesamte Deckenaufbau deswegen recht dick ist, folgende frage:
ist es problematisch, in der decke zwischen beheiztem wohngeschoss und kühlerem eg einen luftraum zu haben? am leichtesten wäre ja, auf der bestehenden decke über dem eg zu dämmen (zelluloseschüttung evtl.). da man aber nicht so viel Dämmung braucht wäre dann noch eine luftschicht zwischen Schüttung und fußbodenaufbau. aufwändiger wäre es, zwischen den neuen Deckenbalken mit angeschraubten latten einen boden einzulegen und dann nur zwischen den neuen Balken zu dämmen und den luftraum darunter zu haben.

was ist bauphysikalisch besser?



Deckendämmung



wie groß sind die Temperaturunzerschiede zwischen beiden Etagen?
Werden beide Etagen zu Wohnzwecken benutzt?

Wenn die Luftschicht zwischen den Balken steht und nicht zu groß ist könnte sie zur Dämmung addiert werden- sofern überhaupt eine Wärmedämmung benötigt wird und nicht nur Schalldämmung.

Viel Feuchtigkeit wird nicht anfallen sodaß Dampfbremsen auch verzichtbar wären und diese ohnehin auf der warmen Seite angeordnet werden müßten.
Erkläre doch genauer die Verhältnisse und was erreicht werden soll.

Andreas Teich





hallo & danke für die antwort!
die temperaturunterschiede sind im sommer wahrscheinlich gering. unter 5 grad kühler vielleicht. im Winter eher mehr, oben 20, unten 10 vielleicht.
oben wird gewohnt, unten sind heizungskeller, waschküche, lagerräume, werkstatt etc.
ich habe einen unterlagsboden aus osb, den ich als Dampfbremse bisher als ausreichend erachtete?



Dampfbremse in der Zwischendecke



Hallo Josef
das sollte funktionieren.
Zellulose ist ohnehin kapillaraktiv und lange nicht so feuchteempfindlich wie zB Mineralwolle und kann diese auch gut wieder abgeben.

Was bei dir von der Dämmung her am einfachsten ist kann ich nach deinen Angaben nicht beurteilen.

bei 10 Grad Temperaturunterschied wird aber ohnehin keine starke Dämmung benötigt

Andreas Teich





und die luftschicht (wird zt sicher 15 cm haben) ist kein problem?



Luftschicht in Zwischendecke



Die Luftschicht wirkt ja nur wie eine Dampfbremse-
sie erzeugt keine Feuchtigkeit und speichert auch nicht mehr als die Luft des darunterliegenden Raumes.

Wenn darunter eine höhere Luftfeuchtigkeit besteht könntest du diese Luftschicht etwas öffnen,daß ein Luftwechhsel stattfinden kann.

Luftschichten sind primär an Außenwänden problematisch, wenn Feuchte Innenluft an der kalten Innenseite einer Außenwand kondensieren kann und die Feuchtigkeit sich dort anreichert und eingeschlossen ist.
In solchen Fällen wäre das Ausfülen mit kapillaraktiven Dämmstoffen sinnvoll, da die Feuchtigkeit durch Kapillarität
verteilt und wieder in den Raum abgegeben werden kann.

Andreas Teich





super, vielen dank für die freundliche und kompetente hilfe!





"Die Luftschicht wirkt ja nur wie eine Dampfbremse-"

Quatsch.
Luft ist keine Dampfbremse, schon gar nicht wenn es Temperaturunterschiede gibt. Dann wird Luftfeuchte durch Konvektion übertragen.
1 m Luftschicht wird als Maß für die Diffusionsdichtheit benutzt (diffusionsäquivalente Luftschichtdicke). Um als Dampfbremse zu wirken brauche ich einen Wert von mehreren Metern.

"...sie erzeugt keine Feuchtigkeit..."
Wieder Quatsch.
Das Luft keine Feuchtigkeit erzeugt ist eine sinnfreie Bemerkung.
"...und speichert auch nicht mehr als die Luft des darunterliegenden Raumes."
Wieder eine sinnfreie Bemerkung und zudem auch noch falsch. Wenn wärmere Luft aus dem Wohnraum in den Zwischenraum dringt kann in der sehr wohl mehr Luftfeuchte sein als in der kälteren Luft unten.
Was genau mit der Decke passieren sollte, also ob und mit was der Hohlraum gefüllt werden sollte kann ohne genauere Kenntnis der Umstände ohnehin nicht mal so locker als Detailplanung hier im Forum genannt werden. Dazu fehlen zu viele Details auch aus den Gesamtumständen.



Luftschicht im Zwischenraum



Na ja....
Da Dampfbremsen in m äquivalenter Luftschichtdicke angegeben werden gibt es natürlich eine Bezug zwischen Luftschichtdicke und Sd-Wert.

Wann die Luftschicht als Dampfbremse, Sperre etc bewertet wird ist eine andere Sache- je größer die Luftschicht je größer das Hindernis für Dampfdiffusion.

Dass bei Temperaturunterschieden auch Konvektion zum Tragen kommt ist klar- je größer der Temperaturunterschied je mehr Konvektion.

Luft selber erzeugt keine Feuchtigkeit- eh selbstverständlich.

Da in diesem Fall nur ein geringerer Temperaturunterschied zwischen oberem und unterem Stockwerk vorliegt, der Fußboden zusätzlich gedämmt und natürlich luftdicht sein muß-
also ein direkter Luftaustausch zwischen beiden Etagen ausgeschlossen sein muß gehe ich nur von sehr geringem Temperaturunterschied zwischen Luftschicht in der Decke zu den angrenzenden Bauteilen aus- damit auch von kaum unterschiedlicher Luftfeuchtigkeit.
Da der Fußboden des warmen Raumes kälter ist als die Lufttemperaturen des Raumes, andererseits die Temperatur unter der Decke des kalten Raumes wärmer als die betreffende Raumtemperatur ist werden die Temperaturunterschiede im Fußboden-/Deckenbereich auch wegen der Lage der Räume geringer sein als die betreffenden Raumtemperaturen.

Anders wäre es wenn die Raumanordnung umgekehrt wäre, also der kalte Raum oben und der warrme Raum unten.

Wenn völlig andere Verhältnisse und Bedingungen vorliegen sind die Ergebnisse auch anders.

Besser jeweils die genaue Konstruktion, Dämmung, Aufbau etc mitteilen.
ich würde in diesem Fall aber nicht von einem Schadensrisiko ausgehen.

Andreas Teich