Hohe decke im fachwerkhaus

09.12.2015 Nicky



Guten morgen
Hab da mal eine etwas ungewöhnliche frage zur deckenhöhe....
wie kommt ein Fachwerkhaus im Erdgeschoss zu einer decken höhe von über 2,50m ( wie hoch genau weiß ich noch nich, wird am we nachgemessen, der raum wirkt aber seeehr hoch)
Und im Obergeschoss (unterm dach) zu einer Deckenhöhe von ca. 1,80m???? Die angebaute Scheune ist genau so aufgeteil, d.h. glaube ich nicht das sich jemand die mühe gemacht hat die deckenhöhe zu verändern.
baujahr ist leider nicht bekannt und nen Grundriss gibt es bisher auch nicht ( wo kann ich evtl. Das orginal finden?) Es ist sehr wahrscheinlich erst nach 1742 gebaut (großbrand )
Auch ehemalige besitzer ( vor dem krieg) sind unbekannt)
Das haus steht in springe/eldagsen



Unterm Dach



An die Räume unterm Dach stellte man früher einfach weniger Anspruch. Die Höhe war nebensächlich. Es wurden sowieso vorhandene Teile des Dachstuhls für die Errichtung der Decke genutzt (Mittelpfette, Balkenlage).



Deckenhöhen



Das kommt ein wenig auf den Haustypus an. Bei größeren Höfen mit einem Wohnhaus, das "Herrenhaus"-Charakter haben sollte, waren höhere Räume im EG aus repräsentativen Gründen nicht unüblich. Ich habe aber auch gelegentlich überrraschend hohe EG-Räume in unspektakulären FW-Höfen vogefunden; ein Kriterium, daß für Kauf- und Sanierungsüberlegungen natürlich sehr vorteilhaft ist.

Das OG ist als Schlafetage meistens untergeordnet gewesen. Berücksichtigen muß man auch, das die durchschnittliche Körpergröße der Menschen in Europa des 18./19. Jahrhundert nur bei ca. 1,65m lag.

Bestandspläne des FWH werden Sie nicht mehr vorfinden. Es hat sie oftmals nie gegeben, da der Zimmerer mit seinen Abbundzeichnungen ausgekommen ist. Aktuelle und stimmige Pläne können nach einem Aufmaß (in diversen Genauigkeitsstufen) angefertigt werden)



eher unspektakulär als herrenhaus



Hallo
danke für die schnelle antwort.

Das halbe dorf(ok, damals wars ne stadt) wurde nach dem großbrand geplant wieder aufgebaut, das haus liegt allerdings außerhalb dieses bereiches. (Ob es damals schon stand, oder mit abgebrannt ist oder später abgerissen und neu gebaut wurde weiß ich nicht.)Ist aber auf karten von ca. 1800 mit eingezeichnet ( hier läuft gerade ein stadtsanierungsprojekt, d.h. waren die infos mit ein bisschen suchen recht leicht zu bekommen)

Herrenhaus charakter hat es definitiv nicht. Aber zumindest scheinen noch einige orginal teile ( oder zumindest recht alte teile) vorhanden zu sein (türgriffe an den innentüren sehen sehr massiv aus, die scheune ist zumimdest zur hälfte noch sichtbares Fachwerk mit Lehm und so wie sich die Treppe läuft......)
Stimmt für renovierungen ist die höhe von vorteil. Leider sahen das die jetzt noch besitzer stellenweise anders und haben teilweise die decken auf normale Raumhöhe abgehängt.....
Bin ja mal gespannt was uns dann beim Putz von der Wand und decke rausnehmen erwartet *g*
Achja, ich bin sogar noch kleiner als der durchschnittsmensch des 18/19 jahrhunderts ??
wenn alles gut geht is das häuschen im februar unsers.