Es ist vorbei




Wie viele hier vieleicht wissen, ist mein Objekt nach zähen Verhandligen und 6 maliger Überflutung durch Hochwasser in den letzten 10 Jahren am 1.Juli dem Bagger zum Opfer gefallen.
Beim Abbruch des Hauses hab ich jetzt die letztenb Beweise gefunden, daß es sich tatsächlich um eine Wassermühle gehandelt hat.
ZB hat der Bagger an der vermuteten Stelle das äußere Wasserradfundament gefunden, am bachaufwärtigen Giebel war das Haus durch meterstarke angelehnte Felsplatten vor Beschädigungen durch Treibgut geschützt und die bachaufwärtige Kellerwand (in Wirklichkeit hatte das Haus keinen Keller, der heutige Keller war früher das EG) war aus massiven, bis zu 2mx1mx0,5m starken Felsplatten gebaut.

All das hat nix genützt, dem Abbruchwahn in der Gemeide ist auch dieses historische Gebäude zum Opfer gefallen. An eine Nachnutzung des Gebäudes wurde nie gedacht, da es dann keine Fördermittel gegeben hätte....

Ich denke mal, daß ich an dem Standort mal einen Schaukasten aufstellen werde. Es ist für mich erschreckend, wie innerhalb einer Woche ein historisches Gebäude RESTLOS verschwindet...



Es ist vorbei



Später



Es ist vorbei



derzeit



Es ist vorbei



Fundament Wasserrad



Es ist vorbei



Treibgutschutz



Es ist vorbei



Treibgutschutz 2



Es ist vorbei



Abbruch Bachwand



Oh Mann...



LG aus Norddeutschland,
sh



Signal oder Fanal?



Soll jetzt auch bei uns in Deutschland in den Hochwassergebieten so verfahren werden?



Gibts doch nicht.....



Sie haben das Haus saniert, erhalten, unmengen an Arbeit, Geld, Freizeit, Nerven usw. investiert und dann wurden Sie mehr oder weniger für den Hochwasserschutz enteignet, mit dem Ergebniss, das dass Haus weichen mußte?
- Hab ich das so richtig verstanden ? -
Wenn ja ist das ja unglaublich....
( Gab es keinen Plan B ? )

Mit fassungslosen Grüßen
Danilo



Aufwand und Nutzen



... nach 6 maliger Überflutung in den letzen 10 Jahren.

Brauchst Du das jedes Jahr zwei mal?



Bitter und irgendwie ein Kampf gegen windige Behördenmühlen ...



... für eine Wassermühle.

Andreas, ich bewundere Deine Ausdauer und Deine Kraft, das alles zu ertragen. Ich wünsche Dir viel Freude mit Deinem neuen Zuhause.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Alternative



Danilo

Es gab eine Alternative (PlanB)... ich bleib im Haus, das Haus bleibt stehen und ich verzichte schriftlich auf den Hochwasserschutz und Regressansprüche gegen Gemeinde und Land nach jedem Hochwasser. Ja, alles was Du beschreibst ist so korrekt... bis auf den Außenputz ist das Haus komplett saniert worden....
Der Hochwasserschutz hätte 360k€ gekostet... und so hat man mich ausgezahlt oder PlanB....

Und alle 2 Jahre absaufen ist auch nicht so easy... die letzten 2 mal war der Schaden insgesamt 65k€, davon hat die Versicherung nur 6k€ bezahlt und von der Restschadenssumme das Land 20%... der Rest war mein Einsatz.....


Irgendwann kann man halt nicht mehr...



Danke Frank, aber die Freude hält sich in Grenzen.....



Andreas



Hochwassergefährdung



War der Standort denn schon immer so ein Hochwasserschwerpunkt, oder hat sich die Lage erst nach irgendwelchen Maßnahmen wie Bachbettverengung durch Straßenbau, Elektrizitätsgewinnung durch Wasserkraft oder Vervielfachung der Viehhaltung ergo verringerte Rückhaltekraft und Erosion o.ä. dramatisiert?

Wenn der jetzige Keller früher das (bewohnte?) Erdgeschoss war, wären die damaligen Bewohner bzw. das Haus an sich ja auch historisch schon arg gebeutelt gewesen, anderseits gab es ja durch die Felsplatten schon Maßnahmen gegen die Folgen des Hochwassers.

So ganz habe ich nicht verstanden, was verhandelt wurde. Ging es um die Sicherungspflicht der Gemeinde, der die 360.000€ für den Hochwasserschutz zu teuer waren?



Hochwasserschutz



De Meinweg


"War der Standort denn schon immer so ein Hochwasserschwerpunkt, oder hat sich die Lage erst nach irgendwelchen Maßnahmen wie Bachbettverengung durch Straßenbau, Elektrizitätsgewinnung durch Wasserkraft oder Vervielfachung der Viehhaltung ergo verringerte Rückhaltekraft und Erosion o.ä. dramatisiert?"


Ja, das Haus war ene Wassermühle. Allerdings wurde irgendwann mal die Strasse direkt ans Haus verlegt und um ca 1,20m erhöht. Dadurch konnte das Wasser nicht mehr links und rechts vorbei, wenn Hochwasser drohte.
Oberhalb der Mühle gab es mehrere Mühlen, deren Teiche zugeschüttet wurden. Das Bachbett wurde verengt und eine Überschwemmungsfläche vor dem Ort zugebaut. Wald wurde abgeholzt und Äcker und Wiesen wurden angelegt.
Alles in Allem die typischen Bausünden der letzten Jahrzehnte, die jedes Hochwasser höher machte.

"Wenn der jetzige Keller früher das (bewohnte?) Erdgeschoss war, wären die damaligen Bewohner bzw. das Haus an sich ja auch historisch schon arg gebeutelt gewesen, anderseits gab es ja durch die Felsplatten schon Maßnahmen gegen die Folgen des Hochwassers."

Das Haus war als Mühle unbewohnt, war ein Teil der Schmiedeanlage. Die Schmiede etwas erhöhter wurde vor ein paar Jahren abgerissen... Auf der Bachseite gab es keine Fenster und Türen, das Gerinne lief direkt am Haus vorbei. Bachseitig wurde erst im Zuge des Wiederaufbaus 1949 eine Nutzung im Keller durch bachseitige Fenster und Türen als Wohnraum möglich. Diese Nutzung wurde aber von den letzten Eigentümern wegen Hochwassergefahren wieder aufgegeben.

"So ganz habe ich nicht verstanden, was verhandelt wurde. Ging es um die Sicherungspflicht der Gemeinde, der die 360.000€ für den Hochwasserschutz zu teuer waren?"


Verhandelt wurde nur: Geld nehmen und verschwinden oder bleiben und Schadenersatzfrei absaufen...also auf eigene Gefahr gegen Hochwasser arbeiten.



Andreas



Andreas,



da hast Du jetzt die Bausünden anderer ausbaden müssen. Dennoch: Kopf hoch!

Hier gab's etwas ähnliches in Weesenstein, im Nachgang des Hochwassers 2002.

Grüße

Thomas



Es ist vorbei



Danke Thomas.


Das Schlimme daran ist eigentlich, daß jeder glaubt, daß ich mit der Ablöse den großen Reibach gemacht hätte.. daß ich jetzt pleite bin und in der Küche schlafe, weil ich nur Küche und Bad fertig stellen konnte, das sieht keiner...


Und fast jeder der Helfer, die beim Abriss und der Sicherung mitgeholfen haben, hat kräftig die Hand aufgehalten....bis auf mein Sohn und meine (inzwischen) Freundin Heidi. Die hat wirkliche Opfer gebracht, was Zeit, Arbeitsleistung und Schmerzen anging. Und ihr gebührt neben meinem Sohn derr größte Dank...


Naja, das Leben geht weiter und noch kann ich ja meine Hände bewegen...





Ich fahre seit Jahren täglich durch Laaben und habe mich schon gewundert, warum das Haus zuerst saniert (die Fenster habe ich immer bewundert und mich gefragt, von welchem Tischler sie wohl stammen) und dann doch abgerissen wurde - jetzt hat sich das Rätsel gelöst.

Schade drum, es wäre sicher ein kleines Schmuckstück geworden.

lg, Patricia



Patricia



Hättest Du mal angehalten, hättest Du alle Infos inkl Führung bekommen... nun mußt Du auf den Schaukasten warten.


Was die Fenster angeht....ouuuuuuuuuuuuhhhhhhhhh....Allergiethema.... benutz mal die SuFu und such nach Manfred Gider.....

Ich bekomme noch heute Mails von geprellten Kunden...


Die Fenster stehen übrigends zum Verkauf.


Andreas





Ja, hätte ich mich nur getraut...
Die Fenster haben leider das falsche Format für mein Holzhaus, außerdem bin ich energisch dahinter, die Originalfenster zu erhalten. Kannst sie nicht für dein neues/altes Haus verwenden?

Ich verstehe nicht, dass dein Haus abgerissen werden musste, aber ein paar Meter bachabwärts wurde ein Neubau hingestellt.

Viel Glück in deinem neuen Haus!