Hochbunker als Wohnraum

08.06.2020 Christian144



Hallo liebe Forumsmitglieder,

bin ganz frisch hier und durch meine Suche bei Google auf das Forum aufmerksam geworden. Meine Frau und ich sind schon seit längerem auf der Suche nach einer Immobilie, die nicht dem Standard entspricht. Jetzt bin ich am Wochenende auf eine Anzeige bei Immoscout:
https://www.immobilienscout24.de/expose/119236353?utm_medium=social&utm_campaign=expose_sharing&utm_content=expose_toolbar&utm_source=other#/

Expose: https://d2qfnj9mv71tll.cloudfront.net/776434a6-d55e-4fec-8477-923a055630a7-1374075923.pdf

gestoßen und etwas am Träumen.
Im Internet findet man zum Thema Bunker Umbau viele Bilder, nähere Informationen sind aber nicht zu schwerer zu finden…

Uns ist klar, dass im Ernstfall ein Architekt und oder Statiker erforderlich werden, um Detailplanung durchzuführen und die notwendigen Genehmigungen zu bekommen. Aber etwas seine Gedanken spielen zu lassen und hierzu diskutieren kann man ja…
Folgendes kam mir gleich in den Sinn:

Im Erdgeschosse: Einen der Eingänge so vergrößern, so dass die PKWs dort abgestellt werden können. (ist hier ein besonderes Belüftungskonzept notwendig)

1 OG bleibt erst einmal der Haustechnik vorbehalten, hier würde ich auch alle notwendigen Leitungen (Wasser, Strom, Heizungsrohre, etc.) sehen, um die jeweiligen Räume zu versorgen. (Ich gehe mal davon aus, dass die Decken der Geschosse einfacher zu durchbohren sind als die Außenwände. Müsste die Decke zum 2 OG Gedämmt werden?

2 OG als Wohnraum (4x Schlafzimmer, HWR, Bad, Küche), alle Räume mit einer Außenwand, sodass ein Fenster eingebaut werden kann. (außer evtl. HWR).

Ich würde erwarten, dass außer den zwei dicken Wänden, allen anderen Wänden keine tragende Funktion zuteilkommt. (klar muss durch einen Statiker dann bestätigt werden). Entsprechend könnte man sich dadurch recht frei in der Gestaltung der Raumaufteilung aufteilen. Wichtig ist natürlich das notwendige Tageslicht. Da bin ich bei meinem großen ersten Fragezeichen, ich könnte mir vorstellen, dass diese Ausschnitte schon einen der größten Einzelkosten nachsichtziehen. Kann man bei so dicken Wänden kalkulieren, was ein Ausschnitt kostet? (Gibt es für sowas Meter oder Ausschnittspreise?) Ich hatte hier auch irgendwo gelesen, dass jemand die Öffnung mit Presslufthammer selbst eingestemmt hat. Ist das Realistisch oder schon allein durch die Anzahl der Ausschnitte nicht leistbar. Zumal ein Bombensicherer Bunker auch eine gewisse Stabilität aufweisen muss :-D

Wäre hier auch das Verlegen einer Fußbodenheizung möglich und sinnvolle? Ich habe auch schon etwas von Fußleistenheizungen zusammen mit einem Tonputz gelesen, kenne das Konzept aber zu wenig und meine Frau mag Wärme Füße ?? Wäre ein Tonputz mit Fußbodenheizung und Holzböden eine mögliche Kombination um ein angenehmes Wohnklima zu erhalten?

Auf dem Dach ein zusätzlicher Aufbau/Bereich als Wohn- und Esszimmer erzeugen, der per Treppe durch die Decke erreichbar ist. Den Rest des Daches als Dachterrasse nutzen auch mit Beeten…
Heißt sicherlich das Dach neu abdichten, Dämmen wird wahrscheinlich nicht erforderlich sein, oder
Im Angebot steht, dass auch mit Feuchtigkeitsschäden zu rechnen ist. Bisher dachte ich, dass Beton recht wasserresistent ist und damit die Schäden überschaubar seien dürften. Was kann denn im Worst Case passiert sein?

Wie bereits gesagt, mir geht es hier nicht darum eine 100% Aussage zu bekommen, sondern eher mit euch zu diskutieren, ob das was ich mir hier ausgedacht habe, überhaupt funktionieren kann, realistisch ist und wo Ihr die Kostentreiber in einem solchen Projekt seht.

So das zum Ersten, in der Hoffnung eine angeregte Diskussion zu erzeugen.

Gruß,
Christian



Bunker als Wohnraum



Interessantes Projekt, Misburg kenne ich auch.
Fensteröffnungen lassen sich sicher auch mit dem Preßlufthammer und großer Flex selbst herstellen. Fahrgerüst für außen und Maschinen würde ich mir gebraucht kaufen.
Alternativ im Sägeverfahren herstellen lassen.
Wer gerne Löcher bohrt kann auch Quellsprengmittel in Heimarbeit ohne sonst notwendigen Sprengschein anwenden.

Wohnraum als Holzkonstruktion auf dem Flachdach neu schaffen mit Satteldach oder wieder mit Flachdach, ggf begrünt zur Selbstversorgung, mit PV -Anlage etc wird sicher sinnvoll sein.
Freie Räume könnten an Musiker, Prepper, Airbnb etc vermietet werden.
Schallschutz ist ja kein Problem und ein wirtschaftliches Nutzungskonzept sinnvoll.

Haustechnik benötigt nicht viel Platz, geschweige denn eine ganze Etage.
Garage oder Carport können evt günstiger neu am Bunker angebaut werden-
Dach ggf als Terrasse nutzen.
Ein Pool und Feuchtbiotop wäre auch gut möglich.

Fußböden würde ich mit Dielen auf KVH herstellen.
Darunter können Installationen verlegt werden.
Wände können mit Wandheizung auf Innendämmung versehen werden.

Feuchtigkeitsschäden würde ich eher aus Kondensationsgründen erwarten.
Der Bunker hätte auch ohne jede Abdichtung eine vielfach höhere Lebenserwartung als wir.
Belüftung ist bei jedem Bunker vorhanden- macht ohne ja eh kaum Sinn.

Um Genaueres zu sagen müßte der natürlich genau begutachtet werden und baurechtliche Möglichkeiten, ggf Denkmalschutz, geprüft werden.

Das ist ja mal ein besonderes Projekt- leerstehende Gebäude zu nutzen ist ohnehin sinnvoll.
Du kannst mich gerne anrufen