Hobbithaus (Strohballenhaus)

02.01.2010



Hallo,

seit geraumer Zeit bin ich von diesem Haus absolut fasziniert:

http://www.simondale.net/house/index.htm

Hier sind Photos des Bauprozesses:

http://www.simondale.net/house/build.htm

Das Ganze wurde mit einfachsten Mitteln und Materialien, teilweise Recyceltem, für circa 3000 BP (ca. 3500 Euro) gebaut Strohballen wurden für den Boden, die Wände und die Decke verbaut, allerdings sofern ich das richtig verstanden habe nichttragend. Das Haus sieht zwar wie ein Erdhaus aus, ist aber keines, das Dach ist lediglich begrünt. Das Teuerste waren die Plane unter der Begrünung und der Ofen.

Es gibt (absolut ernstzunehmende) statische, feuerrechtlich und wärmetechnische Berechnungen für diese Rundhäuser, die die generellen EU-Anforderungen abdecken und bereits in verschiedenen Ländern umgesetzt wurden. M.W.n. jedoch noch nicht in Deutschland.

Was mich an dem Haus fasziniert ist neben dem sehr geringen Preis sein organisches, gewachsenes Aussehen und der Fakt, daß es offensichtlich nur für ein Leben und nicht für Generationen danach erbaut wird, dazu mit einem Minimalaufwand an dauerhaftem und ökologisch zu Buche schlagenden Material.

Deshalb: wie gut sähen die Chancen für einen weitgehend 1:1 gehaltenen Nachbau in Deutschland aus? Ich dachte beispielsweise an den Kauf eines abgängigen oder fast abgängigen Hauses mit ansprechendem und passenden Grundstück und einem Abriss des Hauses mit Neubau des Hobbithauses auf der alten Grundfläche unter Nutzung der vorhandenen Versorgung.

Und nochmal, ich höre schon die Kommentare, daß das nicht auf Dauer hält. Das wäre mir egal, es soll nur maximal 20-30 Jahre halten (auch kürzer, bei dem Preis ließe sich schnell Ersatz schaffen), ich will und muß nichts vererben. Ich frage mich nur, ob sowas eine Genehmigung bekommen könnte und zwar ohne erheblichen über das was zu sehen ist hinausgehenden Aufwand.

Pip



Jenseits der Materialkosten...



...sehe ich da einen immensen Arbeitsaufwand. Entweder der Bauherr hat sichere und hohe Einkünfte, ohne dafür arbeiten zu müssen (soll's geben) UND will UND kann das alles alleine machen.

Dann bekommt er nach endlos vielen Stunden, Fehlschlägen etc. einen putzig aussehenden, hohlen, innen vorübergehend trocknen Komposthaufen. Oder aber er lässt es machen, und bezahlt dafür auch noch so viel, daß mit ein wenig mehr Einsatz auch ein Holzhaus daraus geworden wäre.

So was finanziert keine Bank, und ich halte das nicht für genehmigbar.

TIP: Großes Grundstück mit nutzbarem Haus kaufen. Das ganze als überdachten Spielplatz deklarieren (was es ja auch irgendwie ist). Was in diesem Falle genehmigungtechnisch geht, kann ich aber nicht einschätzen.

Grüße

Thomas



Interessantes Projekt,



glaube aber kaum, dass so etwas ohne weiteres genehmigt wird.

Grüsse Thomas



Wenn Sie fasziniert sind, dann bauen Sie!



Von solchen minimalen Bauten gibt es doch viele, wenn Sie aber eine Genehmigung und Brandschutzprüfung und Statik und Lüftung und... wollen, wird es wohl nichts werden. Schauen Sie sich Stampflehmbauten an, die auch in unseren Breiten ein ganzjährig taugliches Wohnklima haben können oder schauen Sie auf www. kulturinsel.de, auf der Trauminsel Einsiedel an der Neisse gibt es viel Anregung: von Höhlen, Baumhäusern oder bewohnbaren Gärbehältern... Aber bevor Sie selbst eine Baugrube ausheben, sollten Sie ein Praktikum auf einer anderen Baustelle einplanen, um nicht am eigenen Traum zu verebben.
Unsere Fachwerkhäuser sind doch auch aus einer Selbstbaubewegung der Siedler entstanden, oder?



Hobbithaus



"Selbstbaubewegung von Siedlern..."
Stimmt, aber das hat viele Generationen und unzählige Fehlschläge gedauert, bis sich diese Bauweise mit ihren lokalen Varietäten herausgebildet hat.
Aus dieser Optimierungsphase nach der Versuch-Irrtum- Methode kam eben ein Fachwerkhaus und kein "Hobbithaus" heraus. Schon das sollte zu denken geben.
Kann sein, das beim 30. oder 40. Hobbithaus die schlimmsten Fehler ausgemerzt sind, die man machen kann.
Ob das dann noch so aussieht wie jetzt, ist eine andere Frage.
Man sollte sich nur nicht einbilden, das beim ersten Mal schon alles richtig gemacht wird.
In diesem Sinn würde mich interessieren, wie das zitierte Beispiel nach 3 oder 5 Jahren normaler Nutzung aussieht.

Viele Grüße



Kurzer Einwurf



Einige dieser Häuser stehen schon ein paar Jahrzehnte, sind solide geblieben und lassen sich nicht nur gut bewohnen, sondern haben auch ein sehr gutes Raumklima. Wiegesagt, auch in Breiten wie den unseren.

Davon daß das die Bank finanzieren soll, habe ich nicht geredet. Wozu auch bei einem Preis von 3,500-5,000 Euro fürs ganze Haus? Das geht auch ohne Bank. :-) Und das kann man auch ganz ohne Bank z.B. nach 10 Jahren erneut hochziehen.

Der Arbeitsaufwand besteht aus runden 1,000 bis 1,500 Mannstunden, was 9,5 Monaten für eine Einzelperson und die bereits erwähnten 4-5 Monate für zwei Personen bei 8 Stunden am Tag bedeutet.

Hier finden sich eine Reihe langjährig bewohnter ähnlich oder genauso konstruierter Häuser:

http://www.simondale.net/house/gallery.htm

Und dieses hier steht zB schon 10 Winter ohne große Probleme:

http://www.thatroundhouse.info/

Pip (die immer noch wissen will, was es für eine Genehmigung tatsächlich bräuchte)



Hobbithaus



Es ging eingangs nicht um "einige dieser Häuser", sondern um das eine.
Ob und wie man in solchen Häusern wohnt, würde ich mir nur erlauben einzuschätzen wenn ich selber mal drin gewesen bin.
Aber das ist sicher auch Ansichtssache.

Sie können sich auch in ein paar Wochen eine bessere Erdhöhle graben und darin einziehen, warum nicht?
Dann tun Sie es einfach, aber bitte nicht unter der Rubrik: Einfamilienhaus.
Damit haben Sie auch den lästigen Behördenkram vom Hals.
Zumindest für eine Weile.

Viele Grüße



Auswandern ! ---



--- und einbuddeln !



Auch wenn...



...alles andere klappen sollte, damit hat sich bisher jeder verschätzt: "Der Arbeitsaufwand besteht aus runden 1,000 bis 1,500 Mannstunden, was 9,5 Monaten für eine Einzelperson und die bereits erwähnten 4-5 Monate für zwei Personen bei 8 Stunden am Tag bedeutet." Nee, nee...

Wer hat außerdem Zeit, sich rund ein Jahr an den Bau zu ketten, um in 10 Jahren wieder ab 0 zu werkeln?

Fenster,Türen, Sanitärbereich, Fußboden, Installationen werden nicht aus Stroh gemacht, und sind kaum mit Eigenleistungen abzudecken. Die Baukosten werden sich deutlich mehr als nur verzehnfachen. Und wofür das alles? Für ein gering haltbares pittoreskes Bauwerk als Selbstzweck. En passant wird man mit solch einer Marotte mit größter Wahrscheinlichkeit auch den bis dahin standhaft gebliebenen Rest der Familie los (das klappt ja selbst bei konventionellen Bauaufgaben recht oft).

Ich rate ab.

Für eine Baugenehmigung bräuchte es, ganz einfach, ein anderes Haus.

Grüße

Thomas

Ach ja, noch ein wenig putziger sieht es aus, wenn mann's auf Räder stellt. Dann läuft es unter fliegende Bauten und bedarf keiner Baugenehmigung.





Wie sie sehen haben sie mit derartigen Vorhaben in D nicht viel Rückenwind. Das Problem, an solchen „billigen“ Bauten verdient keiner.
Das derartige Vorhaben mit „Komposthaufen“ oder dergleichen abgetan werden zeigt nur die Intoleranz.



hmm - wieso diese Negativität?



Hallo Herr Böhme,

haben Sie sich die Webseite dieses Hauses wirklich durchgelesen? Inkl. der Konstruktionsbeschreibung? Und auch mal die Planzeichnungen angesehen (das Haus ist nur 6 x 9 Meter groß und an der höchsten Stelle 4,5m hoch)? Es hat eine Komposttoilette, nur kaltes Wasser über eine Quelle und gebadet wird im Zuber. Aber, es gibt Strom über eine Solaranlage und überall doppelt verglaste Fenster. ;-)

Niemand würde in einem solchen Haus den Komfort eines 400,000 Euro Neubaus erwarten, der Hintergrund ist eben gerade auch, daß keine 400.000 Euro darin weggemauert werden. Es geht nur darum, ein langfristiger nutzbares, gutes Haus zu schaffen, das nicht teuer ist, aber dennoch warm und trocken hält.

Und --- wer keine 200, 300 oder 400.000,- Euro für ein Haus ausgeben muß, wenns nicht mal 100.000 Euro sind, der braucht auch nicht rund um die Uhr "schaffe gehn", sondern kann etwas mehr _leben_. Interessant kann ein solches Haus für jeden sein, der sich stark selbst versorgt bzw. von zuhause aus oder in der Natur arbeitet.

Mich erstaunt die, ja, man kann fast sagen feindselige Haltung zu diesem Haus. Ich frage mich woher diese stammt, warum dies so ist, denn eigentlich würde ich von Bauherren, Architekten und Handwerkern, vor allem solchen, die sich mit alten Gewerken und Handwerk beschäftigen, etwas mehr Offenheit erwarten. Und wenn die Dämmwerte, etc. eingehalten würden, was stünde denn diesem Haus noch entgegen? Es ist ja deutlich nur für 1 Person konzipiert.

Pip



Es geht mir hier nicht um das "Verdienen",



sondern um die Nachhaltigkeit einer Bauausführung. Das Teil sieht nicht nur wie ein Komposthaufen mit Fenstern aus, es beginnt auch am Tage seiner Erstellung mit dem, was ein Komposthaufen so tut: Zu verrotten. Mag das Dach auch zunächst dicht sein, das Wasser wird direkt an die Wände geleitet. Von unten wirds wohl ebenfalls nich so ganz trocken sein, und das bei einem leicht verrottendem Material. Als ausgewiesener Holzschutzfachmann sind sie, Herr Struve, ohnezweifel bestens ausgerüstet, die vielen Schwachstellen der Konstruktion zu beleuchten. Konstruktiver Holzschutz war doch auch mit in der Tüte? Das können Sie ja sicher auch auf das organische Material Stroh übertragen.

Mir kommt das Ganze äußerst blauäugig daher, außerdem ist mir freilich der Gedanke, ein Haus für ein paar Jahre zu bauen, sehr fremd.

Grüße

Thomas



also doch nicht



...Mag das Dach auch zunächst dicht sein, das Wasser wird direkt an die Wände geleitet...usw...

Also haben Sie sich weder die Pläne, noch die Ausführungsbeschreibungen angesehen. Das erklärt allerdings Einiges.

Nur mal als kleiner Hinweis, so wesentlich anders werden die richtig teuren Strohballenhäuser nicht gebaut. Die kosten dann runde 300 oder 400.000 Euro und es wird von ihnen durchaus stattliche Langlebigkeit erwartet.

Pip



Hallo Frau Pip,



da haben sich unsere Postings wohl überkreuzt.

Ich habe den Eindruck, sie glauben zu diesem Haus mehr, als sie wissen.

"Es gibt (absolut ernstzunehmende) statische, feuerrechtlich und wärmetechnische Berechnungen"

Selbst im traditionellen Bau kommt oft etwas anderes heraus, als die Theorie gerne hätte. Dieses Forum ist voll davon. Das zu diesem Haus irgendwer irgendwas berechnet hat, mag so sein. Vielleicht klappt das alles sogar auf dem Papier bei Annahme von Idealzuständen. In der Praxis läuft dann aber doch Wasser in die Wand oder den Schornstein entlang nach innen, und die theoretischen Dämmwerte suchen sich stattliche Vervielfältiger. Brandschutz? Vielleich stimmen die Werte ja, wenn das Stroh nass ist. Die Statik mag vielleicht noch am ehesten hinkommen, bei sauber ausgeführten Holzverbindungen hält dieses Material viel aus, aber wie lange wohl, wenn Holz mit Rinde und Splint verbaut wird?

Feindselig? Nein, wirklich nicht, das Teil sieht putzig aus, und wäre eine wunderbare Abenteuerspielstätte für die lieben Kleinen. Die interessanten Konstrukte in Einsiedel mag ich sehr. Ich will ihnen den Bau ja auch gar nicht ausreden - aber das wird kein Wohnhaus im Sinne eines Hauses, in dem man dauerhaft wohnen kann. Fasst man den Begriff des Wohnens freilich so weit wie Töff-Töff im Löbauer Busch, ja dann... Der Herr hat sich inzwischen der Zivilisation wieder angenähert, hört man.

Mit alten Gewerken hat diese Bauausführung im übrigen nicht gar so viel am Hut.

Grüße

Thomas



@ Frau Pip



Ich halte auch von richtig teueren Strohballenhäusern nichts. Reines Stroh ist weder als Baumaterial noch als Dämmaterial unproblematisch.

Meine Anmerkung mit dem Wasser an den Wänden bezog sich auf Ihren link:http://www.thatroundhouse.info/

Was Sie Pläne nennen, sind für mich eher ungenaue Skizzen, und die Ausführungsbeschreibungen sind ja auch alles andere als detailverliebt. Da gibt es nicht 'mal eine Basis, über die man disskutieren könnte.

Viel Erfolg denn beim Bau

Thomas



und der nasse Asphalt bebt,



wie ein Schleier fällt der Regen,
bis sie abhebt und sie schwebt
der Sonne entgegen.

seid Ihr eigentlich staatlich verordnete Bedenkenträger oder echte Kerle?

verkorkstes Bauordnungs-Hörigkeis-Bimbam

Wir müssen nebenbei probieren, riskieren und ...ach,was red ich...

Dieses Gebäude im Siedlungsbau ist sicher gemütlicher als die panic room-Bauweise unserer Generation.

Gruß...J.



Das war ein klassischer...



..."Jürgen Kommentar".

Du meintest sicher Wilde Kerle (die Typen aus dem Film, die sich ständig sinnlos verdroschen haben).

Als jemand, der ein wenig vom Bau versteht, habe ich jemand anders, der offensichtlich deutlich weniger davon versteht, meine Meinung zu seinem Vorhaben dargelegt. Mehr nicht.

Da Pip die Bude ohnehin bauen wird, und ich nachhaltig nichts von solchem Konstrukt als dauerhaft bewohntes Haus halte, überlasse ich diese Frage den Typen, die da wagemutig zu neuen Bau-Horizonten aufbrechen, mit den Füßen im Feuer und den Haaren im Wind...

@ Pip

Ein leeres Häuschen auf dem Lande mit dichtem Dach und intakten Fenstern gibt mancherorts unter 10TEUR. Das funktioniert erstmal, man kann drin wohnen, und ausgestalten bzw. umgestalten nach Herzenslust. Das ist ökonomisch sinnvoll, wenn man mehr für sich, als für das Haus leben will.

Viel Spaß

Thomas



Um jetzt etwas abzuflachen...



...habe ich Ihnen mal einen Link zu gesendet, mit dem Sie alles tun und lassen können, was Sie wollen.
Jedenfalls wäre das aber der Kontakt, den Sie für sich dahingehend auskosten können, um all Ihre Sie bewegenden Fragen zur Antwortung zu bekommen.
Es ist ein Fachmann, der viele solche Ideen bereits mit umgesetzt hat, aber eben auf Standards, die dem deutschen Markt entsprechend funktionieren und auch Sinn machen.
Schauen Sie sich die Bilder in der Mail mal an.
Es ist sein eigenes Gebäude.

Handwerklicher Gruß,
Udo Mühle



Danke!



Hallo Herr Mühle,

diese Infos sehen interessant aus, danke!

Pip



Na dann...



...hoffe ich, dass es Sie weiterbringt.
Lassen Sie mich Dinge wissen.
Würde mich freuen.

Netten Gruß in den Tag,
Udo





Ich verstehe hier die Bedenken zur Nachhaltigkeit nicht.
Nachhaltig heißt doch nicht für die Ewigkeit.



@ O.Struve



Nachhaltigkeit ist ein Konzept, ein natürliches System ausschließlich so zu nutzen, dass es in seinen wesentlichen Charakteristika langfristig erhalten bleibt (Wikipedia). Das, auf das Bauen übertragen, meine ich. Ein Haus für 10 Jahre zu bauen, ist nicht ökonomisch. Es ferner so zu bauen, daß man im Alter nicht darin wohnen kann und will (Es hat eine Komposttoilette, nur kaltes Wasser über eine Quelle und gebadet wird im Zuber.)ist auch weder ökonomisch noch nachhaltig. Und das gilt m.E. unabhängig davon, ob das Haus nun 80T€ oder 400T€ kostet.

Schwierig, hier zu raten,es spielen ja nicht nur technische Parameter, sondern auch ein persönlicher Lebensentwurf eine Rolle. Eine Baugenehmigung für ein WOHNHAUS der beschriebenen Art erscheint mir jedenfalls höchst unwahrscheinlich.

Grüße

Thomas



Dauerhaftigkeit und Komfort



Also in den hier erwähnten 10.000 Euro Gebäuden gibts in der Regel auch nur Kaltwasser, Klo überm Hof und eher selten ein dichtes Dach oder eine halbwegs sichere Elektrik.

Bis vor wenigen Jahren, teils sogar bis heute, gibts jede Menge Menschen, auch in Europa, die mit einer Komposttoilette (wo ist das Problem? In Schweden sogar fast Standard!) und nur kaltem Wasser aus dem Hahn (erhitzt werden kann Wasser jedoch auch auf einem Herd oder mit dem passenden Ofen) leben und damit alt werden, ganz ohne massive Probleme. Als Pflegefall lebt man dann in der Regel auch nicht mehr im neuzeitlichen eigenen Haus, sondern im Alters- oder Pflegeheim.

Daß diese Häuser nur 10 Jahre halten ist, mit Verlaub, ziemlicher Unfug. Wie schon mehrfach erwähnt, es gibt zwischenzeitlich genügend dieser Low Impact Häuser, die schon 20, 30 oder 40 Jahre völlig einwandfrei überdauern.

@Hr. Struve

Ich hätte zumindest gedacht, und ich stamme aus einer Familie von Architekten, daß das rein intellektuelle Problem Lösungsinteresse hätte wecken können.



@T.W.Böhme



Die Lebensdauer dieser Teile kann, je nach Baustoffauswahl und Pflege mit anderen Bauten durchaus verglichen werden.
Nachhaltig ist meines Erachtens nicht, künftige Generationen wegen des gegenwärtigen „Größenwahn“ um ihre Möglichkeiten zu bringen.
Sinkende Einwohnerzahlen und steigende Obdachlosigkeit ist auch eine Form von Nachhaltigkeit oder besser das Ergebnis.
Fragen sie mal nen Obdachlosen wie warm sein Wasser ist mit dem er sich wäscht, wo er seine „Geschäfte“ erledigt und nach der „Bau“ Genehmigung seiner Bleibe nach den deutschen Vorschriften.



@Pip



"Ich hätte zumindest gedacht, und ich stamme aus einer Familie von Architekten, daß das rein intellektuelle Problem Lösungsinteresse hätte wecken können."

Ich auch, vorallem auf dieser Seite.



Herr Struve...



...sie schreiben Unsinn, und ich wünsche Ihnen ganz herzlich, das Sie das eines Tages erkennen können.

Intellektuelles Interesse? Das spare ich mir vorzugsweise für mir sinnvoll erscheinende Bauaufgaben auf. Man kann auch nachhaltig UND einfach bauen. Mit Materialien z.B., die besser zum Hausbau geeignet sind als Strohballen.

Viel Spaß denn damit

Grüße

Thomas



Sinn oder Unsinn...



...das ist hier die Frage.

Herr Böhme, Dinge die ihnen nicht gefallen oder die sie nicht verstehen sollten sie nicht als Unsinn abtun.
Wenn ihnen ihre „sinnvoll erscheinende Bauaufgaben“ Sinnvoll erscheinen sind sie also selbst nicht sicher.?
Andere haben nun mal andere Ansprüche und die sollten auch sie tolerieren.
Es zwingt sie hier keiner zu etwas, also tun sie es auch nicht.

P.S.
Schönes Beispiel das Strohballenhaus.
Haben Sie sich schon einmal eins angesehen?
Auch energetisch und klimatisch?



Unsinnig ?



aber sehr schön.
[pubimg 20227]



Hobbithaus



Hallo Oliver,
es ist müßig, jetzt eine Grundsatzdiskussion über Sinn und Unsinn von Strohballenhäusern vom Zaun zu brechen.
Das es solche Häuser in Deutschland (mit Baugenehmigung!) gibt, ist allgemein bekannt.
Mit dem eingangs gezeigten Beispiel, um das es hier bei den Beiträgen von Thomas geht, haben die genehmigten Strohballenhäuser (fast) nichts zu tun, wenn man von Stroh als Rohmaterial einmal absieht. Aber schon hier gibt es gewaltige Unterschiede.
Im Preisniveau zwischen einem genehmigungsfähigen Haus, egal aus welchem Material und solchen Häusern übrigens auch.
Es bringt also nichts, sich hier für Das Material Stroh oder andere alternative Baukonzepte zu ereifern.
Dem Fragesteller geht es hier um Machbarkeit dieses Hobbithauses im Sinne eines Wohnhauses.
Dazu sage ich:
Möge er es zusammennageln und drin glücklich werden.
Eine Baugenehmigung und damit das Recht, das als Wohnhaus zu bezeichnen, wird er mit seinem Ansatz für den Preis nicht erhalten.
Ein Beispiel:
Das schöne, organisch wirkende Tragwerk für Wände und Dach aus Holz. Die Form hat zum großen Teil der Zufall entstehen lassen.
Wie soll so etwas statisch nachgewiesen werden?
Nun man kann es zuerst bauen und dann nachrechnen lassen. Die Software dafür gibt es nur bei einigen wenigen großen Ing.- Büros in Deutschland. Der Preis wird dementsprechend hoch sein. Und was ist, wenn das Ergebnis lautet: es muß nachgebessert werden?

Übrigens gibt es auch (genehmigte)Erdhäuser in dieser oder ähnlicher Form (nicht Bauweise!) in Deutschland. Allerdings in einer Preisklasse, bei dem es dem Fragesteller wohl den Atem verschlagen wird.
Entweder ein Komposthaufen (nennen wir es besser Gartenhaus) oder eine verspielte Erdvilla zum Wohnen für einen richtig großen Haufen Geld, die nur so aussieht als ob sie billig ist, das sind die Alternativen.


Viele Grüße



Schöne Einzugsparty denn,



Herr Struve. Wo ist denn das Stroh geblieben? Schon weggeweht?

Mit Unsinn meine ich ganz konkret Ihre Anschauungen zum Thema Nachhaltigkeit, da Sie ja offensichtlich nicht wissen, was das überhaupt ist. Schön, das Sie trotzdem drüber schreiben.

Noch ein Hinweis in Sachen deutscher Sprache: Wenn ich schreibe "Es erscheint mir sinnvoll", drücke ich damit selbstverständlich (m)eine Gewissheit aus. Ich räume auch ein, daß jemand anders als ich das anders sehen kann. Darf ich trotzdem, Ihrer Meinung nach, meine Meinung zum Baumaterial Stroh hier schreiben? Ich danke Ihnen sehr herzlich.

Grüße

Thomas



@Georg



so sehe ich es ja auch.
„Möge er es zusammennageln und drin glücklich werden.“
Die Statik kann auch ohne Software errechnet werden, dazu braucht es halt einen Sachkundigen der sich mit der Anatomie und den Resistenzen von Holz auskennt und es auch Stück für Stück sortiert.



@Böhme



„Nachhaltigkeit ist ein Konzept, ein natürliches System ausschließlich so zu nutzen, dass es in seinen wesentlichen Charakteristika langfristig erhalten bleibt (Wikipedia).“

Können sie mir den Satz so ins deutsche übersetzen das auch ich ihn verstehe?

Hier speziell
- natürliches System
- ausschließliche Nutzung
- wesentliche Charakteristika
- langfristige Nutzung

Ich würde Ihnen dann gerne im Gegenzug auch meinen Kommentar…-
„Nachhaltig heißt doch nicht für die Ewigkeit.“
... übersetzen.

Es scheint mir nämlich (ich bin mir also nicht ganz sicher)(die Hoffnung stirbt zuletzt) sie haben das nicht verstanden.



Herr Böhme,



wollte noch sagen, das ich mir fürs neue Jahr vorgenommen habe immer schön Sachlich zu bleiben, zwicken sie mich falls ich das mal vergessen sollte.



Herr Struve,



da Sie in meinem Qualifikationen schon voll Begeisterung, wenngleich auch durchaus laien- und fehlerhaft, herumgeschnüffelt haben, wird Ihnen nicht entgangen sein, daß ich kein Deutschlehrer bin. Ich bediene mich der Sprache sozusagen nur zum Eigenbedarf, und ich bitte Sie, Ihr bekundetes Defizit an geeigneten Institutionen, wie z.B. der Volkshochschule, auszugleichen.

Unter nachhaltigem Bauen verstehe ich Bauen für Generationen (das hat weißgott nichts mit der Ewigkeit zu tun). Selbst vom Neubau eines klassischen Fachwerkhauses in Altväterart (so unbedingt restaurierenswürdig jedes einzelne dieser schönen und charakteristischen Häuser auch ist) würde ich der holzschutzmäßigen, konstruktiven und energetischen Schwachpunkte wegen abraten. Es gibt einfach bessere Möglichkeiten, ein angenehmes und natürliches Wohnklima zu bauen.

Grüße

Thomas



Ach Herr Böhme,



wieder mal am rumstänkern.

Ich habe nicht rumgeschnüffelt, sondern die Infos ihren eigenen Aussagen, ihrem und meinem Profil, sowie den E-Mails die ich währen unseres letzten Disputes von einigen Mitgliedern der Gemeinde empfangen habe entnommen.
Dazu haben meine Deutschkenntnisse aus der Schule durchaus noch ausgereicht.
Und was das Defizit betrifft (scheinbar das ihre) schlagen sie doch mal im Duden nach dem Wort „anscheinend“ nach.
Oder woher leiten sie „erscheint mir“ ab? Von Scheinwerfer vielleicht?

Und nun zur Nachhaltigkeit
Das ist ein sehr relativer Begriff bei dem man den Einsatz, dem Ergebnis gegenüberstellen muss.

So kann sehr schnell auch eine Behausung die nur ein paar Jahre hält sehr nachhaltig sein.

Nachhaltig bauen heißt auch,
die Bedürfnisse des Lebensstils gegenwärtiger Generation so zu wählen, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden.


Oder schwebt ihnen die Nachhaltigkeit beispielsweise von Atomkraftwerken vor, um deren Entsorgung sich künftige Generationen kümmern dürfen?
Ohne jeden Zweifel auch Nachhaltig.



Ich glaube...



...daß Sie sich auch ganz gut mit sich selbst unterhalten können.

Viel Spaß

Thomas





Dann lasse ich sie mal in ihrem Glauben.



Die Glaubenskriege 2010.....



Sollten wir hier die Frau "Pip" nicht überhäufen mit Eigenansichten und gegenseitigen Vorwürfen (habe mir verkniffen, hier sämtliche Beiträge dazu noch zu lesen !!!), die ja nicht Gegenstand ihrer Ausgangsfrage war?

Ich sage hier jetzt ganz einfach, wer z.B. so leben möchte, wie auf dem nebenstehenden Bild, der soll es doch tun und wenn er damit in einen inneren Frieden mit sich tritt, dann sollten wir das eben auch akzeptieren.
Die Besitzer und Bewohner dieses herrlichen Bauwagens kenne ich übrigens persönlich.

Also Frau "Pip", lassen Sie sich nicht verwirren
und ich hoffe, dass Ihnen meine Tipps zur Verfolgung Ihrer Wohnansichten ganz einfach weiter geholfen haben.

Noch einen wundervollen netten Tag,
Udo



Lieber Udo,



Dein sonniges Gemüt in Ehren, aber hier ging es ja nicht um eine Lebensphilosophie, sondern um die aufwandsarme Genehmigbarkeit eines benannten Beispielhauses als Wohnhaus. Das hat nichts mit Glauben, aber viel mit dem real existierenden Baurecht zu tun. Den Wohnwagenfreund hat's da mit seinem "Fliegenden Bau" vermutlich einfacher.

@ Frau Pip

hier noch ein schöner Link, falls sie ihn nicht schon kennen:

http://www.baubiologie.at/index.html

Grüße

Thomas





Ich kann mir durchaus vorstellen, dass mit einer Statik für derartige Bauten auch in D eine Genehmigung zu kriegen ist. Natürlich nicht auf dem Alexanderplatz.



Langlebigkeit



http://www.strawhomes.com/sban/tour/tour.html

Hier finden sich einige bereits seit den 1890ern stehende Strohballenhäuser.

Praktisch hat mir bisher noch keiner der Kritiker erklärt, warum es nicht möglich sein soll, sofern Statik, Wärmewerte und örtlich notwendige Ent-/Versorgung gewährleistet sind, ein solches Haus genehmigt zu bekommen. Zwischenzeitlich habe ich Informationen zur erfolgreichen Statikberechnung dieser Dachstühle, zu Dämmwerten und Feuerfestigkeit gefunden, all das dürfte nicht das Problem werden. Was also?

Steht irgendwo im Baurecht/der Bauordnung, daß ein Haus ein Minimum an Geld kosten muß, oder daß es - bei genereller Verkehrssicherheit bei Bautermin - mehr als eine bestimmte Anzahl von Jahren haltbar sein muß?



Fachgespräch



Guten Morgen Frau "Pip",

hier finden Sie einen hervorragenden Gesprächspartner für Ihr Thema.
Ganz einfach durchklingeln und quatschen.
Habe gestern erst mit ihm über Ihre Fragen einmal kurz diskutiert.
Also dann:

Ingenieurbüro + baubiologische Beratungsstelle IBN
Fred Heim
Hauptstraße 83
52499 Baesweiler
Tel.: 02401/53078
Fax : 02401/51439
eMail: mail@fred-heim.de

Viel Erfolg,
Udo Mühle



@ Frau Pip



Ihre Fragen sprengen ganz einfach den Rahmen des Forums. Jenseits persönlicher Befindlichkeiten brauchen Sie einen Architekten, der Ihnen das aufmalt, ausrechnet und einreicht. Berechnungen, die irgendwer für ein anderes Objekt gemacht hat, helfen Ihnen nicht weiter.

Grüße

Thomas



Moin Pip,



im Grossraum Stuttgart hat ein Künstler ein "fast so verwegenes" Haus mit Genehmigung gebaut, allerdings auch in Zusammenarbeit mit einem Architekten, der die Querschnitte der Rundhölzer und die Statik gerechnet hat. Die Freude seinerseits war natürlich diebisch groß, als das Bauamt ihm die Genehmigung erteilen musste - nach mehr als einem Jahr Gezerre......

Dass einige Details nur unzureichend bedacht und bereits etliche Nachbesserungen nötig sind, bestätigt sicher die anwesenden Bedenkenträger, aber fahrt doch mal bei Gelegenheit durchs Nassachtal und erlebt wie euch wohltuend die Kinnlade runterfällt....:-)

Ich finde es auch begrüssenswert ausnahmsweise mal was sinnvolles aus den USA zu importieren und sich von der "sollte 300 Jahre halten"-Baukultur zu verabschieden.

Schön, dass es sich hier so viele leisten (können) so viel Geld ins schöner Wohnen zu stecken, bezahlbarer Wohnraum wird allerdings immer mehr zur Utopie bzw. ohne Auto undenkbar. Ich finds wichtig hier "Beweise" zu bauen, dass es auch einfacher und günstiger, nachhaltig und ökologisch geht und die Feinheiten zu erarbeiten, die solche Häuser auch 100 werden lassen.

Es geht auch noch radikaler: naturbauten.com

Eine breitere Palette gibts hier: siebenlinden.de

Die "Stroh-Profis" findet ihr hier: fasba.de

Bei den Fasba-Architekten gibt es sicherlich die fundiertesten Infos zum Stand der Dinge, auch was die Zulassung von Strohballen als Baustoff (als Dämmstoff ist es bereits zugelassen) angeht.

Mit einer statisch nachvollziebaren Konstruktionszeichnung würde ich durchaus mal zum Bauamt dackeln und mal hören was die meinen, dabei aber den experimentellen Charakter betonen und das mit dem drin wohnen erstmal ganz aussen vor lassen. Vielleicht hast du Glück und die finden mit dir einen Weg das zu genehmigen bzw. fordern lediglich ein paar baurechtliche Nachweise und gut ist. (Hobbit-Park als Touristenattraktion...;-)

In der LBO Baden-Württemberg gibt es m.W. einen Passus "experimentelles Wohnen" - vielleicht hat eure LBO da auch was? Wenn der gute Wille da ist, brauchen die nur die entsprechenden Paragraphen, um das abnicken zu können...

Bin ja mal gespannt - halt uns doch bitte auf dem Laufenden.

Gruss, Boris



@Boris



Meinst du das hier?

http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/1750595_0_9223_-kunstwerk-bei-goeppingen-ein-haus-aus-schutt-und-muell.html

Das ist in der Tat ziemlich genial! :-) Und danke für all die Hinweise, das macht dann doch etwas Mut ;-)



Bingo!



Ich war mal ein paar Tage dort zu Besuch, mir fehlt da nur die FB-Heizung.....aber sonst ein sehr angenehmes Raumgefühl dort.

Viel Glück, Boris



Aber sicher ist das nachhaltig



Über Baugenehmigungen, Statik etc. kann und ich will ich mich nicht äußern und ob jemand solche Wohnformen für sich selber akzeptabel findet oder nicht, ist ganz allein ihm überlassen. Aber mich irritiert die Verwendung des Begriffes Nachhaltigkeit als Totsschlagargument in diesem Fall. Ursprünglich und auf das Grundprinzip zurückgeführt bezeichnet Nachhaltigkeit einen Umgang mit natürlichen Ressourcen, der den dauerhaften Erhalt dieser Ressourcen zum Ziel hat. Das muss nicht unbedingt heißen, dass man einen Gegenstand, ein Gebäude oder was auch immer erschafft, das für Generationen erhalten bleibt. Ein Haus, das aus Naturprodukten überwiegend mit reiner Muskelkraft hergestellt wird und nach mehr oder weniger vielen Jahren zu fruchtbarem Kompost zerfällt, ist in diesem Sinne sehr wohl nachhaltig. Also, Frau Pip, auch von mir eine Aufmunterung: Verfolgen Sie das ruhig weiter, solange Sie kein existentielles finanzielles Risiko eingehen. Zeit, Kraft und Gedanken in ein Experiment zu investieren, von dem man fasziniert ist, ist etwa Wunderbares, selbst wenn es am Ende scheitert. Ich bin jedenfalls gespannt, ob irgendetwas daraus wird.

Viele Grüße



@Christiane,



danke für Deine Definition der Nachhaltigkeit!

@pip

Johann Wolfgang Goethe sagt:

Was immer du tun kannst
oder erträumst tun zu können,
beginne es,
Kühnheit besitzt Genie,
Macht und magische Kraft.
Beginne es jetzt.

Gruß...J.



Hobbithausbau



Hallo Pip,

mich würde sehr interessieren, was Deine Recherchen ergeben haben und welche Informationen Du sammeln konntest.

Lieben Gruß
Alex



Ist es mit dem Vorhaben vorangegangen?



Liebe Frau Pip,

hat sich im Anschluß an Ihre Recherchen ein konkretes, umgesetztes Projekt ergeben?

Ich wäre sehr gespannt davon zu hören!




Schon gelesen?

kork und lehm !?!