Historisches Schieferdach nachträglich Dämmen

16.07.2019 Bensen



Hallo Fachwerkfreunde,

mit steht folgende Aufgabe bevor und mangels Erfahrung freue ich mich über ein paar Tips.

Der bislang als Lager genutzte Dachboden, soll zu Wohnzwecken ausgebaut werden.

Das Schieferdach wird erst ausgebessert werden, vor allem die Kehlen sind nicht mehr dicht.

Im Innern sollen die Sparren aufgedoppelt werden um 160mm zu erreichen, ein Zwischensparrendämmung vorgenommen werden und eine eine Dampfbremse im Innern angebracht werden. Worauf eine Lattung folgen soll, welche später verkleidet werden werden soll.

Ohne nun Bauphysiker zu sein sind meine Annahmen hierbei folgende:

- Die Eindeckung und somit auch eine mögliche Unterspannbahn stammen aus dem Ursprungsjahr 1924 und es handelt sich womöglich um eine Bitumen getränkte Pappe
- das darunter liegende Holz hat weder Abstand zur Eindeckung noch zur Unterspannbahn. Wenn ich nicht irre, wurden seinerzeit der Schiefer direkt auf die Bretterlage darunter genagelt.

Meine Fragen:

- Muss das Holz nicht wenigstens nach innen "atmen" könne um so Feuchtigkeit abgeben zu können?
- Wie kann man das erreichen?
- Welches Isoliermaterial für die Zwischensparrendämmung ist hierfür geeignet? Ist eine Hinterlüftung notwendig?
- Welche Membran ist als "Dampfsperre" innen geeignet?
- Womit verkleidet man diese später im Innern am besten? (Gibskarton scheint mir hier keine gute Lösungen zu sein?)
- Sollte es doch Gibskarton werden, ist eine Hinterlüftung notwendig?

Meine Sorgen gelten vor allem der Holzverschalung und den sparren, die ich nicht einsperren möchte und somit der von außen wirkeden Feuchtigkeit aussetzen möchte.

Viele Grüße
Ben



Bezüglich der Ausbesserung...



...eines nahezu 100 Jahre alten Schieferdaches gebricht es mir an Optimismus. Wir haben den Gedanken verworfen. Der Schiefer kommt in die Jahre, und dann bröselt es jedes Jahr woanders. Das ist nicht ganz so schlimm, wenn man von innen ran kommt. Aber genau das wollt Ihr ja zubauen. Und dann säuft (unbemerkt zunächst) die Dämmung ab und die Balken faulen.

Eine neue Nutzung erfordert hier auch ein neues Dach, auch wenn's kein preiswerter Spaß wird. Für mich war die Alternative zum Schieferdach ein Dach aus Zinkbahnen mit Stehfälzen - auch eine klassische Dachdeckung.

Grüße

Thomas