Historische Deckenbalken ohne Risse

07.01.2014 Ramona



Hallo zusammen,

ich war am WE in einem Restaurant, altes Fachwerkhaus. Die Deckenbalken dort waren glatt gehobelt und völlig rissfrei, weswegen ich zu meinem Lebensgefährten sagte: "Hm, ich glaube nicht, dass das die Originalbalken sind" Der Kellner daraufhin: "Dochdoch, hier ist alles orginal!!"
Ist das möglich? Ich hab in einem alten Gebäude noch nue glatt gehobelte, völlig rissfreie Balken gesehen.



Ohne ein FGoto ist das schwer zu beurteilen!



Tatsache ist das die alten Balken erstaunlich rissfrei sind. Das Bauholz wurde im Winter geschlagen im Frühjahr geflößt. Und dann oft im Sommer fast frisch eingebaut.

Glatt gehobelte Balken waren eher unüblich.

Grüße Gerd



Danke



Hallo Gerd, danke für Deine Antwort.
Wie kommt es, dass frisches Holz rissfrei bleibt? Entstehen die Risse nicht gerade durch die Trocknung?

Danke und viele Grüße

Ramona



Das Holz wurde im Winter geschlagen.



In dieser, normalerweise sehr kalten Zeit lagert das Holz wenig Wasser ein, auch das wässern eine positiven Einfluss.

Grüße aus Koblenz



Zeitpunkt des Abholzens ist entscheidend



Als Ergänzung zu Gerd:
Früher wurde gutes Bauholz exakt nach den Mondphasen um Silvester herum geschlagen. Bitte einmal nach Mondholz googlen oder Erfahrungen aus dem Mondkalender "Vom richtigen Zeitpunkt" studieren.
Auch das spätere Verhalten der Balken gegen Schädlingsbefall kann man damit positiv beeinflussen. Deshalb sind gerade sehr alte Gebäude oftmals sehr gut erhalten.
Zum Glück ging dieses alte Wissen nicht gänzlich verloren.



Der Einfluss



des Mondes entspricht der exakten Ausrichtung einer Banane in Südsibierien auf den Südpol...

MfG,
Sebastian Hausleithner





Diese Diskussion hatten wir in diesem Forum schon an anderer Stelle, Herr Hausleithner..
Wenn der Mond keinen Einfluß auf die Erde hat, warum gibt es dann Ebbe & Flut ?



"Original"...



...ist relativ. Alle Balken (bis auf die Imitate aus Styropor :-) sind "original" Holz...

Ich bezweifle zunächst, daß die glatt gehobelten Balken aus der Bauzeit (wie alt mag das Haus sein?) sein müssen. Sowas war, umso älter, um so ungebräuchlicher.

Ferner wurden die mit Abstand wichtigsten Kriterien für die Rissbilung nicht erwähnt: Holzfeuchte und Querschnitt.

Um so besser das Holz vorgetrocknet ist, um so weniger reißt es. Sollte es sich beim besichtigten Objekt um ein neueres Fachwerk (oder neuere Balken) handelt, wäre deren Luft(vor)Trocknung und technische Nachtrocknung möglich und könnte einen Teil der Rissfreiheit erklären. Vorallem aber ist es die Materialwahl: Zeigt das Holz im Querschnitt ein kernfreies Viertelholz und wurde auch noch der Erdstamm verwendet, reduziert das die Rissbildung entscheidend. Sicherlich ist auch die Winterfällung in der saftarmen Zeit und das Liegenlassen der Bäume mit Nadeln (als natürliche Vortrocknung) nicht unwichtig, vielleicht fördern auch die Mondphasen dies oder das; wird aber Holz (dann zwangsweise dünnerer Stämme) mit mittigem Kern verbaut, dann reißt das mit Sicherheit, egal ob der Mond zum Fälltermin Hörnchen oder Pfannkuchen war :-)

Grüße

Thomas



Balken



Schade, das es kein Foto gibt.
Ohne Foto nur Spekulation.
Meine Meinung: Egal ob Mondphase, Wintereinschlag (das war früher die Regel) und flößen (das wusch den Holzzucker etwas aus und schützte mit vor Holzschädlingen)- ich habe noch keinen hunderte Jahre alten Balken gesehen der a) vollig eben und gerade und b) völlig rissefrei war. Dafür viele Fakes von Windelboden- oder Bohlendecken in solchen Gaststätten. Im Unterzug steckt oft ein Luftabzug der Klimaanlage, in den hohlen Deckenbalken die Kabel für die Beleuchtung.
Schon allein aus brandschutztechnischen Gründen können solche Decken mit offen liegenden Traggliedern sehr problematisch sein. Das geht nur wenn darüber keine anderen Nutzungseinheiten (Wohnungen) sind

www.schwendi.fr/

Hier könnt Ihr eine Decke im Restaurant sehen die kein Fake ist.
Übrigens ist die Kneipe sehr empfehlenswert.



Danke



Laut HP (diezwiwwel.com)ist das Haus (übrigens kein Sichtfachwerk, schäm) von Anfang 18.Jh.
Leider kann man die Balken auf den Fotos nur erahnen, aber beim nächsten Besuch mache ich mal ein Foto :-)
Jedenfalls bestärkt Ihr mich da drin, dass die Balken eher nicht aus der Bauzeit des Hauses sind, zumal an einer Stelle auch Kabel zu sehen sind, an denen wohl früher eine Lampe hing.



Nicht zu vergessen...



die vielen "Nachschöpfungen" aus der Zeit knapp vor/nach 1900 in historistischer Manier.

Grüße

Thomas



@Dietmar Fröhlich



Es geht nicht um den Einfluss der Schwerkraft des Erdtrabanten auf den Wasserhaushalt eines Baumes, sondern um die Eignung des Holzes für Bauzwecke. Wenn ich Dir 28 abgelagerte Balkenstücke auf den Tisch lege wirst Du 27mal daneben liegen, was die Auswahl des Mondholzes angeht...
Jaaa, ich habe den Test mit Erstsemestern der hiesigen Fachhochschule durchgeführt, fast alle Zimmerer oder Tischler...

MfG,
Sebastian Hausleithner