Hinterspritzung mit Kalkmilch

04.09.2012



Hallo in die Runde,

hiermit mal eine Frage die vermutlich eher was für die Restauratoren hier im Forum ist.

Ich habe an der Außenfassade im ersten OG ein umlaufendes Gesims aus Kalk oder Kalkzement über leicht vorspringenden Ziegelansatz und bei den Vorbereitungen zum Steichen der Fassade ist mir nun aufgefallen, daß ein paar Meter davon mehr oder weniger hohl liegen. Es gibt ein paar Haarrisse, ansonsten scheint das Ganze aber noch relativ fest zu sitzen. Wenn man drauf klopft klingt es aber eindeutig hohl.

Das Gesims ist eigentlich vom Aufwand her nicht's besonderes. In weiten Teilen ist es aber noch die Originalsubstanz von vor 90 Jahren die ich auch gern erhalten würde. Das Gebäude steht unter Ensembleschutz, wobei insbesondere die Fassaden in Form und Farbe zu erhalten sind.

Ich hab jetzt mal vorsichtig über Hinterspritzen mit Kalkmilch nachgedacht um evl. hierüber wieder eine Festigung des Gesimses zu erreichen. Habe damit aber noch keine Erfahrungen. Bei Wolfgang Kenter (Kalkladen) habe ich ein kurzes Dokument dazu gefunden. Ich schrecke ein wenig vor dem Problem zurück daß man bei falschem Vorgehen am Ende mehr kaputt machen kann als man vielleicht gewinnt.

Im Gegensatz zu einem Verputz ist das Gesims ja relativ dick und damit vielleicht weniger empfindlich gegen ein mögliches Abplatzen? Macht in Euren Augen ein Hinterspritzen für das Gesims überhaupt Sinn? Wenn, wie definiere ich einen geeigneten Abstand zwischen den einzelnen Einbringlöchern?

Danke schon mal im Voraus für den Gedankenaustausch!
Gruß aus Berlin



Hinterspritzen



Hinterspritzen ist auf jeden Fall sinvoll.
Ich mache dies auch immer mit Kalkverpressmörtel V 3a der Firma Solubel.Unter anderem lassen sich so auch tiefer liegende Risse restlos Verfüllen.

Lg.Peter Schneider



evtl vorher



… anschauen lassen und
danach die Handlungen abstimmen.

Evtl ist die momentane Beschichtung , der Anstrich nicht so optimal und zieht das gesamte aus den "Fugen" und sperrt den Untergrund (Kalk) von der Aussenluft.

Florian Kurz
www.slow-house.de





Danke schon mal in die Runde,

von einem Anstrich (ursprünglich war's wohl mal ne pigmentierte Kalkschlämme gewesen) war wohl schon die letzten Jahre nicht mehr viel zu sehen. Die Fassade wurde mal in den 60ern oder 70ern mit dem typischen grauen DDR Putz notsaniert.

Ich denke die Haftungsschäden rühren von den damaligen Verputzen (Abschlagen alter Putz), oder aber von Frostschäden aus den letzten Jahren als das Haus über 4 Winter unbeheizt leer stand.


@Peter: ... wie eng wähle ich am besten die Abstände zwischen den einzelnen Injektionsbohrungen? Die Länge des betroffenen Teils ist knapp 3m. Die Spaltweite zwichen Mauerwerk und Gesims schätze ich auf eher unter 1mm (wahr zumindest im Bereich einer Fehlstelle unterhalb des Fensters so zu sehen). ... Für die Injektion habe ich eine 100ml Spritze aus dem Mahlerbedarf.



Spritze



Hallo Stephan,

Zuerst einmal besorg dir eine anständige Spritze beim Tierarzt.Möglichst mit einer 3mm Kanüle (Nadel)

Die Abstände würde ich alle 10 cm setzen.Möglichst im Rasterverfahren.

LG Peter Schneider