Hinterlüftung bei Innendämmung mit Leichtlehm?

08.09.2004 Anja



Guten Tag,
auch ich habe nun einiges gelesen und weiß doch noch keine Antwort.
Wir haben ein Fachwerkhaus, ca Mitte des 19.Jh. erbaut, im Oderbruch. Aus verschiedenen Gründen sanieren wir erst 2 Räume. Dazu haben wir Strohleichtlehm-Platten und -ziegel hergestellt und bringen diese nun an die Wände (die aus Fachwerk mit Staakenwerk sowie Ziegelausfachung bestehen, alles ist innen verputzt). Wir haben hinter der Verkleidung einen Zwischenraum gelassen und wollen diesen hinterlüften, wegen der entstehenden Feuchtigkeit. Muß nun die Hinterlüftung von innen oder aussen erfolgen? Und wie groß sollten die Löcher oder Schlitze sein? Mir erscheint es sinnvoll, diese von aussen zu setzen, wie beim Kastenfenster, da die hereinziehende kalte Luft sich erwärmt und daher mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann. Andererseits - wie ist es mit dem Wärmeverlust? Und hängt die Variante von der Stärke der Dämmung ab?
Über eine Anwort wäre ich sehr froh, da das Problem bald gelöst werden muß.
Freundliche Grüße,
Andrea Lang.



Ich glaube,



den Wandaufbau müssen Sie noch einmal genauer beschreiben.



Der Fachmann weiß rat



Ich habe das bei mir auch gemacht. Wir haben die Lehmsteine direkt mit der Wand verbunden, um keine Schwitzwasserzone zu erhalten. Fragen Sie doch Matthias Josef (auch hier in Fachwerk.de, der ist Fachmann und hat das bei mir gemacht.)

Viele Grü+ße

Werner



Hinterlüftung bei Innendämmungen!!



Guten Tag Andrea Lang.
Zu Ihrer Frage mit der Innendämmungen würde ich Ihnen raten das sich keine Luft dazwischen lassen sollten.
Wenn Sie schon einen Lehm Aufbau wählen dann sollten Sie ihn auch homogen gestalten d. h. keine Luft zwischen den einzelnen Schichten. Dann hat der Lehm durch die Kabila Wirkung auch die Möglichkeit anstehendes Wasser wie z. B. Kondensat weiter zu transportieren und verdampfen zu lassen Desweiteren hat der Lehmbaustoff eine niedrigere Ausgleichs Feuchte als Holz also entzieht der Lehm dem Holz das Wasser

Wenn Sie diesbezüglich noch Fragen haben können sicher unverbindlich mit mir in Verbindung setzen

Mit zimmerlichem Gruß
Andreas Vollack
aus Hann. Münden



wandaufbau



Zunächst einmal vielen Dank für die Anworten.
Nun zu unserem Wandaufbau:
Es sind 2 Varianten. Einmal Fachwerk mit verschiedenen Ausfachungen (Ziegelstein bzw. Lehmstaakenwerk), der früher mal verputzt wurde. Diese Wände haben wir von innen mit einer zusätzlichen Fachwerkwand versehen und diese mit Lehmstrohsteinen ausgefacht. Die Aussenwände dieser Seite sind noch einigermaßen in Ordnung, so daß sie erst später mal saniert werden. Das heißt aber, daß wir hier nochmal ran müssen. Deshalb wollten wir den Zwischenraum lieber frei lassen. Wir haben auch immer von 2 Möglichkeiten des Wandaufbaues gelesen, so auch der Hinterlüftung. Ist das generell eine Variante, die nicht mehr angewendet wird? Es hört sich hier fast so an.
Die andere Wand ist bereits irgendwann mal durch eine Ziegelmauer ausgetauscht worden (soll auch so bleiben), die auch recht dick ist und ebenfalls verputzt. Diese haben wir z.T. schon mit Lehmplatten verkleidet, die auf einem Leistengitter angebracht sind. Bisher ist da ca 2 cm Luft dahinter.
Einen schönen Abend noch,
es grüßt
Andrea



Hinterlüftung



Die Variante mit der Hinterlüftung wird schon hin und wieder noch angewand. Der Querschnitt einer solchen Hinterlüftung sollte aber 6,0 cm (an keiner Stelle weniger als 4,0 cm) betragen. Die Be- und Entlüftung erfolgt von bzw. nach außen mit ausreichend großen Lüftungsöffnungen. Hierzu gibt es Berechnungsmöglichkeiten. Außerdem muß berücksichtigt werden, dass Kondensatanfall hinter der äußeren Schale ohne Schaden anzurichten nach außen abfließen kann.
Die nichthinterlüftete Variante ist rechnerisch erst seit kurzem nachweisbar. Bei einem solchen Aufbau darf es keine Luftschichten geben, da hier Kondensat auftritt, das dann nicht mehr wegtransportiert wird und sich möglicherweise an ungünstigen Stellen (direkt am Holz des Fachwerkes) ansammelt.
Zu der Ziegelsteinwand wäre zu sagen, dass ein Aufbau wie folgt noch so gerade funktioniert:
10 mm Lehmputz
20 mm Lehmbauplatte
25 mm stehende Luft
365 mm Vollziegel Rohdichte <= 1400 kg/m³
kein Außenputz
Wird die Rohdichte größer, wird auch hier der Kondensatanfall so groß, dass es zu Problemen kommen wird.

Bei allem was Sie vorhaben, sollten Sie die Statik und die Vorschriften nach der Energieeinsparverordnung beachten



Re



Hallo,
eine Hinterlüftung macht überhaupt keinen Sinn, im Gegenteil die daraus resultierenden Bauschäden sind nicht absehbar. Der Wandaufaufbau muss und da sind sich die Expertenm einige vollflächig ohne Luftschichten ausgeführt werden. Nur so kann die Feuchtigkeit sich bewegen und wieder abtrocknen. Wir Angst vor Feuchtigkeit hat die bei Innendämmung leicht auftreten können ist nicht nur aus den vorgenannten Gründen gut mit einer Wandheizung beraten.
Viele Grüße Gerd Meurer



Hinterlüftung



auch ich arbeite gerne mit massiven Bauteilen, aber wenn eine Hinterlüftung schon vorhanden ist, muß diese natürlich auch funktionieren. In einer funktionierenden Luftschicht kann die Feuchtigkeit schon abtrocknen und eine Luftschicht ist durchaus nicht unüblich. Dies ist allerdings seltener im Fachwerkbau, im Holzrahmenbau aber der Normalfall.



keine Hinterlüftung



Guten Abend,
wir haben inzwischen in unserer Gegend einen Fachmann aufgesucht und schütten nun Blähton hinter die Lehmdämmung.
Vielen Dank noch mal für die Hinweise und einen schönen Abend,
Andrea Lang