Steinwolle oder Zellulosdämmung

29.01.2007



Ich überlege nun seit einiger Zeit welche Dämmung ich bei meinem Haus Bj:1984 nehmen soll.
Zuerst dachte ich Zellulose.Da auf meinem Dach aber Dachpappe ist bräuchte ich unbedingt noch eine Hinterlüftung wurde mir gesagt.Weil die Dachpappe keine Feutigkeit nach aussen lässt.
Wie würdet ihr die Hinterlüftung machen? Mit Holzlatten? Und wie viel cm sollte eine Hinterlüftiung haben?
oder ist Steinwole in diesem Fall doch die bessere Alternative? Obwohl ich Bedenken wegen der Gesundheit habe.
liest man zumindest immer wieder. Oder hat sich das schon geändert?



Nichts ist unmöglich...



Grundsätzlich gibt es Dachdämmungsvarianten mit und ohne Hinterlüftung. Bei beiden kommt es aber auf die Zusammensetzung der Schichten und Baustoffe an.
Da Sie von innen nach außen diffusionsoffener werden müssen und die vorhandene Dachpappe sehr diffusionsdicht ist, wäre ist in Ihrem Fall wirklich günstiger mit einer Hinterlüftung zu arbeiten. Soll die Dachabdichtung erhalten bleiben, bzw. Sie gezwungen sein, von innen gegen die Dachabdichtung zu arbeiten, bieten sich Mattendämmstoffe an, die zwischen die Sparren geklemmt werden, wobei eine Luftschicht von 2-4 cm zur Dachuntersicht zu erhalten ist. Damit hier keien stehende Luftschicht entsteht, sondern entstehende Kondenswasser auch wirklich abtransportiert werden kann, benötigen Sie im Normalfall Zu- und Abluftmöglichkeiten zur Durchlüftung.
Mattendämmstoffe gibt es sowohl in Mineralwolle, wie auch in ökologisch unkritischeren Materialien wie Flachs, Hanf oder Schafwolle. MiWos schneiden bei den Kosten und den Dämmwerten normalerweise besser ab, die "Ökos" bieten häufig den besseren sommerlichen Hitzeschutz. Die MiWo-Industrie verspricht uns Planern, Handwerkern und Bauherrn zwar immer wieder, dass es jetzt keinerlei gesundheitliche Bedenken mehr geben kann, seltsamerweise bekomme ich aber immer noch Ausschlag und Hustenanfälle beim Verarbeiten (hängt wahrscheinlich mit der Überdosis aus der Lehrlingszeit zusammmen).
Alles hängt im wesentlichen von den Dämmwerten ab, die Sie mit Ihrer Konstruktionshöhe erreichen können.
Vergessen Sie bitte dabei nicht, dass Sie mit Dämmung und Ausbau zusätzliche Lasten in Ihren Dachstuhl bringen.
Mit freundlichen Grüßen
Martin Malangeri



Und



hier nochmal die passende Grafik.

Viele Grüße aus Koblenz



Es geht aber auch anders



Und zwar, wenn man z.B. die Dampfbremsen von proclima in Verbindung mit Zellulose verwendet. Es ist nicht zwingend notwendig (im bewussten Widerspruch zur DIN), von innen nach aussen diff.-offener zu werden. Es geht auch so, dass man innen im Winterfall REALTIV dicht ist, somit einen gewissen Eintrag in den Aufbau zulässt, im Sommer aber dafür Sorge trägt, dass ein deutlich höheres Verdunstungspotenzial gegeben ist. Nähere Info´s gibt es bei proclima und deren Verarbeiter, aber auch G+H (um noch einen Hersteller zu nennen) haben eine solch ähnliche Dichtungsbahn.

Hinterlüftung halte ich in den meisten Fällen für absolut rückschrittig und auch kontraproduktiv (Minderung der Dämmwirkung durch Luftaustausch in den oberen Zentimetern der Dämmschicht und feuchteeintrag in diese).

Schöne Grüße