Heraklithdiskussion

07.08.2012 Heesters



Hallo zusammen,
ich muss nochmal die leidige Diskussion zum Thema Heraklith anstoßen. Kontext Wandheizung in der Dachschräge. Thema ist komplett geplant (Standartaufbau mit Sparschalung und Heraklith, wie er hier bereits ettliche diskutiert wurde). Einzig der Punkt, welches Heraklith nun verwendet werden soll wird diskutiert.

Ich habe nun die Produktdatenblätter beider Varianten miteinander verglichen und finde außer Maßtoleranzen (wären mir egal) nur einen Unterschied bei der Biegefestigkeit.

Hier im Überblick:
Zeichen BM C
Dicke d 25 25
Nennwert der Wärmeleitfähigkeit ?D 0,09 0,09
Nennwert des Wärmedurchlasswiderstandes RD 0,25 0,25
Druckspannung bei 10 % Stauchung s10 >= 200 >= 200
Biegefestigkeit sb >=1200 >=1000
Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl µ 5 5
Spezifische Wärmekapazität cp >=2 >=2

Welche Auswirkung hat die geringere Biegefestigkeit bei einsatz eine Sparschalung aus 28mm Rauhspund (Abstand ca 8-10 cm)?

Gibt es sonst irgendein bauphysikalisches Argument welches den Mehrpreis von ca 40% (bezogen auf das Heraklith) rechtfertigt.

Danke schon mal für die Hilfen bei diesem aufgewärmten Thema.



Die C...



ist eigentlich nur bei kleinformatigen Anwendungen als Innenplatte auf Holzrahmen vorgesehen und entsprechend nach DIN 4108-10 eingestuft und mglw. zugelassen...

Dies wird wohl eher nicht der Fall sein...

Gutes Gelingen & LG,
Sebastian Hausleithner



Anwendungskurzzeichen nach DIN 4108-10: DI-dm



Hallo Herr Hausleitner,

ebenfalls aus dem Produktdatenblatt:
Heraklith C :
Anwendungskurzzeichen nach DIN 4108-10: DI-dm, WI-dm,
(WH und WAP für kleinformatige Anwendungen)

Heraklith BM:
Anwendungszeichen nach DIN 4108-10:
DAD-dh, DI-dm, DEO-dm,
WAP-dh, WAB-dh, WH-dh, WI-dm, WTR

Ich hätte vermutet, dass auf meinen Anwendungsfall folgendes zutrifft
DI Innendämmung der Decke (unterseitig) oder des Daches, Dämmung unter den Sparren/Tragkonstruktion, abgehängte Decke usw.
dm Mittlere Druckbelastbarkeit Nicht genutztes Dach mit Abdichtung

In diesem Kontext wären ebenfalls beide gleich.

Was kleinformatige Anwendung bedeutet habe ich leider nicht finden können. So wie ich es verstanden habe wäre dies aber aufgrund der Sparschalung bei mir der Fall (ich könnte ja theoretisch kleinstformatige Plättchen verbauen).



Ich habe keinerlei...



Problem damit zuzugeben, dass ich anscheinend aus dem Gedächtnis auf dem Holzweg war...
Aber vielleicht kontakten sie den Hersteller mal sicherheitshalber per E-Mail mit Ihrem Anliegen...

Gutes Gelingen & LG,
Sebastian Hausleithner





Auf jeden Fall schon mal recht herzlichen Dank, dass sie sich der Frage angenommen haben!

Eventuell bekommen wir ja alle gemeinsam diesen Punkt einmal abschließend geklärt da die Mehrkosten für die Verwendung der BM Platten ja doch erheblich sind, aber die genauen Anwendungsfälle in denen man diese in Kauf nehmen sollte bislang nicht wirklich deutlich sind.

Aus den vergangenen Diskussionen heraus hatte ich oftmals das Gefühl die Empfehlung ist "Nehmen sie die teure Variante und sie sind auf der sicheren Seite"

Wenn wir keinen Mehrheitskonsens erreichen werde ich den Herstellerkontakt suchen und das Ergebnis mitteilen.
Immerhin wird der Anwendungsfall "Wandheizung auf Heraklith mit Sparschalung" regelmäßig nachgefragt.

Im Profil von Herrn Mühle habe ich auch ein Foto gefunden bei dem "vermeintlich" die Heraklith C genutzt wurde.
http://community.fachwerk.de/index.cfm/ly/1/0/image/a/showPicture/9579$.cfm

Wie ist denn die Einschätzung unserer Wandheizungsexperten Mühle, Meurer, Warnecke, Böttcher und all die anderen)





Hallo,

ich weiß wirklich nicht, warum man noch gebundene Holzwolleplatten nehmen soll, seitdem es doch Holzweichfaerplatte mit besseren Wärmeleitrechenwerten gibt.
Das war, finde ich, das Produkt einer älteren Generation.

Grüße





Persönlich sehe ich da ebenfalls den Kostengesichtspunkt und gerade bei bereits sehr gut gedämmten Dach (in meinem Fall u-Wert 0,17) auch nicht zwingend die Notwendigkeit eines tollen Dämmwertes. Um zu vermeiden in diesem topic vom Thema abzukommen schlage ich vor dies in einem eigenen topic zu diskutieren wenn Bedarf bestehen sollte.



Heraklith



Da ich aufgefordert wurde meine Einschätzung abzugeben und um ..."einen Mehrheitskonsens zu erreichen" (was auch immer das sei und wozu das gut ist) entledige ich mich dieser Pflicht wie folgt:

1. Was ist der Unterschied zwischen den Platten?
Bei etwas sorgfältigerem Lesen sollte einem auffallen das die eine Plattenart (BM) magnesitgebunden ist und nur im Innenbereich bzw. im nicht befeuchteten Bereichen eingesetzt werden kann. Die andere Art ist zementgebunden und für den Einsatz im Außenbereich geeignet.
Wer nicht weiß was Magnesit ist lese bitte bei Sorelzement nach.
Heraklith ist nicht als Dämmplatte entwickelt worden und gedacht. Die Dämmwirkung ergibt sich quasi nebenbei, sie ist in erster Linie eine Ausbauplatte und Putzträger zum Einsatz auf Holzrahmen bzw. Holztragwerk. Es gibt auch auch heraklithkaschierte Dämmplatten, nur um die geht es hier anscheinend nicht.

2. Da uns der Fragesteller über den Verwendungszweck und die Art der Montage im Unklaren läßt kann niemand etwas-jedenfalls ich nicht- etwas über Vor- und Nachteile der jeweiligen Plattenart bzw. deren Biegefestigkeit sagen. Oder kennt jemand die Unterschiede zwischen einem Bären?
Aber vielleicht ergibt ja eine Internetabstimmung Konsenz darüber, welche Plattenart denn nun besser ist.
Den korrekten Einsatzzweck der Platten erspare ich mir hier aufzuführen, das kann jeder auf den Beschreibungen und Produktdatenblättern des Herstellers selber nachlesen, inklusive des Fragestellers.

3. wieso Sparschalung?

viele Grüße



Halloooo...



... komm' mal wieder runter...
Dämmung ist vorhanden und es geht nur um die Eignung als Putzträger, bzw. Heizputzträger auf einer durchaus geeigneten Traglattung...

Also Bitte... natürlich geht es auch anders, tralala...

LG,
Sebastian Hausleithner





Vielen Dank Herr Hausleitner,
hatte bei meiner "expliziten" Ansprache des Herrn Böttcher gehofft von seinen fachlichen Hinweisen (die ich im übrigen sehr schätze) zu profitieren. Wurde scheinbar nicht in diesem Sinne verstanden.

@Herr Böttcher: Bitte außerhalb der Threads kurze Info falls da Klärungsbedarf bestehen sollte.

Ergänzung: Ich habe den entsprechenden Betrag editiert und die namentliche Nennung konkreter Personen entfernt um weiteren Verstimmungen vorzubeugen.





Der Unterschied bezüglich des Bindemittels war mir natürlich aufgefallen aber mit dem Hinweis auf den Suchbegriff Sorelzement bin ich auch desbezüglich noch weiter ins Detail gegangen.

Nachdem was ich herausfinden konnte unterscheiden sich Zement und Sorelzement hauptsächlich hinsichtlich des Abbindeverhalten und bezüglich der Resistenz gegenüber Salzen. Welche bedeutung dies im Innenausbau unter Lehmputz hat ist mir leider nicht klar geworden.

Auf Feedback von Seiten des Herstellers zur Ausgangsfrage warte ich derzeit leider noch.



Antwort vom Hersteller erhalten



Diese Bestand im wesentlichen aus einem Merkblatt welches auf Versprödung der Platten durch den Zement und ein höheres Quell- und Schwindmaß und daraus höherer Wahrscheinlichkeit von Putzrissen hinwies.

Frage an die Praktiker ist dies in der Praxis relevant? Meine alten zementgebundenen Heraklithdecken (ca. 50 Jahre) machen einen guten Eindruck und auch Putzrisse habe ich keine.