Heraklith / Decke verputzen

05.02.2020 Holzbastler



Hallo zusammen,

wir sind gerade dabei unser Haus, einen Altbau von 1948, zu sanieren.

Der zu sanierende Bereich ist das 1. Obergeschoss. Über diesem
Obergeschoss befindet sich eine Holzbalkendecke. In den zu sanierenden
Räumen sind die Decken von unten mit einem Lehm-Strom-Gemisch "verputzt"
und darunter alles mit übertapezierten Gipskartonplatten verkleidet. Die
Gipskartonplatten haben wir alle entfernt und das Lehm-Stroh-Gemisch
teilweise auch (weil lose), siehe Foto. Die Unterkonstruktion
(Holzlattung), wo die Gipskartonplatten befestigt waren, sind teilweise
noch erhalten. Die Räume über dem 1. OG (ausgebautes isoliertes
Dachgeschoss) sind mit Dielen belegt, so dass man in den Räumen darunter
jeden Schritt hört. Das Dachgeschoss ist im Winter fast nicht beheizt,
da selten benutzt.

Die Zimmer-Decken (darunter auch eine Bade-Zimmerdecke) der zu
sanierenden Räume, in denen auch Elektroleitungen verlegt werden sollen,
sollen mit Platten verkleidet werden, die später von unten nur mit einem
Feinputz verputzt werden sollen. Wir haben von Holzwolleplatten (Heraklith)
gehört und haben daher Fragen, inwieweit es Sinn macht diese Platten bei
uns zu verwenden. Leider ist relativ wenig Info-Material über Ihre
Holzwolleplatten zu finden.

Im Bekanntenkreis sind uns verputzte Zimmerdecken (verputzte
Gipskartonplattten) bekannt, welche aber schon nach ein paar Jahren
deutliche Risse im Putz aufwiesen, daher auch die Idee mit den
Holzwolleplatten (Putzträgerplatten). Außerdem sind bei den GKP sehr
viele Arbeitsschritte nötig, was wohl bei den HWP weniger nötig ist...


Meine Fragen:


1. Sind die Holzwolle-Platten für unseren Verwendungszweck geeignet ?
Haben diese in unserem Fall Vorteile gegenüber Gipskartonplatten ?

2. Welcher Typ der Holzwolleplatten kommt in Frage und in welcher Dicke
?

3. Die alte Holzunterkonstrukion ist noch vorhanden. Natürlich müssten
die Lattenabstände ggf. verändert werden. Teilweise ist keine
Konterlattung vorhanden.

Ist die Konterlattung zwingend nötig ? Muss der Plattenstoß zweier
angrenzenden Platten zwingend mittig auf einer Holzlatte liegen ? Wie
weit dürfen die Plattenenden über die Lattung überkragen, da Stöße ja
auch noch verklebt sind ?


4. Müssen Plattenstöße zwingend mit Armierung versehen werden, da die
Plattenstöße gemäß ihrer Homepage doch stirnseitig verklebt werden ?

5. Ist die Neigung zu Rissen später im Putz bei HWP, besonders an den
Plattenstößen, geringer als bei GKP ? Gibt es hierbei Vorteile ?

6. Können diese Platte direkt verputzt werden ? D.h. ohne Vorbehandlung
wie Grundierung ? Können die Platten direkt mit einer Lage Feinputz
überputzt werden oder ist zuerst eine dickere Schicht Putz nötig und
anschließendem Feinputz ? Gibt es eine Mindest-Putzdicke ? Welche Putze
sind geeignet (ggf. Hersteller+Typ) ?

7. Wie sieht es aus mit Brandschutz ?

8. Können in die Platten direkt LED-Spots eingesetzt werden ? Können an
den Platten ohne Probleme Lampen angebracht werden, oder sind spezielle
Dübel bzw. eine Doppelbeplankung z.B. mit OSB nötig, dort wo Lampen
befestigt werden sollen ? Mit wieviel Kilogramm sind Dübel in HWP
belastbar ?

9. Im Badzimmer sollen die Platten ebenfalls als Decke verwendet werden.
Sind die Platten in Feuchträumen geeignet (Badezimmer) ? Ist dies sogar
sinnvoll ? Sind diese Platten im Badezimmer im Verputzen Zustand
(Kalk-Zement-Putz) durchlässig für Wasserdampf ? (Holzbalkendecke über
Badezimmer / Dachgeschoss über Badezimmer wenig beheizt - Kondenswasser !?)

10. Im Badezimmer befindet sich ein
Holzsturz über dem Fenster. Diese komplette Fensterseite soll verputzt
werden und anschließend verfliest werden. Ist es in diesem Fall ratsam,
den Bereich über dem Sturz, den Holzsturz, sowie den Bereich unter dem
Sturz komplett mit einer Holzwolle-Platte zu verkleiden (verschrauben),
zu überputzen und dann zu verfliesen ? Sollten sich die
Befestigungspunkte für die Platte dann nur oberhalb und unterhalb des
Sturzes befinden ? Welcher Typ Platte sollte verwendet werden ?

Für Antworten wäre ich sehr dankbar



Heraklith oder Gipsplattenverkleidung



Hier findest du alle Infos:
https://www.knaufinsulation.de/produkte/heraklith-bm
unter ‚Downloads und Services’ die Verarbeitungsrichtlinien.

Heraklith ist wesentlich teurer, schwerer, aufwendiger zu Verarbeiten als Gipsfaserplatten, die im Normalfall völlig ausreichend sind.
Stöße würde ich mit PU-Kleber verkleben.

Lehmbauplatten sind auch möglich oder auf Heraklith Lehmputz auftragen.
Wenn Schalldämmung gefordert wird Abhängungen verwenden und nicht direkt an Balken befestigen- siehe Fermacell Anleitungen.

Nur bei fehlerhafter Verarbeitung gibts Risse bei HWL oder Gipsplatten.
Im Bad nur die direkten Spritzwasserbereich verfliesen