Möglichkeiten der Heizung

01.10.2004



Hallo an alle Fachmänner,

wir beschreiten in den Anfangszuständen den Weg der Planung... Jetzt stellt sich die Frage, wie und womit heizen??
Gasanschluss gibts im Ort nicht, Öl wird irgendwie immer teurer, Solar verschandelt das Dach, bleibt noch Holzheizung oder, im Moment unser Favorit, Wärmepumpenanlage. Wer kennt sich damit aus, und kann uns in unserer Planung begleiten. Im Moment liegen Grundriss, Ansichten, Baubeschreibung beim Bauamt zur Bearbeitung, am Haus ist noch nix passiert. Termin zur 1. Baufinanzierungsberatung in 2 Wochen. Das ist der jetzige Stand.
Vielen Dank für allen fachlichen Rat...



Heizungsmöglichkeiten



Guten Morgen,

Solar verschandelt das Dach, das ist richtig. Man kann die Kollektoren aber auch auf Nebengebäuden unterbringen.
Damit alleine wäre Ihr Heizungsproblem aber nicht gelöst, weil Solarenergie zu Heizungszwecken alleine noch nicht funktioniert. Sie wollen schließlich über den Winter kommen. Alleine für das heizen om Oktober würden Sie eine Kollektorfläche von ca. 25 - 30 m² und einen 20 ³ Pufferspeicher brauchen, dann kommt der Winter.
Weitere Möglichkeit im ländlichen Ram: Flüssiggas. Vorteil ist der Komfort, Nachteil der Preis.
Für große Häuser kann man Holzheizungen überlegen:
- automatisch arbeitende Pelletsheizung (bis 30 kW)
- Scheitholzkessel (bis 60 kW)
- Hackschnitzelfeuerung (für große Leistungen)

Wenn Sie sich zutrauen, Scheitholz (50 cm lang) zu Verarbeiten und zweimal täglich nachzulegen, dann ist das der Brennstoff der Wahl, weil unschlagbar billig.

Zur Wärmepumpe: Elektrisch angetriebene Wärmepumpen sind noch beträchtliche Stromverbraucher, Nachteil des Systems ist der hohe technische Aufwand und damit eine gegenüber einer reinen Verbrennungslösung die höhere Anfälligkeit.
Frequenzgesteuerte W-Pumpen, die es in Japan seit gut einem jahrzehnt gibt, sind bei uns noch die Exoten. Wenn Sie experimentierfreudig sind, lohnt es sich aber, sich hierüber näher zu informieren.
Theoretisch ein highlight, aber wenig praxiserprobt: Gasabsorptionswärmepumpen (erfordern aber auch den Einsatz von Flüssiggas). Schließlich kann man diese noch mit Solarenergie verbinden (Solarwärme ersetzt den Austreiber).

Fazit: Man kann irgendwie einen beliebigen technischen Aufwand betreibe, sollte aber aufpassen, daß dieser nicht zum Selbstzweck wird und das Wohnhaus zum Kraftwerk umgebaut werden muß. Außerdem würde ich mir überlegen, was zum Fachwerk eigentlich paßt: da bleibt nur die Holzheizung.

mit besten grüßen



Solar verschandelt das Dach?



das kann ich nun überhaupt nicht nachvollziehen. Wenn ich mir die Dachfläche auf dem Foto so ansehe, und ich dann noch davon ausgehe, dass die Himmelsrichtung stimmt, könnte ich eine Entscheidung gegen die Nutzung von Sonnenenergie gar nicht verstehen. Wir leben in einer Zeit, in der es immer wichtiger wird alle regenerativen Energien zu nutzen und nach vorne zu bringen. Warum nicht auch in einem alten Fachwerkhaus. Wir nutzen schließlich auch in alten Häusern Kühlschrank, Elektroherd und Fernseher, bringen die plastikverpackten Einkäufe nach Hause und in der alten Scheune steht in der Regel ein Auto. (in diesem Augenblick stelle ich mir grade vor, dass in der Scheune ein Elektroauto steht, und die Versorgung mit elektrischer Energie wird durch eine Fotovoltaikanlage auf dem Scheunendach ausgeglichen - schöne Vorstellung!!)

Ansonsten stimme ich mit Dietmar Beckmann überein.

Bei der Wärmepumpe wäre es für mich persönlich sehr wichtig, dass der Wirkungsgrad der Anlage die Energieverluste durch die Nutzung von elektrischer Energie (ca. 2/3 der eingesetzten Energie kommt im Haus an) mindestens aufgehoben wird.
Eine Pelletsheizung halte ich im Einfamilienhaus für eine gute Lösung, wenn man einen gewissen Komfort bei der Beheizung des Gebäudes erreichen will.



Warum denkt niemand an Holzpellets



Hallo,

wir heizen unser Haus mit Holzpellets und Solaranlage.
Auch bei uns die Situation ländliche Gegend, kein Erdgasanschluss. Öl wollten wir nicht und die alte Flüssiggasanlage war auf deutsch "Sau teuer" inclusive Knebelvertag.
Die Holzpelletanlage wird von Bund und Land auch noch bezuschusst !
Die Kolektoren verändern zwar da sbild des Daches, aber ich denke nicht das ein Haus dadurch verschandelt wird.
Verschandelt wird die Umwelt mit Öl und Gasheizungen.
Dann bin ich jedenfalls der Meinung das ich lieber das Bild des Hauses ein wenig verändere.

MfG

Richard Müller



@ Dietmar Beckmann



Schließe mich der umfassenden Auskunft an.
Zum Thema Wärmepumpe ergänzend: Mit Elektromotor für mich indiskutabel, da die Energieverluste im Kraftwerk ( 2/3) gerade mal wieder hereingepumpt werden können. Ich hab in Leverkusen mal jemand kennengelernt, der ein EFH mit Diesel-Wärmepumpe beheizt. Er braucht dann nur 1/3 des Brennstoffs einer normalen Ölheizung und statt Schornstein nur ein Auspuffrohr. Wenn ihr innovativ seid und euch durchbeißen könnt, lohnt sich das für euch und fördert dieses Heizverfahren.
Ich selbst heize mit Stückholz.



Warmwasser im Sommer bei Stückgut Holzheizung



Interessante Frage die mich derzeit auch beschäftigt. Deshalb eine Zwischenfrage:
Wie geht das mit dem Warmwasser im Sommer? Klar, eine Gas/Ölheizung erledigt das auch im Sommer wenn eigentlich nicht geheizt wird. Aber irgendwie erscheint es mir blöde im Sommer die Holzscheite in die Heizung zu legen. Also dann doch Strom? (immer unter der Vorraussetztung daß keine Solaranlage installiert ist). Wäre z.B. ein 150 Liter Wasserboiler der mit günstigem Nachstrom (und das nur ein halbes Jahr) aufgeheizt wird so unwirtschaftlich und ökologisch bedenklich?



WW im Sommer



furchtbarer gedanke,

werft lieber 6 m² Sonnenkollektoren auf ein Garagendach.

Gruß





Erstmal Danke für die vielen Mail's, insbesondere an meinen Namensvetter, Herrn Beckmann. Sonnenkollektoren kommen gar nicht in Frage. Erstens ist es nicht mein Geschmack auf einem traditionsreichen Haus solch sichtbare Technologie zu iinstallieren und zweitens stellt sich die Frage auch nicht, denn unsere Scheune ist Nord-Süd Ausrichtung....

Holzheizung ist kein schlechter Gedanke, denn wenn wir alles so viel hätten wie Holz.... und PLatz....

Gibt es da einige nennenswerte Firmen, an die ich mich wenden könnte???

Viele liebe Grüße Kathrin





Schau mal hier:
http://fnr-server.de/pdf/literatur/pdf_9kesselvergleich3.pdf

oder viele allgemeine Interessante Infos zum Thema unter:
http://www.hessenenergie.net/



Holzheizung und Warmwasser



Mit Stückholzheizung meinte ich Grundofen. Der Luxus der Strahlungsheizung ist mir einfach jeden Aufwand wert. Warmwasser kommt bei mir aus dem el. Durchlauferhitzer. Anders als der Boiler braucht er nur Strom, wenn Wasser gebraucht wird, Platzbedarf und Investition sind gering, Stromkosten eigentlich auch. Wenn Großfamilie täglich baden will, sieht das natürlich anders aus, dann doch vielleicht Kollektoren versteckt irgendwo aufstellen. Das Haus auf eurem Foto gefällt mir auch gut, würde ich auch nicht mit Kollektoren ausstatten.