Wandheizung contra Großeschmidt

02.02.2004



Hallo Gemeinde,
seit Monaten verfolge ich die Diskussion um die "beste" Heizung. Die beste im klassischen Sinne wird es wohl nie geben können. Für mich persönlich erscheint das Sytem von Denkmalpfleger (?) Großeschmidt das non plus ultra zu sein. Und Herr Flegel hier aus der Community scheint das System auch erfolgreich zu betreiben.

Eine Frage beschäftigt mich aber schon eine ganze weile. Nach Großeschmidt wird einfach eine "Heizschleife" pro Aussenwand gelegt (sehr vereinfacht dargestellt). Der Zulauf um Fensterleibung und Brüstung, der Rücklauf ca. 15cm über FOK. Offensichtlich reicht dies aus um Wohnhäuser zu beheizen.

Wenn ich dazu jetzt eine Wandflächenheizung nehme, dann ist das Prinzip doch ählich. Auch hier werden Heizungsrohre unter Putz verlegt. Allerdings viel, viel mehr Meter und somit auch viel teurer. Wo liegt denn jetzt der Unterschied. Warum kann das eine Sytem sagen wir mal eine Wand 5 x 3m mit 15lfm Heizungsrohr Heizen und das andere braucht vielleicht das zwei, drei oder vierfache?

Gibt es Leute die diese Frage beantworten können?

Viele Grüße und schon mal ein Danke Schön





Hallo, Sie haben Recht: Das Nonplusultra an Heizung im alten Hais ist keine Heizung sondern, wie anno dazumal, der Kachelofen. Alles andere ist ein Zugeständnis an die moderne Nutzung und an die verwöhnte Generation und ein Kompromiss. Die Großeschmidt-Heizung hat sicher viele Vorteile, weil sie quasi Heizung und Dämmung und Trockenlegung des Hauses vereint und auf störende Heizkörper verzichtet. Der Nachteil, und das ist der Unterschied zur großflächigen Wandheizung, sind die deutlich höherern Vorlauftemperaturen; dies in Verbindung mit größeren Rohrquerschnitten ist das "Geheimnis", warum sie mit weniger Rohrleitung funktioniert. Außerdem sind m. E. die Registerheizungen meist heillos überdimensioniert. In meinem Haus, ich habe es mal grob überschlagen, hätte ich bei konventioneller Heizung mit Heizkörpern etwa ebenso viel beheizte Fläche wie jetzt mit den Großeschmidt-Schlangen. Noch ein Punkt: Die Heizregister strahlenselbst großflächig die Wärme ab, die Großeschmidt-Heizschlangen liegen in einem massiven Medium (bei mir 35 mm Lehmputz) und heizen v. a. diese Masse auf, die dann die Wärme abstrahlt (allerdings geht auch Wärme über die Außenwand verloren, mit Absicht, um das Fachwerk tu trocknen). Da A und O beim System Großeschmidt ist die Auslegung und Berechnung der Anlage und die tadellose handwerkliche Ausführung. Für mein Haus war es die beste Lösung, etwas vergleichbar genial Einfaches und Funktionstüchtiges habe ich auf dem Markt nicht gefunden.
Gruß Günter Flegel



Betrachtung



Es ist eigentlich schon fast alles gesagt worden, doch wenn ich mich heute für eine Wandheizung oder Fußleistenheizung entscheiden möchte, dann steht bei beiden immer die Frage der Winddichtung des Baukörpers entgegen.
Denn ich möchte ja nicht die Vorgärten beheizen, sondern die Aufwendungen im Baukörper belassen!!
Bei einer Luft- bzw. Wärmeströmung durch die Konstruktion entsteht immer Feuchteausfall und dieser führt unweigerlich zu Bauwerksschäden. Überfeuchtung der Holzkonstruktion ist dabei keine Seltenheit. Diese Problematik ist ja nur im Winterhalbjahr (Heizperiode!) vorhanden und somit die kritische Zeit.
Demzufolge arbeiten wir immer eng mit Heizungsbauern und Energetikern zusammen, um dem Bauherren ein sinnvolle Lösung aufzuzeigen und mittels alternativen Heizsystemen abzudecken.
Freundliche Grüße aus der OL.





Lieber Herr Mühle, Sie haben völlig Recht: Bei der Sanierung eines alten Hauses sind die Frage der Beheizung und Wärmedämmung elementar und nur zusammen zu beantworten. Da man alte Häuser niemals ganz dicht bekommt im Sinne eines Passivhauses und auch gar nicht sollte wegen des Feuchtigkeitsaustausches, bieten sich gerade Strahlungsheizungen als sinnvolle alternative an, weil da eben relativ wenig warme Luft entsteht, die durch die Ritzen pfeift. Ein wandtemperiertes Haus hat in der Regel Lufttemperaturen von 18 oder 19 Grad, während man sich bei konventioneller Konvektorenheizung oft erst bei 22 oder 23 Grad wohlfühlt mit entsprechend mehr Energieeinsatz. Ich würde nie einem Bauherren aus der Ferne diese oder jene Heizung und Dämmung empfehlen, sondern nur Hinweise geben, was möglich ist und auf die Planung durch Fachleute vor Ort verweisen. Viele Grüße aus dem Wagenhäuschen, das jetzt langsam zum Lehmhäuschen wird ...
Günter Flegel



Guten Morgen die Herren,



Jaja, das alte "lästige" Thema. Dämmung ja oder nein. Ein Punkt über den ich mir auch nicht richtig schlüssig werde. Fangen wir doch mal so an. Wenn Großeschmidt es schafft eine Kirche oder einen Keller - mit vertretbarem Energieaufwand - trocken zu bekommen, dann müsste das bei einem Wohnhaus doch erst recht gehen, oder?





Hallo Herr Göttler, dann wird's aber philosophisch: Sie können die Fundamente eines Hauses aufsägen, Edelstahlplatten einziehen, einen Graben ausheben und drainieren, Innen und Außen Sanierputz anbringen und Thermofolie aus der Weltraumtechnik verwenden, also ein Haus für 100.000 Euro dämmen - oder 100.000 Euro verheizen. Was ist besser? Ich weiß es nicht!
gf



Philosophie hin- oder her...



ich habe alles was ich zum Thmea Bauteiltemperierung gefunden habe genauestens studiert. Nach meinem Ermessen wirkt doch die Bauteiltemperierung über die gesamte Gebäudehülle, sozusagen als Speicherheizung. Weiterhin sind wir uns doch einig, dass Temperaturverluste progressiv mit der Mauerwerksfeuchtigkeit steigen. Wenn wir also mit Bauteiltemperierung arbeiten bekommen wir mittelfristig das Mauerwerk trocken, dadurch wird die Wäremleitfähigkeit - abhängig vom Feuchtigkeitsgrad - erheblich reduziert und die Speicherfähigkeit weiter erhöt.

Wenn ich jetzt beginne ein Haus zu dämmen und dabei denke ich ist es egal wie und wo. Erreiche ich doch vor allem eines, eine Verlagerung des Taupunktes und eine Absperrung der Diffusionsfähigkeit. Weiterhin hält eine 10cm Isolierung nicht nur die Wärme davon ab nach draussen zu gelangen. Es hält in der Übergangszeit auch die Erwärmung durch Sonnenenergie ab ins Haus zu gelangen. Ich weiss, viele der Fachleute hier aus dem Forum werden jetzt wieder aufschreien. Vielleicht habe ich auch unrecht, das wird sich zeigen. All die Fälle jedoch von Bauschäden, Schimmel und was weiss ich was bestätigen aber letztlich doch was ich sage.

Ich denke, der einzig interesannte weg wäre nicht eine Dämmung im Sinne von Isolierung, sondern durch Erhöhung der Masse z.B. anstatt einer 36Mauer eine entsprechend stärkere, mit dem Ziel einen möglichst homogenen Wandaufbau zu erhalten. Aber jetzt sind wir wieder bei der Philosophie.



@Herrn Flegel



Hallo Herr Flegel,
wann sehn wir mal Bilder von (und auch vom Einbau) Ihrer Wandheizung? Bin schon sehr gespannt ... ;-)





... wenn der Computer seine Verdauungsstörungen endlich überwunden hat ...





Jetzt könnte es gehen: Also Wandheizung zum ersten, die berühmten Großeschmidt-Schlangen auf vden mit Schilfmatten gedämmten Außenwänden, und irgendwann beschreibe ich es unter Erfahrungsberichte noch mal im Detail!





Und zum zweiten:





Heizung dritter Teil.





Noch mal zur Philosophie: Der Streit zwischen Dämmern und Massivbauern ist uralt ... Denken Sie mal an Kleidung: Sie können sich ein paar Pulluver und Pezlmäntel anziehen, und merken -20 Grad nicht. Denn gleichen Effekt erzielen Sie mit ein bisschen Baumwolle und einer PlastikWindjacke. Im letzten Fall muss der Aufbau aber absoliut dicht sein: Dann, avber heizen Sie mit Ihrer eigenen Körperwärme recht effektiv. Im ersten Fall muss der Aufbau absolut trocken sein, sonst nützt die dickste Klamotte nichts. Das System lässt sich auch ganz gut auf ein Haus übertragen, wobei ich da gefühlsmäßig der Plastikjacke nicht zugeneigt bin. Wer kocht schon gern im eigenen Saft? Aber das ist Philosophie.
gf



Selber gebogen?



Haben Sie die Kupferrohre selber gebogen? Ist das nicht problematisch so einen engen Biegeradius wie bei der Umfahrung der Fenster zu machen?

Welchen Wandaufbau haben Sie denn ingesammt gewählt?





Es gibt spezielle Biegegeräte (auf dem einen Bild zu sehen). Das machen aber meine Heizungsbauer. Bei ganz engen Radien nahmen die aber schon vorgefertigte Bögen, kalt verlötet. Wandaufbau: Eichenfachwerk 15 bis 17 cm stark, großteils Originalausmauerung mit Feldsteinen, außen Kalkputz, innen Kalkgrundputz, ins Feuchte 2cm Schilfrohrmatte gedrückt und mit Tellerdübeln fixiert, darüber wieder Kalkputz und zweite 2cm-Schilfmatte. Darauf Heizschlangen, darüber kommen dann zwei/drei Lagen Lehmputz,
gf



Rehau-Rohre für Wandheizung



Hallo Wandheizungsfreunde
Nachdem ich alle Antworten gelesen habe, und das meiste bestätigen kann, möchte ich noch einen Tipp abgeben - ich baue seit 7 Jahren immer wieder Wandheizungen nach Großeschmidt ein - und habe weitgehend gute Erfahrungen gemacht, ein gewisser Nachteil sind allerdings die hohen Vorlauftemperaturen.. der Tipp bezieht sich auf die Rohre - ich nehme mittlerweile die roten Rehau Fußbodenrohre, aus PE. statt Kupferrohre. Die sind sehr viel leichter selbst zu verarbeiten, und kostengünstiger, und sie sind auch baubiologisch unbedenklicher als Kupfer, bei dem ich immer das Gefühl habe, eine Antenne aufzubauen.
herzliche Grüße Sabine Rothfuß www.architektur-con-terra.de



Hallo Sabine,



danke für die Info. Wie sieht es aus Mit PEX rohren? Das ist ja glaub ich ein Aufbau PE/ALU/PE, oder?

Gibt es denn einen gravierenden Unterschied zwischen PE und PEX? Ich hab da noch was im Hinterkopf von wegen Sauerstoffdichtigkeit oder so.





Hmmm, das mit der Antenne ist eine Sache für sich. Mein Bauingenieur hat mal ein mit Kupferrohren wandbeheiztes Haus vermessen. Im Freien gab es elektrische Felder, im Haus waren sie weg - offenbar ist der Kupferkäfig in der Lage, Felder abzuschirmen - was wohl noch zu beweisen sein wird. Ein Feld für Forscher. Wird eh Zeit, dass die Wandheizung aus dem Stadium des try and error mal auf eine vernünftige wissenschaftlich-technische Basis gestellt wird, damit es irgendwann einmal technische Merkblätter gibt: Wandaufbau X = Wandheizung YZ. Der Tag wird kommen???
Günter F.



PE und PEX



Da es ja der Sinn der Sache war, auf Metall zu verzichten, kamen die Rohre mit dem eingelegten Alu nicht in Frage. Die Sauerstoffdichtigkeit garantiert der Hersteller Rehau. Ob das nun stimmt ... ich habe bisher jedenfalls keine negativen Erfahrungen. Die Heizungsbauer mögen die PEX-Rohre lieber, weil sie biegsamer sind als PE, also leichter zu verarbeiten. Für den Verputz haben die Kunststoffrohre auch einen Vorteil - man muß sie nicht schützen. wenn man Kupfer nimmt, kommt man um die PVC- Ummantelung kaum herum - und PVC ist ein Werkstoff, auf den man wirklich verzichten sollte. Es gibt natürlich Putzhersteller, die sagen, ihre (Kalk)Putze würden dem Kupfer nichts tun. Dieser Auskunft traue ich allerdings nicht. Reiner Lehm sollte unproblematisch sein. Da ich in Flurbereich in der Regel Kalk nehme, vereinfachen die PE-Rohre den Verputz. Was die Antennenwirkung angeht ... ich weiß es auch nicht wirklich. Man müßte es tatsächlich messen.





Wir haben unsere Kupferrohre in zwei Durchgängen schwarz lackiert, auch um eine "Sollbruchstelle" zwischen Putz und Rohr zu schaffen. Kalkputz scheint mir eh weniger geeignet für eine Wandheizung; Lehmputz ist elastischer (Risse!). Und, Sabine: Wie ist es denn mit der Trägheit? Gibt es da aus Ihrer Erfahrung Unterschiede zwischen PE und Kupfer?
Gruß gf





Bei Kupfer und PE-Rohren gibt es nach meiner Erfahrung keinen Unterschied mit der Trägheit. Vor Einbau haben wir es gemessen - indem wir heißes Wasser aus der Leitung zuerst durch ein Kupferrohr und dann durch das PE-Rohr laufen ließen, und die Oberflächentemperatur gemessen haben. Übrigens reißt nach meiner Erfahrung Lehm eher als Kalk, wenn die Rohre überputzt werden. Allerdings nur bei mir im Haus, weil meine Holzheizung hin und wieder 80 Grad Vorlauf hat.... und das ist nur doch etwas viel.



Was wäre denn die Optimale Vorlauftemperatur?



Ich habe 50cm Bruchsteinwand (Basalt), keine Aussenisolierung und werde Innen teilweise keinen Putz haben (Sichtmauerwerk) und da die Rohre vor dem Mauerwerk laufen lassen und ansonsten liegen dir Rohre (18mm) in 30mm Lehmputzbett.

Viele Grüße
Andreas Göttler



Frostprobleme bei Wandheizung?



Mich würde mal interessieren was passieren kann sollte ein Haus mit Wandheizung mal einen Winter unbeheizt dastehen. Sollte dann das Wasser aus der Heizung abgelassen werden? Ich könnte mir vorstellen dass ansonsten Frostschäden entstehen könnten.
Danke
Reiner Reichert





Hallo, das Problem haben Sie mit jeder Heizung, aber auch mit Wasserleitungen, Wasseruhr, WC: Wenn's zu klat wird, frieren die Sachen ein. Eine Wandheizung sollte man so auslegen, dass man sie problemlos "entwässern" kann, was aber nicht imer ganz einfach ist. Entlerren erfolgt dann mit Druckluft. Warum sollte man aber ein Haus mit einer so schönen Heizung ein Jahr lang ungenutzt lassen? Ist doch schade drum ...



wandheizung auf unverputzer Bruchsteinwand



Das ist etwas schwierig - denn die richtige flächige Abstrahlung der Wandheizungsrohre erhält man erst, wenn sie unter Putz liegen, und dadurch die Strahlungswärme besser verteilt wird. Als in meinem Haus die Rohre noch nicht verputzt waren, habe ich es nicht wirklich warm bekommen. Luft ist für Strahlungswärme kein Wärmeträger. Ich würde empfehlen, die Wände bis zur Brüstungshöhe doch zu verputzen, und dann eben keine Rohre an den Fenstern entlang hoch zu führen - statt dessen unter den Fenstern etwas mehr Rohre unterzubringen - oder, bei Türen, seitlich unten.



Vorlauftemperatur



Ach ja, das habe ich noch vergessen. Die Vorlauftemperatur ist ganz wichtig. Es hängt von der Wärmequelle ab. Hat man einen großen Scheitholzkessel wie ich, und will den nicht die ganze Zeit füttern, dann fährt man bei den jetzigen Temeraturen ca 12 h mit 65 - 70 Grad - den Rest speichern die Bruchsteinwände, und man kann die Heizung aus lassen. (und muß nicht rund um die Uhr nachlegen und Unmengen Holz verbrennen) hat man dagegen eine "normale" Heizung, Gas, Pellets, etc. reichen ca.50 Grad dauerhaft geheizt bei diesen Temperaturen. (Hängt natürlich auch von der sonstigen Dämmung ab). Man sollte allerdings bedenken, daß die Behanglichkeit bei höheren Temperaturen größer ist, denn dann spürt man die Strahlung stärker. Anders als Großeschmidt empfiehlt, lege ich pro Raum auch mindestens ein Register rein, wo die Rohre im Abstand von ca. 20 cm liegen, auf 1,5-2 qm - an eine Innenwand - um dort ein besonders warmes Plätzchen zu haben. es geht die Rede, daß die Gefahr besteht, wenn man es streng nach Großeschmidt macht, schonmal die Heizung nicht so ganz ausreicht. (in jedem Fall, wenn man das Dach nicht dämmt...)





Hallo, nur mal eben so zwiscehndurch: Das Sympathische an der Großeschmidt-Heizung ist für mich das simple Prinzip. Irgendwie passt das zu den alten simpel gebauten Häusern, während in einem modernen Haus mit dreifach verglasten Scheiben mit Edelgasfüllug und vielschichtiger Wärmedämmung eine kontrollierte Lüftung mit Wärmetauscher und Gastherme und weiß der Hérr was alles ihren Platz haben kann ...
gf



Regelung



Wie ist das denn eigentlich mit der Regelung. Ich denke mal, jede Heizschleife und jedes Register muss doch innerhalb der gesamtanlage einzeln regulierbar sein, da ich mir vorstellen könnte, dass der eine Raum größer ist und da mehr warmes Wasser durch muss als durch einen anderen.

Meine Planung war, ich mache in jeder Etage (derer ich vier Stück habe) einen Etagenverteiler von einer Fussbodenheizung. Direkt an den Verteiler bekommt jeder Vorlauf einen Kugelhahn. Über dessen Stellung reguliere ich dann wieviel Wasser durch kann. Habt Ihr das auch so gelöst oder wie ist das bei Euch?

Einen Aussenfühler brauche ich ja dann gar nicht. Wie aber reguliere ich die Heizung? Woher weiss die wann Sie wieder anspringen muss. Ich würde jetzt die Rücklauftemperatur von dem am weitest entfernten Etagenverteiler messen und anhand dessen den Brenner steuern. Könnte das funktionieren.

"Reibungsgeräusche"
Hab ich bei den Kugelhahnventilen eigenlich "Durchflussgeräusche" die über die Leitungen ins ganze Haus übertragen werden könnten wenn das Ventil z.B. nur halb auf ist?

Temperaturdifferenz
Was für Temperaturunterschied habt Ihr den zwischen Rücklauf und Vorlauf?

Kennt jemand einen Heizungsbauer aus dem PLZ-Gebiet 5, besser noch 56 der sich mit sowas Auskennt?



Kenntnisreicher Betrieb zur Großeschmidt Heizung



Würde mich auch für den PLZ Bereich 53xxx interessieren!
Gruß
Siegfried



Wandheizung und Bruchsteinmauerwerk



Eigenlösung des Bauherren (Fam. Laturner bei Singen).



Großeschmidt



Hallo Herr Flegel,
wie Sie an meinem Beitrag zu Großeschmidt sehen können, gibt es da sehr kontroverse Positionen - unser zuständige Denkamlpfleger hat sie jedenfalls.
Nun meine konkrete Fragen zu ihrem Vorhaben:
Ist ihr Haus ein Denkmal?
Wenn ja, was sagt der Denkmalpfleger zu ihrer Wandheizung?
Wenn nein, mit wem haben sie das geplant? oder gehen sie empirisch vor.
Beste Grüße und vielen Dank.
Siegfried



Kalkputz/Lehmputz bei Wandheizung, PE oder Kupfer



Sie schreiben "... Kalkputz scheint mir eh weniger geeignet für eine Wandheizung; Lehmputz ist elastischer ... Gibt es da aus Ihrer Erfahrung Unterschiede zwischen PE und Kupfer? ... "

Wie ist dann das Ergebenis ausgefallen? Was ist nach Ihrer Recherche besser?



Wandtemperierung



Guten Tag an alle Wandtemperierungsinteressenten,

wir haben vor etwa 1,5 Jahren auch eine Wandtemperierung ala Grosseschmidt eingebaut.
Um die Wirkung zu testen haben wir in den Wänden von innen und aussen sog. Temperaturdatenlogger eingebaut. (Diese Datenlogger speichern in einstellbaren Zeitabständen mittels Temperaturfühler die Temperatur.)

Bei Interesse werde ich mal die ermittelten Temperaturverläufe vom letzten Winter auswerten und grafisch aufbereiten und zur Verfügung stellen. Auch die Daten über Zulauf/Rücklauftemperaturen.

Wir können bisher nur bestätigen, daß die gefühlte Wärme in den Zimmern immer ausreichend ist. Die relative Luftfeuchte beträgt um die 50%. (Sie war allerdings höher (ca. um 60%), als die Wändeoberfläche noch aus reinem Lehmoberputz, bestand, als noch keine Lehmfarbe aufgebracht wurde. Diese Phänomen haben wir noch nicht geklärt.)

Bei Interesse bitte melden.

Herzliche Grüsse
WolFgang Mertig



Datenlogger-Ergebnisse wären sehr interessant



Hallo,
ich weiss ja nicht wie es den anderen Lesern geht, aber ich persönlich fände Informationen aus erster Hand und nach erstem "gefühltem" Winter sehr interessant. Ichwürde auch gerne an sich mehr über die Details Ihrer Anlage erfahren. Also in mir hätten Sie schon mal den ersten Aufmerksamen Leser. Vielen Dank schon mal vorab.

Zunächst die vielleicht wichtigste Frage: würden Sie Ihre Anlage heute wieder genauso bauen, also 1:1 wie sie jetzt ist? Wenn nein, was würden Sie denn verändern.

Viele Grüße
Andreas Göttler



Warum nicht Heizleisten?



Hallo Strahlungswärme-Freunde!

Einen recht faden Beigeschmack haben die eingeputzten Wandheizungen im Denkmalbereich für uns immer: Eben dass sie eingeputzt sind. Eigentlich sollte doch so ziemlich jede Veränderung an einem Denkmal "rückbaubar" sein. Eine eingeputzte Wandheizung ist aber nicht wirklich schadenfrei rückbaubar, wenn überhaupt... Unter Umständen müssen sogar darunter liegende alte Putze oder Fassungen geopfert werden. Eine denkmalfreundlichere Variante wären Heizleisten, z.B. nach A. Eisenschink und der Firma "sancal" aus Murnau (www.sancal.de). Hier muß wirklich nur ein Loch in die Wand gebohrt werden, um das Heizrohr von einem Zimmer ins nächste zu führen.
Übrigens, Herr Merting, die Angaben 50% und 60 % Luftfeuchte sind sogesehen weitgehend nutzlos, da 50% Luftfeuchte bei 18°C einen ganz anderen absoluten Gehalt an Feuchtigkeit der Luft bedeutet als bei 25°C oder 6°C.
Leider haben wir noch keine eigenen Erfahrungen mit der sancal-Heizleiste, weil wir noch auf's Dach warten...



Heizleisten oder Flächenheizung



Die Antwort ob Fläche oder Heizleisten oder "Großeschmidt" ist unklar. Der Kalkputz, oder der Lehmputz ist fraglich. Die Sache mit den "Antennen" oder den "Plastikleitungen" ist auch nicht geklärt.
Strahlungsheizung braucht Masse und niedrige Temperaturen; eine geplante und durchdachte Verteilung der Heizeinheiten; und wahrlich keine Auslegung nach einer DIN-mässigen Wärmebedarfberechnung. Da kommen Flächen heraus die bei einer real benötigten Vor- und Rücklauftemperatur von ca. (30/25) (schwer zu realisieren, da die meisten Heizgeräte so niedrig nicht heiznen können - wollen?) Man braucht ca nur die Hälfte. Berechnugen helfen nur der Psyche und bei einem Rechtstreit. Real benötigt man m.E. Flächen und relativ (sehr subjektiv: ist aber Fakt) niedrige Temperaturen der Oberflächen. Alle weiteren Flächen in den Räumen, die gegenüber der Heizflächen liegen, werden zu "Sekundärheizflächen", da sie die Strahlung aufnehmen ... Das Bauen im Denkmal sollte mit Behutsamkeit und Liebe erfolgen, aber der Grundsatz von der Rückbaubarkeit ist m.E. sehr blauäugig und manchmal auch gefährlich, da Lufträume vor allem in und an Aussenwänden zu Schäden führen. Ich glaube aber auch nicht dass jemals wieder ein Putz, der aufgebracht wird wieder zart gelöst wird in der allzuweiten Zukunft. Lehm hat eine höhere Oberflächentemperatur als Kalkputz, und ist "menschlicher" "weicher" und vorallem wiederverwendbar.
Wasser in Rohren - ob im Boden, in Wänden oder Decken wird immer ein Risiko sein, darum haben die erfahrenen "Altvorderen" einfach Kachelöfen gebaut und versucht die Abstrahlflächen zu erhöhen und das Heizverhalten zu optimieren. Da gab es nie Probleme! Darum hat das auch Jahrhunderte funktioniert. Alle Systeme haben in sie und für sich immer "Recht". Ob man es anwendet ist ein psychologischer Prozess und eng mit einem "Glauben" verbunden. Nie mit einer realen Wahrheit. Und Geld kostet alles.
Man sollte versuchen die Lösungen des Bauens so zu handhaben, wie es die "slow-food" Praktizierenden beim Essen machen. Einfach "slow - Buildings" herstellen. Die Qualität maximieren und den "SchnickSchnack" minimieren!
"Clean - Buildings" herstellen: d.h. "clean" setzt sich zusammen aus: CLEAR-rein, sauber, … und aus LEAN: leich, abgespeckt!!
Die Ansprüche herunterschrauben und das machen, was wirklich funktioniert - ohne Normen und Berechnungen: Wie man es eben früher gemacht hat! Aus einer Jahrhunderte langen ERFAHRUNG den Nutzen ziehen! Ja da müsste man eben nur einfach denken lernen, und nicht alles glauben was berechnet werden kann! Das sieht man doch, dass das nicht funktioniert!
Nicht nur Mies van der Rohe zitieren; sondern auch danach handeln: "less is more"! Allen viel Spass beim Bauen und Glauben! Florian Kurz/Nürnberg©



Rechnen oder Glauben?



Nach DIN soll man die Hüllflächentemperierung freilich nicht rechnen. Aber wenn eine vernünftige anlage betr. Kesselgröße, Leitungsmeter und Strahlflächen herauskommen soll - vor allem bei etwas größeren Objekten, geht es doch nicht ohne. Deswegen setzen wir die Rechenparameter eben "gem. Temperiertechnik" und gem. "Prof. Meiers Strahlungsphysik" und nicht nach DIN fest. Dann klappt es zumindest soweit, daß sich der Wärmebedarf deutlich näher an den Wärmeverbrauch nähert, als bei Passivhaus&Co.

Und natürlich braucht die Starhlungsheiztechnik nicht unbedingt "Masse und niedrige Temperaturen". Im dünnen Fachwerkhäusel und mit 75 Grad Vorlauf bei äußeren Tiefsttemperaturen wird es trotzdem sehr behaglich - ohne die Konstruktion zu durchfeuchten. Ausreichender Fugendurchlass der Fenster mal vorausgesetzt.

Daß Wandheizung und "Systemstandard" Großeschmidt nicht contra sein müssen, zeigt sich an deren üblicher Unterputzverlegung. Ein Nagel setzt allerdings das System lahm. Verlegemehrkosten. Bestandsverlust. Ineffizienz betr. Energieverbrauch und Wärmeangebot. So heißen ein paar Contras. Alles wegen der "Unsichtbarkeit"? Gegenbeweise bitte melden.

Weitere Info zu gerechneten unglaublichen Sparwundern und geglaubtem Heizmist auf www.konrad-fischer-info.de/7temper.htm