Gute Strahlungsheizungen fürs Experimentalhaus

10.12.2011



Servus Gemeinde,

ich mach hier mal einen neuen Thread auf, in dem über den sinnvollen und preiswerten Einsatz von Strahlungsheizungen diskutiert wird, und auch über eine Kombination davon.

Ich habe ein Fachwerkhaus und möchte das EG beheizen. Der Jetztige Boden ist 2 cm Estrich auf Dreck und Bauschutt, das Ganze etwas feucht. Es ist kein Keller drunter.

Bei einen Bekannten habe ich einen Fußboden aus Ziegelsteinen gesehen, im Fischgrätmuster verlegt, der eine Fußbodenheizung drunter hatte. Das gefiel unserer Family ganz gut. Massivziegel liegen genug vor dem Haus. Als Heizung gibt es Solarröhrenkollektor und Holzvergaserkessel.

Es kann auch noch ne andere Heizung dazukombiniert werden.

Was empfehlen die Experten und welche Berichte geben die Besitzer solcher Heizungen.

Adé, bis bald,

Johannes



2cm Estrich



Soll der Estrich auf Dreck und Bauschutt so bleiben, oder ist evtl. ein neuer Fußbodenaufbau geplant?



An Schwarzwild wg. Fußbodenaufbau



Servus wieder,

Naja, unten rum ist es etwas feucht, am Sockel muss auch was gemacht werden und der Estrich taugt auch nicht viel. Und so schnell wie jetzt kriegen wir den nie wieder raus. Dann sind auch noch die Ziegelsteine 6 cm hoch plus evtl Heizstränge - also raus damit.

Bis dann,

Johannes



Üblich wäre...



...Schotterpackung, Geovlies, Unterbeton, Sperrschicht (Bitumenbahn), Dämmung als Basis.

Von einem Steinboden rate ich ab. Wenn die FBH nicht läuft, ist er mir zu fußkalt. FBH funktioniert auch unter massiver Dielung guter Qualität (www.ripal.de z.B. im Trockenaufbau).

Das Ganze ist sparsam im Verbrauch (Niedertemperatur), aber hinsichtlich der Materialkosten kein Billigprodukt (Wärmeleitbleche aus Aluminium). Dafür aber wiederrum sehr einfach zu montieren.

Grüße

Thomas



Fußbodenheizung



Zwischen Ziegelboden und Ziegelboden gibt es gewaltige Spannen.
Das beginnt bei einem Cottoboden aus ein- bis 2 cm dicken Keramikplatten, poliert:



Ziegelboden



bis hin zu rauhen Mauerziegeln, die im Erdgeschoss, im Ess- bzw. Küchenbereich und im Flur keine gute Wahl sind:



Ziegelboden



Auch das ist Ziegelboden im Fischgrätenmuster, aber hier aus Klinkern als Rollschicht mit der gestrichenen Seite nach oben verlegt. Welches Material schwebt Ihnen denn vor?

Viele Grüße



An Georg Böttcher wg. Ziegelboden



Servus,

danke für die informativen Bilder.

Was bei im Hof liegt, sind hell gebrannte Handstrichziegel. Ich hätte die flach als Fischrät verlegt, und danach mit der Fiberscheibe glatt geschliffen und mit Leinöl eingelassen.

Das hab ich mal mit Mauerbögen aus Ziegel gemacht. die haben ganz schön gesaugt, aber jetzt sind sie pflegeleicht.

Adé,

Johannes



An Thomas W. Böhme wg. Bodenaufbau



Servus,

danke für die Antwort.

Was für eine Dämmung würdest Du empfehlen?

und was nimmt man zur Zeit als Heizschleife?

Zum Holzboden: eigentlich steh ich auch auf Holz.
Aber da im OG schon alles verholzt ist, und mir der Ziegelboden gut in Erinnerung geblieben ist, möchte ich den schon mal probieren, zumindest in einigen Zimmern.

Für den Holzboden: kann man da sein eigenes Holz nehmen oder gibt es das Ganze nur als System?

Gruß,

Johannes



Mauerwerkstrocknung durch Heizung



Servus nochmals miteinander,

Wie Ihr ja wahrscheinlich wisst, möchte ich immer gerne was ausprobieren. Nun hat mein Häuschen innen hinter dem Fachwerk noch eine massivziegelmauer, 12cm dick, einige davon sind zum Zimmer hin schon etwas angemodert und abgebröselt da Und im ehemaligen Stall blüht das Salz aus der Wand.

Deswegen möchte ich die Fußbodenheizung mit einer Sockelheizung (mit zwei eingeputzten Rohren) kombinieren - eben dieses Hüllflächenheizsystem nach (..?). Das braucht ja etwas höhere Vorlauftemperaturen als die Fußbodenheizung, also könnte man diese einfach als Rücklauf nehmen. Dann vermeidet man auch einen zu warmen Fußboden und kann die Rücklauftemperatur noch weiter absenken - gut für Solar- und Brennwertsysteme, die sowas brauchen.

Natürlich bräuchte man jetzt noch was zum schnellen Hochheizen, oder zum Bauaustrocknen, oder reichen die zwei Systeme zusammen?

Man könnte ja auch noch die Fensterbretter (Aus angestrichenem Metall) beheizen und damit noch etwas mehr Abstrahlfläche herbringen.

Bisher ist eben noch gar nix gemacht in EG. Verputzt muss auch werden, von daher kostet das alles nicht viel.

Adé miteinander,

Johannes



Wenn das eigene Holz...



...lufttrockenes (und technisch auf 9% nachgetrocknetes)ist und das Holz von hiebreifen Bäumen und aus Winterfällung stammt, es ferner eine geeignete Holzart ist (lange Feuchtewechselzeit, Rotbuche z.B. ist ungeeignet), sollte das möglich sein.

FBH von Ripal gibt es nur im System (Bleche und PEOC-Rohr). Auf andere Systeme würde ich keine massiven Dielen legen.

Dämmung: Holzweichfaserplatte 4-3x2,5cm überlappend, OSB 25mm als Montageebene, darauf FBH mit Latten 24x48mm.

Vorlauf rund 35 Grad, als Rücklauf einer Hochtemperaturleitung, die in die Wand eingemauert wird, funktioniert das nicht. Die "Salzsperre" durch Großeschmidsche Rohre halte ich sowieso für ein Fantasieprodukt, und wie soll das in die dünnen Wände eingeschlitzt werden? Da fällt Dir Deine dünne Ziegelwand auf die Mütze.

Grüße

Thomas



Ziegelfußboden



Das mit den Handstrichziegeln wird nicht so einfach.
Die Maßabweichungen in allen 3 Achsen und in der Ebenheit können erheblich sein, auch die Festigkeit. Das Mindeste ist vorher eine Sortierung nach Klangprobe, Länge und Breite. Wenn im Dünnbett verlegt werden soll (was ich kaum für möglich halte) dann auch Sortierung nach der Dicke. Es bleibt abzuwarten wieviel Steine dann übrigbleiben
Dann ist die Schichtdicke beim Verlegen ein Problem.
Zur Dämmung kommt der Heizestrich; an dessen Stärke kann kaum etwas minimiert werden. Darauf dann die Ziegel im Dickbett. Grob geschätzt werden das 150 mm Schichtdicke, die aufgeheizt werden müssen. Das ergibt eine sehr, sehr träge Heizung; allerdings im Hinblick auf die Sonnenkollektoren vielleicht doch nützlich.
Der Aushub wird sich um etwa 300 mm bewegen; eine Menge Material die da bewegt werden muß.
Der Nachteil von Mauerziegeln als Bodenbelag im EG ist die unglasierte, poröse Oberfläche. Fettflecken sind da kaum herauszukriegen; der Schmutz krallt sich in den Poren fest.
Selbst geschliffene und mit Steinöl eingelassene Oberflächen verschmutzen, vor allem im Fugenbereich. Die Fugen werden trotz Sortierung bei den Toleranzen der Steine sehr breit ausfallen.
Abhilfe schaffen hier nur spezielle Fußbodenplatten.

Ich würde solche Handstrichziegel wenn überhaupt besser im OG einsetzen, wo der Schmutzeintrag geringer ist.

Viele Grüße

p.s. Dielung mit Fuboheizung ist da eine Alternative, was Zeit und Arbeitsaufwand betrifft. Schon das Trockenheizen des Estrichs dauert Wochen.



Freilich, Johannes, --



-- kann man auch Fensterbretter aus Metall zur Rotglut
bringen um sich an der Strahlwärme zu erfreuen.
-
Wieder einen Troll erwischt ! -
-
Gute Besserung wünscht : A. Milling



Aber,



Andreas, man spart den Toaster. Und früh gellt der Ruf durch's Haus: "Kommt schnell, ich hab' die Eier schon auf dem Fensterblech :-)))"



Zum Toasten…



… wird's wohl nicht reichen, aber grundsätzlich zum Einbeziehen der Fenster in die Gesamtheizung eine Überlegung wert:

http://www.sandomus-gmbh.de/zargen.html





Die Sandomusteile hab ich :-),
werden ganz schön warm.



Rotglühende Fensterbretter



Servus Herr Milling,

Schön dass ich mal persönlichen Kontakt zu ihnen habe, ich bin nämlich ein Fan von Ihnen, was ihre Fenster betrifft.

Natürlich ist es für sie als Holzwurm ein Unding, Fensterbretter aus Metall zu verwenden. Für mich nicht, ich bin Bauschlosser und Mechaniker und hab da keinelei ästhetische Hemmungen.

Ich hab da meine Gründe dafür und weiß auch dass das funktionieren und nicht schlecht aussehen wird. Zuvor möchte ich aber auf etwas eingehen, was ich als (Fachwerk-)Gruppendynamik bezeichnen möchte. Es geht dabei darum, dass Leute in einem bestimmte Kreis / Zirkel / Gruppe einen ungeschriebenen Kodex darüber haben, was richitg und was falsch ist. Wer dazu gehören will, der muss sich diesem Kodex anpassen. Andernfall wird er z. B. als Troll belächelt. Ich habe nichts dagegen, ein Troll genannt zu werden. Trolle können mit Metallen umgehen, im Gegensatz zu anderen. ich bin aber ein geläuterter Troll, ich kann mit allen Materialien umgehen.

Wobei sie Ihren holden Holz-Grundsätzen ja auch nicht treu sind: Sie verwenden auch Metall für die Scharniere und Beschläge. "Früher" war das ja aus Leder und Holz. Warum aber verwenden Sie Metall? Haben sie sich einem bestimmten Zeitalter verschrieben und akzeptieren nur das, was damals gängig war und nicht das, was davor oder danach war?

Ich bin mir recht sicher, dass Sie keinen venünftigen / rationalen Grund haben, Fensterbretter aus Metall zu belächeln oder als falsch einzustufen. Wenn sie doch aber einen haben, bin ich begierig, ihn zu hören.

Verbindlichst, Ihr

Johannes Herbst



Ach, …



… hat man früher diese Fensterwinkel, die inzwischen geradezu inflationär an "historischen" Fenstern verwendet werden, etwa gar nicht benutzt?

http://ecx.images-amazon.com/images/I/21SFkNvWDfL._SL500_AA300_.jpg



An Thomas W. Böhme wg. einstürzender Ziegelwände



Servus Thomas,

schön dass Du in diesem Thread wieder mitmachst und uns auch nicht mit deiner alternativen Spiegeleier-Kocherei verschonst (Es gibt ein Ami-Kochbuch, mit dem man sich während des Auto-Fahrens ein Essen zubereiten kann. Dazu werden bestimmte Nahrungsmittel in Alufolie eingeschlagen und an bestimmten Stellen im Motorraum plaziert. nach einer bestimmten Fahrtzeit ist das Essendann fertig - Mahlzeit!

Und natürlich auch danke für Deine ganzen Fachinformationen. Deine Frage im anderen Thread - warum keine Fußbodenheizung? beantwortet sich für mich langsam von selbst, wenn man den Material - und Arbeitsaufwand bedenkt.

Der Aufforderung von Georg Böttcher (Keep It Simple), möchte ich gerne nachgehen und ein minimalistisches System aus dem Ganzen machen.

Hier noch ein paar >>>Kommentare zu Deinen Ausführungen:

"FBH von Ripal gibt es nur im System (Bleche und PEOC-Rohr). Auf andere Systeme würde ich keine massiven Dielen legen."

>>> Find ich interessant. Interssant wäre auch der Material-m²-Preis.


Dämmung: Holzweichfaserplatte 4-3x2,5cm überlappend, OSB 25mm als Montageebene, darauf FBH mit Latten 24x48mm.
>>> Was Saugendes da unten? Holz in allen Ehren, aber wenn da mal was rein kommt, dann gehts nie wieder raus.


Vorlauf rund 35 Grad, als Rücklauf einer Hochtemperaturleitung, die in die Wand eingemauert wird, funktioniert das nicht.

>>> Das war mir klar. Ich dachte dass aus der Wand so an die 30° rauskommen. Da ich ja zwei Systeme zusammen möchte, werden sie ja zusammen reichen.


Die "Salzsperre" durch Großeschmidsche Rohre halte ich sowieso für ein Fantasieprodukt,

>>> okay, da werd ich mal weiter recherchieren. Aber zumindest in meinem Haus Nr. 1 blüht das Salz aus den ehemaligen Kuhstallwänden. Und zwar da, wo keine Heizrohre vorbeiführen. Jetzt mit der Dauerbeheizung werde ich sehen, ob es so bleibt oder verschwindet. Und natürlich wäre ich froh, wenn man das in den Griff bekommt Einen Versuch ist das allemal wert.


und wie soll das in die dünnen Wände eingeschlitzt werden? Da fällt Dir Deine dünne Ziegelwand auf die Mütze.

>>> Naja. es ist ja schon was weg. Irgendwelche Reparateure haben schon mal Dachziegel vor die Fehlstellen gemauert. Ein 18er Kupferrohr ist ja keine 2 cm dick. Also das kriegt man schon hin, notfalls als etwas dickere Putzleiste.

Ende der Kommentare.

Danke nochmal an alle (Die Diskussion setzt ja viele Gedankengänge in Gang, das ist richtig befruchtend...)

Johannes



Video-Interview mit Großeschmidt



Servus nochmal,

Für alle die lieber sehen und hören als lesen: Das Interview mit vielen glaubhaften Informationen. Auch mich als Vielleser und Schreiber hat's beeindruckt:

http://www.amadelio.de/vlog/2007/01/15/vlog-videoblog-frauenkirche-dresden-temperierung-nach-grosseschmidt/

Adé,

Johannes



Die Sache mit den Winkeln...



...vom Schwatzwild habe ich nicht verstanden. Hat hier irgendwer behauptet, man solle kein Eisen zum Fensterbau nehmen?

Ist immer putzig, wenn jemand, um was zu sagen, etwas widerlegt, was gar nicht behauptet wurde. Das nennt man dann Alleinunterhalter.

@ Johannes

Was soll da in die Dämmung laufen? Wenn Du Deine Wasserleitung in Abweichung zur sonstigen Herangehensweise konventionell erstellen lässt, sehe ich keine Probleme. Im Übrigen ist eine HWPL kapillaraktiv und sackt, im Gegensatz zu manch anderem Dämmkram, nicht beim Feuchtwerden zusammen. Alternativ können natürlich Styropor/ -dur oder PU eingesetzt werden, Foamglas, usw usf.

Grüße

Thomas



Strahlungsheizung und Luftheizung, Hüllflächentemperierung



Servus Gemeinde,

Nachdem hier einige Informationen zum Thema Heizen auf mich eingeflossen sind, möchte ich das Ganze mal etwas übersichtlich darstellen.

Räume können beheizt werden, indem entweder die Raumluft mit einer Vorrichtung erwärmt wird, oder indem man Flächen dazu bringt, Wärmestrahlung abzugeben.

Raumluftbeheizung

Warme Luft steigt nach oben, kalte Luft strömt seitlich heran. Die warme Luft trifft irgendwo auf kalte Flächen, kühlt ab, sinkt wieder und trifft dann wieder auf den warmen Heizkörper: Die Luft wird umgewälzt. Diese transportiert zuerst mal Staubpartikel mit sich herum. Das ist nicht gesund und auch nicht schön, wegen der verstaubten Flächen.

Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehme als kalte. Kühlt warme, Feuchte Luft an kalten Flächen ab, gibt sie Wasser an diese Flächen ab, mit zwei Folgen: Es entsteht ein Lebensraum für Schimmelsporen. Zudem wird die kalte Fläche wegen Eintrags von wärmeleitenden Wasser noch kälter.

(Mit einer wasserundurchlässigen Beschichtung könnte man verhindern, dass das Mauerwerk noch nässer wird. Wischt man das niederschlagende Wasser regelmäßig ab, hätte man eine Luftentfeuchter - aber wer krabbelt schon in Ecken mit einem Handtuch rum. Ist das Mauerwerk schon nass, dann kann es bei einer Beschichtung nicht mehr austrocknen.)

In einem Raum mit gleichmäßig warmen Wänden und ohne viel Energieverlust kann eine Luftbeheizung übrigens zur Strahlungsheizung werden, wenn alle Oberflächen gleichmäßig temperiert sind. Das ist aber im Altbau, in öffentlichen Gebäuden, bei hohen Räumen oder bei großen Fensterflächen fast nie gegeben.

Strahlungsheizung

Um die Raumluftbeheizung mit all ihren Folgen zu vermeiden, setzt man Strahlungsheizung ein. Jeder warme Körper gibt Wärmestrahlen an seine kühlere Umgebung ab, ohne dabei die Luft wesentlich aufzuheizen. Welches Material dabei als Strahler verwendet wird, ist egal, ausgenommen bei der Frage, wie gut ein Material Wärme abgibt. Dunkle und rauhe Flächen geben und nehmen mehr Wärme auf oder ab, als glänzende und helle. Die Luft wird dabei nie wärmer als die wärmste wärmeabgebende Stelle im Raum.

Konventionelle Heizkörper können folglich sowohl Luftumwälzer als auch Wärmestrahler sein. Je heißer die Oberfläche im Gegensatz zur Raumluft ist, desto mehr wird die Luft in Bewegung gesetzt. Daher kann auch ein Lamellenheizkörper mit Luftschächten ein Strahlungsheizkörper sein, wenn seine Temperatur nicht viel höher ist als die die Umgebungstemperatur. Durch seine größere Oberfläche kann er mehr Wärmestrahlen abgeben, (auch in den Konvektorschächten) die dann sich mit Lichtgeschwindigkeit reflektiernd von dort aus im Raum ausbreiten. Verschließt man die Luftschächte an einer Seite, unterbindet man die Umwälzung und kann den Konvektor mit höherer Temperatur betreiben - wenn nicht durch die hohen Temperaturen auch die Luft an der Außenseite in Bewegung kommt.

Umgekehrt kann ein Strahlungsheizkörper mit höheren Temperaturen zum Lufterhitzer und Umwälzer werden. Daraus ergibt sich, die Forderung nach großen Heizflächen mit geringen Temperaturunterschieden zur Raumtemperatur.

Das bedeutet aber noch nicht die völlige Lösung aller Probleme. Solange es noch kalte, wärmeleitende Stellen im Raum gibt, wird sich dort vorhandene Luftfeuchtigkeit niederschlagen, wenn auch in geringerem Maße als bei Umwälzung von großen Luftmassen.

Dabei scheint auch die Oberfläche der Materialien einen Einfluss zu haben. Ein beispiel dafür sind die (oft nur halbhohen) Holzvertäfelungen an den Wänden von Bauern- und Bürgerstuben. Die Räume wurden damals mit Einzel- oder Kachelöfen und damit großteils durch Strahlungswärme beheizt - es gab also keine Möglichkeit der Wärmezufuhr an alle gewünschten Stellen. Holz fühlt sich trotz einer gewissen Feuchte trocken an und wird bei Erwärmung selber schnell zum Strahler, weil es die Wärme nicht schnell weiterleitet. (Ich habe eine nur drei Millimeter dicke Sperrholzplatte hinter einem Klavier direkt an die unbeheizte Wand geschraubt, um dort Kälte, Feuchtigkeit und Schimmel zu vermeiden. Seitdem ist es dort trotz Stoßbeheizung trocken.)

Auch Gipskartonplatten lassen Strahlungswärme nicht schnell durch und könnnen so in Problemecken und Zonen die Innenwandtemperatur ohne direkte Wärmezufuhr erhöhen und damit zu einem angenehmeren Wärme-Strahlungsklima beitragen.


Hüllflächentemperierung:

Die beste Lösung ist es natürlich, die kältesten Stellen im Raum so zu erwärmen, dass sie danach die wärmsten im Raum sind. Dann können sie austrocknen, werden durch die schlechtere Wärmeleitung zu isolierenden Materialien und durch ihr Temperaturniveau sogar zu Heizflächen. Die kältesten Stellen sind meist die Außenwände und dort der Sockelbereich.

Technisch gelöst werden kann das durch verschiedene Vorgehensweisen:

-Wandhypokauste:
Eine Minikonvektor hinter einer Gipskartonplatte, die mit einem Abstand zur Außenwand montiert ist. Die Gipskartonplatte wird zum großflächigen Strahler.

-Wandheizung:
Heizschleifen oder -rohre, in die Wand eingeputzt. Zur Wand-Austrockung müssen sie auch den Sockelbereich beinhalten und dürfen zur Wand hin nicht isoliert werden.

-Sockelheizung nach Großeschmidt:
a) Zwei Rohre (Vor- und Rücklauf) werden mit geringem Abstand in die Wand im Socklebereich eingeputzt. Duch Beheizung entsteht in der Wand ein Wärmestau. Es bildet sich ein 10 cm breiter warmer Wand-Streifen der pro lfd. Meter eine Heizleistung von ca. 100 Watt hat.

b) Die zwei Rohre werden mit Schellen an die Wand geklemmt und mit dunkler Farbe oder Schlämme "weggestrichen". (Blankes Kupfer ist ein schlechter Strahler, deswegen die dunkle Farbe). Diese Version reagiert schneller als die eingeputzte kühlt aber auch schneller aus.

Ahnlich funktioniert Therma-Skirt: Ein bis zu 20 cm hohes, aber nur 2cm dickes Aluprofil hat die Vor- und Rücklaufleitung integriert. Die Leiste kann durch ein Baukastensystem einfach zusammengesteckt werden und auch um Winkel und Ecken geführt werden.

Bei beiden vorstehenden Systemen ist es notwendig, an allen Wänden Sockelleisten anzubringen, auch an den Innenwänden, um die nötige Heizleistung zu erbringen. Nach Großeschmidt sind manchmal auch noch Leisten in Brüstungshöhe und in kalten Fensterlaibungen nötig.

-Sockelleisten nach Eisenschinck:

Minikonvektoren (mit Lamellen) hinter einer Sockelverkleidung lassen warme Luft langsam an der Wand hochsteigen. Die wird dadurch erwärmt und zu einer Strahlfläche. Auch hier sind oft in Fensterlaibungen und vor Türen und Glasflächen zusätzliche Strahl-Leisten nötig.

Auch die Fußbodenheizung könnte dazugerechnet werden, wenn sie im Wandsockelbereich genügend Wärme abgibt.

Alle Versionen der Hüllflächen-Temperierung müssen mit konstanter Temperatur betrieben werden. Durch die angenehme, zugfreie Strahlungswärme kann die Temperatur aber etwas niedriger sein.

Die Preiswerteste und am schnellsten zu installierenede Version scheint Großeschmidt b) zu sein. Nach Großeschmidt ist es möglich, zwischen den Vor-und Rücklauf normale Heizkörper (vorzugsweise Plattenheizkörper) anzuschließen wenn zusätzlicher Wärmeeintrg nötig ist. Großeschmidt berichtet außerdem vom Verschwinden von Salzausblühungen an Wänden. Dies dürfte dann auch für die anderen Systeme zutreffen.

Soweit mal,

Johannes



Heizung



Langsam habe ich das Gefühl das Andreas Milling mit dem Troll recht hat.
Schade um die Zeit die ich hier investiert habe.

Viele Grüße



Technischer "Kleinkram"



Danke für die Fleißarbeit der Zusammenfassung!
---
Ich glaube, Befürworter der Strahlungswärme werden wohl noch lange Zeit als einsame Rufer bzw. Trolle gelten, wie der vorangegangene Beitrag mal wieder beweist, sei's drum…
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Ich hätte da noch ein paar ergänzende Fragen, gedenke aber demnächst zur Konkretisierung sowieso einen Thread aufzumachen. Trotzdem wäre ich dankbar, wenn die gesammelte Forenkompetenz evtl. ein paar hilfreiche Tipps geben kann. Es dürfen auch gerne Kaufberatungen der zahlreichen hier vertretenen Firmen sein:

• Flachheizkörper/"Strahlplatten", also keine slimline-Konvektorheizungen, sondern "oldschool" Strahlheizkörper (zur evtl. Unterstützung der Sockelheizung à la Großeschmidt für einen großen Neubauraum als Anbau zum historischen Altbau).
Wer stellt sowas noch her, wer liefert mir sowas?

• Desgl. Rippenheizkörper klassischer Bauart als Strahlheizkörper, vor allem in Sondermaßen (hochkant ca. 40x200cm oder querformat ca. 30x250cm)

• Kombinationsmöglichkeiten diverser Heizsysteme.
Hierzu gab es z.B. kürzlich einen Thread, wo der TE Probleme mit der Kombi Fußleistenheizung/Badheizkörper hat.
Welche Installationsfirma kennt sich damit aus?

• Weiterer Punkt, der hier sicherlich schon x-mal behandelt wurde, der aber aufgrund der technischen Entwicklung m.E. stetig aktualisiert gehört:
Welche/r Heizkessel bzw. Brenner sind aktuell empfehlenswert, je nach lokaler Gegebenheit.
– für Gas (z.B. Brennwert, ja oder nein)
– für Öl
– für Stückholz
– für Pellets
– für XXX…
– nicht zu vergessen Grundöfen diverser Art
– div. Kombinationen davon und mit Solareinbindung

Hier fände ich eine dahingehende Diskussionsvertiefung sinnvoll, ob es wegen evtl. technischer und Wartungsproblemen mitunter günstiger sein kann, lieber einen LowTech-Brenner mit solider Technik zu nehmen, als wegen der zu erwartenden max. 7-10% Energieeinsparung komplizierte und teure Brennwerttechnik zu wählen.
Entsprechende Äußerungen habe ich schon oft vernommen, natürlich auch Gegenteiliges. Ich habe nur keine Lust, quasi von einem Installateur abhängig zu sein, der mir nach 2 Jahren erzählt, der Wärmetauscher sei hinne und die Reparatur käme auf 1500€ (wie es Bekannten von mir passiert ist), kombiniert mit dem Tipp, ein neues weiteres Buderus-Spezialteil einzubauen, mit dem der Kessel fortan nicht mehr verkalkt.

Selbstbauprojekte div. Art finde ich zwar hochinteressant, gehe aber mal davon aus, dass nicht jeder technisch so beschlagen ist, Manipulationen an Heizkesseln vorzubehmen oder Wärmetauscher in Öfen einzubauen, von evtl. einzuahltenden Bauvorschriften mal ganz zu schweigen.
Vielen fehlt einfach der Platz für monströse Speichertanks andere haben keine Zeit oder Lust, den Stückholzaufwand zu betreiben. Vielleicht liege ich mit meiner Vermutung, dass in den allermeisten Fällen eine Handelsübliche Brenneranlage zur Anwendung kommt, völlig daneben und Eigenkonstruktionen sind verbreiteter als man denkt.
Wer nimmt so etwas ab? Schornsteinfeger? Findet man dafür Fachbetriebe? Oder gilt hier gemeinhin ein "laissez faire" (bis es kracht… haha)?



@ Georg



Da hast Du recht.

"Mwalimu" heißt wohl auf Suaheli soviel wie Lehrer. Und denn belehrt jemand mit frisch angegoogelten Viertelwissen die Gemeinde raumgreifend, nachdem er sich mit einer Frage zunächst eine Vorlage geliefert hat.

Für mich denn auch uninteressant.

@ Johannes

Ich wünsche Dir, daß auch in der Realwelt 'mal wieder jemand mit Dir redet.

Grüße

Thomas



Ach Schlauspieler Johannes, ----



[pubimg 20109]
- willst Du mir jetzt auch noch beibringen, welche
Beschläge ich für meine denkmalgerechten Fenster verwenden soll ?
-
Ende !



An Andreas Milling



Servus nochmal,

ich kenne Deine Fenster und mag sie. ich habe mir schon überlegt, ob Du mir für mein Haus ein paar machen kannst. Meine Frage an dich, nachdem Du mich eine Troll genannt und mir gute Besserung gewünscht hast, ob es einen rationellen Grund gibt, warum man keine Fensterbretter aus Metall verwenden darf. Den hast du mir bis jetzt nicht geliefert.

Ein leicht Ahnung kommt mir auf: Du hast das Wort "Denkmalgerecht" benutzt. Wenn das bedeutet, dass man ein Haus genau in dem Zustand erhält oder zurückversetzt, wie es gebaut worden ist, dann hast Du recht.

Häuser jedoch sind keine Zustände, sondern Prozesse: Jede Generation macht was damit, manchmal Gutes, manchmal Schlechtes. Manchmal schönes, manchmal Hässliches. Nur ist eben das Gute, Wahre und Schöne eben etwas subjektives.

Ich denke, die Aufgabe eines Hausbesitzers ist es, herauszufinden, was er wirklich selber will - nicht das, was andere wollen. Das weiß man am Anfang nicht genau. Deswegen ist es ratsam, vorsichtig vorzugehen und möglichst wieder rückbaubar zu machen.

Ich wünsche Dir und Deinen Kunden noch viele schöne Fenster.

Johannes



An Georg Böttcher und Thomas Böhme wg. Strahlungsheizung



Servus ihr zwei!

Habe ich in dem Beitrag was Falsches geschrieben? Bitte korrigiert mich.

Ich fand das einfach mal wichtig, auf für die vielen Leute, die in so einen Thread reinschauen, eine Zusammefassung zu haben und nicht nur Bröckchen und Häppchen, wie das sonst so üblich ist.

Das Ganze ist natürlich nur durch die intensive Diskussion mit Euch entstanden. Vielen Dank!

(Ich kann mich hier ja mal outen, da wir uns ja schon etwas kennen gelernt haben: Ich leide anscheinend an einer milden Form von Autismus, dem soggenannter Asperger-Syndrom - Die Engländer nennen das Little-Professor-Syndrom. Jetzt wisst ihr also Bescheid. Ääh - und an was leidet Ihr so?)

Schulmeisterliche Grüße,

Johannes





Für mich hat das hier langsam die Qualitäten eines Klimagipfels....
Mit dem Troll ist nicht der große hässliche Kerl gemeint,Wiki weiß da mehr(Sachen gibts).
Das was Du da treibst wäre mir alles viel zu kompliziert,je mehr Komponenten und Kreisläufe und haste nicht gesehn,desto störanfälliger ist das meiner Meinung nach.
Für unsere Haus hier wird ein Grundofen der EG und OG heizt und ein Kaminofen fürs DG reichen,wenn man sich nicht allzu blöde anstellt halten die Öfen ewig!Holz wird uns die nächsten 25 Jahre(wenn nichts dazwischen kommt) nix kosten.
Im DG haben wir tagsüber 20-22Grad nachts ca 14,EG und OG werden zur Zeit nur provisorisch beheitzt(Baustelle)ca.10-15Grad.Holzverbrauch im Jahr ca.8Rm
Eiche/Robinie und ca.300kg Briketts(letzter und vorletzter Winter.Alle Öfen "brennen"durch.
Unser Heizsystem ist betimmt nicht das umweltfreundlichste und effizienteste,ehrlich gesagt scheiß ich drauf.ich habe noch nie im meinen Leben ein Auto besessen und schmeiß deshalb noch n Stück Holz innen Ofen.

Grüße Martin



Servus Martin,



wer sagt denn, dass Deine Heizerei nicht umweltfreundlich ist. Und Du brauchst es auch nicht so zu treiben wie ich. Ich bin halt mal ein Düsentrieb und mich reizt das technisch machbare.

Aber pass auf, wer so niedrige Verbräuche angibt, der macht sich verdächtig. Vor 20 Jahren hatten wir auch Einzelöfen. Da wars ähnlich.

Gutes Gelingen für Deine Vorhaben,

Johannes



Fensterwinkel



Hallo Andreas,
das Foto ist mir beim Suchen gerade untergekommen:
Ein Fenster mit Winkel.
Kann man sich im Louvre anschauen. Ob der Winkel so alt wie der Louvre ist weiß ich nicht.

Georg



Hallo Georg,



die Form des Winkels wie auch die Verwendung von Schlitzschrauben, die zu Zeiten der Louvre-Erbauung noch aus dem Ganzen gefeilt wurden, deutet eher auf eine spätere Stabilisierung der schlanken Profile hin.

Grüße

Thomas



Aushub macht ohne Heizung warm



Gruß vom Neuling, der nächste Woche die Wandheizung anbringen will und vorher nochmal hier rumstöbert.

@Hannes: Du hast ja kaum Material auf der Erde, wenn Dir Schaufeln nichts ausmacht:
Ich hab die Bodenplatte zertrümmert und mich 50 cm in den Boden gegraben (hab auch keinen Keller). Obwohl es physikalisch nicht logisch ist, kam ich auf knapp 1 to / m2.

Vlies in die Grube, dann 20 - 25 cm Schaumglasschotter, diese mit Rüttelplatte verdichtet, zwischendurch Leitungen, Sperrfolie und 10 cm Beton.

Estrich und Dämmung ist nun hinfällig.

In das Mörteldickbett die FBH-Leitungen (somit schnellere Aufheizung) und darauf die handgeschlagenen Ziegel, wellche ich auf keinen Fall vergewaltigen will, ich finde, das nimmt ihnen den Charm, einzigartig zu sein, auch ungleiche Fugen finde ich nicht chaotisch, Versiegeln - wenn überhaupt, mit Leinöl oder Wachs.

Das ist mein Weg, den ich gehen will,naja Bodenplatte liegt ja schon, für Kritik bin ich empfänglich.

Wäre die Schaumglasschotterdämmung nicht, müßte ich die FBH in den Estrich legen und dann wäre der Weg zu weit bis zur Ziegeloberfläche, das habe ich im Bad festgestellt, wo ich die FBH in die Betonplatte gelegt habe, hier wird nun auf Solnhofer Platte ausgewichen, Steinbruchware, vor Ort zugeschnitten...



@ Alteshaus



Unter der FBH sollten in jedem Fall eine Sperrschicht gegen aufsteigende Feuchte und eine Wärmedämmung eingebaut werden.

Grüße

Thomas



Isolierung ist da.



Hallo,

Sperrschicht ist vorhanden und als Isolierung, wie erwähnt, 20 - 25 cm Schaumglasschotter.



Eine Folie...



...auf Schaumglaschotter, zudem im Mix mit allerlei Leitungen halte ich für keine hinreichend wirksame und dauerhafte Sperrschicht. Das sollte meiner Meinung nach eine Schweißbahn auf dem Unterbeton sein.

Auf dieser Schweißbahn, und unter dem Heizestrich, ist eine Dämmschicht erforderlich, sonst heizen Sie Ihre ganze Bodenplatte mit. Diese wird zumeist in Styrodur, PUR-Schaum oder Foamglas ausgeführt.

Grüße

Thomas



Hmm...



Der Schaumglasschotter nimmt keine Feuchtigkeit auf, es ist aber dennoch zwischen diesem und der Betonplatte eine Sperrfolie, ich denke das sollte reichen.

Ursprünglich dachte ich, es wäre Wahnsinn an Übertreibung, nach dem Schaumglas nochmal zu isolieren, aber es leuchtet mir schon irgendwie ein, dass ich besser nicht nochmal die Betonplatte temperiere.

Somit würde ich an 2 cm Styropor denken, irgendwann ist ende mit Aufbauhöhe, doch das Mörtelbett darüber baut ca. 3 cm auf und würde brechen - was denkst Du - 2 cm Styrodur? Ich wollte eigentlich auf das Erdölzeugs verzichten...

Nochmal Danke, für den Denkanstoß!