Wandheizung Heraklith Recycling

14.06.2005



Hallo !

Ich möchte auf 40er Ziegelwänden eine Wandheizung in Lehm aufbauen. Zum für und wieder einer Isolierung zwischen Wand und Heizung hab ich einiges gelesen und mich eigentlich für eine leichte Isolierung aus 20mm Schilf entschieden. Ich habe noch einen ganzen Stapel sauber demontierter Heraklith Platten, sind dunkelgrau, also wohl zementgebunden. Würde etwas dagegen sprechen diese als Unterbau für die Wandheizung zu "recyceln" ?

Viele Grüße,
Karsten



Heraklith oder wie oder was?



Hallo
es gibt auch "magnesitgebundene" H-Platten!
die zementgebundnen würde ich nicht nehmen!
Wenn Platten - dann müssen sie hohlraumfrei eingebracht werden!!!!!

bei der Haizung nicht überdimensionieren, und mit geringer VLT fahren!

FK



Magnesit / Zement



Hallo !

Ja, magnesitgebundene kenne ich, habe ich schon auf einer Fachwerkwand im Flur als Putzträger verwendet. Hier ist mir auch klar warum Magnesit und nicht Zement. Aber auf der massiven Ziegelwand ? Wie gesagt, ich hab die zementgebundenen im Schuppen liegen, entweder entsorgen oder verbauen.

Viele Grüße,
Karsten



entsorgen, verbauen, …



oder verkaufen, oder verschenken!

das mit der Wandheizung ist so ne Sache
denke an die "Überdimensionierung" und an die niedrigen Vorlauftemps.
Heizung muß nicht "aussen" sein! früher waren die Öfen auch innen!!

FK

ps
sehe gerade, dass sich im vorherigen Eintrag von mir ein "HAI" eingeschlichen hat - nicht dass ich jetzt wieder wegen unsachlichkeit "Buße" tun muß!



Als Unterbau, der ja immer trocken geheizt wird,



wäre nach meiner Meinung nix dagegen einzuwenden, das Altmaterial zu nehmen. Allerdings ist eine Wandheizung sehr träge und zeigt hohe Energieverluste, da ja der umgebende Stoff viel mehr Energie aufnimmt und wegpuffert, als bei einer offenen Vorsatztrassierung. Letztere bräuchte auch deswegen viel weniger Leitungslänge und wird somit flinker, energiesparender, preisgünstiger.

Weitere Details auf Infolink:


Strahlungsheizungssysteme



Recycling



Ich denke das die die Heraklithplatten insoweit noch Verbund besteht durchaus verwendet werden können. Eine Wandheizung liegt knapp unter der Oberfläche, d.h. der nach hinten stattfindende Energieverlust ist bei der Wandheizung sehr klein. Die Wärmedämmung von Heraklieth ist etwas schlechter als die von Schilf. Die Aüßerung das die Wandheizung träge ist bei der geringen Rohrüberdeckung ist falsch, auch höhere Energieeinsparung durch Heizkörper zu erziehlen halte ich für sehr weit hergeholt.
Viele Grüße Gerd



...



Danke für die Tips soweit.

Ich denke wir brauchen jetzt nicht die Diskussion über das für und wieder der verschiedenen Heizsysteme zu starten. Für mich ist die grundsätzliche Entscheideung gefallen und das Material liegt auch schon hier ;-)

Viele Grüße,
Karsten



Eines darf man aber



nicht vergessen. Nach der EnEv muss bei dem geplanten Vorhaben ein bestimmter U-Wert erreicht werden (bei der Bewertung von Einzelbauteilen). Ist dies schwierig oder gar nicht zu machen, gibt es die die Möglichkeit eine Befreiung zu erwirken. Dies ist möglich bei Denkmalschutz und nachgewiesener Unwirtschaftlichkeit.
In vielen Fällen kann man auch, wenn die Gebäudetechnik ebenfalls verändert wird und/oder auch andere Bauteile gedämmt werden sollen, über das ausführliche Nachweisverfahren mit niedrigeren U-Werten die Vorgaben des Gesetzes erfüllen.



Frage an Florian Kurz (und jeden der sie beantworten kann)



Hallo Florian,

warum keine zementgebundenen HWL-Platten ?
Das Zement in Form von Putz und Mörtel am Fachwerkhaus nicht so passend ist, ist für mich nachvollziehbar. Aber warum nicht als Bindemittel für HWL-Platten am Fachwerkhaus ?

Danke und Gruß, Andreas Winkler



zementgebunden



Hallo
die Antwort auf die Frage nach dem Zement oder dem zementgebunden ist folgende.
Die Feuchtigkeit kondensiert innerhalb der Konstruktion und schlagt sich auf den Bauteilen nieder. Bei Lehm, Kalk, Holz kann die Feuchte mehr oder weniger gut weitertransportiert und wieder abgegeben werden an die Aussen- oder Innenluft. Der Zement oder zementäre Baustoffe im Allgemeinen machen das nicht - sie halten die Feuchte gerne an den Oberflächen.
Gerade die in den 60er und 70er Jahren (anscheinend auch wieder in der Jetztzeit - ich weiß nicht warum) hat man diese Platten gerne an Dachlatten in den Innenräumen an die Aussenwände genagelt. Dei Fachwerkbalken haben es meist mit der Auflösung gedankt. (habe leider kein Bild geladen)
Meistens hat man dann in der Zeit auch noch die Aussenwand mit einem "guten" Kalkzementputz (also Kalk ist seeeehr weinig drin) erneuert, saniert und die Heizung "erneuert" - und heute hat man den Salat - oder der Bauherr das Schlamassel! Da kommt dann eins zum anderen!

mfG

Florian Kurz



Magnesitgebunden HWL-Platten



Hallo Florian,

danke für die Antwort ! Eine weitere Frage hätte ich noch:
Findet der von Dir beschriebene Auflösungsprozeß bei magnesitgebundenen Platten nicht statt ?

Einige Buchautoren empfehlen ja im Falle einer Innendämmung von Fachwerk (nicht zu dicke) HWL-Platten, teilweise sogar mit Dreischichtplatten mit Mineralwolle. Einigermaßen wärmedämmend, schalldämmend, schwerentflammbar, guter Putzträger und einigermaßen wasserdampf-diffusionsfähig.

Gruß und schönes Wochenende,
Andreas



Wandaufbau



Hallo
was die meisten in den Büchern schreiben und die Leser lesen wird oft nicht im ganzen Zusammenhang gesehen, bzw geschrieben.
Homogenität im Aufbau ist wichtig! und relative Massivität.
Ich persönlich würde weder die eine noch die andere verwenden. Da kommt es auf die Dicke an, auf die Lage der Aussenwände etc pp.
Die meisten Fragen kann man nicht leicht mit ja oder nein beantworten - sondern sind stark abhängig von verschiedensten Parametern, die da "mitspielen", und die sich nicht einfach so mit ja oder nein beantworten lassen!

herzlichst

Florian Kurz