Edelstahlaussenkamin contra Denkmalschutz ?

02.03.2004



Für unsere neue Heizung suchen wir einen neuen
Standort in unserem Haus. Da wir den vorhandenen Kamin für 2 Kaminöfen nutzen wollen, brauchen wir für die (Gas) Heizung einen neuen Ausgang. Eine Alternative wäre die Unterdachinstallation mit diesem kleinen Kunsstoffrohrausgang, die andere wäre unser Gewölbekeller mit einem außenliegendem Edelstahlkamin. Ich finde diese Dinger eigentlich recht hübsch und mag auch irgendie die Kombination alt/neu (zumindest als Akzent). Das Denkmalamt sieht das leider anders. Habe ich da eine Chance mich durchzusetzten und wenn ja mit welchen Argumenten.
(Bitte nicht falsch verstehen, ich sehe die Denkmalleute durchaus als Partner und nicht als Gegener, aber gegen klare und faire Verhandlungen ist wohl nichts zu sagen).





hallo andreas und claudia, ich kann jetzt nicht beurteilen aus welcher intention heraus "die denkmalpflege" gegen einen solchen Schornstein argumentiert. vielleicht haben sie in diesem besonderen fall (...und jede situation ist besonders) recht. (aus deren sicht). grundsätzlich kann, ähnlich wie von euch beschrieben, nicht viel dagegen sprechen. wenn es keine sinnvollen alternativen gibt, sind argumente wie die frage nach der grundsätzlichen nutzbarkeit eines denkmals , die behaglichkeit und auch die funktion und die zumutbareit immer argumente, die für ein sinnvolles (geschmackvolles) anfügen moderner bauteile sprechen. denn erst dann, gerade wenn man so engagiert ist wie es bei euch der fall zu sein scheint, wird der nutzer sich richtig wohl fühlen, sich absolut mit seinem Denkmal identifizieren und somit langfristig für den erhalt deselben garantieren. meine Erfahrung ist, zumindest mit den jeweiligen landeskonservatoren des landesamtes für denkmalschutz, das diese eher zugeständnisse machen, als solche leute wie euch zu vergraulen. ich würde es erstmal auf dem wege der konstruktiven disskusion versuchen, ich denke das hilft, vielleicht hat der landeskonservator auch eine gute idee, die euch weiterhelfen kann. soweit schöne grüsse, christian bernard



Gemeinwohl contra Privatinteresse



Sehr geehrte Frau Rist, sehr geehrter Herr Rist, Ihre Schwierigkeiten zeigen ein typisches denkmalrechtliches Problem: das Nebeneinander von Alt und Neu. Es handelt sich gleichsam um eine Glaubensfrage, ob man den Kontrast für reizvoll hält oder die historische Gestalt beeinträchtigt sieht. Zudem hängt es, wie Herr Bernard richtig bemerkt, mal wieder vom Einzelfall ab. Wichtig ist die Darstellung der Notwendigkeit einer Maßnahme. Sie wird nach § 16 Abs. 3 S. 1 DenkmalG Hessen den Gemeinwohlgründen, d. h. dem Denkmalschutzinteresse gegenübergestellt. Wie die konkreten Chancen einer rechtlichen Auseinandersetzung sind, lässt sich kaum vorhersagen. Der Versuch einer Lösung in Kooperation mit den Denkmalbehörden sollte dem in jedem Falle vorangehen. Viel Erfolg! Dr. Bernd H. Uhlenhut



Plastikrohr innen?



Hallo Claudia + Andreas, kann man nicht das Plastikrohr für die Abgase vom Keller bis übers Dach raus innen verlegen? Müsste doch eigentlich gehen, oder? - und dann irgendwie verkleiden. Oder warum den Heizkessel nicht aufs Dach? Grüße Annette



Vorschriften?



Das " Plastikrohr" darf nur noch maximal durch eine (nicht beheizte?) Geschoßdecke oder sofort zum Dach raus angebracht werden. (oder so ähnlich) Durch das ganze Haus gehts auf jeden Fall nicht wegen F90 Feurschutz und so, kann das leider nicht genauer erklären. Wenn das so einfach wäre bräuchte je niemand mehr einen Kamin. Klar, im Dach wäre momentan der meiste Platz, aber wenn ich das später mal ausbauen will steht mir das Ding dann ggf. genau im Weg. Den Keller nutze ich sicherlich nicht, weil sonstige Nutz- und Abstellflächen haben wir genug im Nebengebäude. Außerdem ist der Gasanschluss schon im Keller da, da müsste ich keine Gasleitung durchs ganze Haus legen. Und wenn wir uns doch vielleicht für eine Peleltsheizung entscheiden...oder soll ich die Pellets aufs Dach pusten lassen?





Hallo, wie viele Stockwerke hat das Haus? Ein Kamin aus F 90 Mantelsteinen ist zwar nicht ganz billig, aber selber ganz leicht zu mauern. Macht ihn zweizügig, dann könnt Ihr später noch einen Kaminofen oder so hinhängen, oder Ihr nutzt den zweiten Schacht für Installationen aller Art. Wenn Ihr später eine Pelletsheizung einbauen wollt, kriegt Ihr mit dem Edelstahlrohr an der frischen Luft wahrscheinlich eh' Probleme (Pellets = Festbrennstoff). Und weil das dann so richtig schön denkmalgerecht saniert ist, holt Ihr Euch einen Zuschuss dafür vom Denkmalamt.
Gruß Günter Flegel



Nur außen Denkmal



Das Haus ist kein Einzeldenkmal, sondern der gesamte alte Ortskern steht unter Ensembeldenkmalschutz (heisst das so?), sprich innen kann ich machen was ich will und damit leider auch nicht steuerlich verwerten. Kann natürlich auch ein Vorteil sein, je nachdem... Der jetztige Kamin ist erstens ziemlich baufällig/versottet etc. und zweitens ein Monstrum. Er steht recht zentral in der Hausmitte (und damit ständig irgendwie im Weg) und hat ungefähr 65x65 cm. Den wollen wir rausreissen und einen mit einem 180er Innendurchmesser reinbauen,
macht incl. F90 außen dann ca. 34x34 cm. Daran soll jeweils im EG und im 1. OG ein Kaminofen dran. Wenn wir für den neuen Kamin 2 Züge nehmen würden, wäre es wieder so ein Klotz. Das Haus ist nur Teilunterkellert. Der besagte Gewölbekeller reicht nicht ganz an den Kaminbereich dran (der im EG beginnt) mmmh..., müsste nochmal messen. Das Edelstahl mit Fenstbrennstoff nicht erlaubt ist, wusste ich auch noch nicht. Und letztendlich scheint der Keller für Pelletsheizung und Pelletslager zu klein. Habe gerade mal bei Guntamatic geschaut, das braucht ganz schön Platz. Das Haus hat EG, 1. OG, 2. OG (= erster Dachbereich) + Dachboden auch noch mit guter Stehhöhe in der Mitte. Das Dach ist recht steil, deshalb gibt es 2 Dachebenen. Also wahrscheinlich wird es doch die Heizungsdachlösung, scheint die einfachste Lösung zu sein. Vielen Dank für die Antworten und Tipps.





Hmmm, da müsst Ihr Euc h noch mal schlau machen, etwa auf dieser Seite: http://www.stuebau.de/gemauerte_schornsteine_aus_porenbeton.htm
Eine Pelletsheizung muss übrigens gar nicht sooo groß sein. Mein Fröling P 2 ist auch nicht viel größer als viele Ölheizungen (aber natürlich ein Monster im Vergleich zu einer Gastherme). Für die Lagerung der Pellets gibt es überdies auch ganz kreative Lösungen. Habe mir schon angeschaut: Brenner im Keller, Pellets im Erdtank. oder: Brenner im EG, Pelletslager zwei Stockwerke höher unterm Dach (mit Außentreppe zugänglich, dafür die lange Förderschnecke gespart; die rieseln durch ein V2A-Rohr...)... Also immer schön tüfteln!
Gruß gf





Hi, eine Gasleitung durchs Haus ziehen zu lassen ist billiger, als nen neuen Kamin. Wenn Ihr an den Edelstahlkamin Gas anschließen würdet, könntet Ihr den Festbrennstoffkessel (Pellets) sowieso nicht dran anschließen, weil Holz + Gas nicht an einen Kamin dürfen (Kondensat + Rauch = Sott). Da ginge wirklich nur ein 2zügiger Kamin. Außerdem würde dann der Gasofen, wenn Ihr das mit Pellets (so teuer, dass das einem die Schuhe auszieht) kombiniert, dann nur einspringen, wenn das Holz abgebrannt ist. Das heißt, ist dann eh wurscht, wo die Kessel stehen, wenns sein muss 500 m entfernt (übertrieben gesagt). Wichtig ist nur, dass, falls Ihr nen Warmwasserspeicher dazukauft, dass der in der Nähe der Zapfstellen steht, dass nicht zuviel Rohrleitung dazwischenliegt. Die modernen Brennwertkessel kann man sich z. B. auch in den Flur hängen und ne Schranktür davor machen. Wer weiß, ob Ihr nicht irgendwann Euren Gewölbekeller zum Partyraum machen wollt ;-). Grüße Annette PS: zum Thema Pellets, da wäre so ein Holzofen doch besser, da kann man Scheite reinlegen und muss nicht immer Pellets kaufen. Wenn das Holz abgebrannt ist, schaltets automatisch wieder auf Gas um.



@Günther



1.)...sind in D Edelstahlrohre bei Festbrennstoffen verboten?
Hier in Frankreich sind sie Pflicht! Wenn ja, warum?
2.) die Idee auf jedem Geschoss einen "Bullerofen" in den
gleichen Kaminschacht zu leiten: ist das in D erlaubt????

gruss
torsten



Ach so, nochwas...



wenn Ihr ne Heizung wollt, die mit niedrigen Vorlauftemperaturen läuft (Beispiel: Wandheizung, Fußboden- oder Fußleistenheizung), bringt ne Pelletsheizung eh nix. Weil da das Wasser in der Anlage ja dann erstmal wieder abgekühlt werden muss. Rentiert sich also nur wirklich bei normalen Heizkörpern (nachzulesen im Buderus Prospekt, das ich unseren Nachbarn mitgebraucht hab und deswegen leider nicht mehr hab - vielleicht steht hierzu was auf der Buderus-Homepage). Ihr müsst Euch also leider vorher entscheiden, was Ihr überhaupt wollt (auch wenn man dann im Nachhinein tolle Dinge sieht...)





@torsten: Verständnisfehler: Natürlich geht Festbrennstoff mit Edelstahlkamin; ich meine aber, dass der dann zweischalig und/oder eingemauert sein muss, nicht freischwebend vor der Hauswand; aber vielleicht täusche ich mich. Anschlüsse an jedem Stockwerk sind kein Problem. Noch nicht. Bis zum nächsten Feuerschutzundkaminkehrermeisterverordnungsgesetz, dann braucht wahrscheinlich jeder Ofen an sich schon zwei Züge...
@annette: Du magst halt einfach meine Pellets nicht. Die gehen übrigens superduper mit Wandheizung, weil man halt, wenn man Biomasse verfeuert, einen Pufferspeicher hat (auch für Solarunterstützung), aus dem dann die Heizung ganz gemütlich ihre Wärme schöpft. Merke: Die Art der Wärmeverteilung und die Art der Wärmeerzeugung haben i.d.R. nix miteinander zu tun.
Gruß gf





@Günter Klar mag ich Pellets, und wenn man das nötige "Kleingeld übrig" hat, warum nicht? Auch braucht man den zusätzlichen großen Pufferspeicher, das will erstmal bezahlt werden! Außerdem nen trockenen Lagerraum und und und. Ich finde auch andere Arten von Heizung toll (Erdwärmepumpe), aber wer kann denn schon diese hohen Bohrungskosten bezahlen? - Auch Fotovoltaik ist klasse, hat mein Kollege für 50 Tausend Mark auf den Dach. Aber *sing*: "Weeeer solll dassss bezaaaahhhhlllleeeennnnn...". Bei so ner "Holzheizung" ist es halt günstiger, wenn man mit höheren Vorlauftemperaturen fährt, weil dann nicht soviel kaltes Wasser zugemischt werden muss. Dass es mit niedrigen VL-Temperaturen auch geht, ist klar, nur der Nutzen ist bei höhren VL-Temp. höher.

@andras, gib mir mal Deine Faxnummer, ich fax Dir was zum Thema Abgasanlagen bei Festbrennstoffheizkesseln und Wechselbrand-Heizkessel-Kombinationen (habb ich grade bei meinem Kollegen auf'm Schreibtisch gfunden). Grüße Annette





Schon klar, Annette. Mir war auch nicht mehr fröhlich zu Mute, als ich den Preis der Firma Fröling las, aber letztlich haben mich die Daten überzeugt und die Möglichkeit, auch das billige Brennholz hinten aus dem Wald verfeuern zu können. Wir müssen halt die ersten Jahre im wohltemperierten Haus wahrscheinlich auf Obstkisten sitzen wegen Kleingeld und so. Aber über Heizung fang ich keine Diskussion mehr an. Was "rechnet" sich denn schon und wie? Rechnet sich ein altes Haus? Lohnt es sich, Lehm an die Wand zu pappen? Ich baue halt gern mit einem guten Gefühl. Das kann man mit einer Elektrospeicherheizung auch haben.
Abends gehe ich oft einen Hügel am Dorfran hoch. Da schau ich dann in den Sonnenuntergang, und ich sehe die Dampfwolken aus dem AKW Grafenrheinfeld und zwei Windräder am Horizont. Wenn meine Kinder mal ein bisschen größer sind, muss ich Ihnen das erklären. Für sie mach ich ja das ganze Gebuckel auch ...
Gruß Günter



@günter



Klar lohnt es sich, Lehm an die Wand zu pappen :-) *kleb kleb schmier*. Und weisst Du was? Wenn ich morgens ins Büro komm, krieg ich immer zuerst einen Hustenanfall. Wer weiß, was da im Büro verbaut wurde. Außerdem ist nix schöner braun als Lehm *nichtganzernstmeinentu*. Außer vielleicht Nutella ;-). Und nix klebt so schön. Überall. Nun ja, ich glaub nicht, dass eine Elektrospeicherheizung... aber ich weiß, was Du meinst, lassen wir das *hihi* *iiiiiiiih Elektrosmog*... - da muss man dann METERHOHE Rosenquarze aufstellen ;-). Für die Umwelt ists auf jeden Fall gut, mit Holz zu heizen, nur: Warum sind umwelt"schonende" Sachen immer SO teuer? *seufz*. Grüße Annette (die auch schon neben nem Atomkraftwerk gewohnt hat)



Ja Günter,



Tüfteln macht Spaß. Seit letzter Woche haben wir die
von uns selbst erstellten und vermaßten Pläne fertig.
Sieht natürlich nicht wie ein professionelles Architektenaufmaß aus. Die Küche hat inzwischen schon die 3. Position, das Erdgeschoss wird sowieso ganz anders (und das jeden Tag) und diese (welche auch immer) Heizung bekommt auch noch ihren Platz.
Das Herz und die Überzeugung sagt Pellets, der Geldbeutel ...naja, lassen wir das. Wir haben ja noch bis zum 1.11. Zeit bis uns der Schornsteinfeger unsere jetzige Heizung Bj. 1973 abdreht. Es gibt ja auch noch Kaminöfen die mit Pellets laufen (dann Sackware), die können zur Heizungsunterstützung an den Heiwasserkreislauf angeschlossen werden, wäre immerhin ein Kompromiss.



Kaminöfen an Heizung



... wäre auch nicht das Problem, wenn so ein Teil nicht um die 5 Tausend Euro kosten würde... ich sags ja mal bloß. Grüße Annette



Illusionsräuberin



Du bist so schrecklich realistisch Annette. :-)



*hehehe*



Nein nein, ich bin *ähm* war voller Illusionen, bevor wir das Haus hatten. Aber wenn schon ein Handwerker 50 Euro pro Stunde + MwSt will, dann vergehen einem die Illusionen schnell :-). Und tolle Sachen wie Pellets oder Warmwasserbereitung über Solar oder Erdwärme sind - zumindest bei unserem Hausprojekt - nicht mehr drin. Dafür haben wir andere schöne Sachen (Heizleisten). Was ich Dir gestern gefaxt habe, der "Logano S131", das ist der Holzofen, den man dazwischenschalten kann, der dann, wenn er ausgebrannt hat (und: er muss nicht vom Schornsteinfeger gemessen werden!!!), automatisch wieder auf Gas oder Öl umschaltet, der kostet nur 2,650 Euro (also wie ein neuer Kaminofen halt - nur heizt er das Heizungswasser und das Trinkwasser). Also ein richtiges Schnäppchen (schade, dass ich mich mit sowas nicht schon vorher befasst habe, den hätt ich nämlich auch gern gehabt). Ich weiß halt, dass im Enddefekt doch alles mehr kostet als geplant. Deswegen ist auch unser Puffer von 30 T Euro schon aufgebraucht :-( - und das ging schneller als erwartet. Ok, ich werde Dir in Zukunft nimmer die Illusionen rauben, versprochen *grins*. Grüße Annette PS: wir sollten alle mal unser Glück beim Günter Jauch probieren, oder?





Bloß nicht. Da bewerb ich mich schon dauernd.
Günter



@günter



ja, das wär doch klasse. 10 Forumsmitglieder auf dem heißen Stuhl. Einer kommt dann bestimmt dran ;-) (obwohl ich nicht weit kommen würde, aber für 16 T Euro würds glaub ich reichen - und das würd ja auch widerum für unser Dach reichen). Was macht Dein "Saufgelage" (nach jedem abgeschlossenen Schritt n Sekt)?





@annette: Inzwischen Trinken wir wohltemperierten Rotwein in unserem Großeschmidt-geheizten Wagenhäuschen. Alles pelleti!
Günter (Hihihicks)