Welche Heizung

30.10.2012 Bine


Hallo liebe Foris,
jetzt lese ich schon seit Tagen und Stunden und bin kein Stück schlauer.

Ich erwäge ein Fachwerkhaus von 1840 zu kaufen. Lehmgefache, keine Aussen und Innendämmung. Bisher wurde mit alten Nachtspeicheröfen geheizt, es gibt auch einen Ofen im Wohnzimmer. Warmwasser gibt es über Durchlauferhitzer.

Wohnfläche 84 qm, Nutzfläche 45 qm. 2 Etagen. Gute Deckenhöhe, lediglich ein Raum ist sehr niedrig. Es gibt Wohnzimmer, Schlafzimmer, Ankleide, Büro sowie Bad und Küche. Eine Diele im Eingang und die Treppe hoch die andere Diele. Das Haus hat einen Sandsteinkeller.

Gasanschluss gibt es nicht.

Konventionell ginge also:
- Ölheizung (der Keller ist wohl nicht geeignet für einen Öltank?)
- Gasheizung (Gastank im Garten verbuddeln)

Gibt es hier Erfahrungen mit Luftwärmepumpen? Erdpumpen?

Über Infrarot habe ich sehr kontrovers gelesen, dass ich gar nicht weiss, was ich da glauben kann.

Am liebsten wäre mir mit erneuerbaren Energien zu gehen, sprich Solaranlage (wenn ich die Genehmigung bekomme).
Ob eine Pelletheizung ginge weiss ich nicht, da der Sandsteinkeller sehr klein ist und eine geringe Höhe hat.

Natürlich bleibt der Kachelofen - gibt es da eine Möglichkeit den in eine Anlage mit einzubeziehen?

Sinnvolle Links helfen mir auch weiter - aber bitte nicht das Haustechnikforum, da hab ich nichts gefunden.

Habe heute auch mit einem Heizungsbauer telefoniert und der legte mit den Pelletofen ans Herz und hat grob mit Kosten für 45000 bis 55000 gerechnet. Das kann und will ich mir nicht leisten. Weder nach Abzug der optimalen Förderung von 7000 Euro noch mit dem KfW 1% Kredit (falls man den denn bekommt).

Mir reicht schon eine generelle Info, dass ich mich kundig machen kann und beim nächsten Telefonat zum Einholen von Angeboten nicht ganz so wie der Ochs vorm Berg stehe. Ich hatte mehrere Heizungsmenschen angerufen, aber die halten sich bedeckt, bis auf den einen mit der groben Hausnummer...

Daaaaaaanke!!!



Womit heizen denn die Nachbarn?



Hallo Sabine,

ein paar weitere Ideen:

Womit heizen denn Deine zukünftigen Nachbarn? Und da besonders die, welche in den letzten Jahren auf modernere Heizsysteme umgestellt haben. Nachtspeicheröfen sind ganz schön "out"...

Auch Öltanks kann man im Garten verbuddeln, siehe "Ich bin zwei Öltanks" (http://www.ichbin2.de/) - die Werbung gibts irgendwie schon ewig.

Mindestens 45.000 Euro für Pelletheizung wundert mich doch sehr. Da läuft was schief...

Bei Euch in der Gegend sollte man Holz relativ günstig bekommen können, vielleicht wäre auch ein Kamin mit Wassertasche eine Option.

Musst / möchtest Du das Haus - wenn Du es denn kaufst - ungedämmt lassen? Oder hast Du vor daran etwas zu ändern? Davon hängt ab, wie viel Energie das Haus später mal braucht - und natürlich auch, welches Heizsystem am besten passt.

Viele Grüße

Dirk (der grade endlich die Entscheidung fürs Heizsystem getroffen hat...)



Kosten für die Pelletheizung



Hallo Sabine,

die genannten Kosten für die Pelletheizung sind schlicht zu hoch. Wir haben 2010 für eine Pelletheizung eines namhaften österreichischen Herstellers (12 kW) mit kleinem Pelletreservoir (400 l + 30 kg) inklusive Verlegung der Leitungen, Heizleisten für 120 qm Wohnfläche und Warmwasserbereitung (300 l Speicher) ca. 25.000 € bezahlt. Das schloss natürlich Abdrücken und thermischen Abgleich mit ein.

Einen Holzküchenherd (Wamsler, ca. 1000 €) und einen ummauerten Schwedenofen (Otto, < 500 €) dazugerechnet komme ich niemals auf Kosten für 45000 bis 55000.

Und wenn Sie günstigere Hersteller wie ATMOS aus Tschechien mit ins Auge fassen, lässt sich sicher für unter 15000 Euro eine für Ihre Hausgrösse passende Anlage realisieren.

Beste Grüsse



Ratschlag:



Bitte suchen Sie sich einen fachwerkerfahrenen Architekten, mit dem Sie genau diese und alle anderen Fragen vor dem Kauf erörtern.

Als Nicht-Fachmensch, der sich zum ersten Mal im Leben mit dem gesamten Kosmos aller Fragen rund um die Fachwerksanierung auseinandersetzt, werden Sie sehr schnell den Überblick verlieren.

Den brauchen SIe, weil alle Maßnahmen zusammenhängen und sich wechselseitig beeinflussen: Heizung, Dämmung, neue Fenster, Haustechnik, Sanierungsstau, Feuchteprobleme, individueller Innenausbau.

Sie können am meisten Geld und Nerven sparen, wenn Sie sich eine gute FAchplanung leisten. Alle Versuche von Selbersanierern, diese Planungsleistungsleistung einzusparen, weil die Honorare dafür vom Etat für die eigentlichen Baukosten abgezogen werden müssen, führen früher oder später in´s planerische, baukonstruktive und finanzielle Chaos.

Sie sollten auf Jeden FAll vor dem Kauf mit fachkundiger Hilfe das Haus begutachten lassen und den unvermeidlichen Sanierungsumfang klären, der mit dem unmittelbaren Substanzerhalt des Gebäudes verbunden ist und einem Ausbau zu einem zeitgemäßen Wohnstandard.

Auch hier der ernüchternde Satz zum Schluß: Neubauen kommt preiswerter.



Bevor Sie sich



Gedanken über eine Heizung machen, sollten Sie vor dem Kauf, wie Herr Pickartz schon geschrieben hat, den Sanierungsumfang ermitteln. Alles andere macht vor dem Kauf keinen Sinn.

Grüsse Thomas



Schon mal Danke



Danke für die Antworten - auch die privaten! Ich bin dabei dies alles zu Sichten und zu lernen.

Zu den letzten beiden Antworten: Klar natürlich, da habt Ihr absolut recht!!! Dies läuft parallel - mir geht es um Erfahrungen bzgl Heizungsanlagen. Damit ich wenigstens etwas mitreden kann bzw. schon weiss, wenn ich in die Diskussion gehe mit der Fachfirma und einfach schon Grundlagenwissen habe, was geht und was nicht. Das Thema Kaufentscheidung, Beratung von Fachleuten, Begutachtung habe ich in einem anderen Thread.

Melde mich später noch mal.

Sonnige Herbstgrüße aus dem schönen Lahntal
und in Erwartung all der Halloweenkinder, die heute abend vorbeischauen :-))))
Sabine



Erneuerbare Energie



Hallo!

Ich bin kein Profi, aber so viel ich weiss muss man bei einer neuen Heizungsanlage 10% erneuerbare Energien mit einspeisen. Das geht mit "Nur-Gas" bzw. "Nur-Öl" nicht.

Man müßte eventuell Solarkollektoren oder eine Wärmepumpe mit installieren.
Oder Biogas... aber gibt es das als Flüssiggas?

Was ich auch nicht weis ist, wer und ob sowas überhaupt kontrolliert wird. Und was passiert (Strafe?) wenn man das Gesetz missachtet.

Wollte es nur mal ansprechen

Gruß,
Sandra



Ja Ja



bitte jetzt mal den Ball Flach halten, es kommt immer auf das Bauwerk darauf an, ein gesamt Konzept ist ausschlaggebendend und mehr nicht.....

Grüsse Thomas