Heizung mit Zentralheizungsherd




Hallo,
Ich bin der David und habe vor einem Jahr ein Fachwerkhaus von 1769 mit einer Wohnfläche von ca 90 Kwadrahtmeter gekauft und bin grad mitten in der Renovierung. Das Dach ist nun gedämmt und fertig und auch die Fenster sind alle neu. Jetzt gehts an den Innenausbau. Ich möchte eine Holzzentralheizung einbauen mit Zentralheizungsherd. Heute hab ich einen gebrauchten Herd von Föbi mit 20kw ersteigert und hab nun viele Fragen über die genaue Ausführung der Heizungsanlage, da ich so viel wie möglich sebst machen möchte, weil ich kein großes Budget habe.
Ich möchte auch die Heizungsanlage so primitiv wie möglich halten und würde am Liebstne ohne Warmwassertauscher und Pumpe aukommen. Nach Absprache mit dem Schornsteinfeger brauche ich aber wohl doch einen Pufferspeicher, eine Thermische Ablaufsicherung und Rücklaufanhebung. Nun möchte ich zumindest die Heizkörper und den Pufferspeicher kaufen und hinstellen, so dass der Installateur lediglich die Komponenten mit Rohren verbinden muss. auf was ist noch zu achten?



Faustformeln



Natürlich brauchst Du TAS & Co... Du wirst auch eine witterungsgeführte Mischergruppe brauchen, ergo mindestens zwei Pumpen und eine Regelungsautomatik, die das ganze steuert...

Pufferspeicher: Der Puffer soll die wasserseitige Heizenergie von 7 bis 8 Stunden Dauerbrand aufnehmen können. Das führt zur Faustformel von mindestens 80l EFFEKTIVEM Speichervolumen, besser 100l, je kW wasserseitiger Nennleistung. Effektives Volumen bedeutet Abzug von Wärmetauscher-Volumina und berücksichtigung von nicht nutzbarem Volumen, z.B. durch Schichtung.
Heißt also beim 20kW-Ofen mit 17,5kW wasserseitig rund 2000 Liter NENNvolumen des Puffers... Wie wird denn Warmwasser bereitet?

Heizkörper: Die Dimensionierung der Heizkörper orientiert sich an der Heizlast der einzelnen Räume im Auslegungsfall, also wenn es draußen über längere Zeit bei klirrender Kälte stürmt und schneit, in Eurer Region werden dafür -14° angesetzt. Als Faustformel ohne nähere Betrachtung würde ich als Vordimensionierung im ungedämmten Altbau mit neuen Fenstern von 100-150 W/m² ausgehen, im gedämmten DG von 80-120 W/m²... "zu groß" gibt es hier eigentlich nicht, höchstens zu ungleichmäßig... Für die genaue Berechnung gibt es Fachplaner auf Ingenierbasis, eigentlich sollte aber auch jeder Heizungsbauer die Berechnungsgänge ebenfalls draufhaben. Anzumerken ist noch, dass sich die Normleistungen von Heizkörpern nach EN 442 auf die Bedingungen 75/65/20 beziehen, also 75° Vorlauftemperatur, 65° Rücklauftemperatur, 20° Raumtemperatur, bei Angaben nach (inzwischen längst abgelöster) DIN 4701 auf 90/70/20. Bei geänderten Betriebsbedingungen muss das entsprechend durch Umrechnung berücksichtigt werden. Es macht Sinn im Sinne von "Zukunftssicherheit", die notwendige "System-Spreizung", also die Vorlauftemperatur und die durch die Raumheizlast sich ergebene Rücklauftemperatur durch Wahl von leistungsmäßig großen Heizkörpern so gering wie sinnvoll möglich zu gestalten, ein Betriebspunkt von 55°/45° ist da schon fast die oberste Grenze...

Eine ganz wichtige Geschichte ist der "hydraulische Abgleich". Am einfachsten geschieht das bei reiner HK-Beheizung durch den Einbau von voreinstellbaren Thermostat-Ventilen. Die gibt es von allen namhaften Herstellern, sei es Heimeier, Oventrop, Danfoss, MNG, Herz, Giacomini um nur ein paar zu nennen, in Verbindung mit absperrbaren Rücklaufverschraubungen. Bei Ventilkompaktheizkörpern sind dann damit halt die entsprechenden Einsätze gemeint. Es geht auch anders, aber dazu braucht man dann eben einstellbare Rücklaufverschraubungen in Verbindung mit Standardventilen, sowie viel Erfahrung und eine ruhige Hand... hat kaum noch ein Heizungsbauer... Idealerweise werden die Heizkörper und auch die Leitungen und Ventile so dimensioniert, dass kein Abgleich notwendig ist, aber das ist dann auch ein Abgleich...



David



Hallo und willkommen auf Fachwerk.


Zuerst mußt Du Dich bei Barkas.de anmelden.... sfg

Den Begriff "Kwadrahtmeter" muß ich mir mal merken. Ist sicher GndR....


Was Deine Heizungsanlage angeht, hat Sebastian schon Einiges gesagt. Anmerken würde ich auf jeden Fall noch, die Heizkörper in den Räumen so groß wie möglich zu machen. Das senkt die Vorlauftemperatur und veringert die Oberflächentemperatur der Heizkörper bei gleicher Heizleistung.
Ich würde auch nicht in solch einem schönen Haus zu Plattenheizkörper ala Baumarkt dendieren, "unsichtbare" Alternativen sind idR etwas teurer aber passender



Grüße aus dem Barkasfahrenden Österreich


Andreas



Danke



Danke für die Hinweise.

Bei barkas.de bin ich doch schon angemeldet ;)
Gut mit dem Tip möglichst eher größere Heizkörper zu verwenden. Dann kann ich vielleicht auch den Pufferspeicher etwas kleiner auslegen als nach Sebastians Faustformel, weil ja die Hayzkörper dann auch einen Teil des Warmwassers aufnehmen. Dann installiere ich in den beiden Talseitigen Kellerräumen auch gleich einen ordentlichen Heizkörper, die dann halt nie komplett zugedreht bleiben, um die 17kw heisses Wasser irgendwie verarbeiten, dass es in der Wassertasche im Ofen nicht zu heiss wird.
Bisher wollte ich eigentlich nur einen 500l Puffer einbauen. Auch weil ich öfter mal ein Wochenende oder länger weg bin und dann schnell das Haus warmkriegen muss. Wenn dann erst 2000 Liter im Pufferspeicher erwärmt werden müssen, bis die Heizkörper warm werden, dann ist das ja doof.



Notkühlung



Ohne Pumpen usw. wird es nicht gehen.

Wichtig ist auch was passiert wenn der Strom ausfällt, aber noch ein paar dicke Scheite im Ofen sind. In einem französischen Artikel sah ich dafür eine Notkühlung mit Leitungswasser wenn der Herd überhitzt.

Zur Bemessung von Heizkörpern gibt es z.B. Danfoss Danbasic, kostenloser download.



Ich glaube



Ich glaube
Du solltest Dir fachliche Hilfe beim Entwurf und der Planung der Anlage holen, oder zumindest auf das hören, was man Dir zu Deiner Frage als vernünftige Antwort gibt... wo Du was dann kaufst und wer es dann wie und wann einbaut, ist eine nachgeschaltete Frage...
Mit 17,5kW Dauerbrandofen einen 500l Puffer füttern zu wollen ist Quatsch... die genannten 2000l sind die UNTERGRENZE... Die Frage nach der Warmwasserbereitung bleibt...



Warmwasser wird mit Durchlauferhitzer bereitet



Warmwasser zum Duschen wird mit Durchlauferhitzer bereitet und ansonsten im Wasserkessel auf dem Küchenherd. Dass das System leider bei 2 Stockwerken nicht als Schwerkraftanlage ohne Elektropumpe betrieben werden kann, habe ich schon hingenommen.
Soviel ich weiss ist die Funktion der Thermischen Ablaufsicherung nicht Stromabhängig, so dass der Herd zur Not auch bei Stromausfall befeuert werden könnte. Das ist wohl auch mit "Leitungswasserkühlung" gemeint, weil im Falle einer zu hohen Wassertemperatur das heisse Wasser in den Abfluss befördert wird und dafür frishces kühles Leitungswasser ins system nachgefüllt wird.
Von den geplanten 500 Liter Pufferspeichervolumen habe ich mich schon schmerzlich verabschiedet. allerdings weiss ich noch nicht genau, wo ich 2000Liter Wassertanks plus Isolierung in dem kleinen Haus unterkriegen soll....
Vor einigen Wochen war ich bei einem Freund, der eine ca 40-50 Jahre alte Zentralheizungsherd-Heizung in seinem Fachwerkaus hat und das ganz ohne Pufferspeicher, oder Pumpe. Da sind einfach faustdicke Rohre im Haus und er hat in der Küche den Herdofen an und die anderen Zimmer werden verhältnissmäßig halt auch ein bisschen warm... im Wohnzimmer stand dann noch ein Einzelofen um bei Bedarf so richtig warm zu machen. Sowas in die Richtung hatte ich mir eigentlich ursprünglich vorgestellt, aber es ist wohl doch ein Stück komplizierter:(





nun ist der Ofen ja schon gekauft, so dass es diesbezüglich eigentlich keine Alternative mehr gibt.

man muss halt bedenken, dass 20 kW einem Holzverbrauch von kanpp 5 Kg / Stunde gegenüberstehen.
In dem von SH genannten Beispiel mit einer Feuerungsdauer von 7-8 h also 30-40 kg.

Wenn ich richtig gegoogelt habe, ist der Feuerraum nicht sonderlich groß, so dass man nicht erwarten darf, dass man ohne mehrfach nachzulegen, den Pufferspeicher voll bekommt.
Man muss also zum heizen zu hause bleiben!

Dann kommt mir noch merwürdig vor, dass von den 20 kW nur 2,5 kW Strahlungswärme am Aufstellungsort verloren gehen sollen, das wäre vergleichsweise wenig.
Ich schreibe das nicht wegen des Wärmeverlustes, sondern wegen der "Abwärme" am Aufstellungsort. Da wird es recht "kuschelig" werden.

Bleibt eigentlich nur die Möglichkeit, den Ofen so aufzustellen, dass der Strahlungsanteil sinnvoll genutzt werden kann und dass der Fußweg zum Holzlager nicht allzu weit ist.

Gutes Gelingen

wünscht

G



Das mit dem Ofen



Ich habe grade erfahren dass der Herd die Variante 130 also mit 25kw ist. Das wären dann 21,5Kw wasserseitig. Ich denke dass der Herd damit deutlich überdimensioniert für mein kleines Häuslein ist. Dann müsste ja ergo noch ein größerer Wasserspeicher in den Keller.
Ich versuche jetzt mal den Verkäufer zu erreichen und vom Kauf zurücktreten.
Außerdem wiegt das gute Stück 485 Kilo und ich habe etwas Angst dass mein 45PS Bus das nicht packt und 400 Kilometer bis zum Starnberger See sind grad auch nicht um die Ecke.
Die Kosten für Spedition ist mit ca 200€ genau so teuer wie der Herd.
Also Thema Föbi ist aus.
Dann werde ich doch lieber einen Serbischen mit Backofen kaufen, der wird sogar bis an die Tür geliefert...





Überleg doch einmal, ob Du nicht mit einem handwerklich hergestellten Grundofen an optimaler Stelle in dem kleinen Haus plaziert, ohne das ganze Wasser Gedöns nicht besser hinkommst. (gibt es sogar zum Selbst-Aufbau).

Dazu eine kleine Gastherme für WW + Heizung für die Räume die mit dem Grundofen nicht bedient werden können.
Ein- oder zweimal am Tag auflegen, Gasheizung nur wenn nötig und bei Abwesenheit.

Die ganze technische Anlage für die Wasser-Nummer ist doch recht kompliziert und teuer und keinesfalls wartungsfrei.

So ein Grundofen gibt Wärme über viele Stunden ab, je nach Klappenstellung auch in Form von Warmluft für des OG, wenn man die Türen offenlässt.

Ich bin jeden Tag traurig, wenn ich nicht einheizen darf (einmal 20 Kg), und meine Damen auch!

Gruß

G



Konzept



Ich würde das Konzept noch mal überdenken... Mit "sparsamen" Heizen in Verbindung mit aktuellem Lebensstandard hat das da bei bei Deinem Kumpel und wie Du Dir das so denkts wenig zu tun...

Mal bei Null anfangen... ist jetzt ein guter Zeitpunkt dafür...

Heizlast nach Norm hin oder her, plusminus ein paar kW... Was passiert beim "Durchschnittstsheizen" gegen 5-6°C?... oder gar im Sommer ohne wasserseitige Wärmeabnahme? Der Ofen kann nicht weniger, denn kochen/backen/warmhalten wollt und müsst ihr doch auch, den Überschuss muss der Puffer schlucken, dafür ist er da, ergo muss er dicke Backen machen, wenn es denn definitiv kein "Backup-System" gibt oder geben soll, finanzielle Gründe sind durchaus ein Argument...
Rein konzeptionell würde ich raten, Heizen und Küche zu trennen... stell Dir 'nen Holzvergaser mit 20-30kW mit dem passenden Puffer in den Keller, dann ist auch übers Wochenende Ruhe und 'nen kleinen Herd ohne Wasserführung in die Küche, wenn es denn schon Holz pur ohne "Backup" sein soll...

Nebenbei: Mit Holz zu heizen ist unter Berücksichtigung des gesamten Aufwandes und der Effektivität nur dann eine preisliche Alternative, wenn man nun wirklich eine dauerhaft billige Quelle und das entsprechende Equipment, Zeit und Arbeitskraft mitzubringen bereit ist...



Ofen



Naja, im Moment ist es dort auf der Baustelle so ähnlich wie das Grundofenprinzip. Es steht ein Ofen in der Küche und die Türen sind offen, um während der Umbauphase im Laufe der letzten 24 Monate die Hütte trocken zu halten (und um den ganzen Laminatbodenscheiss vom Vorbesitzer zu entsorgen)
Aber durch die Raumaufteilung ist das nicht praktikabel.
In den siebzigern wurde in dem Haus eine Ölofenheizung mit Zentralversorgung mit Pumpe im Keller eingebaut, aber da waren auch 2 Räume wegen der Position den Schornsteins unbeheizt.

"Aktueller Lebensstandard" ist mir nicht so wichtig (sonst hätte ich mir dieses Fachwerkhaus nicht gekauft)
Momentan "hause" ich zur Miete in einem alten unisolierten Haus ohne Keller drunter und hab in 4 Zimmern 4 alte Holzöfen stehn. Das heisst wenn ich länger weg bin ist die ganze Hütte ausgekühlt und bei frostigen Temperaturen wirds auch nie so richtig warm, weil von unten der kalte Fliesenboden und oben der unisolierte Dachboden...
Was mich an der Holzzentralheizung mit Küchenherd so reizt ist die Vorstellung, im Winter heimzukommen und einen Ofen anzumachen und die anderen Zimmer werden auch ein bisschen warm... Die letzten 6 Jahre über ohne Zentralheizung hat sich immer mehr so entwickelt, dass ich nur noch den Küchenherd befeuere und die Schlafzimmertür offen lasse, das bedeutet ich nutze nur einen Bruchteil der gemieteten 100 Kwadrahtmeter und habs trotzdem nicht richtig warm.
Da sind die 500€ Kaltmiete wirklich buchstäblich "Kaltmiete"



Hm,



da würde mich interessieren wie das bei unseren Nachbarn funktioniert. Deren Anlage ist von 1984 und ich kenne sie leider nicht in Betrieb. Das Haus ist ziemlich klein (45 m2 Wohnfläche auf 1 Stockwerk) und die Heizung ist folgendermaßen aufgebaut: Zentralheizungsherd mit Pumpe und Boiler-Sicherheitsgruppe, als einziger Puffer ein eigentlich elektrischer Warmwasserspeicher mit grob geschätzt 80 l, der mit einer Pumpe auch vom Zentralheizungsherd beheizt werden kann. Sehr genau konnte ich mich mit der Heizung bei einer kurzen Besichtigung allerdings nicht beschäftigen (und wollte das auch nicht, das Haus stank zum Himmel).





Ich bin jeden Tag traurig,wenn ich nicht einheizen darf und meine Damen auch!

Da sieht man mal das so n Ofen nicht nur warm macht ,sondern auch noch Lebensfreude schenkt :-)

Grüße Martin



Herdkessel



Einige Probleme wurden schon angesprochen.
Hier noch einige Anmerkungen, so als Denkanstoß.
20 kW sind für neunzig Quadratmeter Wohnfläche deutlich zuviel.
Wird die gespeicherte Energie nicht abgenommen, geht die TAS in Betrieb und die "schöne Wärme" in den Abfluss.
Man kann auch das Feuer ausgehen lassen, wenn der Speicher voll ist. Was ist dann mit kochen?
Auf Teillast fahren mögen weder der Schornstein noch der Kessel.
Bei diesem Wärmeangebot auf WW aus der Heizung zu verzichten und stattdessen DE zu installieren ist nicht sinnvoll.
Je größer der Heizkörper, desto niedriger die benötigte Heizmitteltemperatur, aber auch desto teurer. Eine Wandheizung wäre eine Alternative.
Am besten einen Fachmann vor Ort mit einer Beratung beauftragen.