Wärmeübertragende Auffüllschicht für Fußbodenheizung

05.01.2008



Wir suchen nach einer geeigneten Auffüllmasse zwischen den Heizschlangen der Warmwasser-Flächenheizung. Aufbau ist bisher folgender: Brettstapeldecke 16cm, Rieselfolie, Kreuzlattung 9cm, ausgefüllt mit Blähton, lehmgebunden, Heizschlangen 16mm zwischen 22mm Lattung zur Befestigung von 22mm Lärchendielen. Zur besseren Wärmeübertagung bevorzugen wir eine gebunden Masse. Konventionell wird z.B. Bodenniviliermasse von Xella angeboten. Gibt es irgend etwas biologisches?
Die rege Diskussion über Sinn und Unsinn von Dielenboden über Flächenheizung ist mir bekannt. Danke im Voraus für jedwede Tipps, wie man sie nur hier findet.
Grüße, Tom



Lithotherm



Zum Anfang:
Welchen Sinn macht die Rieselfolie auf der Brettstapeldecke?
Wenn, dann sollte es wenigstens ein Vlies sein!
Auf Ihre vorhandene Schüttung eine dünne Holzweichfaserplatte verlegen, darauf dann die Lithothermelemente mit den integrierten Heizleitungen und mittels dünnem Vlies den Holzboden auf den Leisten befestigen.
Dieses System ist mit einer integrierten Latte für Holzböden zu haben.

Fachliche Grüße

Udo Mühle



Da die Heizung ja schon liegt,



ist Lithotherm kein Thema mehr. Ich hatte eh den Trockenaufbau von www. ripal.de vorgezogen, der sehr gut unter Dielung funktioniert.

In Ihrem Fall sollte doch gerade vom Udo geprüft werden, ob man das Ganze mit Lehm ausstreichen kann. Trocken wird es ja dank FBH schnell.

Was die wie auch immer beschaffene Masse leisten muss, ist die möglichst gleichmäßige Wärmeverteilung, was Ripal sehr gut schafft.

Grüße

Thomas



Wärmeübertragende Auffüllschicht für Fußbodenheizung



Danke für die beiden Antworten, die mir einen Schritt weiterhelfen. Ich vergaß allerdings die Holzweichfaserplatte von Gutex zu erwähnen, die über der Rieselfolie und unter der Lattung liegt.
Für die bereits verlegten 2 Räume werde ich wohl Lehm wählen, wobei ich gerne noch einen Tipp zur Zusammensetzung bräuchte. Ich würde aus dem Bauch heraus eine Lehm-Sandmischung 1:3 wählen und dies mit wenig Wasser (erdfeucht) einbauen. Wäre eine langsame Trocknung bezüglich Rissbildung nicht sinnvoller?

Das Ripal-System, mit dem ich mich zur Genüge auseinandergegesetzt habe ist, mir ersten zu teuer und zweitens wegen des hohen Metallbedarfs nicht ökologisch genug.
Die Rieselfolie macht für mich deshalb Sinn, da unsere holzdübelgebundene BSD Spälte aufweist, die Staub , etc. durchlassen und die Decke erstmal nicht verkleidet wird.
Für Räume mit mineralischem Belag habe ich mich bereits für Lithotherm entschieden und sehe beim Einbau bezüglich der guten Anleitung auf deren Homepage keine Probleme.
Danke mal für die schnelle Beantwortung
Tom aus Lenzkirch-Grünwald



Lehm-Sand-Füllung



Ein Selbermischen vorallem mit Wasser würden wir dringendst verwerfen.
Zu hohe Einbaufeuchte und enorm lange Austrocknungszeit.
Versucht eine fast "trockene" Lehm-Holzspäne-Schüttung im BigBag zu bekommen und auch hier müssen einige Wochen an Durchtrocknungszeit beachtet werden.
Und wie schaut es mit einem Lehmpaneel aus?
35 mm stark und 1250 mm lang und 295 mm breit?
Da kann man die Leitungen auch versenken, denn es bestehen Kanäle bereits, die man nur öffnen muß.

Rückfrage dazu an uns und weitere Details zu dieser Platte können telefonisch (035936-45398 / 0160-7226041) besprochen werden.

Überlegende Grüße

Udo



@ Thomas



Wurde der beschriebene Aufbau unter Dielung 'mal gerechnet? Ob das so als Alleinheizung reicht, zeigt vermutlich erst die Praxis. Im Passivhaus sicherlich, im mindergedämmten Altbau wohl eher nicht. In Dämmstoff (Blähton) würde ich die Leitungen jedenfalls nicht legen.Auch lehmgebunden dämmt das Ganze recht gut.

Holz ist nun 'mal ein Dämmstoff. Die Ripal-Variante hätte den Vorteil sehr guter (und schneller) Wärmeverteilung bei moderaten Vorlauftemperaturen geboten. Durch den punktuellen Direktkontakt und die im übrigen profilierten Bleche eine sehr gute Wärmeübertragung gegeben.

Ökologie? Die Verwendung von Metallen an sich ist weder ökologisch, noch unökologisch. Sinnvoll eingesetzt helfen sie eben auch Energie sparen. Und letztlich sind die Bleche ja auch nicht weg, sondern später recyclebar.

Grüße

Thomas



Mann muß da Rad ja nicht neu erfinden, aber Risiko ist spannend



Hey, Ihr antwortet ja schneller als die Polizei erlaubt!
Zu Udos Antwort: Danke für die Empfehlung. Da es sich aber nur um verbleibende 20mm zwischen Blähton-Lehmaufbau und Unterkante Holzdielen handelt,in der die 16er FBH-Leitung liegt, dürfte die von mir erdachte Variante funktionieren. Mit Wartezeiten haben wir keine Probleme, da unser Anspruch an Qualität auf der Erfahrung basiert, dass alles seine Zeit braucht. Außerdem haben wir keinen Zeitdruck, da wir unbefristet gegenüber in einem alten Resthof wohnen.

zu @Thomas:
Wurde der beschriebene Aufbau unter Dielung 'mal gerechnet?

Nicht wirklich. Die Ganzhausholzheizung wurde von der Firma Welte, Eisenbach erstellt, die aus vielen Erfahrungen uns die Funktion der FBH´s shcriftlich versichert. Diese Vertauen ist sicherlich nicht auf viele Firmen übertragbar, aber die Referenzen und unsere bisherigen Erfahrungen sprechen für sich. Der Holzhausneubau in Ständer-Bohlenbauweise (Schwarzwaldstil, Firma Ganter, Hinterzarten)nach neuester Dämmtechnik wird seit Herbst mit halber Kraft von einem Kachelofen mit Wasserregister geheitzt und ist trotz vieler Noch-Lecks in der Haushülle mollig warm, auch bei -10 Grad Außentemperatur. Seit verlegen der FBH in 2 Räumen erst recht. Möglich, dass dies durch die Dielung wieder etwas zurückfährt.

Auch lehmgebunden dämmt das Ganze recht gut.

Der Blähton dient hier nur als Dämmung unter den Leitungen. Ein Lehm-Kies-Gemisch (0/8)mit wenig Wasser dürfte die notwendige Wärmeverteilzung gewährleisten.
Bedenken bestehen noch in dr Festigkeit bei einau zwischen FBH-Leitungen und eventuelle Knirschgeräusche.
Wie kann ich dem vorbeugen?





Ökologie? Die Verwendung von Metallen an sich ist weder ökologisch, noch unökologisch.

Die Herstellung und den Aufwand zum Erreichen der finanziellen Voraussetzungen schon. :-)

Tom aus Grünwald



Dann würde mich ergänzend...



...interessieren, mit welcher Vorlauftemperatur gearbeitet wird - ohne auch nur in Ansätzen bestreiten zu wollen, daß auch nichtgerechnete Varianten funktionieren können.

Grüße

Thomas



Vorlauftemperatur



Die Vorlauftemperatur ist mit 45-50 °C angegeben.
Angeblich hat doch eine Berechnung stattgefunden. Diese ist uns aber nicht ausgehändigt worden. Eventuell weil wir einige Positionen des Auftrages in Eigenleistung erstellen. Mittlerweile haben wir die Ausgleichsschicht in 2 Räumen erstellt. Sie besteht aus 4/5 Betonkies 0/16erKörnung, 1/5 grauer Lehm und etwas Stroh zur Armierung.Ich nenne das Material liebevoll Tom´s Biobeton (wohlweislich das die alten Römer auch schon damit geschafft haben) Nach 2 Tagen habe ich mit Hilfe der FBH die Schicht nachgetrocknet. Nach 6 Tagen ist sie jetzt offensichtlich trocken und hart. Beim Einbau hatten wir allerdings Bedenken, das Mehrverbundrohr durch das häufige Betreten des Raumes und das Verwenden von scharfkantigem Werkzeug zu beschädigen. Hier ist äußerste Sorgfalt angesagt, oder das Verwenden von Kupferleitungen.

Danke nochmal für Euren unterstützenden Rat, ohne dem wir sicher noch einige Zeit gezögert hätten.
Grüße aus dem Schwarzwald, Thomas Schulz



Der Vorlauf erscheint mir zu hoch...



...für den Lärchenboden (Lärche kann ein recht unruhiges Holz sein). Bei der erwähnten Ripal-Geschichte bestehe ich auf einer Vorlauf-Begrenzung auf max. 37 Grad, sonst schließe ich alle trocknungsbedingten Schäden aus meiner Garantieleistung für den Boden aus.

Der Boden wird zudem (wenn ich das richtig verstanden habe) nur auf 22mm-Latten geschraubt. Die mögliche Schraubenlänge (30mm?) für die Befestigung der Dielen ist zu gering. Die Latten werden hoffentlich mit dem Unterbau fest verbunden?

Wäre schön, wenn Ihr später 'mal über Euere Erfahrungen berichtet.

Grüße

Thomas



Erster Erfahrungsberricht von unserer selbstgebastelten Fußbodenheizung:



nach 3 monatigem Probelauf bis Ende der Heizphase (im Hochschwarzwald Anfang Mai) sind wir von dem Ergebis begeistert. Anfänglich kamen wir in dem Raum mit dünnem Fichtendielenbelag sogar ins Schwitzen, aber die Raumthermosthate sind noch nicht instaliert und am Heizverteiler wollten wir nicht groß rumfummeln. Leider hat sich trotz langer Trockenphase des Belages an den Stößen der Nut und Feder-Btretter dennoch Fugen gebildet, was offensichtlich damit zusammenhängt, dass sich die Bretter entsprechend ihres Rundwachstums bei Erwärmung aufstellen und es so zu leichten Fugenbildung kommt. am Lärchenboden konnten wir dies jedoch nicht feststellen. auch erwärmt sich dieser spürbar nicht so stark, das Zimmer erscheint dennoch angenehm warm.
Bis dato haben wir die Böden noch nicht abgeschliffen und gehen davon aus, damit noch eine Verbesserung zu erwirken.
Alles in allem kann ich unsere Variante insbesondere für Selberbauer und Leute mit kleinem Geldbeutel weiterempfehlen, möchte aber nochmal darauf hinweisen, dass die Gefahr das Mehrverbundrohr zu beschädigen beim Einbrin gen des ´´Biobetons `` groß ist, und somit höchste Sorgfalt geboten ist.
Zu gegebenr Zeit werde ich mehr berichten.
Und Danke nochmal für Eure Tipps!!
Thomas aus Grünwald