Heizung - Kombination Gas / Holz - kein Strom vorhanden

27.03.2018 F&S



Hallo Ihr Lieben!
Wir haben ein abgelegenes Haus ohne Strom (Holzbauweise, doppelwandig, ca. 150 Jahre alt). Das haben wir früher mit Öl beheizt. Die uralte Heizung (Heizwert stand nicht drauf) war dann kaputt und wir haben einen Gastank installiert und eine Gasheizung - ca. 6 kW - installiert. Die schafft aber leider bei weitem nicht genug - möglicherweise ist sie ein ineffektives Modell. Im Winter bleibt es einfach zu kalt im Haus.
Wir haben jetzt mehrfach gehört, dass es gute Kombinationsöfen für Holz und Gas gibt. Brennholz haben wir in ausreichender Menge - nur muss das Haus auch mal länger ohne unser Zutun warm bleiben und kann daher nicht ausschließlich gestocht werden. Wir überlegen, ob da eine Möglichkeit besteht, gewisse Grundwärme zu erreichen.

Gefunden habe ich beispielsweise dieses hier: https://www.spartherm.com/fileadmin/user_upload/spartherm/public/downloads/D_Kombifire.pdf
Laut Infos braucht das aber einen Stromanschluss zum Betrieb - der nicht möglich ist.

Kennt jemand von Euch eine Lösung? Oder eine wirklich effektive Gas-Lösung?

In der Suche bin ich leider nicht wirklich fündig geworden. Ggfs. bin ich aber auch nur mit den falschen Suchbegriffen rangegangen. Immer wieder scheitere ich am Stromanschluss - Sonderproblem, in der Tat.

Ich danke Euch für Eure Gedanken dazu und wünsche schon mal allen frohe Ostern!

Lieben Dank,
Frauke



Kaminofen nehmen?



Gastank heißt LPG?
Wie wäre es denn mit einem oder zwei Kaminöfen, wenn Ihr doch Brennholz habt?
Und zur Ergänzung oder wenn Ihr weg seid, wird das Gas doch für eine ausreichende Grundwärme sorgen.
Bei Abwesenheit muß es ja nicht kuschelig warm sein.
Kommt natürlich auf Hausgröße, Raumaufteilung, Energiebedarf etc an.
Als Beispiel:
Wir heizen den Wohnteil unseres Bauernhauses, 100qm über 2 Etagen mit einem Kaminofen 6,5kw im Wohn/Eßraum. Temperatur morgens immer noch ca 18°C. Tagsüber dann ca 22-23°C.
Lediglich im Bad läd Nachts ein Nachtspeicherofen. Die Temperatur steht aber auf "0". Die Ladewärme reicht für das Bad. Bei allen anderen Nachtspeichern habe ich die Sicherungen rausgemacht.
Von Oktober bis jetzt, also Ende März haben wir ca 6 Raumschüttmeter Holz verfeuert.
Der Wirtschaftsteil, ca 120qm, bekommt bald auch noch einen Kaminofen, obwohl dort keine Wohnräume sind.
Wenn bei Euch ein Kaminofen also relativ zentral aufgestellt werden kann, reicht das vielleicht schon.
Moderate Strommengen kann man notfalls selbst erzeugen. Auch ohne Aggregat.
Ein-bis zwei Solarplatten, Regler, Batterie und Stromwandler 12V-240V mit sinusähnlicher Kurve. Kostet nicht viel, reicht für viele Anwendungen.



2. Ofen wird eng



Hallo! Danke für die Vorschläge. Ein 2. Ofen würde problematisch in der Aufstellung. Das ist unsere Notlösung... Kaminofen und Gas.
Wir heizen das Haus nicht dauerhaft, weil es nicht dauerhaft genutzt wird, aber wenn wir da sind, sind wir oft den ganzen Tag über draußen beschäftigt - Waldarbeit etc. - und kommen dann abends in ein kaltes Haus. Müssten dann mit Holz vor dem Schlafen stochen, um Wärme zu bekommen... Wir haben vor langer Zeit beschlossen, dass das nicht sehr praktisch ist. Historisch bedingt ist die Isolierung leider nicht gut (auch daran planen wir mal wieder) sodass der Wärmeverlust schon merklich ist.
Stromerzeugung mit Solar haben wir bislang nicht ernsthaft versucht, weil mitten im Wald im Sauerland wirklich wenig Licht - geschweige denn direkte Sonne - zu kriegen ist. Liegt dafür einfach ungünstig in einem engen Tal. Dichte Fichtenwälder, recht steile Hänge. Möglicherweise würde es reichen, aber die Experten, die wir vor ein paar Jahren gefragt haben, haben uns quasi ausgelacht. Aber Technologie schreitet voran.

Lieben Dank für Deine Ausführungen. Für mein Bauernhaus suche ich auch noch nach einem schönen Holzfeuer-Herd. Wird ggfs. LaNordica. Da habe ich auch ganz andere Bedingungen und andere Hürden :D



Grundofen?



Könnt Ihr den bestehenden Ofen durch einen Grundofen ersetzen? Der hält lange die Wärme und würde auch, bei guter Planung, das ganze Haus mit heizen können. Nur so als Idee.



Dann ist der Ofen unpraktisch



OK, wenn tagsüber keiner im Haus ist, bringt der Kaminofen nichts.
Wie wäre es mit Holzvergaserofen und Speicher? Der kann auch im Keller oder Anbau stehen und wird einmal morgens und einmal Abends gefüllt und das war es. Geht teilweise mit Holzlängen von 50cm. Wenn der leer läuft, schaltet er automatisch auf das Gas um. Vielleicht kann man die Heizkörper, was Größe und Verteilung betrifft, noch optimieren.
Habt Ihr wenigstens Dach oder Dachboden gedämmt?

Eine Insellösung mit zwei Solarplatten würde ich auch im schattigen Tal versuchen, die bringen mittlerweile auch bei Beschattung ganz ordentliche Werte. Ich habe eine ältere Platte für den Garten. 2x 98Ah Autobatterien und einen sinusähnlichen Stromwandler für 30€. Damit läuft Beleuchtung (5W LED Lampen), Wasserpumpe im Brunnen, Laptop...bis 650 Watt. Hätte ich an Eurer Stelle längst mal getestet ;)



Solar kann ja echt viel, heute



Hi!
aus nostalgischen Gründen haben wir immer gut gefunden, keinen Strom zu haben und vermissen ihn eigentlich auch nicht. Wenn da nicht die Probleme mit der Heizung wären. Erstaunlich, was mit Solar heute geht! Ich werde mich mal einlesen! Danke sehr.
Ein Holzvergaser würde das Brennstoff-Thema ändern, klar, aber die kW-Menge bzw. Heizenergie kommt dann trotzdem nur aus dem Verbrennungsteil im Haus. (Heizkörper gibt es nicht. Heizen geht nur von dem Ofen aus.)
Ggfs. müssen wir einfach noch länger weitersuchen, welcher Gasofen mehr Power bringt. Das war - vor 3 Jahren, meine ich? - der mit der größten kW-Zahl, der keinen Stromanschluss brauchte.

ist ein sehr spezielles Problem, denke ich.
Danke für Eure Unterstützung.



Einfacher...



und statt nostalgisch (wobei ich einer Nostalgie, die sich der Abwesenheit von Etwas widmet statt positive Punkte zu besetzten, nichts abgewinnen kann) und eher zukunftssicher wäre eine Brennstoffzelle. Beispiel:

http://www.brennstoffzelle-energie.de/index.php/sfc/

Damit könnt Ihr dann eine Heizung betreiben, die der Größe des Hauses entspricht. 6KW klingt nach mittlerem Wohnzimmer und "Stoßheizen" (es soll ja im Bedarfsfall schnell gehen) ist damit nicht machbar.

Grüße

Thomas



Was spricht denn gegen...



einen ordentlichen Kachelofen oder Grundofen?

Je nachdem wie man so einen Ofen baut, hält der extrem lange die Wärme. Ich heize bei mir nur abends den Kachelofen an und das reicht im ungedämmten Altbau um selbst im Winter 24h die Wärme zu halten. Der einzige Haken an der Sache: Es ist eine etwas größere Investition und natürlich eine große Baustelle die man da aufmacht - im Wohnzimmer :-)

Wobei, ich hatte damals Glück: Meinen Kachelofeneinsatz habe ich günstig von der Messe bekommen und alles andere Zubehör hat mir ein befreundeter Kachelofenbauer verkauft und mich ein wenig eingewiesen in den Bau - ist wirklich kein Hexenwerk sich einen Kachelofen auch selbst zu bauen. Klar, wenn es komplizierter wird mit langen Zügen usw. sollte das schon ein Fachmann machen. Ich habe lediglich einen Kachelofeneinsatz und dahinter einen gemauerten "Nachheizkasten". Am Ende hat mich das alles in allem zwischen 2500 und 2700€ gekostet - was für einen Kachelofen der auch die aktuelle BIMSCHV erfüllt sicherlich extrem preisgünstig ist. Soviel zahlt man normalerweise für einen ordentlichen Kaminofen.

Das Problem mit der ständigen Grundwärme im Haus über Tage und Wochen der Abwesenheit ist damit zwar nicht geklärt, aber bei Hausnutzung und früh + abends anheizen reicht so eine Lösung völlig aus - zumal ja der Brennstoff scheinbar direkt vor Ort verfügbar ist.



Danke schön



Ein Ofen, der so lange die Wärme speichert, klingt wirklich gut. Mit wie viel kW ist der bemessen? Und wie viel Raum nimmt der ein? Wäre ja durchaus eine Alternative.

Wenn wir länger weg sind, wird nicht geheizt. Wasser ist dann im Winter abgestellt und das Haus kühlt aus. Nur wenn wir dort Zeit verbringen, heizen wir. Auch dann sind wir aber eben nicht den gesamten Tag vor Ort und brauchen die Dauerwärme (gerade wenn man im Winter nach der Waldarbeit reinkommt, möchte man nicht ins Kalte kommen). Ich mache mich mal schlau, was man da so bekommt.

Nostalgie ist nicht das Fehlen von Strom. Das ist zu kurz gegriffen. Es sind all die Dinge, die dort schon immer so waren und die sich ändern würden, wenn wir Strom hätten. Ich verbringe schon mein ganzes Leben dort (Freizeit, nicht Dauerwohnort) und es ist ein anderes Lebensgefühl als im Wohnhaus mit Strom, Zentralheizung, Telefon, Fernsehen, etc. Heute fahre ich auch ganz bewußt hin, um mal "weg von allem" zu kommen, was mich anderswo umgibt.
Und bis jetzt hatten wir nie den Bedarf an Strom. Bis eben das Problem mit der Heizung auftrat - dass man keine findet, die stark genug und gleichzeitig ohne Strom funktioniert. Hat mich schon erstaunt.



Diese Heizung gibt es möglicherweise...



...deshalb nicht, weil sie fast keiner braucht.

Wenn man eine gute Zeit ohne TV, Internet und Mikrowelle mag, wird man seine Lebenseinstellung ja wohl nicht ändern, nur weil man jetzt Strom für die Heizung hat und im Notfall das Handy auch 'mal aufladen kann. Nicht jeder Baum fällt, wie er soll. Eine Notfall - Glühbirne wird die Lebensqualität auch nicht schmälern - gab's schon zu Peter Roseggers Zeiten. Ich hab' 30 Steckdosen und doch keinen TV-Empfang.

Die Installation mehrerer Heizsysteme in einer nur zeitweilig genutzen Behausung ist wenig sinnvoll. So ist ein Grundofen eine teuere Investition, die an den geschilderten Anforderungen vorbeigeht und gleichzeitig eine gewisse geringe Grundlast nicht bringen kann. Noch dazu in einem kleinen Haus...

Grüße

Thomas



Grundofen ?



Wieso das Geld in einen neuen Grundofen investieren ?

Da ja nun schon eine Gasheizung da ist, welche jedoch in der Leistung begrenzt ist, würde ich mich eher mit dem Thema Dämmung auseinander setzen.

Wäre meiner Meinung , der bessere Weg.
Und das geht auch ohne Strom. ;-)

Viele Grüße
Hanno



Kosten



Ich denke die Kosten für eine sinnvolle Dämmung und der damit verbundene Aufwand werden höher sein als wenn man ofentechnisch nachrüstet.

Wie gesagt, mein Kachelofen hat am Ende ca. 2700-3000€ gekostet und zwei bis drei Tage Arbeit im Aufbau gemacht. Leistung müsste ich nachsehen, glaube der hat 11 Kw oder so.

Sich einen richtigen Grundofen setzen lassen ist sicherlich teurer und ich glaube da würde ich wirklich nur den Fachmann ranlassen - Grundöfen sind schon was für Leute die wissen was sie da machen. Kachelofen mit Einsatz kann jeder der zwei Steine aufeinander setzen kann.

Eine Alternative wäre vielleicht die Speichertonne. Keine Schönheit, dafür aber scheinbar eine Variante des Grundofens: http://www.speichertonne.de/index.html

Kosten für doppeltes Fass: 4000€, den Aufbau wird man sicherlich auch selbst hinbekommen.

So wie ich es verstanden habe, reicht die 6 kw Gasheizung nicht aus. Die kann ja trotz eines Ofens auch drin bleiben - sofern nicht am Ofenschornstein angeschlossen.

Muss am Ende jeder selbst wissen, ich persönlich würde dort sicherlich einen schönen Holzofen bevorzugen - macht ja auch Atmosphäre und angenehme Wärme... :-)



Interessehalber



Hallo, um was für eine Gasheizung (Hersteller,Typ) handelt es sich bei dem 6 kW - Teil ? Wieviel Kubikmeter Raum sind denn zu heizen und in welchen Abständen seid Ihr dort?



Alternative



Bin noch auf etwas gestoßen, was fast vergessenes: http://www.bosy-online.de/Schwerkraftheizung.htm



Gliederkessel



Ich habe sogar noch einen GK20 oder GK30 in der Werkstatt herumstehen... Falls den jemand haben will? Ich habe den vor Jahren mal gekauft mit dem Plan damit unsere Werkstatt zu beheizen - allerdings hat das Ding keine Zulassung mehr (glaube ich, müsste mal aufs Schild guggen von wann der ist) und wir verlieren jetzt unsere Gewerbefläche - von daher muss der Kessel eh weg. Mit dabei ist auch noch eine Pumpe, die wurde mir damals vom Verkäufer mit überlassen...



lieben Dank



Vielen Dank für die Vorschläge. Ich habe mir div. Prospekte ausgedruckt und nehme sie Ostern mit ins Haus. Dann können wir uns das vor Ort in Ruhe ansehen.
Ich werde berichten, was die gemeinsame Lösung hinterher ist.