Infrarotheizung

01.12.2010 Schildgen



Da unsere Heizkörper nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen (Bj.´60) sind wir nun auf der suche nach ersatz, und sind dabei auf die Infrarotheizung gestossen. Nach langem Googeln doch noch nicht schlau geworden. Die In.Heizung soll also nur den eigenen Körper erwärmen, das heißt also, der Raum bleibt kalt und mir ist trotzdem Warm???
Frage 2 wäre, welchen Typ bräuchte man für ein Kinderzimmer mit ca. 20qm Fläche, reicht dafür ein 300 Watt Gerät?
Bis jetzt kenne ich Heizungen, die mit Strom betrieben werden nur als enorme Stromfresser, gilt das für die Infrarotheizung auch?



Toll ist das nicht



Hallo Sascha,

sooo kalt bleibt der Raum nicht. Denn die Wände werden von der Infrarotheizung auch erwärmt, und erwärmen dann auch die Raumluft. Grundsätzlich braucht man bei einer Strahlungsheizung weniger Heizenergie als bei einer Konvektionsheizung, aber der Vorteil ist eher als gering einzustufen.

Leider schreibst Du nichts über den Wärmebedarf Deines Hauses. Also kann man auch nicht abschätzen, ob 300 Watt für ein Kinderzimmer reichen. Da Du aber wahrscheinlich einen Altbau hast, werden es wohl eher 600W sein müssen. Strahlungsheizungen erfordern in der Regel - sofern die Temperatur der Quelle nicht sehr hoch ist - eine _erhebliche_ Fläche!

Deine Bedenken bezüglich "Stromfresser" halte ich für berechtigt. Ich würde so etwas nicht in Betracht ziehen, es sei denn, ich hätte ein Passivhaus.

Da wir leider nichts über Dein Haus wissen, ist es aber auch nicht möglich, Dir zu einer Heizung zu raten. Vielleicht solltest Du eine Wärmebedarfsrechnung machen lassen.

Viele Grüße
Wolfgang





Danke für die Infos
Altbau ist richtig, quasi sehr alt, Wärmeisolierung ist nur am Dach vorhanden, sonst übliche Lehmwände.
Da die In.Heizungen so hoch gelobt werden, dachte ich es sei eine relativ gute Alternative zur herkömmlichen Ölheizung. Wäre einfacher gewesen als neue Leitungen zu legen.



Naja,



Infrarotheizung ist einfach eine Strahlungsheizung. Grundsätzlich bringt jede Wärmequelle einen Strahlungs- und einen Konvektionsanteil. Die Anteile sind nur unterschiedlich gross, je nach Bauform. Für effektive Heizformen durch Strahlungs(Infrarot)energie brauch ich entweder sehr hohe Temperaturen(Öfen etc) oder grosse Abstrahlflächen, z.B. Fussboden- oder Wandheizung. Die elektrischen Infrarotheizer mit geringer Leistung halte ich nur als sporadisch benötigte Zusatzheizung für sinnvoll, zum Beispiel im Sommer in Bad und Dusche.
MfG
dasMaurer



Hallo Sascha,



Du solltest mal die Fülle der Beiträge lesen die hier schon geschrieben worden sind. Das Thema wird hier sehr teilweise sehr heftig diskutiert.

Grüße



Moin Sascha,



hast wohl die Klorolle hier zu "Infrarotheizung" verpasst....lohnt sich auch nicht wirklich.

Wenn du willst, spiel hier mal den Testpiloten was den tatsächlichen Verbrauch angeht.

Was meinst du eigentlich mit "nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen"? Falls du noch Radiatoren hast seih' doch froh...?!

Gruss, Boris





Die Antwort, ob sich das lohne, hängt davon ab, wen Du fragst.
Du kannst Dir ja mal so ein Teil ausleihen und ausprobieren.
20 m2 mit 300 Watt, das ist etwa die Strahlungsleistung der Sonne kurz vor Sonnenuntergang:
Am 22. Dezember kriegen Sie an einem Ort auf 50 Grad nördlicher Breite bei wolkenlosem Himmel um 15:46 Lokalzeit von der Sonne diese 15 Watt pro Quadratmeter, wenn sie sich in die Sonne stellen.
Ob das reicht, wird der Versuch zeigen. Vermutlich reicht es, wenn Sie sich genau dort aufhalten, wo der Strahler hinstrahlt, das ist dann aber nicht der ganze Raum. Was nicht direkt bestrahlt wird, bleibt kalt.



Infrarotheizung



Ich habe den Test mit der Infrarotheizung gemacht und bin sehr zufrieden. Vielleicht ist es ja hilfreich keine Werbung zu machen und dennoch darauf zu verweisen, dass die Uni Kaiserslautern zu diesem Thema ein sehr interessantes Experiment gemacht hat, dass sowohl Aufschluss über die Strahlungsheizung an sich gibt im Vergleich zu Konvektoren, als auch den genauen Versuchsaufbau schildert. Gib mal einfach bei Google "Infrarotheizung uni kaiserslautern" ein. Der Versuch wurde von Prof. Kossak durchgeführt.



@Lou:



Könntest du deine realen Verbrauchswerte mal weiterhin posten?

Das war nämlich oft Streitpunkt hier, aber keiner konnte konrete Zahlen liefern und es blieb beim "Glaubenskrieg".

Merci, Boris



@Boris



ich werde das nach dem Umzug sowieso ganz genau festhalten und dann schreibe ich gerne ganz genau was zu den Verbrauchswerten. Was ich bisher dazu sagen kann, ist, dass ich meinen Vorrednern nicht wirklich zustimmen kann. Was hat eine Strahlungsheizung mit einem Passivhausdämmstandard zu tun? Gerade weil es sich nicht um ein Passivhaus gehandelt hat, habe ich mich damals für eine Strahlungsheizung entschieden. Lüftest Du beim Konvektor falsch ist die warme Luft sofort futsch. Ich kenne da Auswüchse in Passivhäusern, da gibts ja wahre Türgeschlossenhaltensyndrome. So will ich jedenfalls nicht leben. Ich bin mal gespannt, was bei der Rechnung rauskommt. Ich werde jedenfalls das Bad und das Büro mit IR-Elementen ausstatten und dann schauen wir mal. Ganz sicher ist, dass die Strahlungsheizung einen schönen Kollateraleffekt für jeden Baukörper hat, denn wo Feuchtigkeit ist, trocknet es - das kann ich aus eigener Erfahrung auf jedenfall schon einmal berichten, also ist die IRS nicht nur für unseren Körper gut, sondern definitiv für dämmfreie Gebäude. Aber den Rest mag tatsächlich nur die Messung herausstellen, wobei der von mir zitierte Beitrag doch so weit ich mich erinnere auch schon Messungen durchgeführt hat, oder irre ich mich? Und das soweit ich mich entsinne sogar bei sehr guten Vergleichsbedingungen.



@Lou:



Es gab halt im Netz schon mehrere Berichte enttäuschter Benutzer mit saftigen Stromrechnungen.......also scheint ja noch Bedarf zu sein, die Spreu vom Weizen zu trennen.

Eine Bekannte von mir ist auch begeisterte Strahlungsheizerin, hatte als Vergleich aber nur den Verbrauch der bisher benutzten Heizlüfter.....das war als Referenz jetzt nicht so brauchbar....;-)

Daher mein Interesse an deinen Praxis-Werten.

Gruss, Boris



Stand der Technik...



was für ein geiles Wort. Real befürchten würde ich (aus persönlicher Erfahrung heraus), daß die Heizkörper und im schlimmsten Fall auch Rohre langsam anfangen undicht zu werden, bei den Rohren vor allem die Verschraubungen, bei den Heizkörpern zwischen den einzelnen Rippen.

Kurze Erläuterung zu meinen persönlichen Erfahrungen:
In unserer eigenen Wohnung wurde ein Heizkörper Bj. 1977 Anfang 2004 plötzlich undicht.
Bei einem Freund ist ein Heizkörper Bj. 1960 schon seit Jahren undicht, bei einem zweiten ist eine mit Hanf abgedichtete Rohrverbindung beim Ventil undicht.

Außerdem meine ich gelesen zu haben, daß für Stahl-Rippenheizkörper i.A. eine Lebensdauer von 30-40 Jahren angenommen wird.

Aus diesen Gründen hätte ich ein leicht ungutes Gefühl, bei einer Generalsanierung die alte Heizung einfach zu belassen. Aber mir persönlich wären Experimente mit groß beworbenen alternativen Heizungsformen viel zu riskant, das ist aus meiner Sicht genauso ein Glücksspiel wie die Beibehaltung der alten Heizung. Meine Familie hat sich aus solchen Gesichtspunkten wieder für eine klassische Zentralheizung mit Gas-Brennwerttherme, verpreßten Kupferrohren und Stahl-Plattenheizkörpern entschieden, ein wasserführender Pellets-Kaminofen als Unterstützung steht noch im Raum.

Auf jeden Fall lohnt es sich, mehrere Angebote einzuholen - bei uns lag der Unterschied beim Faktor 2! Der günstigste Bieter war ein Einmannbetrieb, der uns viel Eigenleistung angeboten hat (vor allem Stemmarbeiten).