Festbrennstoffheizung - normale Verbrennung vs. Holzvergaser - Vorteile/Nachteile?

26.04.2012



Und noch eine Frage meinerseits: Wir wollen in unserem Bauernhaus eine Scheitholzanlage einbauen (Holz ist vorhanden, Arbeitsaufwand bekannt....). Nun meine Frage: bei den Scheitholzanlagen gibt es doch Unterschiede: die einen verbrennen das Holz normal, die anderen sind Holzvergaser. Dieser Unterschied ist mir soweit bekannt - nur was sind die Vorteile/Nachteile der jeweiligen Art?

Kann mir da jemand mal prägnant eine Antwort geben oder mitteilen, wo ich dazu etwas finde? Hier im Forum bin ich jedenfalls auch mit der Suchfunktion nicht auf das gestoßen, was ich wissen will.

Danke!



Bei der Vergasertechnik



die soweit mir bekannt Stand der Technik ist wird kontrolliert Luft zugeführt was die Verbrennung deulich verbessert. Bei Raumöfen kommt das auch wegen der Geräuschentwicklung kaum in Frage.

Zum Kessel gehört auch ein entsprechend dimensionierter Speiche an den sich problemlos ein Solaranlge anschließen läßt.

Grüße



Wir..



...hatten über Jahrzehnte einen Stückholzkessel (Normaler oberer Abbrand) als Zentralheizung und haben den vor 3 Jahren gegen einen Holzvergaser Kessel mit vergleichbarer Leistung ersetzt.
Die Vorteile eines Holzvergasers sind aus meiner Sicht:
-effektivere Verbrennung und damit weniger Bernnstoffverbrauch (Flammtemperatur bei Vergasung>>oberer Abbrand)
-weniger Asche (wirklich viel weniger), da das Holz immer vollständig verbrannt wird
-komfortabler, da durch Gebläsegesteuerten Abbrand längere Brennzeiten erreicht werden

Die Abgastemperatur bei unserem Holzvergaser liegt mit ~180° deutlich unter der beim alten Kessel und wird durch die Regelung konstant gehalten. Beim alten (30Jahre) Kessel konnte durchaus mal das Ofenrohr glühen, die Wärme ist dann natürlich verloren. Sicher ist das bei neuen konventionellen Kesseln auch nicht mehr so, ich halte die Vergaser technologie dennoch für die bessere Wahl.
Bei Atmos gibt es ein sehr interessantes Forum mit vielen infos!

Gruß



bei Holzvergaser mehr Wartungsaufwand?



Danke für die Infos.

Soweit ich das bisher überblicke, ist ein Holzvergaser wirklich effektiver. Allerdings habe ich gelesen, dass bei diesem nur Frischholz verwandt werden darf (mind. 2 Jahre getrocknet, max. 20 % Restfeuchte) und kein Altholz (altes unbehandeltes Holz), da da nichts mehr zu vergasen ist. Zudem bestünde bei einem Holzvergaser ein höherer Wartungsaufwand. Wo finde ich denn dazu Informationen? Die Seite atmos.de führt mich irgendwie auf eine PC-Seite...

Wir brauchen eine Heizung, die ein altes Bauernhaus, welches gedämmt werden soll (Innendämmung mit ökologischen Baustoffen) mit einer Fußbodenheizung (teilweise kombiniert mit Wandheizung) versorgen soll. Kombination mit Solar ist vorgesehen, da wir auch Zeiträume überbrücken müssen, in denen wir nicht heizen können, die Temperaturen im Haus aber nicht in den Minusbereich rutschen dürfen.

Bisher hatten wir nur einen Heizungsbauer vor Ort. Der hat uns einen Holzvergaser (mit entspr. Pufferspeicher und Solar) empfohlen mit 50 kW. Wir müssen ca. 300 qm Wohnfläche (gesamter Endzustand in ca. 5-10 Jahren) beheizen können.

Über weitere Hinweise und Anregungen wäre ich dankbar!



Das..



...ist die Webseite des Herstellers:
http://www.atmos.eu/germany/

Das die der Deutschland Vertretung:
http://www.atmos-rentsch.de/

und das die des Forums:
http://www.atmos-forum.de/

Ich habe in zwei Häusern zwei verschiedene Atmos Kessel in Betrieb. Das man keine Paletten / lackiertes Holz etc. verbrennen soll, gibt wohl jeder Hersteller an, egal ob Holvergaser oder nicht.
Wir verbrennen alles was an TROCKENEM Holz anfällt, vom Lattenstück über KVH Abschnitte bis zu Paletten. Es brennt. Natürlich haben Fichte Brettchen längst nicht den Heizwert wie Buche Scheite.
Das mit dem "erhöhten Wartungsaufwand" kann ich nicht bestätigen. Lt. Anleitung soll man 1x/Woche die Kanäle des Wärmetauschers reinigen. Die Reinigen wir 2x/Jahr, der Schornsteinfeger ist sehr zufrieden, keinerlei Probleme bei den Messungen. Wie oft so ein Kessel gereinigt werden muss, hängt aus meiner Sicht in erster Linie von der Restfeuchte des Brennstoffs ab. Ist die zu hoch, entsteht Teer und man bekommt keine vern. Heizleistung.
Fragen Sie mal Ihren Schornsteinfeger, der ist bei uns ein durchaus kompetenter Ansprechpartner!


"...Kombination mit Solar ist vorgesehen, da wir auch Zeiträume überbrücken müssen, in denen wir nicht heizen können, die Temperaturen im Haus aber nicht in den Minusbereich rutschen dürfen.
..." --> In der Zeit, in der Frostgefahr besteht, wird die Solaranlage kaum soviel Ertrag bringen, dass damit ein Haus beheizt werden kann. Solare Heizungsunterstützung ist wohl aus rein wirtschftlicher Sicht kaum empfehlenswert. Ich hab´s aber trotzdem auch getan, wegen dem Gewissen ;-)
Von wo kommen Sie denn? Vll. ist es ja in der Nähe?!
Gruß



Hallo Michael



danke für die Infos, das hat mir geholfen.

Klar, mit einer Solaranlage kann ich das Haus nicht heizen. Die soll auch eher der Unterstützung dienen und für Warmwasser.

Bei dem zu sanierenden Haus handelt es sich um ein Bauernhaus in Thüringen, Saale-Orla-Kreis. Das ist glaube ich ein Stückchen weg von Ihnen. Dennoch vielen Dank!

Bekannte lagern einen großen Teil Ihres Holzvorrates stets in der Nähe der Heizung. Bei einer Messung der Restfeuchte wurde ein Przentsatz von 2 festgestellt. Ich denke, trockener bekommt man es kaum. Dies habe ich auch vor und hoffe damit auf eine gute Energieausbeute.

Viele Grüße



Die Heizungsanlage ...



...mit 50 KW für 300m2 nach saniertem Zustand ist erheblich überdimensioniert.

Es gibt eine Faustformel zur Bewertung von alten Heizungsanlagen vor einer energetischen Gebäudesanierung:

Wenn die Heizungsleistung dividiert durch die zu beheizende Fläche >/= 0,15 ist, dann ist die Heizung überdimensioniert:

50 KW : 300m2 = 0,167

Eine Heizung nach einer energetischen Sanierung sollte nach dieser Formel einen Quotienten von 0,07 - 0,04 haben, das entspricht einer Leistung von 12-21 KW.

Zur Dimensionierung der Heizung muss eine differenzierte Heizlastberechnung mit den Bauteilkennwerten (U-Werten/Wärmedurchgangswerten der wärmeübertragenden Aussenflächen)nach der Sanierung durchgeführt werden.

Die muss Ihnen der Heizungsbauer vorlegen. Sie solten keine "Pi x Daumen" Dimensionierung akzeptieren. Das wäre die schlechte "alte Schule" zur Bemessung von Energieschleudern.

Die Kombination mit einer Solaranlage ist sinnvoll, damit im Sommer der Warmwasserbedarf bei abgeschalteter Heizung gedeckt werden kann. Im Winter spielt die Solaranlage eher keine Rolle, da die Holzvergaserheizung permanent brennen muss.



Holzvergaser



Ich habe einen Holzvergaser von Atmos DC25S mit einem Pufferspeicher von 2000 Litern und verfeuere alles was kommt.
Altholz/Baumschnitt/Akazie und Buche schön gemischt. Damit heize ich ca 150m² Fläche eines Typischen ungarischen Hauses auf dem Dämmungsstand vor dem 2. Weltkrieg. Mit Warmwasserbereitung und Heizung kommt ein Verbrauch von ca. 14m³ Holz zusammen. Wenn ich im Winter für 2 Wochen in Deutschland bin heizt eine alte Gasheizung das Haus.

An sehr kalten Tagen muss zweimal einheizt werden. Sonst nur einmal und in der Übergangszeit nur jeden zweiten Tag.

Kann die Atmos Kessel nur empfehlen, sind in Ungarn viel preiswerter.

Für dieses Jahr ist eine Deckendämmung mit Holzfaser geplant, plus Solar für Warmwasser.


Gruß Michael aus dem sonnigen Ungarn



Die 50 KW sind auch aus meiner Sicht...



viel zu viel.

Ich heize in meinem ungedämmten Sandsteinhaus rund 600m² mit einem 64kW - Kessel, dessen 2. Stufe aber fast im jungfräulichen Zustand ist, somit ziemlich überdimensioniert. Ich würde die Planung der Heizung aus heutiger Sicht immer einem unabhängigen Heizungsplaner überlassen - damals hat's der Installateur halt gebaut, wie's ihm einfiel.

Grüße

Thomas



danke



für die Antworten, das war sehr hilfreich. Mal sehen, was unser Heizungsinstallateur sagt. Auch welchen Kessel er uns anbietet. Wie gesagt, bisher haben wir nur einen vor Ort gehabt. Ein paar Vergleichsangebote werden es sicher noch werden.

Schönes Wochenende!



Hallo,



ein Kessel mit 120° Abgastemp. gibt ein Drittel weniger Wärme an die Umwelt ab, als einer mit 180°. Wichtiger als die Art der Verbrennung ist die Kerntemp. der Verbrennung. Als "sauber" ist > 1.150; besser 1.250;° C anzusehen.
Die meisten Vollholzeinwegpaletten sind viel zu billig, auf daß Giftstoffe in / auf das Holz gebracht wurde. Jedes Holz, welches nich an einem Stück aus dem Baum gesägt wurde fällt unter Leimholz und darf nicht verbrannt werden.
Gruß Walter