Langsam wird´s kalt...

05.09.2007



und wir haben noch immer keine Heizung.
Unser Fachwerkhaus (BJ. 1890, ca. 120 qm Wohnfläche) hat in fast jedem Zimmer einen kleinen Ofen stehen, nur im Anbau aus den siebziger Jahren ist keine Heizung.
Wir würden gerne eine Heizung einbauen (im ganzen Haus), die a) mit Holz (evtl. Pellets) befeuert wird und b) möglichst preisgünstig ist.
Wir haben eine großen Holzvorrat im Schuppen. Meine Frage: welcher Heizungstyp ist zu bevorzugen? Pellet-oder Kachelofen, Holzkessel, Holzvergaserkessel.....???
Ich habe nicht die geringste Ahnung. Für Tipps wäre ich dankbar.
G. Strahl



Hallo,



also wir haben eine Pelletheizung, die wirklich prima ist. Die Wärme ist sehr viel angenehmer als die einer anderen Heizung.

Es gibt auch Pelletheizungen, mit denen man Holz verfeuern kann (die sind natürlich teurer als "normale" Pelletheizungen). Wir haben uns einen kleinen Ofen angeschafft, vor dem wir - wenn er denn mal steht - gemütlich sitzen können. Dafür haben wir auch schon reichlich Holz gesammelt.

Für die Pelletheizung haben wir übrigens auch einen Förderbetrag bekommen, ich glaube von der Bafa, oder war es Hafö? Über Google findest Du sowas bestimmt.

Ach ja: Als "Heizkörper" haben wir uns Heizleisten zugelegt. Super!

Viele Grüße
Andrea



Heizung



Guten Tag,

Pellets sind schön, Pellets drecken nicht, Pellets sollen auch umweltfreundlich sein. Aber Pellets kosten Geld und schwimmen mittlerweile im Markt der Energiepreise mit. Sie werden nie wirklich weniger kosten als der nächstbeste konkurrenzfähige Energieträger. Aber wenn Sie doch Holz haben, haben Sie keine Sorgen mit den Energiepreisen.
Aber: Holz dreckt, staubt, will getrocknet, gelagert und gehackt werden. Also:
haben Sie Platz ?
haben Sie Zeit und Kraft zum Holz hacken ?
ist Nachschub gesichert ?
Falls ja, würde ich mir einen Scheitholzkessel anschaffen, die Geister scheiden sich bei 30 cm und 50 cm Scheitholzlänge. 50er brennen länger und man muß nicht so viel hacken. Kosten: ab 13.000 €. Zuschüsse gibt es auch. Brennstoff kostet nichts, Amortisation in weniger als 5 Jahren bei entsprechendem Verbrauch.
Solide Produkte gibt es von den meiten namhaften Herstellern.

Grüße vom warmen Niederrhein



Es wird kalt



Hallo Gabriele,

die Lage bei uns ist teilweise ähnlich, und auch wir stehen vor der Heizungsplanung. Darum lege ich Dir hier einfach mal meinen Gedankengang dar, in der Hoffnung, dass für Dich was Brauchbares dabei ist:

Holz hat den Vorteil, dass es, gerade in unseren Breiten, nachwächst und sicherlich noch da sein wird, wenn die Öl- und Uranvorräte lange erschöpft sind. Leider wissen das aber auch andere, so dass die Holzpreise derzeit wohl ziemlich am Steigen sind. Wenn Ihr keinen eigenen Wald habt, würde ich mich an Eurer Stelle darum nicht völlig vom Holz abhängig machen.
Von Pellets verstehe ich offen gestanden nichts, aber ich habe bislang mehr negative als positive Meinungen dazu gehört.

Dann: "Preiswert". Das Billigste ist wahrscheinlich ein Gas-Brennwertkessel. Aber es zählen ja nicht nur die Anschaffungskosten, sondern auch die jährlichen Heizkosten. Und da amortisiert sich eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ziemlich schnell. Und da sie mit Strom aus der Steckdose betrieben wird, ist es dann zweitrangig, WIE dieser Strom erzeugt wird.

Schließlich: Wärmeabgabe. Nur Ihr kennt die Verhältnisse in Eurem Haus, aber allgemein am ratsamsten sind Strahlungsheizungen, und unter diesen zunächst die ziemlich aufwendig zu installierende Wandheizung und dann die kinderleicht zu installierenden Heizleisten (wobei sich jetzt Thomas Böhme zu Wort melden und bezweifeln wird, dass es sich dabei wirklich um eine Strahlungsheizung handelt).

Was wir machen werden und ich darum (so ist es ja immer ;-)) auch Euch anrate: Grundversorgung über eine Strahlungs-Zentralheizung (unten Wand, oben Heizleisten), die über eine Wärmepumpe betrieben wird. Zusätzlich großer Küchenofen und irgendwann großer Lehmgrundofen im Wohnzimmer. In denen können wir dann unsere Holzvorräte verfeuern, ohne aber auf diese angewiesen zu sein.

Liebe Grüße,
Konrad



Vielen Dank



für die Ratschläge. Ich werde allen Hinweisen nachgehen.

Sind die Heizleisten wirklich besser als herkömmliche Heizkörper?
Eine Wärmepumpe kommt bei uns nicht infrage. Da haben wir uns schon informiert. Aber vielleicht kann man die Leisten ja auch mit Holz aufwärmen(?).

Gruß, Gabriele



oha



ich muss mich mal eben korrigieren: Die Wärme ist natürlich angenehmer wegen der Heizleisten und nicht wegen der Pellets... :-)

Aber noch zu den Pellets: Wir haben jetzt pro Tonne 170,- Euro bezahlt. Mit 3 Tonnen sind wir jetzt 9 Monate ausgekommen (aber haben noch kein heisses Wasser genutzt, da wir noch nicht in dem Haus wohnen, also nur reine Heizung).

Also ich kann nicht klagen...

Viele Grüße
Andrea



Holzheizung



Hallo,
wir haben gerade eine Holzvergaserheizung mit "WarmwasserdurchSolar" als Alleinheizung in Betrieb genommen. Aber auch nur weil ich beruflich mit Holz zutun habe. Ich rechne bei meiner Anlage von 25KW mit einem Holzverbrauch von ca. 20 rm.
Wenn Du das Holz fertig kaufen musst sind das derzeit ca. 1000 - 1200 € im Jahr, tendenz steigend.
Wenn Du das Holz selbst zerkleinern möchtest sind die Kosten fast zu halbieren, allerdings brauchst Du Platz für 50 -60 rm Holz (Trocknungszeit2-3 Jahre). Das ist ne ganze Menge.
Ob Du dann Wandheizung, Heizleisten, Fußbodenheizung oder normale Heizkörper einbaust ist vom Kessel unabhängig.
Als "normaler" Verbraucher wäre ich auch von Wärmepumpen sehr angetan.

Grüße aus der Nachbarschaft

Stefan



Heizung



Hallo Gabriele,

unser Ansatz war so: Zentralheizung und Brauchwasser über Pelletszentralheizung mit großem Pufferspeicher, der eine Nachrüstung von Kollektoren zuläßt (nur Brauchwassererwärmung im Sommer). Dazu habe ich in die Scheune einen neuen Heizraum gemacht und der Pelletkessel hat seinen eigenen neuen Kamin bekommen.. Parallel dazu habe ich den alten Kamim soweit gerichtet (neuer Rauchrohranschluß, alle anderen zugemauert), daß wir im Wohnzimmer einen Kaminofen mit Holz betreiben können. Der sollte dann im EG für wohlige Wärme sorgen und die Thermostate der Heizplatten gehen zu. Also haben wir so ungefähr anderthalb Standbeine. Haus ist ein Bauerhaus auf der schwäbischen Alb, zwei volle Geschosse mit jeweils ca. 75 Quadratmeter und eine Dachgeschoß über der ganzen Fläche (nach DIN ca. 50 qm).
Die Entscheidung war nicht aus wirtschaftlicher Sicht, sondern eher aus Prinzip. Pellets sind je nach Zeitpunkt nicht wirklich billig, vom Kessel ganz zu schweigen.
Reihenfolge in der Anschaffung von unten nach oben grob: Gas, Öl, Pellet, Scheit.
Irgenwelche strombetriebenen Wärmetauschsystem halt ich aus ökologischer Sicht für wenig sinnvoll, sofern der Strom nicht aus regenaritiven Primärenergiequellen kommt. Multipliziert man die Einzelwirkungsgrade vom Brennstoff im Kraftwerk bis zu den Heizelementen in deiner Hütte, dann kannst du den Brennstoff gleich bei dir zuhause verheizen.
Generell rate ich dir zu einem unabhängigen Fachmann, der dich berät, die Installation plant und die Ausschreibung übernimmt. Dann bekommst du eine richtig dimensionierte Anlage und vergleichbare Angebote. Die Einspaarung wird sich mit seinem Honorar im Idealfall die Waage halten, aber du hast nicht den Streß mit den Angeboten und der Ausführung und es paßt alles.
Aber eines ist sicher, eine warme Hütte wird immer Geld kosten. Über hohe Preise am Pelletmarkt rege ich mich nicht auf, ich wollte es so.

Gruß Patrick.



Hallo Gabriele



was wirklich günstig ist als Energieträger kann sich in wenigen Jahren schon komplett geändert haben. In meinem Haus (3 Wohnungen) gibt es in jeder Wohnung mindestens 2 Heizmöglichkeiten. Kachel- bzw. Kaminofen und Gastherme mit Heizkörpern. Die 3. Wohnung wird zusätzlich für eine Wärmepumpe(Niedertemperatur) vorbereitet. Aber die müssen noch billiger werden ehe sich sowas wirklich lohnt.Die relativ hohen Anlaufströme sollten dabei auch beachtet werden. Wenn man einen verbilligten Stromtarif für die WP bekommt sollte man auch die zusätzlichen Kosten für die 2.Grundgebühr usw. nicht vergessen!
Und nur wegen dem vorhandenen Holz unbedingt eine Holzscheidfeuerung? Wenn du günstig an Nachschub kommst dann ja, ansonsten kanst du es ja verkaufen und mit dem Einnahmen etwas mehr in das Heizsystem deiner Wahl oder in einen kompetenten Berater vor Ort investieren?

Gruß Marko